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Wien

Tagebuch

  • British Council's list of unwanted Latinisms

    Was ist denn mit den Briten los? Associated Press berichtet über eine Liste unerwünschter Latinismen – angeblich vom British Council. Britischer Sprachprotektionismus? Na hallo. Aber so ganz ist der Zuschreibung “British Council” nicht zu trauen. Irgendwas stinkt da. Da muss man ein wenig nachbohren, da bleibt man dran.

    Wie auch immer, wenigstens ist jetzt einmal klar, was e.g. eigentlich heißt.

    Here is Bournemouth Council’s list of Latin words and phrases to avoid, and suggested alternatives:

    1. ad hoc – for this special purpose, improvised
    2. ad lib, ad libitum – impromptu, shortened, to fill up time
    3. bona fide – in good faith, genuine
    4. e.g. (exempli gratia) – for example, such as
    5. etc. (et cetera) – and so on
    6. i.e. (id est) – that is
    7. inter alia – among other things, as well as
    8. NB (nota bene) – please note, this is important
    9. per – each, a
    10. per se – for itself, by itself, as such
    11. prima facie – at first sight
    12. pro rata – in proportion
    13. pro tem – for the time being
    14. quid pro quo – equivalent, give or take
    15. status quo – existing condition, state of things
    16. vice versa – the other way round
    17. via – by way of, through
    18. viz (videlicet) – that is to say, namely
    19. vis-a-vis – in relation to
    Hinweis: Die letzte Folge des Naturwissenschaftspodcasts “Physikalische Soiree” beschäftigt sich ebenfalls mit Sprache – der Sprache der Wissenschaft.
     
    Update: Das offizielle British Council hat nach eigenen Angaben mit der Sache nichts zu tun. Sie sagen: das betrifft die lokale Stelle in Bournemouth. Mal sehen…
     
    Update: Oh, das ist spannend. Associated press hat die Überschrift in einer Nuance falsch geschrieben: British Council vs. British council. This means: British Council ist the organisation, and “a” British council is the local authority, im speziellen Fall, das von Bournemouth. Na, da bleiben wir doch dran.
  • Kein Tucholsky

    Derzeit kursiert im Internet ein Gedicht, das Kurt Tucholsky 1930 zugedacht ist. Er soll damals frappierend ähnlich zu heute auf die Situation an der Börse mit Leerverkäufen und Derivaten hingewiesen haben. Der Sache ein wenig auf den Grund gegangen, findet man:

    0) Das Gedicht – angeblich von Kurt Tucholsky

    1) Tatsächliche Texte von Kurt Tucholsky, bei denen nichts Derartiges zu finden ist
    2) Eine Diskussion zu diesem Hoax beim Sudelblog
    und 3) den dort genannten Urheber des Gedichtes – aus Wien

  • Weihnachten steht vor der Tür

    Heute dachte ich zufällig daran, dass ich vor einigen Jahren am 26. Oktober die erste weihnachtlich geschmückte Auslage des Jahres gesehen habe, beim Herzmansky. Da dachte ich einen Moment daran, ob das heuer auch wieder so sein wird. Nationalfeiertag ist Weihnachtsschmuckbeginn.

    Nein, diesmal wars zwei Tage früher, heute am 24. Oktober, flatterte ein e-Mail ins Haus. Es geht also los!

  • Wieder einmal Club 2

    Jörgl, schau oba. Die Frau M. ist gar nicht blöd, und der Herr R. macht eine hübsche Unterstellung: “Ihre Formulierung ist doch ein Angriff auf Ihre eigene Intelligenz”. Der Herr B. nicht so sehr sympathisch, und der zugeladene Korrespondent spricht fast unverschämt direkt. Frau Sch. wehrt sich trefflich, und der Herr Diskussionsleiter weiß, wann man sich zurücknimmt, und wann man mitredet: “Wenn beim Bauern die Kuh hin war, war er mit der neuen Kuh da”… “Haider war ein verhunztes Genie” – sagt Herr R.

  • Gut zu lesen immer wieder: Lichtenberg

    Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, daß der Mond auf die Pflanzen wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben zeugt von Philosophie und Nachdenken.

    Weitere Aphorismen Lichtenbergs gibt es hier.

  • Gut sein auf der Straße

    Die BBC stellt Autofahrern im Straßenverkehr 10 Punkte zur Verfügung, kühlen Kopf zu bewahren. Hier die deutschen Punkte kurzgefasst, aber die englische Version ist besser, weil man ein paar Vokabel lernt, zum Beispiel: “Tailgating” (dicht auffahren, kommt vom Versuch, hinter jemandem knapp durch eine Personensperre zu gehen, die kurz aufgeht.)

    1. Wenn einer auf die Hupe drückt, kühlen Kopf bewahren: “sieh es im Kontext”.
    2. Nicht die Fahrspuren im langsamen Verkehr wechseln.
    3. Augenkontakt wenn immer möglich.
    4. Idealerweise nicht mehr als eine viertel Stunde in eine Richtung pendeln.
    5. Der Parkplatz gehört dir nicht.
    6. Fahren ist eine geistige Übung.
    7. Dicht auffahren ist übel.
    8. Lass die Leute rein, auch wenn sie sich vorgedrängelt haben. (Hauptsache alle kommen voran.)
    9. Behandle die Radfahrer gleich, egal ob mit oder ohne Helm.
    10. Schau zum Ziel, und nicht in die Kurve.
  • Wahlausgang

    “Das Irrlicht ist wieder da – Jörg Haider.”

    Neue Zürcher Zeitung vom 29.09.2008

  • Wortbedeutung Fummel – geklärt

    fummeln Vsw “herumtasten, unsachgemäß arbeiten” std. stil. (18. Jhd). Jüngeres, aus dem Norden (mndd. fummelen) stammendes Wort, dessen Herkunft unklar ist. Vermutlich liegt eine (nicht recht durchsichtige) Lautgebärde zugrunde, da es eine Reihe ähnlicher Wörter gibt: mndd. fimmelen “herumtasten”, nndl. fommelen “betasten”, ne. fumble “umhertappen”, nsch. fumla “umhertappen”.

    Quelle: “Kluge” – Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache  – mittlerweile in der 24. Auflage. Empfehlenswert auch für die Lektüre zwischendurch. Da ich ja eben auch bei den Krawatten war – schlagen Sie mal bei “Karacho” nach.

  • Erigierte Wahlkrawatten

    Letzte Elefantenrunde im österreichischen Fernsehen am Donnerstag Abend mit allen Spitzenkandidaten für die Wahl am Sonntag. Bemerkenswert war die Menge an hoch & breit erigierten Krawatten samt Knoten, die diese Männer aller Farben zur Schau stellten. Die/den größte/n hatte der Herr rechts. In der Mitte, stellvertretend für uns alle, die Moderatorin.