
De la Concorde / Montreal / Canada.
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Meine erste Radiosendung war ein Beitrag für die Reisesendung Ambiente im ORF Programm Österreich 1. Mittlerweile sind schon viele Jahre vergangen und ich frage mich nach wie vor, was eigentlich genau in einer Reisesendung sein soll, und was nicht. Regeln habe ich keine, aber Gedanken schon.
1) Kein Beitrag über eine Stadt fängt mit einer Verkehrs-Atmo an. Es kracht genug. Verbrennungsmotoren haben als kennzeichnendes Geräusch nichts verloren.
2) Was ist ihr schönster Platz in dieser Gegend? Das ist keine gute Frage an einen Bewohner. Besser: Welche Stellen haben Sie in dieser Gegend gerne? Der Hörer soll entscheiden, ob das die schönsten Plätze sind. Oft ist wenig Zeit für Recherchen, mit der Frage nach dem Besten/Schnellsten/Großartigsten kommt nichts Gescheites raus. Das hört man nicht, aber man spürt es beim Hören.
3) Nicht einen Reiseleiter aufnehmen. Bei einem Rundgang mit anderen Touristen. Nicht. Nie.
4) In einem Museum kann man ruhig mit Mitarbeitern sprechen, über ihre Arbeit, ihren Zugang. Man erfährt dann oft etwas über den Inhalt des Museums. Es ist aber nicht so nett, den Inhalt des Museums vom Mitarbeiter zu erfahren. Das kann man als Tourist nach dem Hören der Sendung aus Lust am Reisen selber tun.
5) Es hilft schon, nicht beim ersten Mal an einem Ort eine Sendung darüber zu machen, sondern erst einmal ohne Mikrofon einfach nur Augen und Ohren offen zu halten, um zu “spüren”, was die Gegend ausmacht.
6) Kein “wir” oder “ich”. Warum sollte sich der Hörer für “uns” oder “mich” interessieren?
Link: WRINT – Holger Klein spricht mit Frau Diener von der FAZ über Reisejournalismus
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Ich bin gerade in Batam. Batam ist dort, wo vor kurzem mal eine Qantas Düsenteil runtergefallen ist. Das hat sich sehr schnell herumgesprochen. Was, Koffer? Ein Flugzeug ist abgestürzt? Es war dann doch nur ein Bus, der Koffer ausgeladen hat. So ähnlich wie dieser hübsche Bus hier.
Auf der Insel Belakang Padang. Es hatte vor einer Woche den ersten Tag geöffnet: “My Café”. Das Café liegt auf einem doch recht entlegenen Teil einer Nebeninsel von Batam, die man durch ein schmales Boot erreichen kann, und dann nach rechts hinten eine halbe Stunde spazieren, bis übers Meer. Zur Sicherheit die Koordinate dieser netten Menschen: Google Maps.
Das Motorrad hier wiederum hat schon länger keinen Gast mehr gesehen. Es steht ein wenig vergilbt da, und wartet auf eine mitleidige Hand, einen Schwamm, Seife, Wasser und viel Schaum.
Die Hälfte Zeit des Tages ist Nacht. Das ist für mich etwas ungewöhnlich, weil wir im Sommer ja gewöhnt sind, nach Einbruch der Dunkelheit um 10 oder 11 dann irgendwann auch einmal schlafen zu gehen – zumindest unter der Woche. Aber hier fällt die Sonne um 19 Uhr ins Meer, dann ist es finster. Hier gehen wir nicht ins Bett, sondern steigen auf die Motorräder und fahren wo hin.
Ach ja, um 4 beginnt der Muezzin zu singen und der Müll zu brennen. Das ist etwas ungewöhnlich. Die Kinder hier aber unterscheiden sich durch nichts von den anderen Kindern dieser Welt. Sie stecken sich, wenn sie klein sind, die ganze Hand in den Mund, um sie von Schokolade sauber zu kriegen, und gehen, wenn sie größer sind, zur Schule.
Die meisten Rätsel lösen sich meist gut auf, wenn man sich dann irgendwann ein bisschen besser auskennt. In welche Richtung das Bemo fährt und was es kostet. Warum es so angenehm warm ist und immer wieder so gut riecht, warum man einfach über die Straße gehen kann ohne zu Tode gefahren wird. Top 1 der bleibenden Rätsel allerdings sind die Fragen, warum die Menschen so freundlich sind, warum die Zeit so schnell vergeht, und was die Steine bedeuten, die nebenan auf den Telegrafendrähten hängen. Irgendwelche Ideen?

Es gibt Gegenden auf Bali, da fliegen die Wolken so tief, dass man glaubt, darin zu ertrinken. Vermutlich ist es so, dass diese Gegenden höher liegen, dem Himmel also auf halben Weg entgegen kommen. Wer Bilder sieht, vergisst den Lärm des Verkehrs auf den Hauptstraßen.


























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Ich werde mich nie wieder über den Stadtlärm in Wien beschweren. Ich werde mich nie wieder über den Stadtlärm in Wien beschweren. Ich werde mich nie wieder über den Stadtlärm in Wien beschweren.
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Expedition nach Israel mit Stopp am Schwarzen Meer und Mittelmeer
Wien – Beograd – Sofia – Varna – Istanbul – Alanya – Cypern – Haifa – Tel Aviv
Mit Aufenthalten an mehreren unbedeutenden Orten. Gepflegtes Mittagessen an einem ruhigen Ort, Nachmittagsruhe, Abendessen nicht im Transportvehikel. Übernachtung wo möglich im ortsüblichen Bahnhofshotel. Schwimmen gehen. Ob jemand mitfährt?
(more…)—
“We were up in castle Neuschwanstein today. Lonnng trip, but fun adventure! Tomorrow, Dachau and hang out in Munich area.”
Quelle: http://www.flickr.com/photos/arexsu/2879431118/in/pool-gadling
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Da fährt man in so einem Depressivenzug in der Früh von Wien Süd in Richtung Venedig. Die Leut’ hängen rum, saufen und verschütten Bier im Speisewagen in aller Früh, den Kellner schmeißt’s und ein Mr. Allknow erklärt den Umliegenden die Welt. Im Abteil lehnen alle in einem Eck und irgendwie könnten wir da ein wenig Heiteres vertragen. Aber bloß keinen Animator.
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Da kommt man nach 10 Jahren wieder einmal nach Großbritannien und bemerkt mit Interesse …
… daß in Bahnhöfen auf Schildern unsoziales Verhalten auch offiziell nicht geduldet wird.
… daß bei Rauchverboten nicht nur der Raucher, sondern auch der, der es duldet, bestraft wird. Darüber hinaus wird am Schild angeboten, den Raucher zu vernadern.
… daß die Anzahl der Überwachungskameras wirklich mächtig zugekommen hat.
… und dass trotzdem in einem Londoner Stadtteil zwei 14 jährige Mädchen Polizisten kratzen und beißen, weil sie von ihnen aufgefordert wurden, Papierl aufzuheben, die sie auf den Boden geworfen haben.
Sonst ist alles aber beim alten, hier in diesem schönen, großzügigen, linksfahrenden Land.

Einer muss ja die Natur sortieren. Systematisieren, um den Pflanzen Namen zu geben. Und der Hausmaus. Und dem Leben überhaupt. Carl von Linné hat das getan, er arbeitete in Uppsala, in Schweden, und von ihm stammt das Namenssystem von Tieren und Pflanzen – die lateinischen Doppelnamen. Ein Besuch in Uppsala bei Menschen, die heute noch mit Carl von Linné arbeiten: Botaniker. Die Sendung dazu gibt es hier.















