So was würde man mir nichts dir nichts zusammenkriegen, wenn man das Revier-, Platz- und Sichtwegverteilungsverhalten von Männern, Frauen und Kindern im Kindertheater mit freier Platzwahl analysiert.
Beobachtung
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Anfänger
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in TagebuchAls einer, der früher gerne “Russisch für Anfänger” geschaut hat, fällt mir heute auf, dass ORF 1 am Samstag um 12:50 eingequetscht zwischen zwei amerikanischen Soaps “Türkisch für Anfänger” ausstrahlt. Und das ist doch bemerkenswert, wo “Heimat – fremde Heimat” üblicherweise gegen 3 Uhr Nachts angesiedelt wird.
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Weihnachten steht vor der Tür
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in TagebuchHeute dachte ich zufällig daran, dass ich vor einigen Jahren am 26. Oktober die erste weihnachtlich geschmückte Auslage des Jahres gesehen habe, beim Herzmansky. Da dachte ich einen Moment daran, ob das heuer auch wieder so sein wird. Nationalfeiertag ist Weihnachtsschmuckbeginn.
Nein, diesmal wars zwei Tage früher, heute am 24. Oktober, flatterte ein e-Mail ins Haus. Es geht also los!

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Erigierte Wahlkrawatten
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in TagebuchLetzte Elefantenrunde im österreichischen Fernsehen am Donnerstag Abend mit allen Spitzenkandidaten für die Wahl am Sonntag. Bemerkenswert war die Menge an hoch & breit erigierten Krawatten samt Knoten, die diese Männer aller Farben zur Schau stellten. Die/den größte/n hatte der Herr rechts. In der Mitte, stellvertretend für uns alle, die Moderatorin.
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Was man als König darf
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in TagebuchCarl Gustav, König, Schwede und Pfadfinderkonferenzchef, möchte während seines Wienbesuchs im Zelt schlafen. Darf er nicht. Zu gefährlich. Armer König.
Quelle: Ö1 Nachrichten 9 Uhr
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Schülerritual eskaliert
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in TagebuchDa gibt es in einem Burgenländischen Internat die Tradition, den Neuen auf den Bauch zu hauen. “Baucherln” heißt das. Schreibt gestern ORF-ON:
“Ritual” eskaliert: 13 Burschen im Alter von 14 Jahren sind nach einem “Ritual” im Bundesschülerheim in Eisenstadt am Montag im Krankenhaus gelandet. Ältere Mitschüler verprügelten die Erstklassler beim “Baucherln”.
Diese Geschichte ist weitab vom Geschehen deshalb so interessant, weil die veröffentlichten Meinungen der beteiligten Respekts- und Autoritätspersonen noch viel interessanter (“bedauerlicher Zwischenfall”), und die Kommentare zu dieser Geschichte (“was heißt da schwer verletzt”) noch viel viel interessanter sind.
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Wer war das?
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in Tagebuch
Wer hat heute Nacht von unserer Buntnessel genascht, und das mitten in der Wohnung?
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Wortwahl im Fehlerbereich
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in TagebuchDa wundert man sich immer wieder, dass Marketingstrategen durch geschickte Wortwahl Fehler der Firma gerne dem Kunden verantworten. Oder zumindest eine Teilverantwortung in die Schuhe schieben wollen. Da bekam man einen Brief der Telefonkompanie, dass ab nun die Rechnungen nur mehr an die komische e-Mail Adresse geschickt werden, die man bei denen automatisch erhalten hat. Man soll sich doch melden, wenn man die Rechnung per Post weiter will. Tat man. Erhielt man den folgenden Brief:
Mit Ihrer Rechung wurde Ihnen mitgeteilt, dass Sie die nächste Rechnung nur mehr in elektronischer Form erhalten. Diese Information ist nicht richtig, Sie erhalten weiter in gewohnter Form die Rechnung in Papierform. Wir möchten uns für das Missverständnis entschuldigen. Mit freundlichen Grüßen …
Der letzte Satz verwendet das Wort Missverständnis. Zu einem Missverständnis gehören zwei Leute – einer der meint – und der andere, der fälschlicherweise was anderes meint. Nein nein, es war ein Irrtum der Firma, kein Missverständnis von welcher Seite auch.
Pingelig? Mit Sicherheit. Ich höre aber auch lieber das Wort “Ladung” statt “Einladung” zu einer Veranstaltung mit Anwesenheitspflicht…
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Die Dame vom Empfang
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in TagebuchNicht, dass man es den Häftlingen nicht vergönnen würde: Helene Pigl, die Leiterin des Polizeigefängnisses des Wiener Landesgerichts war früher Rezeptionistin im Hilton der selben Stadt. Früher sah sie zu, dass die Leute hereinkommen, heute, dass sie nicht rausgehen. Dazwischen blieb alles gleich: sie blieb im Beherbergungsgeschäft.
Ihr Motto – zugegebenermaßen aus dem Zusammenhang gerissen: “In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.” Im Interview mit dem BahnReiseMagazin antwortet sie auf die Frage, ob es nicht seelisch sehr belastend sei, täglich mit vielen Schicksalen konfrontiert zu sein: “Ja, anfangs nimmt man sich das sehr zu Herzen, weil man dazu neigt, Menschen vieles zu glauben, was sie einem erzählen. Mit der Zeit lernt man, Geschichten durch den nötigen Filter zu betrachten, genau zu hinterfragen und auch seine Meinung dazu zu äußern. Damit ermöglicht man Betroffenen, ihr Leben aus einer anderen Perspektive zu reflektieren.”
Diese Redewendung darf man sich merken. Wenn man angelogen wird, sagt man “erzähl das wem anderen” und dem Lügner wird dadurch “ermöglicht, sein Leben aus einer anderen Perspektive zu reflektieren”. Auf Wienerisch geht das zusammengefasst einfacher mit: “Geh, erzähl ma ka Gschicht.”
