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Wien

December 2010

  • Assange: 7 Demontage Strategien

    Was auch immer Julian Assange (Wikileaks) getan oder nicht getan hat, bemerkenswert sind die (medialen) Ansätze, ihn zu demontieren. Man kann sich das merken, sollte man es einmal selbst brauchen, oder wenn es einen mal selbt trifft:

    1) Isolieren: “Er ist ein unsozialer Einzelkämpfer, hat sich mit seinen Mitarbeitern zerstritten, kann nicht kooperieren.” Bonustrack: finde einen ehemaligen Mitarbeiter, der das sagt.

    2) Kriminalisieren: “Er hat jemanden vergewaltigt.” Besser noch: Wenn das mehre Personen aussagen, wird aus dem einfachen Kriminellen ein notorischer. Vergewaltigung ist wirklich übel. Kinderpornografie geht auch gut. Bei Frauen wäre möglich, dass sie ihre Kinder getötet haben, bei Biefträgern, dass sie in ihrer Garage säckeweise nicht ausgetragene Post horten, bei Bauern, dass sie ihre Kühe verhungern lassen.

    3) Fälschen. Keine schechte Idee ein paar gefälschte Cables in Umlauf zu bringen. Je kruder, desto besser.

    4) Die Vergangenheit adressieren: “… er war schon immer …”

    5) Als rücksichtslos darstellen: Durch die Enthüllungen werden Informanten gefährdet.

    6) Als ruhmsüchig darstellen: Er tut das nur, weil er eitel ist

    7) Als Kontrollfreak darstellen.

    Alles sehr interessant.

    Tipp: Ausführliches Interview mit Julian Assage im Time Magazine.

    PS: Fehlt was in der Liste?

  • Krieg, Angst und risikohafte Lernwege

    Wir leben in einer westlichen Schuldgesellschaft. Auch bei Bildungsproblemen wird nach dem Schuldigen gesucht. In einer asiatischen Schamgesellschaft würde man zuerst die Betroffenen bedauen: Es tut mir leid. Doch daran scheint im Moment niemand zu denken. Schuld hat mit Schule nichts zu tun. Es braucht sich auch niemand zu entschuldigen. Sehen wir uns lieber den Hintergrund hier in Österreich an. Bildung geschieht in Österreich vorwiegend über risikolose Lernwege, und das vor dem Hintergrund der psychologischen Folgen des 2. Weltkriegs. Folgen für “uns”, für die Angehörigen der “Verfolger”. Weit hergeholt? Keineswegs. Im folgenden drei ungewöhnliche Beobachtungen und Kombinationen.

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  • Hörtipp: Paarbeziehungen

    Über die Psychologie der Paarbeziehung gibt es einen hübschen Podcast auf SWR2. Interessant für alle von uns, die heiraten wollen, geheiratet haben, mit jemandem leben und so weiter und so fort. Es scheint auch weiterhin zu gelten: wer heiratet, braucht einen Grund (Grundstück).

    Link: SWR2 Aula