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Wien

Zitat

  • Immer ist es anders

    [quote]Wenn es in den alten Äpfelbäumen rauscht, ist es anders. Und wenn es in Tannenwipfeln rauscht, ist es anders. Wenn es über Felder braust, ist es anders. Wenn es im Weidenbusche rauscht, ist es anders. Wenn es über Almwiesen braust, ist es anders. Wenn es Rosenstöcke im Garten schüttelt, ist es anders. Wenn es in Birken säuselt, ist es anders. Wenn ein getroffener Hase schreit, ist es anders. Wenn ein Käuzchen am Waldessaume abends klagt, ist es anders. Wenn der Rabe halberfroren krächzt, ist es anders. Wenn der Kanarienvogel trotz Gefangenschaften schmettert, ist es anders. Wenn der verlaufene Hund heult, ist es anders. Wenn das Baby in der Wiege unhörbar atmet, ist es anders. Immer ist es anders, aber die wenigsten hören es![/quote] – Peter Altenberg

  • Journalismus wahrhaft

    Der amerikanische Journalist Walter Lippmann riet Journalisten stets dazu, Distanz zu den Mächtigen zu wahren. Es gebe kein höheres Gesetz im Journalismus, als die Wahrheit zu sagen und den Teufel zu beschämen. (FAZ, 2011, July 14)

  • Peter Turrini

    Ich hätte Angst, wenn ich mich nicht mehr über Wortbrücken in Satzbauten flüchten könnte.

    Peter Turrini, im Gespräch mit Katja Gasser (Kulturmontag, ORF2)

  • Literatur

    Der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß hat “eine ererbte Symathie für Scheiternde. Es ist nicht Aufgabe der Literatur, Siegernaturen noch einmal zu feiern.” – (Die Presse, 14. Feb. 2009)

  • Gut zu lesen immer wieder: Lichtenberg

    Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, daß der Mond auf die Pflanzen wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben zeugt von Philosophie und Nachdenken.

    Weitere Aphorismen Lichtenbergs gibt es hier.

  • Die Dame vom Empfang

    Nicht, dass man es den Häftlingen nicht vergönnen würde: Helene Pigl, die Leiterin des Polizeigefängnisses des Wiener Landesgerichts war früher Rezeptionistin im Hilton der selben Stadt. Früher sah sie zu, dass die Leute hereinkommen, heute, dass sie nicht rausgehen. Dazwischen blieb alles gleich: sie blieb im Beherbergungsgeschäft.

    Ihr Motto – zugegebenermaßen aus dem Zusammenhang gerissen: “In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.” Im Interview mit dem BahnReiseMagazin antwortet sie auf die Frage, ob es nicht seelisch sehr belastend sei, täglich mit vielen Schicksalen konfrontiert zu sein: “Ja, anfangs nimmt man sich das sehr zu Herzen, weil man dazu neigt, Menschen vieles zu glauben, was sie einem erzählen. Mit der Zeit lernt man, Geschichten durch den nötigen Filter zu betrachten, genau zu hinterfragen und auch seine Meinung dazu zu äußern. Damit ermöglicht man Betroffenen, ihr Leben aus einer anderen Perspektive zu reflektieren.”

    Diese Redewendung darf man sich merken. Wenn man angelogen wird, sagt man “erzähl das wem anderen” und dem Lügner wird dadurch “ermöglicht, sein Leben aus einer anderen Perspektive zu reflektieren”. Auf Wienerisch geht das zusammengefasst einfacher mit: “Geh, erzähl ma ka Gschicht.”

  • Papst sein

    Häufig wache ich nachts auf,
    zerbreche mir den Kopf über ein
    schwieriges Problem und beschließe,
    es dem Papst zu unterbreiten.
    Dann werde ich ganz wach,
    und mir fällt ein, dass ich der Papst bin.

    Quelle: Papst Johannes XXIII im neuen Gea Katalog

  • Keimschleuder

    Peter Wilson, Mikrobiologe:

    Die Tastatur ist häufig eine Spiegelung davon, was in der Nase und im Darm zu finden ist.

  • Weisheit

    [quote]Um Glück zu haben, muss man Glück haben.[/quote]

    — Prof. Birger Priddat im Deutschlandradio Kultur