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Wien

Vom Leben der Natur

  • 395. Rotte, Schwarm und Rudel

    395. Rotte, Schwarm und Rudel

    Sozial lebende Tiere bleiben länger zusammen als es für die reine Fortpflanzung – das Aufwachsen der Jungen – notwendig wäre. Viele dieser Tiergruppen haben eigene Namen: Bei Vögeln und Fischen ist es der Schwarm, Schafe und Kühe leben in der Herde, bei Gänsen ist es die Schar, Wölfe und Hunde leben im Rudel und bei Wildschweinen ist es die Rotte, ein Verband, der von erfahrenen Weibchen angeführt wird.

    Es sind vor allem die sozial lebenden Tierarten, die vom Menschen domestiziert wurden, Hasen als Beispiel für nicht domestizierte Tiere sind Fluchttiere, die nicht in Verbänden leben, die über die reine Fortpflanzung hinausgehen.

    Die Vorteile des Zusammenlebens liegen auf der Hand: Die Chance, gefressen zu werden, sinkt mit der Anzahl der Individuen, ein Fressfeind kann verwirrt werden, weil sich die Gruppe unerwartet bewegt oder aufteilt. Es kann auch selbst besser gejagt werden. Es gibt auch physikalische Vorteile, zum Beispiel beim Vogelflug, wenn die V-Formation den Luftwiderstand für alle, die nicht an der Spitze fliegen, verringert. Warum es aber Individuen gibt, die als “Leader” die Führung übernehmen, ist Gegenstand der Verhaltensforschung.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Teil 1: 10.02.2025. Der Wildbiologe Klaus Hackländer spricht über die Gemeinschaft der Wildschweine. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 2: 11.02.2025. Der Imkermeister Marian Aschenbrenner erzählt von den Honigbienen. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 3: 12.02.2025. Die Biologin Didone Frigerio erzählt von Graugänsen in der Gruppe. Filename: radio_395_gruppe_3

    Teil’ 4: 13.02.2025. Die Tiertrainerin Lina Oberließen über das Wolfsrudel. Filename: radio_395_gruppe_4

    Teil 5: 14.02.2025. Der Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal spricht über das artübergreifende Zusammenleben. Filename: radio_395_gruppe_5


    Links:

    1. Klaus Hackländer, Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Leiter vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur in Wien, https://boku.ac.at/personen/person/63763DC327656602

    2. Marian Aschenbrenner, Gründer und Obmann des Vereins Bienenzentrum, http://www.biezen.at

    3. Dr.in Didone Frigerio, Stv. Leiterin der Konrad Lorenz Forschungsstelle, https://klf.univie.ac.at/de/team/

    4. Dr.in Lina Oberließen, Wissenschaftskoordinatorin vom Wolfforschungszentrum der Veterinärmedizinischen Universität Wien, https://www.wolfscience.at/de/unser-team/unsere-menschen/lina-oberliessen/

    5. ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Kurt Kotrschal, https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=2793

     

     

  • 394. Archäen – Extremökologie

    Mikroorganismen sind Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dazu zählen Einzeller, Bakterien und Archaeen, die zu den einfachsten Lebensformen gehören und früh in der Evolution entstanden sind. Diese Organismen sind weniger als ein Millionstel Meter groß und besitzen keinen Zellkern. Ihre Struktur besteht aus einer einfachen Zellhülle, die alle lebensnotwendigen Komponenten enthält.

    Nach heutigem Verständnis entstanden Archaeen gleichzeitig mit Bakterien, vermutlich früh nach der Entstehung der Erde. Sie kommen in extremen Lebensräumen vor, wie etwa in heißen Quellen, stark salzhaltigen Umgebungen oder an Orten mit hohem Druck. Ihre Überlebensstrategien und Anpassungsmechanismen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ziel ist, ihre Funktionsweise zu verstehen und mögliche Anwendungen, etwa in der Biotechnologie, zu identifizieren.

    Thermophile Mikroorganismen leben in Umgebungen mit sehr hohen Temperaturen, wie etwa in heißen Quellen oder hydrothermalen Tiefseequellen. Diese Organismen haben hitzebeständige Enzyme entwickelt, die auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius funktionsfähig bleiben. Halophile Mikroorganismen wiederum hingegen kommen in stark salzhaltigen Umgebungen vor. Auch sie haben evolutionäre Mechanismen zur Anpassung entwickelt.

    Die extremophilen Lebensformen erlauben, Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für praktische Anwendungen zu gewinnen, sie ermöglichen Aufschlüsse auf die ersten Lebensformen, die vor mehr als zwei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 27.01.2025 – 31.01.2025 Österreich 1 Radio / 08:55 Uhr – 09:00 Uhr

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schleper
    Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
    Leiterin der Arbeitsgruppe Archaea-Ökologie und Evolution
    Universität Wien
    1030 Wien, Djerassiplatz 1
    https://archaea.univie.ac.at/team/schleper/


     

    Teil 1: Die Grenze des Möglichen. Filename: radio_394_archaeen_1

    Teil 2: Kochende Tümpel. Filename: radio_394_archaeen_2

    Teil 3: Salziges Wasser. Filename: radio_394_archaeen_3

    Teil 4: Die Gründe zum Überleben. Filename: radio_394_archaeen_4

    Teil 5: Kontrollierte Bedingungen – Besuch im Labor. Filename: radio_394_archaeen_5

    Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20250127/782770/Archaeen-1

  • 393. Lungenfisch

    Der Genetiker Manfred Schartl vom Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee spricht über den Lungenfisch.

    13. –17. Jänner 2025, 08:55 Uhr

     

    Lungenfische sind eine sehr alte Gruppe von Fischen, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Sie verfügen über eine Lunge, ein Merkmal, das bei den meisten anderen Fischen nicht vorkommt. Diese Lunge hat sich unabhängig von den Kiemen entwickelt und stammt entwicklungsgeschichtlich von der Schwimmblase ab. Sie ermöglicht das Atmen in sauerstoffarmen Gewässern und sogar an Land.

    Lungenfische sind auf drei Kontinenten verbreitet: Australien, Afrika und Südamerika. Die heute noch existierenden Arten gehören zu drei Hauptlinien, die sich vor etwa 300 bis 400 Millionen Jahren während der Kontinentaldrift des ehemaligen Gondwanalands voneinander trennten. Historisch gab es eine Vielzahl von Lungenfischarten, die meisten sind jedoch ausgestorben.

    Die heute afrikanischen und südamerikanischen Arten können Trockenzeiten überstehen, indem sie sich in den Schlamm eingraben und eine schützende Hülle bilden, bis Regen wieder Wasserlebensräume schafft.

    Ein weiteres bedeutendes Merkmal der Lungenfische sind ihre Flossen, die Ähnlichkeiten mit den Vorläufern von Gliedmaßen der Landwirbeltiere aufweisen. Das macht sie zu einem bedeutenden Studienobjekt in der Evolutionsbiologie. Lungenfische gelten sie als die nächsten lebenden Verwandten der Landwirbeltiere.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service
    Gesprächspartner:
    Prof. Dr. Manfred Schartl
    Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee
    Universität Innsbruck
    Mondseestrasse 9
    A-5310 Mondsee

     


    Teil 1: Heimisch auf drei Kontinenten. Filename: radio_393_lungenfisch_1

    Teil 2: Die gesamte Erbinformation im größten Genom aller Tiere. Filename: radio_393_lungenfisch_2

    Teil 3: Sprunghafte Gene. Filename: radio_393_lungenfisch_3

    Teil 4: Unsere Vorfahren im Wasser. Filename: radio_393_lungenfisch_4

    Teil 5: Der Pfad zur High-End Forschung. Filename: radio_393_lungenfisch_5

  • 392. Foraminiferen

    392. Foraminiferen

    ORF Radio Österreich 1 ab 2. Dezember 2024 | 08:55–09:00 Uhr Montag-Freitag “Vom Leben der Natur”

    Einzeller mit harter Schale

    Die Paläontologin Petra Heinz spricht über Foraminiferen. Zu Beginn beschreibt die Expertin, dass die Organismen aussehen wie Kugeln und Spiralen. Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Foto: Heterostegina depressa in Kultur (copyright Petra Heinz)

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  • 391. Vulkan Ätna

    391. Vulkan Ätna

    Der Vulkanologe Boris Behncke spricht über das sinnliche Erleben des Ätna in Sizilien. Zum Auftakt der Serie dreht sich Alles ums Hören. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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  • 390. Hohlraumbotanik

    390. Hohlraumbotanik

    Pflanzen an der Grenze zwischen Licht und Schatten. Der Innviertler Botaniker Michael Hohla spricht diese Woche über Grünes Leben in Schächten, Röhren und Gewölben. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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  • 389. Die Sprache der Wolken

    389. Die Sprache der Wolken

    Der Meteorologe Christian Maier vom Sonnblick Observatorium beschreibt die Erscheinungsformen von Wasser in der Atmosphäre. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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  • 388. Huzulenpferde

    388. Huzulenpferde

    Kleinpferde aus den Karpaten – Peter Zechner vom Zuchtverband Stadl-Paura spricht über die altösterreichische Pferderasse der Huzulen. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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  • 387. Protisten

    387. Protisten

    Foto: Sabine Agatha

    Protisten sind kleine Lebewesen, die nur aus einer Zelle bestehen und einen Zellkern haben. Sie leben im Wasser, in der Erde und auch im Inneren anderer Organismen. Diese Einzeller sind weder Tier noch Pflanze, sondern stellen einen eigenen großen Teil im Baum des Lebens dar. Sie spielen eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz, da bestimmte Arten auch Bakterien fressen und zum Abbau von organischem Material beitragen.

    Die Protisten sind sehr unterschiedlich und haben viele verschiedene Formen und Lebensweisen. Manche von ihnen bewegen sich mit winzigen Härchen oder bilden Scheinfüße, um sich fortzubewegen oder Nahrung aufzunehmen, während andere wie kleine Pflanzen durch Licht Energie gewinnen. Ihre Erforschung gibt uns Einblicke in die Entwicklung des Lebens und die Vielfalt der Natur. Die Bestimmung ihrer genauen Art und Verwandtschaft ist allerdings oft schwierig, weil es manchmal nur wenige äußerliche Merkmale gibt, an denen man sie unterscheiden kann. So spielen auch genetische Untersuchungen eine wichtige Rolle, um mehr über sie zu erfahren und neue Arten zu entdecken.

    Ein besonderes Interesse gilt auch den “Tintinnen”, einer Gruppe von Protisten, die im Meer leben und auffällige, kelchförmige Schutzhüllen bilden. Die Forscherinnen und Forscher versuchen herauszufinden, wie diese Lebewesen während der Zellteilung ihre Schutzhüllen herstellen.

    GESPRÄCHSPARTNERIN:
    Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Agatha
    Paris Lodron Universität Salzburg
    Leiterin AG Protistologie

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  • 385. Orchideen

    385. Orchideen

    Blütenvielfalt zwischen Luft und Erde.

    Der Gärtnermeister Anton Sieder führt durch die Orchideensammlung des Botanischen Gartens der Universität Wien.

    Auch in Österreich gibt es Orchideen, etwa 50 Arten, die am Boden wachsen. In den Tropen gibt es mehrere Tausend Arten. Sie gedeihen in den tropischen Wäldern meist auf den Bäumen selbst als Epiphyten (Aufsitzerpflanzen). So können sie näher am notwendigen Licht sein. Als Epiphyten beziehen sie ihre Nährstoffe und Wasser aus der Luft.

    Besonders die einprägsamen Blüten machen exotische Orchideen zu bekannten Zimmerpflanzen. Bekannt ist auch Vanille, eine Orchideenart mit charakteristischem Duft und Geschmack des Inhalts der Samenschoten.

    Die Vielfalt der evolutionären Strategien von Orchideen, Bestäuber anzulocken und Speicherorgane für Nährstoffe zu entwickeln, ist für Spezialist:innen immer wieder überraschend. Längst sind nicht alle Orchideenarten bekannt.

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