Kontakt mit Florida

Kontakt mit Florida — Frau Lindinger, oder Frau Lindhuber, wahrscheinlich hieß sie Frau Lindlbauer, war eine alte Frau mit weißen Haaren, die in einem Wohnblock in der Nähe der Badstraße in Altheim lebte. Wir lehnten unsere Fahrräder an die Büsche vor dem Haus, als wir sie besuchten. Ein Zugang zum Stiegenhaus, eine Treppe, ein schmaler Vorraum, in dem Frau Lindlbauer stand. Sie hatte einen Luftpostbrief in der Hand, aus Tampa, Florida. Mit rot-blauen Streifen und dünnem Kuvert. Der Brief in englischer Sprache. Von ihrer Tochter? Mhm, kann nicht sein. Frau Lindlbauer hat meinen Vater gebeten, ihn ins Deutsche zu übersetzen. Das hat er mehrfach getan. Und ich glaube, dafür bekam ich als begleitendes Kind Schokolade. Wann das war? Kindergartenzeit, glaube ich. Aber seither gibt es Florida in meinem Leben.

Klimaticket Gassi führen: Mostviertel

Klimaticket Gassi führen: Mostviertel

Das Klimaticket Gassi führen! Wien 12:55 🚂 Wien, St. Pölten, 14:28 Loich (Pielachtal) 🚶Rabenstein 16:44 🚂 Wien 18:05 🛁Wanderung an der Bahn und am Bach entlang, ein bisschen auf und ab.

328. IIASA Portrait

MOMENT Was macht eigentlich

SIGNATION “Was macht eigentlich…”

… das IIASA. Was für eine Ansammlung an Vokalen, und jeder Buchstabe in dieser Abkürzung hat natürlich seine Bedeutung.

International Institut – ein internationales Institut, ja klar, wofür, für Applied, für Angewandte. Und jetzt das S: System Analyse.

Internationales Institut für Systemanalyse, beheimatet in Laxenburg, im Schloss Laxenburg in Niederösterreich. Ein Kind des kalten Krieges, denn damals haben sich die Sowjetunion und die USA zusammengesetzt, um sich gemeinsam mit anderen Staaten und eben auch mit Österreich zu überlegen, wie man nicht Militärbasen sondern Gesprächsbasen errichten kann. In diesem Fall mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die sich mich Risikoforschung beschäftigen, mit Systemen, mit komplexen Systemen.

Um die 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten auch heute noch in Laxenburg. Die Aufgaben haben sich von Themen des Kalten Krieges gewandelt, von der Konfliktforschung hin zu den aktuellen Themen der Menschheit, die beforscht werden, alle geschart um einen inhaltlichen Kern: “Nachhaltigkeit”. Wie können Menschen auf dem Planeten Erde nachhaltig leben – im System Erde. Da gibt es Zusammenhänge, Taten, Ideen, und Auswirkungen. Komplexität. Es geht um die gesamte Weltbevölkerung, um Energie, Luftqualität und Treibhausgase, neue Technologien, Risiko und Resilienz, also wie sich Systeme gegenüber Störungen verhalten, Evolution und Ökologie, Wasser, und neuerdings auch um so genannte Ökosystem-Services: was die Natur für uns Menschen leistet, bewertet in Geld.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen münden in sogenannten Policies, also in konkrete Inhalte für die Politik. Und das auf verschiedenen Skalen, om Dorf, zur Stadt, zu Ländern, Kontinenten, zur Welt.

Reinhard Mechler ist einer der Wissenschaftler in Laxenburg.

OT 1: Wir arbeiten zu globalen Wandelproblemen, das sind Probleme, die zu groß oder auch zu komplex sind, sodass sie eineinzelnes Land oder eine einzelne akademische Disziplin effektiv lösen kann.

Die Komplexität der Systeme macht Vorhersagen schwierig.

OT 2: Wir haben hier zum Beispiel positive und negative Rückkoppelungseffekte in Systemen. Diese positiven oder negativen Schleifen. Diese Rückkopplungseffekte führen auch zu nichtlinearen Entwicklungen, wie zum Beispiel wie man es jetzt sieht, die exponentielle Zunahme von Coronavirusinfektionen wird dadurch bedingt.

Menschen haben kein Gefühl für “nichtlineare Effekte”, agt Reinhard Mechler. Es geht hier um exponentielles Wachstum. Je mehr, desto “sehr viel mehr”. Menschen denken linear, “je mehr, desto mehr”. Doppelt so viel, doppelt so viel. Alles nicht der Fall, bei wirklich komplexen Situationen oder auch Bedrohungen.

OT 3: Es geht auch um Irreversibilitäten. Auch beim Coronavirus, der Entwicklung. Kommen wir zu Systemgrenzen heran, kann das zu irreversiblen Effekten führen, Gesundheitssystem, aber auch bei individuellen Auswirkungen. Klimawandel das selbe Problem, nähern wir uns Kipppunkten, lokalen Kipppunkten oder globalen Kipppunkten.

Menschen entscheiden individuell im allgemeinen sehr kurzfristig. Für den nächsten Tag, die nächste Woche. Myopisch, kurzsichtig, sagt Reinhard Mechler, und er bezieht sich da auch selbst gleich ein.

OT 4: Das sehen wir jetzt auch bei der Coronakrise. 4, 6-Wochen vorauszudenken, zu einer Entwicklung, die wir sonach nicht gesehen haben, fällt uns extrem schwer. Bei IIASA versuchen wir in die Zukunft vorauszudenken, 10, 20, 80 jähre, bis zum Ende des Jahrhunderts. Das ist auch ein wichtiger Punkt der Systemanalyse. Die Langfristigkeit mit der kurzen Frist zu koppeln, und da entsprechende Szenarien auszuarbeiten.

Reinhard Mechler arbeitet selbst im Forschungsgebiet “Risiko und Nutzen”.

OT 5: Da verwenden wir mathematisch gesprochen die Netzwerktheorie. Da geht es um die Verknüpfung, innerhalb des Netzes an Verbindungen. Wir hatten uns in den letzten Jahren gefragt, wie zum Beispiel Naturkatastrophen das Finanzsystem bedingen, ob hier große Katastrophen zu einem Kollaps des Finanzsystems in Österreich oder in Europa oder Global führen können. Die Modellierung basiert auf der Idee auf einer Ansteckung eines Erregers. Und ähnliche Theorien werden eben auch in epidemiologischen Umständen, die Ausbreitung eines Virus verwendet.

In positiven Umständen ist zum Beispiel auch die Mode ein komplexes System, das mit ähnlichen Mechanismen funktioniert. Die Arbeit von Influencern auf Instagram, in sozialen Medien. Der kalte Krieg ist längst vorbei. Die Welt im Wandel – und so gesehen ist viel zu tun in diesen Tagen. Auch am IIASA, auch in Laxenburg.

ADW018 Bahnübergang Bregenz

ADW018 Bahnübergang Bregenz

 

 

Die Glocke am Bahnübergang in Bregenz, an der Straße zum Bodensee. Ein schönes, klassisches Geräusch, das Menschen der Gegend mehrfach täglich hören.

Das Warten am Bahnübergang ist das Genießen geschenkter Zeit. Schon vor dem Senken des Schrankens kündigt sich diese Zeitspanne an, durch eine Glocke, die verstummen wird, wenn der Schranken die Straße versperrt. Dann wird es still. Man steht da, und denkt nach, weiß, dass nichts in der Welt die kommende Minute verändern würde, verkürzen. Während man auf diese Weise ruhig wird, kommt bald der Zug. Man sieht die Menschen, man freut sich, dass das Warten nun ein Ende hat. Und wenn der Schranken wieder hoch geht, geht auch die Zeit wieder weiter.

(Foto: Dagmar Aczél)


Diese Episode ist am 25.01.2014 erschienen. Dauer: 0 Stunden 0 Minuten und 53 Sekunden

 

LUT011 Gedenkdienst

LUT011 Gedenkdienst

 

 

Österreichische Familien haben noch viele Verbindungen in die Zeit des 2. Weltkriegs. Es sind die Enkelkinder der Großväter, die im Krieg waren, die dieser Spur aktiv nachgehen können. Im Rahmen ihres Zivildienstes.

Nach der Schule können junge Männer ihren Zivildienst nämlich auch im Ausland absolvieren.

Als Gedenkdiener.

Jörg Reitmaier und Lothar Bodingbauer sprechen über ihren Gedenkdienst, der sie in Geschichte und Kultur unbekannter Menschen geführt hat.

Für Interessierte ist dieses Gespräch eine Möglichkeit, den Inhalt und Rahmen dieses österreichischen Zivilersatzdienstes kennen zu lernen, und Informationen über Zugang und Finanzierung zu erhalten.

Gesprächspartner: Jörg Reitmaier, Verein Österreichischer Auslandsdienst

Inhaltsübersicht und Links:

Wehrmacht | Napola | Burg Strechau | Bund Deutscher Mädchen | Progpaganda | Mein Kampf | Anschluss | Braunau am Inn | Hitlerhaus | MauthausenAndreas Maislinger | Verein Österreichischer Auslandsdienst | Braunauer Zeitgeschichte-Tage | Egon Ranshofen-Wertheimer | Victory is not enough | Völkerbund | Carnegie Stiftung | Montreal Holocaust Memorial Center | Child Survivors Montreal | Enzyclopedie of the Holocaust | Virginia Holocaust Museum | KZ Auschwitz Birkenau | Jewish Remebrance Day | March of the Living | Freddie Knoller | Prato-Ebensee Städtepartnerschaft | Verein Gedenkdienst | Verein Niemals Vergessen | Eretz Israel | Chanukka | Haider in Montreal | FEDCJA Montreal | Hiroshima Peace Museum | John Rabe Haus Nanjing | La Gamba | Michael Schnitzler | Kindern eine Chance | Mittwochskonferenzen | Leonardo Da Vinci Programm der EU | Peter Launsky-Tieffenthal, Under Secretary General UNO | Shoah Foundation | Ban Ki-Moon | Außenministerium | Radiosendung über die Erfahrungen als Gedenkdiener in Montreal: Journal-Panorama (mp3, 30 min., ORF Österreich 1, 8.5.2000) | Radiosendung über Braunau am Inn, Hitlergeburtsstadt: Journal Panorama (mp3, 33 min., ORF Österreich 1, 9.5.1995)


Diese Episode ist am 15.12.2013 erschienen. Dauer: 1 Stunde 54 Minuten und 0 Sekunden

 

PHS186 Energiespeicher

PHS186 Energiespeicher

 

 

Die aktuelle Ausgabe der Physikalischen Soiree beschäftigt sich mit Energiespeichern.

Was kann man mit überschüssiger elektrischer Energie in Österreich tun.

Karl Zach hat ausgerechnet, wie lange die Pumpspeicher noch reichen.

Wir sprechen über den österreichischen Mix an Kraftwerksarten, die Aufteilung von Grund- und Spitzenlast, Entwicklung und Modellrechnung, Energiespeicherung in Pumpkraftwerken, alternative Methoden der Energiespeicherung, Politische Rahmen und die Vernetzung mit dem restlichen Europa.

Gesprächspartner:

Dipl.-Ing. Karl Anton Zach
Energy Economics Group, TU Wien

Links: Pressemitteilung der TU Wien | Publikation: “Abschätzung des zukünftigen Energiespeicherbedarfs in Österreich zur Integration variabler erneuerbarer Stromerzeugung” | Podcast Modellansatz: Pumpspeicher Modellierung

Stichworte:  EU Projekt Store | Simulation | Erneuerbare Energie | Wasserkraft | Strommix | Erneuerbare Energie | Neue erneuerbare Energien | Windenergie | Photovoltaik | Biomasse | Kraftwerk Mellach | Grundlast | Spitzenlast | Modellierung | Green Scenario | Backup Kraftwerke | Netzfrequenz | Last | Regulator | Netzbetreiber | Industriekunden | Strompreis | Pumpspeicherkraftwerke | Netzfrequenz | Europäischer Netzregelverbund | Negative Strompreise | Gesamtwirtschaft | Demand Side Management | Speicher in Bergwerken | Batterien | Elektromobilität | Mühlbach | Verbrauchsverlauf | Smart Meter | Druckluftspeicher |Adiabate Druckluftspeicher | Power to Gas | Wirkungsgrad | Bürgersolaranlage | Regulatoren | Arbeitsbereich Energie

Foto: Karl Zach


Diese Episode ist am 13.12.2013 erschienen. Dauer: 0 Stunden 54 Minuten und 56 Sekunden

 

57. Wie viel ist ein “bisschen”?

Ganz früher stand in den Kochbüchern: „Den Teig rühre drei Vaterunser lang“. Das war praktisch, denn Armbanduhren gab es nicht, und Küchenuhren auch nicht, da war wohl nur die Uhr an der Kirche. Das „Vater unser“ als Zeiteinheit liegt heute weitab zwar von den heute üblichen Definitionen für Kilogramm, Meter und Sekunde, war aber auch genau. Man konnte es ratschen, oder leiern, aber die Standardlänge des Kochbuchvaterunsers war bekannt. Überhaupt das Messen. Wieviel ist eigentlich wenig? Was meint man genau mit einem Bisserl, einem Batzerl? Einem Trumm?