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Wien

Tagebuch

  • Gedicht über's Gedicht

    Ich mag Gedichte meistens nicht,
    Weil sie so kurz sind.
    Mir fehlen viele Worte drin,
    Im Wortedschun-Geldicht.

    Ich mag jedoch die Menschen gerne,
    Die diese Dichte schreiben.
    Sie erzählen nämlich oft sehr gerne,
    die vielen Zwischenräume.

    Es geht um den Zusammenhang,
    Und diesem erst entrissen,
    Bleibt das Gedicht ein nacktes Ding.
    Verglichen mit des Schreibers Wissen.

    In vielen Worteschunkel-Dichten,
    Freut mich das Lesen nicht,
    Ich hör sie viel mehr gerne an,
    die so geschriebenen Geschichten. 

    Lösung der Aufgabe Nr. 67 aus: Kreatives Schreiben, 111 Übungen, Reclam. “Schreibe ein Motivationsgedicht”.

  • Spannender Dienstweg

    In der Schweiz ist gerade der 91-jährig der Schweizer Schriftsteller Gerhard Meier verstorben. Er habe sich, so sagte er selbst, nur an den “Dienstweg” gehalten, als er sich vom Provinzler zum Weltbürger entwickelte, schreibt sein Kollege Adolf Muschg. So haben interessante Dienstwege auszusehen, mit Verlaub. Eine der Stationen auf Meiers Dienstweg war die Position eines Lampendesigners. Erst mit 40 Jahren begann er zu schreiben, zunächst mit Gedichten, dann sein Hauptwerk: die Amrainer-Tetralogie. Einer seiner Romane ist fast ganz im Konjunktiv gehalten. Seine schönsten Texte habe er dem Wind anvertraut. Eine Würdigung des Schriftstellers brachte die NZZ in ihrer Ausgabe vom 23. Juni 2008 auf Seite 25. Ich weiß, das nützt nicht viel, wenn man sie wirklich lesen will, aber verglichen mit Online Würdigungen schlaffen diese weit ab.

    Link zu Wikipedia: Gerhard Meier

  • Dein Freund – die Polizei

    Da hat es doch einmal den Slogan “Die Polizei – dein Freund und Helfer” gegeben. Ist das noch aktuell? Ich meine, gilt das noch? Oder wurde der – wie die Schulmilch – irgendwann klammheimlich eingestellt?

  • Reisekrankenversicherung – früh schlafen gehen

    In den Ausschlussbedingungen der österreichischen Ärzteflugambulanz wird festgehalten, in welchen Fällen bei Reisen kein Versicherungsschutz besteht. Neben Terrorgefahr und bakteriologische Kampfstoffe steigt die Versicherung auch bei Ereignissen aus, die infolge von Übermüdungs- und Erschöpfungszuständen eintreten. Also: nicht zu lange wegbleiben im Urlaub am Abend, und brav früh schlafen gehen – sonst kann man unangenehm erwachen.

  • Fußball – alt und schnell

    Viele Fenster in unserer Gasse sind geöffnet, und Nachbarn schauen Fußball. Aber irgendwie ist die ganze Gasse nicht synchron. Wir schreien 5 Sekunden früher. Immer. Jetzt habe ich herausgefunden warum: wir haben Fernsehen über das Telekabel analog. Sie schauen digital. Scharfes Bild. Aber immer hinten. Hehe! Wenn’s drauf ankommt, schreien wir als erstes in der Gasse. Tipp: Abrüsten, liebe Nachbarn, für’s Endspiel!

  • Tafellöschen aber wirklich

    Video Podcast, das wollte ich mit diesem Film mal ausprobieren.

    Hier meine Anleitung, wie man einen kleinen unspektakulären Film macht…
    1. Inhalt vor Technik. Thema wählen und ein paar Tage nur im Kopf durchdenken ohne technische Beschränkung.
    2. Apple Laptop mit eingebauter Kamera besitzen… (Apple macht glücklich; die schauen immer darauf, dass die Einzelkomponenten  Video, Fotos, Film, Dokumente zueinander passen) – oder die Windows Alternativen kennen.
    3. Also: Ich will Tafellöschen zeigen. Ablauf klar.
    4. Apple Laptop hinstellen, alle Lichter aufdrehen, Quicktime starten und Aufnahmetaste drücken.
    5. Aufnehmen. Zwei Einstellungen unter anderen Blickwinkeln aufnehmen – nicht mehr, das Wenige bringt die Abwechslung.
    6. iMovie öffnen, die Files vom Desktop reinziehen. Erinnern: schnell & schmutzig soll es werden. Nicht an Vorgesetzte denken, eher an den Lustfaktor.
    7. Arrangieren, Tracks teilen, Übergänge gestalten – weniger ist schon wieder mehr.
    8. Tonspur: im Apple Laptop die Audiodateien nach Musik durchwühlen, reinziehen in das Arrangement.
    9. Erzählerspur aufnehmen – ohne Manuskript, einfach erzählen, was man sagen will.
    10. Blödsinn aus der Audiospur rausschneiden, Audiovolume anpassen.
    11. Exportieren, rauf auf Youtube.
    Summe: 3 Stunden rasches Arbeiten.
    Update: Das Nachfolgevideo ist hier
  • Entwicklung

    Tigerrachen kriegt Zähne. Sein Schatten sieht schon sehr gefährlich aus.

  • Intrige und die Einsicht umzukehren

    Der Kärntner Bischof Alois Schwarz wird vom Standard gefragt, ob es eine Intrige gegenüber seiner Person gäbe. Dessen Antwort: “Das ist keine Intrige. Für mich sind das Leute, die in kritischer Solidarität mit mir um die Diözese ringen.” Großes Kompliment. Kritische Solidarität statt Intrige. Aber vielleicht hat er ja recht!?

    Es gab da auch einmal einen Innenminister, der Menschen einlud, an der Grenze umzukehren. Nach draußen selbstverständlich. “Wir laden diese Menschen an der Grenze ein, umzukehren”. Auch diese Wortkombination verdient uneingeschränkte Bewunderung.

    Ein anderes Wort für Fernbedienung wäre: Entfernte Nahbedienung, und ein anderes Wort für Zusammenbruch: Kritischer Aufbruch. Alsdenn. Los geht’s.

  • Biotope

    Neulich im Zug eine Situation, die den noblen Herrn gegenüber eigentlich zum Auszucken bringen hätte müssen. Hätte müssen, denn er las ein Buch, war friedlich, still, vergnügt. Der Titel des Buches begann mit “feucht”. Die Farbe des Einbands: rosa. Nähere Informationen im Magazin Format. Genauere Recherche brachte Folgendes: Ein Feuchtgebiet ist ein Gebiet, das im Übergangsbereich von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen liegt. Flora und Fauna sind an den ganzjährigen Überschuss von Wasser angepasst. Aber interessant ist der Link zum Qualitätsradio: Link zum DeutschlandRadio. Das lesen also die Herrschaften, sind entspannt, und man freut sich, es ist Literatur.