Schreiben wie ein Hai

Gute Texte. Man soll sie lesen können. Wenn man müde ist, und schlapp schon vor dem letzten Bild noch im Museum steht.

Gute Texte braucht es auch bei schriftlichen Arbeiten. Bei Angaben. Abgaben. Es sind die Klein- und Gebrauchstexte, mit denen wir das Publikum gewinnen können. In welcher Form steht wo das Verb? Beschäftigen wir uns mit einem Zustand, mit dem Prozess?

Im Workshop lernen wir unsere Texte einfach mal “besser” zu machen. Eine “Wahrnehmung der Bedeutung” ändern wir möglicherweise zu “ich nehme wahr, was es bedeutet”.

Wir werden genau diese Wahrnehmungsfähigkeiten auch trainieren: Worauf schauen wir beim Lesen? Und dann: worauf schauen wir beim Schreiben.

Gedicht über's Gedicht

Ich mag Gedichte meistens nicht,
Weil sie so kurz sind.
Mir fehlen viele Worte drin,
Im Wortedschun-Geldicht.

Ich mag jedoch die Menschen gerne,
Die diese Dichte schreiben.
Sie erzählen nämlich oft sehr gerne,
die vielen Zwischenräume.

Es geht um den Zusammenhang,
Und diesem erst entrissen,
Bleibt das Gedicht ein nacktes Ding.
Verglichen mit des Schreibers Wissen.

In vielen Worteschunkel-Dichten,
Freut mich das Lesen nicht,
Ich hör sie viel mehr gerne an,
die so geschriebenen Geschichten. 

Lösung der Aufgabe Nr. 67 aus: Kreatives Schreiben, 111 Übungen, Reclam. “Schreibe ein Motivationsgedicht”.