Zwischen Nutzung und Naturschutz
Über die regionale Bedeutung des Speiks im Biosphärenpark Nockberge.
23.-26. Mai 2026 | Radio Österreich 1
Der Speik, botanisch Valeriana celtica subsp. norica, ist eine kleine Baldrianpflanze, die in den Ostalpen wächst, vor allem in den Kärntner, Steirischen und Salzburger Nockbergen. Die Pflanze bildet flache Blattrosetten knapp über dem Boden und erreicht meist nur etwa 15 Zentimeter Höhe.
Besonders auffällig ist ihr Rhizom, also der waagerecht verlaufende unterirdische Spross, aus dem die stark riechenden ätherischen Öle stammen. Der Speik wächst vor allem in subalpinen und alpinen Rasengesellschaften und ist außerhalb weniger Regionen kaum verbreitet.
Der intensive Geruch des Speiks machte die Pflanze seit Jahrhunderten begehrt. Schon in der Antike wurde sie gehandelt und als “Narde” beschrieben. Speikwurzeln gelangten von den Ostalpen bis nach Rom, Alexandria und in den Nahen Osten. Verwendet wurde der Speik unter anderem als Heilpflanze, als Räucherwerk sowie später für Seifen und Parfums. Im 19. Jahrhundert erreichte der Handel mit Speikwurzeln seinen Höhepunkt. Heute steht die Pflanze unter Schutz, ihre Entnahme ist streng geregelt.
Im UNESCO-Biosphärenpark Nockberge beschäftigt man sich heute mit der Frage, wie Naturschutz und traditionelle Nutzung miteinander verbunden werden können. Die Forschungen untersuchen, wie sich die Ernte auf die Bestände auswirkt und ob eine kontrollierte Entnahme dem Wachstum möglicherweise sogar nützen kann. Gleichzeitig spielt der Speik bis heute eine kulturelle Rolle in der Region: als Bestandteil regionaler Produkte, als Symbolpflanze der Nockberge und als Pflanze, mit der viele Menschen Erinnerungen an Almen, Bergsommer und traditionelle Nutzungen verbinden.
Gestaltung: Lothar Bodingbauer
Service
Gesprächspartner:innen:
H-Prof. Mag. Dr. Michael Jungmeier
Ökologe und Humangeograf
UNESCO Lehrstuhl
Mag. Dr. Roland K. Eberwein
Leiter der Abteilung Botanik
Kärnten Museum / Kärntner Botanikzentrum
ao. Univ.-Profin i.R. Maga Drin Marianne Klemun
Universität Wien
Institut für Geschichte
DIin Drin Christina Pichler-Koban
Universität Klagenfurt
Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung
BUCH
Die nachhaltige Nutzung des Echten Speiks im Biosphärenpark Nockberge
ÖAW Verlag 2026
