Radio, Science, Education

Wien

Tagebuch

  • Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)

    Ein VWA-Manual wird entwickelt. Mit Adobe Indesign Unterstützung schön teilbar. Ziel ist: viel Lust zu eigener Forschung und wenige beschränkende Elemente.

  • Moose

    Vom Leben der Natur ab 13.3.2018 – Moose. Mit Harald Zechmeister im Botanischen Garten in Wien.

  • Gute Nachrichten und wie man sich täuschen kann

    Ein wenig durchatmen. Sich erholen. Auftauchen aus der Welt der schlechten Nachricht. Abtauchen in die schöne Welt des Mittagsschlafs. Das Telefon in den Flugmodus. Das selbe mit der schlauen Uhr. Man schläft ein, da rüttelt die Uhr. “Stehen Sie auf, um Ihr Stehziel zu erreichen”. Die Gesundheitseinstellung. Die Uhr merkt, dass man pro Tag meist zu viel sitzt und zu wenig steht. Danke. Falscher Moment. – Einige Tage später. Beginnender Mittagsschlaf. Flugmodus aktiviert. Gesundheitsmodus deaktiviert. Und was passiert? Man schläft ein, rüttelt die Uhr. “Eine Minute tief atmen”. Die Uhr merkt, wenn man pro Tag zu wenig tief atmet. Danke. Falscher Moment. – Die Sache mit dem Pulsalarm ist mir noch nicht passiert. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, dann kann die Uhr Freunde rufen. Coole Sache. Fürs erste wird die Uhr dem Hund umgebunden. Der läuft viel herum – Laufziel. Steht mehr, als er sitzt. Stehziel. Hechelt wie wild – Atemziel. Alles erreicht. Und wenn er schläft – dann ist ihm alles wurscht.

    Und es gibt die guten Nachrichten. Gleich nebenan, im Chinarestaurant. Zu Mittag ist dort die Hölle los. Hinz sitzt neben Kunz. Hinz spricht Englisch, Kunz arabisch. und das Gespräch am Nebentisch entzieht sich dem Verständnis. Kunz kommt mit einer Frau. Er spricht viel. Sie hört viel. Er ist erregt. Sie ruhig. Zwischen Hauptgang M8 und dem Glückskeks plötzlich aus seinem Mund ein deutscher Satz. “Es ist einfach schön, wenn jemand an einen denkt”. Weiter auf Arabisch. Er ist erregt. Sie ruhig. Und wieder: ein deutscher Satz: “Wir sind alle süchtig nach Freiheit”. – Man müsste Schriftsteller sein, um die Geschichte dazwischen zu erfinden.

    Und die Kindheit ist voll von guten Nachrichten. An Lehrer kann man sich noch gut erinnern. Ein Gruß an dieser Stelle an die Frau Kaliauer, die extra Rechnungen aufgeschrieben hat, Additionen mit sechsstelligen Zahlen, weil man die gerne hatte. Und sie hat sich dann auch die extra Mühe gemacht, die Ergebnisse auch zu korrigieren. Ihr Mann war Polizist. Für uns ein bisschen gruselig. Aber doch eine gute Schule. Der Turnlehrer zwei Jahre später im Gymnasium war bei der SS, das war nicht gruselig, weil er freundlich war. Das Habt-Acht bei der Stirnreihe war witzig, das Ruht danach, rechtes Bein nach vor, befreiend. 1982. Er war wirklich ein netter Mensch – auch ihn möchte man grüßen. Und den Geografielehrer, der einem erlaubt hat, den russischen Konsul in die Schule einzuladen, um ihn zu fragen, wie das Leben so ist in der Sowjetunion. Es gibt viele schöne Lernerlebnisse, und fast alle sind vom Inhalt her zweitrangig gewesen, aber vom sozialen, emotionellen, erstranging. Wenn alles gut ging. Glück.

    Der Busfahrer gestern im Burgenland zwischen Frauenkirchen und Neusiedl: alles nur dunkel, sagt er. In der Früh dunkel. In der Nacht dunkel. Immer nur dunkel, sagt er. Ein Blick aus dem Fenster – rechts blinken hunderte rote Lichter, die sich drehen, das müssen die Windräder sein – links eine weiße große Scheibe am Himmel, das ist der volle Mond. Dazwischen der Orion mit dem Leitstern, der Beteigeuze, ein Roter Überriese, 100-facher Durchmesser der Sonne, in den nächsten 100.000 Jahren könnte er zu einer Supernova explodieren. Dann wird es richtig hell. Wie ein zweiter Vollmond, ein gewaltiger Ausbruch – Unvermittelt: Die Erinnerung an den letzten Heurigen, im Jahr 2000, Heimaturlaub vom Zivildienst am Jüdischen Museum in Montreal. Mit Freunden zum Heurigen in Nussdorf. Im Garten wird hinter einer Hecke am Nebentisch gesungen: “Und dann gang i ans Peters Brünnele”. Schön, dachte man sich, es wird wieder gesungen. Nach dem Lied ein zackiges “Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil”. Im Jahr 2000. Wie beim Rütteln der Uhr wird man aus süßem Traum geweckt. “Es war nicht alles schlecht, was der Hitler gemacht hat”, wird einige Jahre später der jüdische Freund dem Großvater erzählen, der bei der Wehrmacht war, und mein Großvater wird antworten, es war aber auch nicht alles gut. Der eine verteidigt das, was der andere üblicherweise verteidigt, er hat Verständnis. Da ist etwas passiert, zwischen ein, zwei, drei Treffen mit dem Austausch von Erzählungen, Erlebnissen. Die beiden verstehen sich. Da wird es richtig hell.

    Die Schnauze ist das Heiligtum vom Hund, sagt der Busfahrer dann, als das Gespräch zu den Bienen kommt, die jetzt bald wieder fliegen werden. Er hat Mitleid mit dem Hund, den die Bienen in die Schnauze gestochen haben. Alles was Fell ist, ist Bär, so glauben die Bienen zu wissen. Und alles was Bär ist, ist erfahrungsgemäß schlecht.

    Jaja. Es zahlt sich schon aus, genauer hinzuschauen.

    Randnotizen, 5. Februar 2018 / Moment
 Ö1 / Lothar Bodingbauer

  • Wie es klingt, und wie es war

    Segen der Audiobearbeitung vor der Sendung. So hört man es im Radio …
     

     
    (Zu hören bald in “Vom Leben der Natur” – über Urblüten, es spricht Jürg Schönenberger)

  • Bienen in Podcastepisoden

    Bienen in Podcastepisoden

    Eine Liste von Podcastepisoden (2018/01) von BBC & NPR (Englisch), in denen es um Bienen geht. Zusammengestellt von Manuel Hempel – vielen Dank.


    Photo by William Iven on Unsplash

  • Filmschau: Die Glasbläserin

    So ruhig wird selten wo gesprochen. Die Armut lässt kein Geschrei zu. Ruhige Bilder. Viele Blicke. Die beiden Schwestern wurden als unabhängige, kritische Menschen erzogen. Als der Vater stirbt, müssen sie sich ihren Platz in der Dorfgemeinschaft erst erkämpfen. Alle rücken herum. Möchten sich nicht verändern, alle reagieren, manche agieren mit Gewalt. Tradition als Gerüst für ein hartes Leben. Dass dann genau diese Tradition eine zentrale heikle Situation zum Guten wendet, wird erkennbar, dass sich alle mit den neuen Gegebenheiten abfinden. Die zwei Schwestern haben ihren Platz erkämpft. Das Gleichgewicht wurde wieder gefunden. Und ja, es geht ums Glas.

    Link: Die Glasbläserin (FAZ)

  • Filmschau: Meine schöne innere Sonne

    Dass in französischen Filmen ggf. viel geredet wird, hätte man gewusst. Dass es nur am Rande damit zu tun haben wird, was man hören möchte, auch. Trotzdem überraschend: Juliette Binoche redete sich um Kopf und Kragen, um entweder eine innere Mitte zu finden, oder endlich einmal daraus herauszugehen. Schöner Höhepunkt war das Zwiegespräch – und das war dann wirklich eines, dem man folgen konnte – mit Gérard Depardieu, der durch seine Sicht der Dinge zum Schluss des Filmes Ordnung in die vielen Worte brachte. Als Wahrsager. Mit einem Lächeln Isabelles endete der Film.

    Link: Meine schöne innere Sonne (FAZ)

  • Filmschau: Weit

    Alleine gibt es keine Kraft. Kraft braucht ein Gegenüber. Im Weltall sind alle vernünftigen Kräfte Wechselwirkungen. Vorgänge, Austausch, Auseinandersetzung. Zwischen mindestens zwei Dingen, Menschen, Objekten. Es geht noch mehr, zumindest in der Physik wirkt alles auch auf alles. Dass das auch auf der Erde geht, haben Gwendolin und Patrick im Film gezeigt. Sie sind in jeder gezeigten Begegnung mit jemandem im Austausch. Wenn nicht, dann sind sie alleine und ruhen sich aus. Dass da jemand Dritter locker Platz hat, ist logisch. Und noch mehr, weil auch für Zuschauenden da auch noch Platz ist. So gesehen hat Reisen ganz viel Kraft. Schöne Reise, schöne Kräfte. Schöner Film über eine Reise um die Welt, die im Osten beginnt und im Westen endet.

    Link: http://www.weitumdiewelt.de