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ID 329
Der Waldrapp
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 22.05.2020
Der Waldrapp
18. bis 22. Mai 2020
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Österreich 1 · 22.05.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
18. bis 22. Mai 2020

Die letzte Möglichkeit, den Waldrapp in Österreich in freier Wildbahn zu sehen, war vor mehr als 300 Jahren. Der etwa krähengroße Vogel, schwarz, schillernd, kahl am Kopf, mit langem rotem Schnabel ist seither ausgestorben. Aber in Marokko gibt es eine Gruppe von 700 Individuen, denen es gut geht, wenn ihre Lebensbedingungen geschützt, geschätzt und gepflegt werden. Waldrappe leben gerne in Gruppen, sie sind äußerst sozial, durchaus scheu, sie lieben Wiesen und sind dann tatsächlich weniger im Wald zu finden, als in der Steppe. Wenn sie nass werden, werden sie zur Beute für Greifvögel, denn ihr Gefieder hat keine wasserabweisenden Fähigkeiten.

In Österreich sind Waldrappe schon heute im Cumberland Tierpark in Grünau im Almtal zu beobachten. Eine wissenschaftliche Gruppe an der dort angesiedelten Konrad Lorenz Forschungsstelle - das "Waldrappteam" - erforscht ihre Lebensweise, ihr soziales Verhalten samt einer durchaus seltsam anmutenden Art, mit drei verschiedenen Arten von Lautäußerungen zu kommunizieren. Das "Huch" etwa - und es klingt bei Waldrappen genau so, wie man es schreibt, verwenden sie, wenn sie interessante Partner:innen treffen, aber auch wenn Gefahr droht. Hier gilt es also fein zu unterscheiden.

Wer Waldrappe in Österreich wieder ansiedeln will, muss sich auch darum kümmern, dass sie im Winter verlässlich in den Süden fliegen. Da sie das nicht können, wenn sie aus Marokko stammen, muss man es ihnen lernen. Das Waldrappteam fliegt mit Leichtflugzeugen voraus, ruft "Waldies, kommt" und so geht es gemeinsam nach Italien - mit Pausen. Einmal die Route gelernt, können sie dann selbst zurückfliegen und den Kurs an zukünftige Generationen selbst weitergeben.

Interviewpartnerin:

Verena Pühringer-Sturmayr, MSc

Konrad Lorenz Forschungsstelle

Fischerau 11

4645 Grünau im Almtal

Foto: Verena Pühringer-Sturmayr
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Ornithologie|Verena Pühringer-Sturmayr|Waldrapp|Wissenschaft
ID 328
Pflanzenklänge
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 20.05.2020
Pflanzenklänge
Pflanzen beim Wachsen zuhören
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Österreich 1 · 20.05.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Pflanzen beim Wachsen zuhören

Audiokunst in der Botanik

Wie es die Pflanzen schaffen, aus dem Sonnenlicht Energie zu gewinnen, ist biologisch gut verstanden. Die Photosynthese findet in den Zellen statt, mit dem "grünen" Molekül Chlorphyll gelingt es, höherwertige Moleküle für die Pflanze zu bilden. Das Ganze funktioniert lautlos, daran haben wir uns gewöhnt. Pflanzen machen keinen Lärm bei ihrer Arbeit. Studierende der TransArts Klasse der Universität für Angewandten Kunst in Wien haben sich im Botanischen Garten umgehört, ob es dabei nicht doch etwas zu hören gibt. Sie entwickelten Klanginstallationen, die sie vom 20. bis 24. Mai 2020 im Botanischen Garten der Universität Wien am Rennweg direkt an den Pflanzen selbst interessieten Besucher:innen zugänglich machen. Für die Augen und für die Ohren - Kunst und Botanik für alle Sinne.
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Angewandte|Botanischer Garten|Geräusche|Kunst
ID 327
Deutschlandfunk > Sonntagsspaziergang | 03.05.2020
Trockenseifenspender
BEITRAG / Teil 1
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Deutschlandfunk · 03.05.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
BEITRAG / Teil 1

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie das folgende Geräusch schon einmal gehört haben. (GERÄUSCH) Und es ist durchaus personenabhängig. (GERÄUSCH). So klingt es beim Geduldigen, und so beim Ungeduldigen, oder bei dem der wenig Zeit dafür verwenden will. (GERÄUSCH) Der Zaghafte, es könnte auch der Sparsame sein. Wie auch immer, was ist das für ein Geräusch? Sie kennen es bestimmt, und ich wasche jetzt erst mal die Hände. (ATMO)

BEITRAG / Teil 2

Dieses Geräusch (GERÄUSCH) – Sie kennen es bestimmt, wenn man nämlich mehr von seinem Hintergrund dazu noch hört (ATMO), in der Eisenbahn, in der Eisenbahn, in der Deutschen, in der Österreichischen und wahrscheinlich auch in der Schweizer Eisenbahn hat oder hatte dieses Geräusch seinen Lebensraum, und zwar im WC. Es ist der Trockenseifenspender. Das war nämlich jenes Gerät, das unten so einen igelhaften Kreis hatte, mit drei, wahrscheinlich 120 Grad, 360 Grad durch 3, 120 Grad ja, versetzten Stacheln, die man mit den Fingern fassen und drehen kann, und es wird dabei die Seife, die trockene Seife auf die Hand gerieben. Und wenn dann kein Wasser da war, weil es schon aus war, konnte man sich die Seife (ATMO) runterklopfen. Heute ist es ja so, dass mit Flüssigseife das Problem besteht, wenn das Wasser aus ist haben wir die Seife flüssig in der Hand, was soll man tun. Ja, früher war ja alles besser… Also, die Erinnerungen, wir kennen es. Ich weiß nicht, ob es Trockenseifenspender noch in den modernen Eisenbahnwaggons gibt, man kann aber diesen Spender im Internet sehr wohl leicht finden. Ich habe mir einen schicken lassen, mit einem Karton voller Seife, und habe das im Bad installiert und bin jetzt beim Händewaschen so gut wie auf Reisen.

(ATMO) Und dazu gibt es Helmut Qualtinger, der „Österreichische Karl Valentin“, mit den schönsten Bundesbahnstationen.

MUSIK (Helmut Qualtinger, Bundesbahnblues)

Link zum Trockenseifenspender im Internet:
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Eisenbahn|Geräusch|Reise|Reiserätsel
ID 326
Radioproduktion | 26.04.2020
Nordlicht
Deutschlandfunk, Sonntagsspaziergang, 26.04.2020
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26.04.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Deutschlandfunk, Sonntagsspaziergang, 26.04.2020

Klänge aus Sodankylä, Finnland

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Zebrastreifen. In Lappland. Im Norden Finnlands. Es ist dunkel, es gibt überall Schnee. Irgendwie ist es hell, trotzdem. Aber niemand ist unterwegs. Denn alle sind zuhause. Es ist 10 Uhr am Abend. Und Sie stehen an diesem Zebrastreifen und warten, weil die Ampel rot ist.

ATMO Piepsen / Ampel

Und dann springt die Ampel auf Grün.

ATMO weiter

So klingt in Sodankylä, im Norden Finnlands, das akustische Leitsystem für Blinde über den Zebrastreifen Und das steht irgendwie für die Arbeitsweise der Wissenschaftler dort, denn dort gibt es nämlich ein geophysikalisches Institut, das das Magnetfeld der Erde und damit verbunden das Nordlicht untersucht. Und das funktioniert auch irgendwie ähnlich wie dieser Fußgängerübergang, der symbolisch dafür steht: Man schickt Signale in den Himmel und empfängt Funksignale vom Himmel. Und an dem, was da fehlt, kann man sagen, was sich da zwischen Himmel und Erde abspielt – nämlich das Weltraumwetter, das Nordlicht, die Farben des Nordlichts. (ATMO weg)

Die Schülerinnen und Schüler warten oft an diesem Zebrastreifen auf dem Weg zum Gymnasium. Wenn man pfeift, kann man das Nordlicht hervorlocken, sagen sie. Und wenn es jetzt immer heller wird, dann verschwinden sie, die Nordlichter. Aber im Winter des Nordens, da sind sie oft zu sehen

OT Finnische Mädchen

Jonna und Räta erzählen von ihrer ersten Begegnung.

ÜBERSETZUNG

Wir waren auf dem Berg Schlitten fahren. Und da waren so Nordlichter, so verrückte. Die haben wir lange beobachtet.

Als kleines Kind habe ich mich auch oft über das Nordlicht gewundert. Und wie verrückt geschriene, „was sind die denn“, und dabei bin ich herumgerannt. „Was sind die eigentlich“, zeigte ich lachend mit dem Finger auf sie. „Was sind die, ich will sie berühren“. Und dann hat mein Patenonkel gesagt, „Das sind Nordlichter“. „Wow, habe ich gesagt“.

ATMO Zebrastreifen

Für die Wissenschaftler ist es der Einfluss der Sonne. Der Sonnenwind, der vom Magnetfelder der Erde eingefangen wird und zu den Polen gebracht wird. Und für die Samen, die indigene Bevölkerung, da gibt es die Legende, dass das Legende vom Fuchs kommt, vom Polarfuchs, der mit seinem Schweif über den Himmel stricht.

Aber jetzt kommt erst einmal das lange Tageslicht, der Sommer.
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Radioproduktion
ID 325
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 22.04.2020
Boulevardblätter
In einem am Montag bekannt gewordenen Brief teilten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan mit, künftig jeglichen Kontakt mit den vier britischen Boulevardblättern "Sun", "Daily Mail", "Mirror" und "Express" vor zu meiden – der Grund: die Verbreitung, "verzerrter, falscher und übergriffiger" Geschichten.
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Österreich 1 · 22.04.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
In einem am Montag bekannt gewordenen Brief teilten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan mit, künftig jeglichen Kontakt mit den vier britischen Boulevardblättern "Sun", "Daily Mail", "Mirror" und "Express" vor zu meiden – der Grund: die Verbreitung, "verzerrter, falscher und übergriffiger" Geschichten.

Und nachdem die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger eine Öffnung der österreichischen Grenzen für deutsche Sommerurlauber ins Spiel gebracht hatte. titelte die deutsche Boulevardzeitung "Bild" hoffnungsfroh "Erlaubt uns Österreich Sommerurlaub?“

Filename: radio320_wow_boulevardblatt Beitrag

Filename: radio320_wow_boulevardblatt

Manuskript

SIGNATION "Das Wort der Woche"

Ist nicht der Boulevard das Große, Schöne, das sehr Prächtige? Das mondäne Leben in der großen Stadt? Vorbeilaufende Menschen, das Laufen, da sind wir sind schon beim Laufhaus um die Ecken dieser Boulevards, und da fängt das Schmuddelige dann an. Halbnackte Damen auf Seite 3.

Die Boulevard-Blätter werden im Laufen verkauft, schnell, rasch, mit kleinen Beträgen in der Masse kommen die Verlage - zum großen Geld. Und das sogar, wenn es sie gratis gibt. Ein Rätsel?

Es hilft zum Verständnis der Herkunft des Wortes Boulevardblatt ein wenig ins Englische zu schauen: Yellowpress. Das ist die amerikanische Bezeichnung für die Boulevard-Blätter, allgemeiner ausgedrückt der "Yellow-Journalism": Der gelbe Journalismus. Wir gehen zurück in das Jahr 1890, nach New York. Dort kämpfen zwei Zeitungen im freien Wettbewerb: the World und the Journal. Joseph Pulitzer, ein ungarisch-amerikanischer Journalist hat die World gekauft und kämpft mit ihrer Stimme gegen politische Korruption und soziale Ungerechtigkeit - mit farbreichen plastischen und sensationslüsternen Stories. The World - die Nummer 1 im Zeitungsmarkt, bis zwei Jahre später 1895 William Hearst das Journal kauft, die Konkurrenzzeitung. Ein schmutziger Kampf entstand, in dem ein Comiczeichner Pulitzers von der Sonntags-World Pulitzers wegengagiert wurde, er hatte dort "The Yellow Kid" als beliebte Comicreihe gezeichnet. Pulitzer engagierte einen neuen Zeichner, der die beliebte Serie mit dem gelben Männchen fortführte und so zeichneten zwei bitter konkurrierende Blätter gelbe Comics - die Bezeichnung "Yellopress" ist entstanden.

Die Techniken der Massenblätter blieben: die Inhalte im Wesentlichen auch.

OT:

Es geht bei diesen Zeitungen um den Verkauf von Sensationen in möglichst hoher Auflage.

Ja, so einfach ist das. Das eine bedingt ja auch das andere. Die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank von der Universität Innsbruck:

OT:

Die Presse des Boulevards steht für eine eigene Art in der Berichterstattung mit bestimmten Kennzeichnen. Dazu gehören die Art der Aufmachung, zum Beispiel große Balkenüberschriften mit reisserischen Schlagzeilen, zahlreiche oft großformatige Fotos, die emotionalisieren, sowie eine stark vereinfachte Sprache. Die Texte und Sätze sind eben sehr kurz und auch leicht verständlich und oft sind auch Schlag- und Reizwörter darin erhalten.

"Tabloids" ist der Ausdruck für die Boulevardblätter in Großbritannien, bezugnehmend auf das kleine Format dieser Zeitungen, ein bisschen größer als A4 - obwohl die auflagenstärkste Boulevardzeitung in Deutschland, die Bild, wieder recht großformatig daherkommt. Ihr kleines journalistisches 1x1:

OT:

Der Hund beisst den Mann, das ist langweilig, aber wenn es heißt Mann beisst Hund, dann ist das eine Sensation, und wenn dann noch eine Katastrophe dabei ist, jemand is zu Schaden gekommen, dann erregt es unsere Aufmerksamkeit.

Hund reißt sich von Leine, zerbeißt Mäderl Gesicht - das finden wir in der gestrigen Online Ausgabe eines österreichischen Boulevardmediums, und gleich daneben:

Eingeschläferter Hund von Ex-Ministerin exhumiert

Riesiger Ansturm auch auf Dönerstand in Wien

Lkw-Fahrer lag stundenlang tot in Fahrerkabine. Und:

Corona-Patienten haben plötzlich dunkle Haut

Erstaunlich friedlich gestern die britische Sun: Meghan Markle, Prince Harry and Baby Archie wish Queen a happy 94th birthday on video call from LA.

Immer wieder diese drei Elemente.

OT:

Sensation, Vereinfachung und Identifikation. Und je mehr von diesen Faktoren ineinander verknüpft sind, desto besser.

"Medienwissenschaftlerin liest im Urlaub Schmutzpresse." - Das ist jetzt erfunden - wäre auch keine Schande, sagt die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank. Verschafft eine Boulevardzeitung doch einen schnellen Überblick, besonders auch in einem fremden Land - über die Hitze in der Stadt, den Puls der Gesellschaft.

OT:

Man ist auf dem ersten Blick sehr schnell informiert, man weiß sofort warum es geht und das Ganze hat natürlich auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor und von da her finde ich es per se nicht verwerflif wenn man so eine Zeitung liest, aber natürlich sollte man es mit anderen Informationen kombinieren um sich ein umfassendes Bild zu machen, wie die Nachrichtenlage tatsächlich aussieht.

Der Boulevard ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Bollwerk. Wer sich mit dem Boulevard einlässt, muss stark sein, er wird auf Plüsch getragen und kommt im Krisenfall in Teufelsküche. Neu ist für alle, dass der marktschreierische Kampf von Massenblättern aus dem Boulevard im Internet stattfindet. Und das kein bisschen leiser.

ABMODERATION

Lothar Bodingbauer zum Wort der Woche: Boulevard-Blatt.

Wort der Woche - Lothar Bodingbauer - Boulevardblatt, 22.04.2020 / Moment - Leben heute / ORF Radio Österreich 1

MODERATION

In einem am Montag bekannt gewordenen Brief teilten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan mit, künftig jeglichen Kontakt mit den vier britischen Boulevardblättern "Sun", "Daily Mail", "Mirror" und "Express" vor zu meiden – der Grund: die Verbreitung, "verzerrter, falscher und übergriffiger" Geschichten.

Und nachdem die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger eine Öffnung der österreichischen Grenzen für deutsche Sommerurlauber ins Spiel gebracht hatte. titelte die deutsche Boulevardzeitung "Bild" hoffnungsfroh "Erlaubt uns Österreich Sommerurlaub?“

Boulevardzeitung ist ….

SIGNATION "Das Wort der Woche"

Ist nicht der Boulevard das Große, Schöne, das sehr Prächtige? Das mondäne Leben in der großen Stadt? Vorbeilaufende Menschen, das Laufen, da sind wir sind schon beim Laufhaus um die Ecken dieser Boulevards, und da fängt das Schmuddelige dann an. Halbnackte Damen auf Seite 3.

Die Boulevard-Blätter werden im Laufen verkauft, schnell, rasch, mit kleinen Beträgen in der Masse kommen die Verlage - zum großen Geld. Und das sogar, wenn es sie gratis gibt. Ein Rätsel?

Es hilft zum Verständnis der Herkunft des Wortes Boulevardblatt ein wenig ins Englische zu schauen: Yellowpress. Das ist die amerikanische Bezeichnung für die Boulevard-Blätter, allgemeiner ausgedrückt der "Yellow-Journalism": Der gelbe Journalismus. Wir gehen zurück in das Jahr 1890, nach New York. Dort kämpfen zwei Zeitungen im freien Wettbewerb: the World und the Journal. Joseph Pulitzer, ein ungarisch-amerikanischer Journalist hat die World gekauft und kämpft mit ihrer Stimme gegen politische Korruption und soziale Ungerechtigkeit - mit farbreichen plastischen und sensationslüsternen Stories. The World - die Nummer 1 im Zeitungsmarkt, bis zwei Jahre später 1895 William Hearst das Journal kauft, die Konkurrenzzeitung. Ein schmutziger Kampf entstand, in dem ein Comiczeichner Pulitzers von der Sonntags-World Pulitzers wegengagiert wurde, er hatte dort "The Yellow Kid" als beliebte Comicreihe gezeichnet. Pulitzer engagierte einen neuen Zeichner, der die beliebte Serie mit dem gelben Männchen fortführte und so zeichneten zwei bitter konkurrierende Blätter gelbe Comics - die Bezeichnung "Yellopress" ist entstanden.

Die Techniken der Massenblätter blieben: die Inhalte im Wesentlichen auch.

OT:

Es geht bei diesen Zeitungen um den Verkauf von Sensationen in möglichst hoher Auflage.

Ja, so einfach ist das. Das eine bedingt ja auch das andere. Die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank von der Universität Innsbruck:

OT:

Die Presse des Boulevards steht für eine eigene Art in der Berichterstattung mit bestimmten Kennzeichnen. Dazu gehören die Art der Aufmachung, zum Beispiel große Balkenüberschriften mit reisserischen Schlagzeilen, zahlreiche oft großformatige Fotos, die emotionalisieren, sowie eine stark vereinfachte Sprache. Die Texte und Sätze sind eben sehr kurz und auch leicht verständlich und oft sind auch Schlag- und Reizwörter darin erhalten.

"Tabloids" ist der Ausdruck für die Boulevardblätter in Großbritannien, bezugnehmend auf das kleine Format dieser Zeitungen, ein bisschen größer als A4 - obwohl die auflagenstärkste Boulevardzeitung in Deutschland, die Bild, wieder recht großformatig daherkommt. Ihr kleines journalistisches 1x1:

OT:

Der Hund beisst den Mann, das ist langweilig, aber wenn es heißt Mann beisst Hund, dann ist das eine Sensation, und wenn dann noch eine Katastrophe dabei ist, jemand is zu Schaden gekommen, dann erregt es unsere Aufmerksamkeit.

Hund reißt sich von Leine, zerbeißt Mäderl Gesicht - das finden wir in der gestrigen Online Ausgabe eines österreichischen Boulevardmediums, und gleich daneben:

Eingeschläferter Hund von Ex-Ministerin exhumiert

Riesiger Ansturm auch auf Dönerstand in Wien

Lkw-Fahrer lag stundenlang tot in Fahrerkabine. Und:

Corona-Patienten haben plötzlich dunkle Haut

Erstaunlich friedlich gestern die britische Sun: Meghan Markle, Prince Harry and Baby Archie wish Queen a happy 94th birthday on video call from LA.

Immer wieder diese drei Elemente.

OT:

Sensation, Vereinfachung und Identifikation. Und je mehr von diesen Faktoren ineinander verknüpft sind, desto besser.

"Medienwissenschaftlerin liest im Urlaub Schmutzpresse." - Das ist jetzt erfunden - wäre auch keine Schande, sagt die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank. Verschafft eine Boulevardzeitung doch einen schnellen Überblick, besonders auch in einem fremden Land - über die Hitze in der Stadt, den Puls der Gesellschaft.

OT:

Man ist auf dem ersten Blick sehr schnell informiert, man weiß sofort warum es geht und das Ganze hat natürlich auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor und von da her finde ich es per se nicht verwerflif wenn man so eine Zeitung liest, aber natürlich sollte man es mit anderen Informationen kombinieren um sich ein umfassendes Bild zu machen, wie die Nachrichtenlage tatsächlich aussieht.

Der Boulevard ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Bollwerk. Wer sich mit dem Boulevard einlässt, muss stark sein, er wird auf Plüsch getragen und kommt im Krisenfall in Teufelsküche. Neu ist für alle, dass der marktschreierische Kampf von Massenblättern aus dem Boulevard im Internet stattfindet. Und das kein bisschen leiser.

ABMODERATION

Lothar Bodingbauer zum Wort der Woche: Boulevard-Blatt.

MODERATION

In einem am Montag bekannt gewordenen Brief teilten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan mit, künftig jeglichen Kontakt mit den vier britischen Boulevardblättern "Sun", "Daily Mail", "Mirror" und "Express" vor zu meiden – der Grund: die Verbreitung, "verzerrter, falscher und übergriffiger" Geschichten.

Und nachdem die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger eine Öffnung der österreichischen Grenzen für deutsche Sommerurlauber ins Spiel gebracht hatte. titelte die deutsche Boulevardzeitung "Bild" hoffnungsfroh "Erlaubt uns Österreich Sommerurlaub?“

Boulevardzeitung ist ….

SIGNATION "Das Wort der Woche"

Ist nicht der Boulevard das Große, Schöne, das sehr Prächtige? Das mondäne Leben in der großen Stadt? Vorbeilaufende Menschen, das Laufen, da sind wir sind schon beim Laufhaus um die Ecken dieser Boulevards, und da fängt das Schmuddelige dann an. Halbnackte Damen auf Seite 3.

Die Boulevard-Blätter werden im Laufen verkauft, schnell, rasch, mit kleinen Beträgen in der Masse kommen die Verlage - zum großen Geld. Und das sogar, wenn es sie gratis gibt. Ein Rätsel?

Es hilft zum Verständnis der Herkunft des Wortes Boulevardblatt ein wenig ins Englische zu schauen: Yellowpress. Das ist die amerikanische Bezeichnung für die Boulevard-Blätter, allgemeiner ausgedrückt der "Yellow-Journalism": Der gelbe Journalismus. Wir gehen zurück in das Jahr 1890, nach New York. Dort kämpfen zwei Zeitungen im freien Wettbewerb: the World und the Journal. Joseph Pulitzer, ein ungarisch-amerikanischer Journalist hat die World gekauft und kämpft mit ihrer Stimme gegen politische Korruption und soziale Ungerechtigkeit - mit farbreichen plastischen und sensationslüsternen Stories. The World - die Nummer 1 im Zeitungsmarkt, bis zwei Jahre später 1895 William Hearst das Journal kauft, die Konkurrenzzeitung. Ein schmutziger Kampf entstand, in dem ein Comiczeichner Pulitzers von der Sonntags-World Pulitzers wegengagiert wurde, er hatte dort "The Yellow Kid" als beliebte Comicreihe gezeichnet. Pulitzer engagierte einen neuen Zeichner, der die beliebte Serie mit dem gelben Männchen fortführte und so zeichneten zwei bitter konkurrierende Blätter gelbe Comics - die Bezeichnung "Yellopress" ist entstanden.

Die Techniken der Massenblätter blieben: die Inhalte im Wesentlichen auch.

OT:

Es geht bei diesen Zeitungen um den Verkauf von Sensationen in möglichst hoher Auflage.

Ja, so einfach ist das. Das eine bedingt ja auch das andere. Die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank von der Universität Innsbruck:

OT:

Die Presse des Boulevards steht für eine eigene Art in der Berichterstattung mit bestimmten Kennzeichnen. Dazu gehören die Art der Aufmachung, zum Beispiel große Balkenüberschriften mit reisserischen Schlagzeilen, zahlreiche oft großformatige Fotos, die emotionalisieren, sowie eine stark vereinfachte Sprache. Die Texte und Sätze sind eben sehr kurz und auch leicht verständlich und oft sind auch Schlag- und Reizwörter darin erhalten.

"Tabloids" ist der Ausdruck für die Boulevardblätter in Großbritannien, bezugnehmend auf das kleine Format dieser Zeitungen, ein bisschen größer als A4 - obwohl die auflagenstärkste Boulevardzeitung in Deutschland, die Bild, wieder recht großformatig daherkommt. Ihr kleines journalistisches 1x1:

OT:

Der Hund beisst den Mann, das ist langweilig, aber wenn es heißt Mann beisst Hund, dann ist das eine Sensation, und wenn dann noch eine Katastrophe dabei ist, jemand is zu Schaden gekommen, dann erregt es unsere Aufmerksamkeit.

Hund reißt sich von Leine, zerbeißt Mäderl Gesicht - das finden wir in der gestrigen Online Ausgabe eines österreichischen Boulevardmediums, und gleich daneben:

Eingeschläferter Hund von Ex-Ministerin exhumiert

Riesiger Ansturm auch auf Dönerstand in Wien

Lkw-Fahrer lag stundenlang tot in Fahrerkabine. Und:

Corona-Patienten haben plötzlich dunkle Haut

Erstaunlich friedlich gestern die britische Sun: Meghan Markle, Prince Harry and Baby Archie wish Queen a happy 94th birthday on video call from LA.

Immer wieder diese drei Elemente.

OT:

Sensation, Vereinfachung und Identifikation. Und je mehr von diesen Faktoren ineinander verknüpft sind, desto besser.

"Medienwissenschaftlerin liest im Urlaub Schmutzpresse." - Das ist jetzt erfunden - wäre auch keine Schande, sagt die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank. Verschafft eine Boulevardzeitung doch einen schnellen Überblick, besonders auch in einem fremden Land - über die Hitze in der Stadt, den Puls der Gesellschaft.

OT:

Man ist auf dem ersten Blick sehr schnell informiert, man weiß sofort warum es geht und das Ganze hat natürlich auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor und von da her finde ich es per se nicht verwerflif wenn man so eine Zeitung liest, aber natürlich sollte man es mit anderen Informationen kombinieren um sich ein umfassendes Bild zu machen, wie die Nachrichtenlage tatsächlich aussieht.

Der Boulevard ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Bollwerk. Wer sich mit dem Boulevard einlässt, muss stark sein, er wird auf Plüsch getragen und kommt im Krisenfall in Teufelsküche. Neu ist für alle, dass der marktschreierische Kampf von Massenblättern aus dem Boulevard im Internet stattfindet. Und das kein bisschen leiser.

ABMODERATION

Lothar Bodingbauer zum Wort der Woche: Boulevard-Blatt.

MODERATION

In einem am Montag bekannt gewordenen Brief teilten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan mit, künftig jeglichen Kontakt mit den vier britischen Boulevardblättern "Sun", "Daily Mail", "Mirror" und "Express" vor zu meiden – der Grund: die Verbreitung, "verzerrter, falscher und übergriffiger" Geschichten.

Und nachdem die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger eine Öffnung der österreichischen Grenzen für deutsche Sommerurlauber ins Spiel gebracht hatte. titelte die deutsche Boulevardzeitung "Bild" hoffnungsfroh "Erlaubt uns Österreich Sommerurlaub?“

Boulevardzeitung ist ….

SIGNATION "Das Wort der Woche"

Ist nicht der Boulevard das Große, Schöne, das sehr Prächtige? Das mondäne Leben in der großen Stadt? Vorbeilaufende Menschen, das Laufen, da sind wir sind schon beim Laufhaus um die Ecken dieser Boulevards, und da fängt das Schmuddelige dann an. Halbnackte Damen auf Seite 3.

Die Boulevard-Blätter werden im Laufen verkauft, schnell, rasch, mit kleinen Beträgen in der Masse kommen die Verlage - zum großen Geld. Und das sogar, wenn es sie gratis gibt. Ein Rätsel?

Es hilft zum Verständnis der Herkunft des Wortes Boulevardblatt ein wenig ins Englische zu schauen: Yellowpress. Das ist die amerikanische Bezeichnung für die Boulevard-Blätter, allgemeiner ausgedrückt der "Yellow-Journalism": Der gelbe Journalismus. Wir gehen zurück in das Jahr 1890, nach New York. Dort kämpfen zwei Zeitungen im freien Wettbewerb: the World und the Journal. Joseph Pulitzer, ein ungarisch-amerikanischer Journalist hat die World gekauft und kämpft mit ihrer Stimme gegen politische Korruption und soziale Ungerechtigkeit - mit farbreichen plastischen und sensationslüsternen Stories. The World - die Nummer 1 im Zeitungsmarkt, bis zwei Jahre später 1895 William Hearst das Journal kauft, die Konkurrenzzeitung. Ein schmutziger Kampf entstand, in dem ein Comiczeichner Pulitzers von der Sonntags-World Pulitzers wegengagiert wurde, er hatte dort "The Yellow Kid" als beliebte Comicreihe gezeichnet. Pulitzer engagierte einen neuen Zeichner, der die beliebte Serie mit dem gelben Männchen fortführte und so zeichneten zwei bitter konkurrierende Blätter gelbe Comics - die Bezeichnung "Yellopress" ist entstanden.

Die Techniken der Massenblätter blieben: die Inhalte im Wesentlichen auch.

OT:

Es geht bei diesen Zeitungen um den Verkauf von Sensationen in möglichst hoher Auflage.

Ja, so einfach ist das. Das eine bedingt ja auch das andere. Die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank von der Universität Innsbruck:

OT:

Die Presse des Boulevards steht für eine eigene Art in der Berichterstattung mit bestimmten Kennzeichnen. Dazu gehören die Art der Aufmachung, zum Beispiel große Balkenüberschriften mit reisserischen Schlagzeilen, zahlreiche oft großformatige Fotos, die emotionalisieren, sowie eine stark vereinfachte Sprache. Die Texte und Sätze sind eben sehr kurz und auch leicht verständlich und oft sind auch Schlag- und Reizwörter darin erhalten.

"Tabloids" ist der Ausdruck für die Boulevardblätter in Großbritannien, bezugnehmend auf das kleine Format dieser Zeitungen, ein bisschen größer als A4 - obwohl die auflagenstärkste Boulevardzeitung in Deutschland, die Bild, wieder recht großformatig daherkommt. Ihr kleines journalistisches 1x1:

OT:

Der Hund beisst den Mann, das ist langweilig, aber wenn es heißt Mann beisst Hund, dann ist das eine Sensation, und wenn dann noch eine Katastrophe dabei ist, jemand is zu Schaden gekommen, dann erregt es unsere Aufmerksamkeit.

Hund reißt sich von Leine, zerbeißt Mäderl Gesicht - das finden wir in der gestrigen Online Ausgabe eines österreichischen Boulevardmediums, und gleich daneben:

Eingeschläferter Hund von Ex-Ministerin exhumiert

Riesiger Ansturm auch auf Dönerstand in Wien

Lkw-Fahrer lag stundenlang tot in Fahrerkabine. Und:

Corona-Patienten haben plötzlich dunkle Haut

Erstaunlich friedlich gestern die britische Sun: Meghan Markle, Prince Harry and Baby Archie wish Queen a happy 94th birthday on video call from LA.

Immer wieder diese drei Elemente.

OT:

Sensation, Vereinfachung und Identifikation. Und je mehr von diesen Faktoren ineinander verknüpft sind, desto besser.

"Medienwissenschaftlerin liest im Urlaub Schmutzpresse." - Das ist jetzt erfunden - wäre auch keine Schande, sagt die Medienwissenschaftlerin Natascha Zeitel-Bank. Verschafft eine Boulevardzeitung doch einen schnellen Überblick, besonders auch in einem fremden Land - über die Hitze in der Stadt, den Puls der Gesellschaft.

OT:

Man ist auf dem ersten Blick sehr schnell informiert, man weiß sofort warum es geht und das Ganze hat natürlich auch einen gewissen Unterhaltungsfaktor und von da her finde ich es per se nicht verwerflif wenn man so eine Zeitung liest, aber natürlich sollte man es mit anderen Informationen kombinieren um sich ein umfassendes Bild zu machen, wie die Nachrichtenlage tatsächlich aussieht.

Der Boulevard ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Bollwerk. Wer sich mit dem Boulevard einlässt, muss stark sein, er wird auf Plüsch getragen und kommt im Krisenfall in Teufelsküche. Neu ist für alle, dass der marktschreierische Kampf von Massenblättern aus dem Boulevard im Internet stattfindet. Und das kein bisschen leiser.

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Lothar Bodingbauer zum Wort der Woche: Boulevard-Blatt.
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ID 324
Radioproduktion | 19.04.2020
Warten am Bahnübergang
Audio-Vignette / Sonntagsspaziergang, Deutschlandfunk.
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19.04.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Audio-Vignette / Sonntagsspaziergang, Deutschlandfunk.
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ID 323
Radioproduktion | 17.04.2020
Blütenbestäubung
Agnes Dellinger spricht, wie sich Blüten an ihre Bestäuber anpassen. / Vom Leben der Natur 14. - 17. April 2020
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17.04.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Agnes Dellinger spricht, wie sich Blüten an ihre Bestäuber anpassen. / Vom Leben der Natur 14. - 17. April 2020

Die ersten Blütenpflanzen sind bereits vor mehr als 140 Millionen Jahren in der Kreidezeit entstanden. Mit zumindest 300.000 Arten sind diese damit die mit Abstand größte Pflanzengruppe.

Die Diversität von Blütenpflanzen findet man in einer Vielfalt unterschiedlicher Blütenformen und Blütengrößen. Diese Diversität ist in Anpassung an unterschiedliche Bestäuber entstanden. Ob Bienen, Fliegen, Schmetterlinge, Kolibris oder Fledermäuse, es gibt immer eine "Belohnung" für die Bestäubungsleistung. Ändert sich der Bestäuber, wird sich die Blüte ändern. Die unterschiedlichen Bestäuber üben so einen starken evolutionären Selektionsdruck auf die Blüten aus.

Passt sich nun die Blüte als Gesamtes an einen Bestäuber an, oder können sich einzelne Blütenteile unabhängig von anderen Blütenorganen anpassen?

Wer dreidimensionale Blütenformen analysiert, kann nun herausfinden, dass sich nicht nur einzelne Elemente einer Blüte an die unterschiedlichen Bestäuber angepasst haben, sondern ganze Gruppen von Merkmalen - sogenannte Module.

Eine besonders große Vielfalt in den Blütenformen finden sich in den 30 Pflanzenarten einer tropischen Pflanzengruppe aus den Anden, die "Merianieae." Jede dieser Pflanzenarten hat sich an die Bienen-, Vogel-, Fledermaus- oder Mäusebestäubung angepasst.

Mittels hochauflösender Computertomographie-Verfahren werden "Landkarten" erzeugt, die genauen Positionen charakteristischer Merkmale vermessen und mittels statistischer Analyse in Verbindung gebracht. Evolutionäre Entwicklungen können nachvollziehbar gemacht werden.

So weisen etwa die auffällig bunten, sterilen Blütenblätter schnellere Anpassungen an die unterschiedlichen Bestäuber auf, als der Rest der Blüte. Die reproduktiven Organe der Blüte passen sich nur langsam an.

Interviewpartnerin:

Agnes Dellinger, PhD

Department of Botany and Biodiversity Research

University of Vienna

Rennweg 14

1030 Vienna

Austri
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ID 322
Radioproduktion | 13.04.2020
Glocken über die Jahre
Glocken im Finnischen Kloster Uusi-Valamo, 1995 und 2019. / Deutschlandfunk "Osterspaziergang", Audio-Vignette.
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13.04.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Glocken im Finnischen Kloster Uusi-Valamo, 1995 und 2019. / Deutschlandfunk "Osterspaziergang", Audio-Vignette.
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ID 321
Feuerkugelnetz
Radioproduktion | 20.03.2020
Feuerkugelnetz
Ö1 / 16.03.2020-20.03.2020 / Vom Leben der Natur
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20.03.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ö1 / 16.03.2020-20.03.2020 / Vom Leben der Natur

Seit mehr als 50 Jahren: die Suche nach dem Einschlag kosmischer Boliden.

Der Astrophysiker Dieter Heinlein spricht über das Feuerkugelnetz.

Bei den Himmelskörpern, die auf die Erde fallen, gibt es einige sehr konkrete Namen zu vergeben. Zunächst ist es ein Asteroid - ein Stück Stein oder Metall aus der „Schottergrube“ des Sonnensystems zwischen Mars und Jupiter. Wenn es durch irgendwelche Gründe auf Kollisionskurs mit der Erde geht, wird ab 80 km Höhe die Reibung mit der Atmosphäre für Leuchterscheinungen sorgen. Wir sprechen von einem Meteor. Ist er klein - dann ist es eine Sternschnuppe. Nichts kommt auf der Erde an. Ist er groß, wird die Leuchterscheinung in rund 10 km Höhe stoppen, weil er zu langsam wird, um Leuchterscheinungen hervorzurufen. Vorher aber zischt und knallt und rumpelt es gewaltig, eine sehr helle Sternschnuppe ist sichtbar, sie wird auch Feuerkugel genannt. Ab 10 km Höhe wird seine Verfolgung zum Glücksspiel. Da das Leuchten stoppt, kann die Bahn der Feuerkugel nur rechnerisch fortgesetzt werden. Im Zielgebiet wird dann gesucht: der Meteorit, ein verkohltes Stück extraterrestrischer Materie. Ein Meteoritenfall hat stattgefunden.

Das Feuerkugelnetz wurde von rund 50 Jahren im tschechischen, süddeutschen und österreichischen Raum gegründet, um die Leuchtspuren von Feuerkugeln zu fotografieren. Einmal pro Monat werden die Filme entwickelt und die schwarz-weiß-Fotos auch heute noch manuell betrachtet und analysiert. Die Spur einer Feuerkugel findet sich meist auf den Aufnahmen mehrerer Stationen und so kann nach Berechnungen der Einschlagsort auf einige Quadratkilometer eingegrenzt werden, um die Suche nach Überresten zu beginnen.

Interviewpartner

Dipl. Phys. Dieter Heinlein

Technischer Leiter „Feuerkugelnetz“

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung, Planetengeodäsie

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Rutherfordstraße 2

12489 Berlin

1. Vielfältige Namen

2. Aufnahmen des ganzen Himmels

3. Der Meteorit von Neuschwanstein

4. Schwere Materie

5. Suche nach Wasser
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Radioproduktion
ID 320
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 04.03.2020
"Infisziert"
Geht es Ihnen auch so? Sie haben ein Wort, dass Sie eigentlich gut kennen, müssen aber trotzdem immer wieder nachschauen, wie man es schreibt? Reparatur oder Reperatur? Das oder der Radio? Ein Wort taucht dieser Tage immer wieder mal falsch auf – INFISZIERT.
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Österreich 1 · 04.03.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Geht es Ihnen auch so? Sie haben ein Wort, dass Sie eigentlich gut kennen, müssen aber trotzdem immer wieder nachschauen, wie man es schreibt? Reparatur oder Reperatur? Das oder der Radio? Ein Wort taucht dieser Tage immer wieder mal falsch auf – INFISZIERT.

Filename: radio315_wow_infiziert Beitrag

Filename: radio315_wow_infiziert

Manuskript

SIGNATION: Das Wort der Woche

Wohl kein anderes Wort spaltet die Bevölkerung eindeutiger in zwei Gruppen.

OT Infisziert_Lang

Und was mir auch auffällt, der Mitarbeiter, der mit dem Virus infisziert ist.

So sagen die einen. Und …

OT Infisziert_Kurz

Der Mitarbeiter, der mit dem Virus infiziert ist.

… sagen die anderen. Sie haben es gehört, es war dieselbe Person. Und das Missgeschick, das Sprachliche, ist durch einen Schnitt leicht korrigierbar.

OT infisziert / infiziert

Infiziert – infisziert – infiziert – infisziert - infiziert

STOP!!!

Vielleicht sollte man besser: "angesteckt" sagen.

Infisziert. Die Autokorrektur am Computer steckt das Wort sofort in Quarantäne und streicht das versehentliche S gleich weg. Das wird sich also gar nicht erst ausbreiten. Die APA, die österreichische Nachrichtenagentur, hat seit 1986 nur 13 Meldungen ausgeschickt, in denen infiSziert steht. 16.191 Mal hingegen lautete es richtig "infiziert". Fehlerquote 0,08%.

Die Trennlinie richtig/falsch verläuft also nicht im geschriebenen Text, sondern entlang der gesprochenen Sprache, und hier entlang des Lateinunterrichts. Inficere ist die lateinische Grundlage für das Wort, "mit etwas anmachen", mit etwas tränken. Zum Beispiel mit Gift. Inficere - infectum. Von facere - "machen". Verwandt dazu: affizieren. Affekt. Fazit. Defizit. Defekt. Weit und breit kein S.

Jetzt kann man sagen, blöd gelaufen, der Volksmund ist halt so, da ist ein s schnell zur Stelle, wenn es gut klingt, wenn es dazu passt. Aber es ist vermutlich mehr: Es gibt nämlich ein Wort mit S, das so ähnlich ist: Konfiszieren. Infizieren. Konfiszieren. Sie hören den Unterschied? Konfiszieren hat ein S. Und das ist richtig so. Es kommt von con - und Fiskus - die Sache mit dem Geld. Etwas in die Geldlade legen. Beschlagnahmen und ab in die Kaiserliche Schatzkammer. Und ein zweites - süßes - Beispiel: die Konfiserie - wir lieben ja die französischen Worte, auch da ein S - Konfiserie, aus dem Französischen entlehnt, ein Betrieb zum Herstellen von Süßwaren.

Für den Betrieb einer Radiostation ist die ganze Sache nicht einfach. In den Hörerprotokollen gibt es immer wieder Hinweise auf falsche Aussprachen jedweder Art, mal freundlich, mal - na, sagen wir, ernst.

ZITAT 1:

Es heißt nicht der Virus, sondern das Virus.

… schreibt der eine Hörer, und der andere …

ZITAT 2

Soeben war eine Sendung zur Grundlagenforschung über Viren. Ich möchte am Kultursender nicht mehr "das" Virus hören, es ist eine Ungeheuerlichkeit! Im Duden ist zwar diese Form erlaubt, sie bezieht sich aber eindeutig auf Computer-Viren.

OT Haimo Godler 1

Tja, da kann man erkennen, wie umstritten Fragen der Aussprache und der Sprache generell sind.

Haimo Godler, ORF. Sein interner Newsletter heißt "Leider gehört - die Ö1 Fehlerbox".

OT Haimo Godler 2

Es heißt das Virus im wissenschaftlichen Kontext. Der Virus ist umgangssprachlich erlaubt. Es gibt bei vielen Dingen auch kein richtig oder falsch, sondern meine Aufgabe ist es dann, wenn es mehrere korrekte Möglichkeiten gibt, eine gewisse Einheitlichkeit herzustellen, was bei über 900 Menschen, die beim ORF am Mikrofon arbeiten nicht ganz einfach ist. Bestes Beispiel ist jetzt die Quarantäne oder die Quarantäne. Richtig ist Quarantäne, auch wenn es viele Leute gibt, die richtigerweise sagen, das kommt aus dem Italienischen Cuaranta, weil in Venedig mussten während der Bestzeit alle Matrosen 40 Tage auf einer Insel verbringen, usw. Weiß ich alles, trotzdem Quarantäne, weil das Wort aus dem Französischen ins Deutsch gekommen ist.

Die Aufgabe des Chefsprechers Haimo Godler ist hier auch erst einmal Sicherheit auszustrahlen, und auf Beschwerden freundlich zu antworten.

OT Haimo Godler 3

Ein schönes Beispiel ist, dass man den Vorschlag macht, Mozartbriefe im Original zu lesen, sowohl was Rechtschreibung als auch Wortwahl und Grammatik betrifft, dann vielleicht um nicht allzeit zurückzugehen, sich Texte von Arthur Schnitzler im Original anzuschauen, wenn man die Dativ- und Akkusativverwendung heute in einem Schulaufsatz verwenden würde, bekommt man ihn mit vielen roten Strichen zurück. Will heißen, Sprache verändert sich, sprechen verändert sich, Grammatik verändert sich und diese Prozesse sind unaufhaltsam, irreversibel und sie sind auch schwer zu steuern. - Aber eine Frage habe ich schon noch, warum ist da so viel Emotion dabei: "Das ist ungeheuerlich". - Na ja. Das Auslösende Kriterium ist oft die Frage der Identitätsstiftung. Und wenn sich die Sprache verändert, verändert sich auch das Identitätsgefühl von v vielen Menschen und das führt dann dazu, dass viele Menschen das Gefühl haben, im eigenen Land mit ihrer Sprache ins Abseits zu geraten. Und das emotionalisiert Inn ganz besonderer Weise. – Es gibt sehr oft kein richtig oder falsch, aber manche Dinge sind objektiv falsch, "infiszieren" ist jedenfalls a Bledsinn.
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Deutsch|Infektion|Sprache|Wortherkunft
ID 319
Weltraumbotanik
Radioproduktion | 15.02.2020
Weltraumbotanik
Ö1 | Vom Leben der Natur | 17.-21.02.2020
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15.02.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ö1 | Vom Leben der Natur | 17.-21.02.2020

[caption id="attachment_14009" align="alignright" width="300"]

Foto: Gisele Detrell[/caption]

Der Aufenthalt im Weltraum kann wie ein Ausflug sein. Für kurze Ausflüge ist es günstig, Proviant von zuhause mitzunehmen. Bei längeren Ausflügen wird man auch Ressourcen unterwegs nützen. Kürzere Ausflüge – das sind die Aufenthalte auf der internationalen Raumstation ISS, die sich in der Erdumlaufbahn befindet. Längere Aufenthalte sind längere Flüge – zum Mond oder zum Mars.

Die Lebenserhaltungssysteme im Raumschiff müssen bei längeren Ausflügen im All nicht nur für Wasser und Sauerstoff sorgen, sondern sie müssen auch Nahrung produzieren. Während Wasser und Sauerstoff durch technische Geräte produziert werden kann, braucht die Bereitstellung von Nahrungsmittel ganz einfach „Leben“.

Leben ist aber komplex, und braucht selbst wieder Lebenserhaltungssysteme: Energie. Licht. Atmosphäre. Was dabei im Raumschiff fehlt, sind Puffer, große Mengen an Umgebungsluft, die Abweichungen vom Idealzustand auffangen können.

Die Forschung über Botanik im All beginnt bei den Algen. Sie kommen mit Schwerelosigkeit gut zurecht, können in einer Nährflüssigkeit wachsen, und weisen je nach Art eine ganze Bandbreite an Umgebungsbedingungen auf, in denen sie wachsen können. Sie könnten als Nahrungsmittel dienen. Höhere Pflanzen stellen größere Anforderungen an ihre Umgebung. Beherrscht man die Gestaltung der Lebensbedingungen im Raumschiff, haben Pflanzen auch einen großen Vorteil – sie bieten den Astronautinnen und Astronauten das Gefühl von Leben, um dass sie sich kümmern müssen. Eine psychologische Komponente.

Die Forschungen im Bereich der Weltraumbotanik werden zwar anlassbezogen für die Reise zum Mars gemacht, haben aber vor allem Auswirkungen auf die Produktion von Nahrungsmitteln auf der Erde. Geschlossene Kreisläufe machen Abwässer und Insektengifte obsolet.

Interviewpartnerin: Dr.-Ing. Gisela Detrell, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Raumfahrtsysteme. Universität Stuttgart

Fotos: Gisele Detrell
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Ö1: Pflanzen auf dem Weg zum Mars
https://oe1.orf.at/programm/20200217#588846/Pflanzen-auf-dem-Weg-zum-Mars
Link zur Sendungsseite
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ID 318
Rollerfahren
Radioproduktion | 03.02.2020
Rollerfahren
ORF Ö1 / MOMENT Randnotizen, 3. Februar 2020, ca. 15:45 Uhr
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03.02.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
ORF Ö1 / MOMENT Randnotizen, 3. Februar 2020, ca. 15:45 Uhr

Lothar Bodingbauer

ANMODERATION: Haben Sie sich schon einmal gewundert, wer sich um die Elektroroller kümmert, die in vielen Städten vermehrt aufgetaucht sind und manchmal recht herrenlos wirken? Lothar Bodingbauer hat es probiert.

SIGNATION

„Danke“, sagt der Mann sichtlich erfreut, als ich den Elektroroller vor ihm am Gehsteig wegräume. Er steht quer, der Roller, und der Mann ist ein Anrainer, der sich wie ich jeden Morgen in Wiens 4. Bezirk über mehrere dieser achtlos geparkten Elektroroller den Weg bahnen muss. „Sind Sie von denen? „Nein“, sage ich, und habe das erste Mal seit langem wieder gelogen.

Weil: Ich bin schon einer von denen, ein bisschen zumindest. Mir gehen die achtlos geparkten Elektroroller, die jedermann jederzeit mieten kann, um sie jederzeit und irgendwo wieder abzustellen, hinzuwerfen, oder - weiß gott - einfach wieder loszuwerden — sie gehen mir genauso auf den Geist, wie Ihnen vermutlich auch, wenn in Ihrer Stadt Verleihfirmen für diese Roller aktiv sind. Ein Geschäftsmodell als Zeichen unserer Zeit, für Menschen, die sich offenbar um nichts kümmern, außer um sich selbst. // Schneiden möglich // Analog zu jenen, die mit 50 in der 30-er Zone autofahren. Die das Ticktock-beim Spielen am Handy so eingestellt haben, dass es jeder in ihrer Umgebung hört. Die die Füße auf die Bank legen im Zug. Ja, haben die das nicht gelernt? Rücksicht? // Schneiden Ende //

Als Journalist sucht man „den anderen Standpunkt“. Ich wollte herausfinden, wie diese Elektro-Roller-Welt tickt. Und habe mich angemeldet als "Juicer". Als einer, der diese Roller in der Nacht einsammelt, um sie zuhause an der Steckdose zu laden, um sie am nächsten Morgen wieder – schön aufgereiht und geordnet, der Menschheit freizugeben.

Das Gute: Die Anmeldung des Gewerbes war einfach. Online, über Nacht. Ich wurde sogar automatisch Mitglied der Wirtschaftkammer, bin jetzt „Mechatroniker“, also ein Spezialist für elektrisch-mechanische Geräte. Das Schlechte: die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag – 80€ – kam wenig später. Das Gute: ich bekomme jetzt auch die Wirtschaftskammerzeitung und erfahre im Detail, wie es den Wirten so geht dieses Jahr. Verdient habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Mit der Gewerbenummer erhielt ich am Smartphone einen Zugang als „Juicer“. Ich kann nun umschalten, zwischen dem Stadtplan mit verfügbaren Rollern für die zahlenden Benutzer, und dem Stadtplan mit Rollern, die umgeparkt oder geladen werden müssen. Ein Traum für einen Journalisten. Zwei Welten, von denen die zweite noch völlig unbekannt war.

TRENNER 1

Ich tauchte hinein in die Stadt, nahm falschparkende Roller und brachte sie zu sogenannten Nestern, Plätzen, wo sie eigentlich stehen sollten, wo sie nicht stören. Zwei Euro pro Vorgang. Man schwimmt mit Touristen im pulsierenden Betrieb dieser Stadt herum, zwischen Oper und Stefansdom, aber: man arbeitet. Recht viel für recht wenig Geld. Am Ende von 5 Abenden habe ich 170 Euro verdient – vor Steuern. Das Gute: Verdient, und nicht als Tourist ausgegeben. Ich hatte eine gute Zeit. Das Schlechte: jedes Risiko ging auf mich. Kaputter Roller? Kein Geld. Nicht auffindbarer Roller? Kein Geld. Unfallversicherung? Kein Geld. Krank? Kein Geld. – 5 Stunden brauchte ich, Standort und Ansprechpartner der Roller-Firma zu finden, um endlich zu meinem Geld auch zu kommen. Und diesen Jemand habe ich auch gar nicht gefunden, weil das Geld dann doch irgendwann auf mein Konto überwiesen wurde. Von Personen, die ich nicht kannte, von Unternehmen, die ich nicht fand.

TRENNER 2

Die neue freie Welt der „Gig-Economy“ ist das. Geldverdienen, auftragsbezogen. Über Winter wurden die Roller „meiner“ Firma eingezogen, Schluss war‘s mit dem Geldverdienen, mitgeteilt wurde das eine Woche per e-Mail, nachdem sie weg waren. Die Expertise dieser Firmen ist, das habe ich herausgefunden, herauszufinden, welche Beschränkungen in den einzelnen Städten ihres Auftretens gegen Roller existieren, um dann ein Konzept zu entwickeln, trotzdem die Roller irgendwie in Verkehr zu bringen. Ökologisch bedenklich, das weiß man, denn es steigen nicht die Autofahrer auf Elektroroller um, sondern die Fußgänger. Aus Bequemlichkeit.

Sie merken schon, ich bin ein bisschen sauer. Aber, das Gute: ein Glücksgefühl stellte sich ein, wenn ich am Ring am lauschigen Herbstabend aufrecht lautlos durch die Baumreihen zische. Ein Gefühl wie damals als Kind, am Tretroller zum Badesee.

Ich habe mich aus dem Geschäft wieder zurückgezogen, wegen Sinnlosigkeit. Viel Arbeit, wenig Geld, jedes Risiko. Jede Belastung wird abgewälzt. Auf die Leute, auf die Umwelt, auf die Nachbarschaft. // Schneiden möglich // Besser ich stelle mich, wenn ich Zeit habe, an eine Straßenecke, um die Leute zu fragen, ob sie was brauchen, ob es ihnen auch gut geht. // Schneiden Ende // Meinen Kindern empfehle ich, die Zeit vielleicht für das Lernen einer neuen Sprache zu verwenden, oder ein ehrliches Handwerk.

Das Experiment war heilsam. Und über die querstehenden Roller ärgere ich mich heute noch einen Tick mehr.
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ID 317
Notdienste zum Jahreswechsel
Radioproduktion | 13.01.2020
Notdienste zum Jahreswechsel
RANDNOTIZEN ORF Ö1/Moment 13.01.2020
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13.01.2020 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
RANDNOTIZEN ORF Ö1/Moment 13.01.2020

SIGNATION

Wie waren Ihre Weihnachtfeiertage? Sind Sie gut gerutscht? Das Kabarettprogramm im Fernsehen zu Silvester war ja großartig. Das Neujahrskonzert, ein Traum. Ein bisschen breitbeinig sind die Philharmoniker gesessen, oder war es nur die Kameraeinstellung? Aber es war schön.

Wir sind diesmal nicht weggefahren, sondern haben die Feiertage in Notaufnahmen verbracht. Und mit Notdiensten. Keine Sorge, nichts Menschliches. Der Hund. Am Bildschirm der Tierklinik stand als erste Zeile einer sich über die Tage füllenden Liste: "Balu hat beim Spazierengehen zu Mittag seinen Erzfeind getroffen". Balu ist unser Hund, und sein Erzfeind ein größer Hund. Dem unser Hund jedesmal, wenn er ihn trifft, sofort an die Kehle springt. Bei dem es unserem Hund die Haare aufstellt, wenn er den anderen nur am Horizont am Ende der Gasse sieht. Das wissen wir natürlich, der gegnerische Besitzer und wir, und wir sorgen dafür, dass sich die beiden Hunde nicht treffen. Diesmal sind sie aber gleichzeitig um die Ecke gebogen. Das haben Ecken an sich, dass man vorher nicht sieht, was dahinter ist. "Balu hat beim Spazierengehen zu Mittag an der Ecke seinen Erzfeind getroffen", müsste es heissen. Die weiteren Zeilen des Eintrags der Tierklinik waren dann: Bluterguss ums Auge herum, Dosierungen von Medikamenten, Schmerzmitteln, Details zur Narkose, Beruhigung und Heilung, die Bindehaut des Auges hat es rot und geschwollen herausgedrückt. Mehr dazu erspare ich Ihnen. Das Endergebnis: alles ist gut gegangen. 927 Euro hat es gekostet. Wir sind heuer nicht weggefahren - hätten wir uns auch nicht recht leisten können.

TRENNER

Was man erlebt, wenn man 8 Stunden in der Notaufnahme der Tierklinik sitzt? Unzählige Menschen, die mit sorgenvollen Blicken hereinkommen. Ihre Tiere in Schachteln tragend, in Käfigen, in Decken gewickelt. Warten, Infusionen am Gang. Aufrufe. Ein zitternder Hase. Eine Katze, die nicht mehr frisst. Und immer wieder die Frage: kann ich mit Bankomat zahlen? Von denen, die gehen mit ihren Tieren, lachen einige draußen wieder am Gehsteig. Einige gehen ebenso sorgenvoll, wie sie gekommen sind - das Management des Sterbens gibt es auch bei Tieren. Begleitung, Schmerzmittel, Pläne, das Sterben menschlich zu machen, und manche gehen mit leeren Käfigen hinaus und weinen. Man kommt ins Reden, weil Zeit ist, gemeinsam zu warten, man lernt einander kennen, Menschen, und die Tiere, und ihre Geschichten. Wir sind heuer nicht weggefahren - wir haben hier viel erlebt und viel auch erfahren.

TRENNER

Ein weiterer Notdienst kam dann zu uns, am Samstagabend nach Neujahr. Wer eine neue Lampe im Bad montiert, muss eine Abzweigung im Stromkabel legen. Und wer den Erfolg seiner Arbeit ausprobieren möchte, muss spätestens dann die Sicherung wieder einlegen, wenn er sehen möchte, ob's leuchtet. Ein weisser Blitz. Der Knall war gewaltig, danach wurde es ganz finster und es blieb auch finster, nachdem die Sicherung wieder eingelegt war. Der Elektrikernotdienst - 180 Euro - lachte und legte im Gang eine große neue Sicherung in einen versteckten Sicherungskasten ein, von dessen Existenz man bisher nicht wusste. Und es ward hell.

Den dritten Notdienst brauchten wir dann zu Heiligendreikönig. Milch, Brot und Butter waren ausgegangen, und der kleine Not-Supermarkt am Bahnhof hat offen. Wie Käfige sind dort Bereiche abgetrennt, weil es gar nicht so einfach ist in Österreich, für Supermärkte an Feiertagen offen zu halten. Das Geschäft muss untertags immer wieder mal abgeteilt werden, damit die Kunden bestimmte Bereiche erreichen oder eben nicht mehr erreichen. Ich war auf der falschen Seite, bei Getränken und Schnaps, Brot und Butter waren auf der anderen Seite. Man findet dann etwas ratlos aber insistierend umherirrend durchaus einen Eingang zum anderen Käfig. Insgesamt äußerst erfolgreich - 12 Euro 50 und das Frühstück war da. Zuhause freute sich die Familie über das Frühstück, und der Hund wedelte, dessen Nähte am Auge wieder entfernt waren. Er sieht jetzt etwas rot, wegen der Blutspuren im Auge, und weil er noch sauer ist. Die Leute von der Tierklinik haben gemeint, er wird sich anstrengen, seinen Erzfeind das nächste Mal schneller und besser zu erwischen. Damit er den Kampf beim nächsten Mal eben gewinnt. Ein aufregendes Jahr steht uns bevor.

Randnotizen von Lothar Bodingbauer
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ID 316
Bienenwachs
Radioproduktion | 27.12.2019
Bienenwachs
Vom Leben der Natur, ORF Radio Österreich 1, 23. – 27. Dezember 2019
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27.12.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Vom Leben der Natur, ORF Radio Österreich 1, 23. – 27. Dezember 2019

Gelb, hell, wertvoll, duftend.

Der Bioimker Dietmar Niessner spricht diese Woche über das Bienenwachs.

Natürlicher Wachskreislauf

Licht in dunkler Jahreszeit.

Wertvolles Kulturgut

Bienenwachs ist neben dem Honig das zweite begehrte Produkt, das von den sozial lebenden Honigbienen im Bienenvolk erzeugt wird. Die Arbeiterinnen schwitzen feine, weiße Wachsplättchen aus ihren Wachsdrüsen, um die Waben zu bauen. Erst durch Pollenöl und Honig wird aus dem ursprünglich weißen Wachs das typische gelbe Bienenwachs. Sein Geruch kommt vorwiegend von Propolis, dem Harz, das die Bienen von Baumknospen sammeln und das sie als antiseptischen Überzug über die Waben verteilen.

Die Waben aus Wachs dienen als Zellen für das Aufziehen der Bienenbrut, als Zellen zur Lagerung von Pollen und Honig, sowie als „Tanzboden“, der die Vibrationen der Bienentänze im Stock gut verteilt. Durch das Bebrüten der Zellen und die Häutchen der sich immer wieder häutenden Maden, die in den Zellen abgelagert werden, werden die Wachswaben dunkler und weniger flexibel, so dass sie ausgetauscht werden. In der Natur würde das etwa durch Wachsmotten passieren, die die alten und verlassenen Waben auffressen, in der Bienenhaltung sorgen Imkerin und Imker für den regelmäßigen Austausch alter Waben. Das Wachs wird eingeschmolzen und gereinigt. Es kann für neue Mittelwände – die Ausgangsflächen für neue Waben – verwendet werden, und so entsteht der Wachskreislauf der Imkerei. Wird Wachs vom Kreislauf abgezweigt, kann es für Kerzen verwendet werden. Das geht aber auf Kosten der Honigernte, denn Bienen brauchen Honig – und Sonne – für die Produktion ihres Bienenwachses.

Interviewpartner:

Dietmar Niessner,
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ID 315
Vielfalt der Flechten
Radioproduktion | 01.12.2019
Vielfalt der Flechten
ORF Radio Österreich 1 / Vom Leben der Natur, 25. bis 29. November 2019
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01.12.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
ORF Radio Österreich 1 / Vom Leben der Natur, 25. bis 29. November 2019

Arbeitstitel: Trompeten, Krusten, Schuppen, Bärte

Der Botaniker Roman Türk spricht über die Flechten.

Teil 1: Erfolgreiche Lebensgemeinschaft

Teil 2: Nahrung in extremer Gegend

Teil 3: Lebensraum Antarktis

Teil 4: Umfassende Verbeitung

Teil 5: Geänderte Bedingungen

Flechten sind Pilze. Carl von Linné bezeichnete sie als das "Pöbelvolk im Pflanzenreich". Die längste Zeit war das unklar. Sie sind auch heute noch aus der sinnlichen Wahrnehmung meist ausgeschlossen. Wir übersehen sie. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Doppelnatur der Flechten bekannt - die Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge.

Die Algen sorgen für die Photosynthese, die Pilze für Halt, Struktur und Vermehrung. Welche interaktiven Prozesse spielen sich zwischen Alge und Pilz ab?

Wo sich höhere Pflanzen nicht entwickeln können, fallen sie auf. In großen Höhen, bei großer Kälte - aber auch bei großer Hitze. Sie halten extreme klimatische Bedingungen gut aus. Was vielen Arten aber schadet, sind erhöhte Stickstoffeinträge aus der Luft. Sie sterben ab, oder werden durch andere Arten verdrängt, die genau diese höheren Stickstoffeinträge lieben.

Interviewpartner:

DR. ROMAN TÜRK, UNIV.-PROF. (I.R.)

Lektor und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter

Universität Salzburg, Fachbereich Biowissenschaften

Hellbrunnerstr. 34

5020 Salzburg
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Protoparmeliopsis muralis Krems, Stein P1190731 Protoparmeliopsis muralis Krems, Stein P1190731
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Solorina saccata 30052010 Seidelwinkeltal 099 Solorina saccata 30052010 Seidelwinkeltal 099
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Ramalina pollinaria Werfenweng P1060922 Ramalina pollinaria Werfenweng P1060922
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ID 314
Radioproduktion | 21.11.2019
Meisterstück: Porzellan
Meisterstück: Porzellanschale von Michaela Dinges, Keramikerin
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21.11.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Meisterstück: Porzellanschale von Michaela Dinges, Keramikerin

ORF Österreich 1 –

Moment Leben heute, 21. November 2019

SIGNATION

Farbe

Weiß

Oberfläche

Glänzend

Gewicht

Leicht

Form

Für meine Wahrnehmung gleichmäßig

Kunst oder Handwerk?

Es ist Kunsthandwerk

Im Atelier von Michaela Dinges stapeln sich massive Gipsblöcke und zarte Porzellanschalen. Sie ist Keramikerin, um die 40, und sie lebt und arbeitet in Wien. Ihr Meisterstück ist eine Schale.

Die begleitet mich seit nunmehr sechs Jahren und ist immer noch in Verwendung – ist die falsche Bezeichnung – sondern ich produziere sie nach wie vor in ihrer Urform. Ich habe sie nie verbessern wollen oder anders machen und die ist mir mehr oder weniger passiert.

Genau genommen ist also das Meisterstück von Michaela Dinges nicht die Schale selbst, sondern die Gipsform dieser Schale, deren Porzellanabguss, der erste davon, vor ihr steht.

Es ist eine handtellergroße Schale in Form einer Zuckermelone. Da sieht man an der Außenseite die Beschaffenheit, beziehungsweise die Struktur dieser Melone.

Fein unterteilt, gerippt, symmetrisch angelegte Sektoren …

Ja, so ein bisschen wie ein Seestern. – Es ist rau kann man sagen, in dem Fall besonders, weil die ist außen nicht glasiert. Mittlerweile glasiere ich sie innen und außen. Und mir gefallt sie so besser, aber wenn man sie nur innen glasiert, kann es passieren, dass sie sich beim Brand verzieht.

Was bei dieser Form und dieser Schale aber durchaus beabsichtig ist. Denn anders als eine Honigmelone kullert die Porzellanschale in Form einer Honigmelone dann nicht am Tisch herum. Das Runde hat sich beim Trocknen und Brennen ein wenig gesetzt.

Ein bisschen hängt sie, und das macht für sie irgendwie diese interessante Form aus. Was kann ich mit dieser Schale machen? Ich kann super Sachen für den Aperitif reingeben, ich kann sie als Suppenschale verwenden. Man kann sicher auch einen Tee draus trinken. Man kann Dessert darin servieren. Und es ist auf Grund dessen so klein, weil Porzellan als Material an sich beim Brand einen Schwund von 18% hat.

An der Akademie für bildende Künste in Wien hat Michaela Dinges das Arbeiten mit Keramik gelernt, hat dieses Wissen dann lange nicht verwendet und vor sechs Jahren wieder begonnen, herauszufinden, was es mit den Feinheiten des Porzellans genau auf sich hat, wie man gute Formen baut.

Wenn irgend etwas, man nennt das in der keramischen Sprache, wenn etwas untergriffig ist, dann bekomme ich es nicht aus der Form raus.

Anders als das Arbeiten mit Ton, der fest ist, wird Porzellan als Flüssigkeit angerührt.

Flüssigkeit in der Konsistenz ähnlich wie Palatschinkenteig, das ist so ein bisschen eine sämige Masse. Und Porzellan wird gegossen. Du gießt sie in diverse Formen, die du aus Gips anfertigst, rein und der Gips macht nichts anderes, als dass er dieser Porzellanmasse das Wasser entzieht. Das geht relativ schnell, und das Resultat ist, dass sie auf der Innenseite der Gipsform eine festere Schicht bildet. Und wenn ich befinde, dass die Schicht dick genug ist, dann leere ich die restliche Masse wieder aus.

Drei Millimeter etwa ist die Zieldicke. Das dauert dann nicht lange.

Ein, zwei Minuten, das ist ein sehr schnelles Material, es gibt andere, die brauchen länger, aber mir liegt das sogenannte 400Cin-CL. Das ist die Bezeichnung. Das ist relativ flink und sehr weiß.

Einige Stunden warten, bis der Abguss trocken wird, Kleinigkeiten ausbessern, weiter trocknen lassen, brennen und glasieren. Die Schale vor Michaela Dinges ist keine bloße Kopie einer Frucht, der Honigmelone. Sie ist anders.

Ich will ja da eine gewisse Veränderung haben. Es ist ein bisschen rau, es hat eine kühle Haptik, es ist ein bisschen steril weiß. Es geht so ein bisschen in diese Ästhetik rein von etwas Stylischem.

In den letzten Jahren sind weiter Porzellan-Früchte dazugekommen, die Michaela Dinges aus der Urschale, dem Meisterstück entwickelt hat: Zitrone, Quitte, Granatapfel …

Orange, Apfel, Birne, Avocado… Ich liebe es, Fitzelarbeiten zu machen, wo andere sagen, dass du das überhaupt siehst. Wenn ich Porzellan mache, oder wenn ich an meinen Sachen arbeite, ist in Windeseile dieses Gefühl da, wo es mir gut geht. Es macht mir immer Spaß, ich liebe es.
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Ö1: Menschen und ihre Buechereien
https://oe1.orf.at/programm/20191121/579414/Menschen-und-ihre-Buechereien
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ID 313
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 21.10.2019
Lichtbilder des Universums
Der Astronom Stefan Meingast von der Universitätssternwarte Wien spricht über die Astrofotografie.
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Österreich 1 · 21.10.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Astronom Stefan Meingast von der Universitätssternwarte Wien spricht über die Astrofotografie.

Wer den Himmel fotografieren will, muss sich mit einigen Problemen auseinandersetzen, die es zu lösen gilt, um ebenso schöne farb- und formenreiche Bilder vom Nachthimmel zu erhalten, die wir aus der professionellen Astrofotografie kennen.

Erstens sind die Objekte weit weg. Wir müssen vergrößern, um sie fotografieren zu können. Zweitens sind die Objekte lichtschwach. Wir müssen Licht über längere Zeit sammeln, um sie heller abzubilden, als sie am Himmel erscheinen. Drittens verhindert die Erddrehung, dass sie in dieser Zeit scharf abgebildet werden. Wir müssen das Fernrohr der scheinbaren Bewegung der Sterne nachführen, um immer dieselbe Stelle der Aufnahme zu belichten. Und viertens verhindern die Lichter der Stadt, dass die feinen Lichter der Planeten, Sterne und Galaxien überhaupt erst sichtbar werden.

Es gibt Objekte am Himmel, die trotzdem fotografiert werden können, auch wenn man nicht alle Probleme lösen kann: Der Mond ist nahe, groß und lichtstark, nahe Planeten und Galaxien können auch schon mit leichten Vergrößerungen gut sichtbar gemacht werden, ausgedehnte Gasnebel zum Beispiel im Sternbild des Orions werden auch schon durch kürzere Belichtungszeiten am Foto sichtbarerer, als sie es für das freie Auge je sind.

Für die professionelle Astrofotografie geben die Bilder des nahen und fernen Universums Hinweise auf seine Entwicklung. Wie entstehen Sterne? Welche Prozesse sind beteiligt? Wie ist das Universum entstanden und wie ist es heute aufgebaut? Die Bilder ermöglichen das Kennenlernen von Gegenden, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, da das Licht oft lange Zeit unterwegs war, bis es die Linsen der Kameras erreichte.

Service

GESPRÄCHSPARTNER:

Dr. Stefan Meingast, Bakk. MSc.

Universität Wien

Institut für Astrophysik

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_1 Teil 1

: Leuchtende Wolken

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_1

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_2 Teil 2

: Ruhe und Bewegung

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_2

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_3 Teil 3

: Aufschlussreiche Strukturen

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_3

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_4 Teil 4

: Blicke in die Vergangenheit

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_4

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_5 Teil 5

: Heimatgalaxie Milchstraße

Filename: radio308a_nat_lichtbilderdesuniversums_5
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ID 312
Radioproduktion | 14.10.2019
Randnotizen: Bücher
ORF Radio Österreich 1 – Moment Leben heute, Randnotizen / 14.10.2019
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14.10.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
ORF Radio Österreich 1 – Moment Leben heute, Randnotizen / 14.10.2019

Lothar Bodingbauer über die Verwendung von Büchern.

SIGNATION

Ich muss Ihnen jetzt etwas erzählen, aber Sie müssen mir versprechen, dass Sie nicht lachen. Ja?

Es war vor einer Woche, ich kenne mich ganz gut aus in Mathematik, und eine ungefähr 17-jährige Schülerin hat mich gebeten, ihr beim Mathematiklernen zu helfen. So etwas macht man doch gerne, wenn man gut ist in Mathematik, und natürlich hat man ein bisschen den Wunsch, nicht nur die Antworten auf Fragen zu geben, sondern auch ein bisschen was von seiner Erfahrung weiterzugeben, wie man schwierige Dinge lernt, wie man sein Wissen vervollständigt, wenn etwas davon noch fehlt.

"Was sind denn statistische Kennzahlen", fragte die Schülerin, zum Beispiel der Mittelwert, aber wer weiß, was es da noch alles gibt. "Schau doch mal im Mathematikbuch nach", sagte ich. Das Mädchen nahm da Buch in die Hand, und wog es ein bisschen wie unschlüssig hin und her. Es öffnete das Buch und sah dabei ein wenig verloren aus. "Weißt du", sagte ich, "da gibt es ganz hinten eine Liste mit wichtigen Wörtern, die im Buch vorkommen, der Index, da schauen wir jetzt einfach nach". Und tatsächlich, unter "Statistische Kennzahlen", und unter "Kennzahlen, Komma, statistische" standen beide Male die gleichen Seitennummern, nämlich 31. Das Gesicht des Mädchens erhellte sich. Es schlug die Seite auf und fand dort gleich auch die Überschrift: "Statistische Kennzahlen".

Das hat der jungen Frau gefallen. Sie fand auf dieser Seite dann alles, den Modus, den Mittelwert, den Median und die Standardabweichung. All das, was sie im Unterricht bereits irgendwann gehört hat. Und dann, ich wollte die Chance nützen, sagte ich ihr, "es hilft oft, wenn man sich in diesem Kapitel ein wenig umschaut, was es sonst noch alles gibt. Blättere doch mal nach vor.“ Sie schaute ein wenig unschlüssig und wog das Buch in den Händen. Blätterte ein wenig herum. "Vorne ist links", sagte ich, "das Buch ist nach aufsteigenden Seitenzahlen geordnet." Und schon war sie vorne beim Anfang des Kapitels. Sie stellte fest, dass es neben "statistische Kennzahlen" auch noch ganz andere Überschriften gibt, und ich sagte ihr, das das Herumblättern ganz praktisch wäre, weil man dann einen Überblick bekäme, was es sonst noch alles gibt. Beim nächsten Mal würde man sich dann besser zurechtfinden.

Das Gesicht der Schülerin erhellte sich weiter. "Und schau, ganz vorne im Buch, da gibt es ein Inhaltsverzeichnis", sagte ich. Sie schaute gleich nach und sah dort auf wenigen Zentimetern alle Überschriften untereinander, denen sie durch das Blättern im Buch begegnet war. Sie war hin und weg. *Das* hätte ihr noch niemand gezeigt. Das Konzept „Buch“ gefiel ihr. *Das* hätte ihr noch niemand gezeigt.

TRENNER

Jetzt kann man sagen, blöd gelaufen, ich hatte es mit jemandem zu tun, der gar keine Ahnung hat. Aber so einfach lässt sich die Sache nicht vom Tisch wischen, denn: "Computer - was ist die Fläche Österreichs?" Die Antwort kommt vom Smartphone, ganz ohne Buch.

OT "Österreich ist 83 879 Quadratkilometer groß"

Und, ist nicht Wikipedia ganz ohne Seitennummern geschrieben, mit Hyperlinks, und wenn man liest, schiebt man die Seite am Bildschirm mit dem Finger nach oben. Wikipedia, oder überhaupt, das Internet, kennt keine Seitennummern, warum soll man dann wissen wollen, wo vorne ist im Internet?

Der Tag mit dieser Schülerin hat mein Leben in zwei Hälften geteilt. Wie Christi Geburt unsere Zeitrechnung. In eine Zeit vorher, und eine Zeit nachher. Wir leben jetzt etwa im Jahr 5 "nach der Verwendung von Büchern". Wir haben es jetzt offenbar mit Menschen zu tun, die Bücher nur mehr vom Hörensagen kennen. Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern begleitet, die das - so wie ich - oder vermutlich auch Sie - noch nicht vollständig erfasst haben. Die vergessen, den Schülerinnen, den Schülern, die Funktionsweise eines Buches zu erklären, wenn sie es zum Beispiel als Schulbücher austeilen. Und das Rührende an der ganzen Geschichte ist, wie viel Wohlwollen das Mädchen dieser Idee eines Buches entgegengebracht hat. Das Mädchen war hin und weg vom Mathebuch, das ihr noch niemand erklärt hat. Und ich hoffe, Sie haben bei der ganzen Geschichte jetzt weder gelacht - noch geweint. Computer, erzähl einen Witz!

OT „Welches ist das älteste Musikinstrument? Das Akkordeon, es hat die meisten Falten“.
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ID 311
Pflanzensamen sammeln
Radioproduktion | 30.09.2019
Pflanzensamen sammeln
Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1 / 30.09.2019 - 4.10.2019
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30.09.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1 / 30.09.2019 - 4.10.2019

Auf der Suche nach Raritäten.

Barbara Knickmann vom Botanischen Garten der Universität Wien sammelt Samen von wildwachsenden Pflanzenarten.

Teil 1: Lebensraum Straßenrand

Teil 2: Eine verwilderte Wiese

Teil 3: Sammeln und schützen

Teil 4: Wettlauf mit Tieren

Teil 5: Ein Gefühl für die Landschaft

Pflanzensamen sind Zeitkapseln. Sie können die Zeit überdauern. Gekühlt gelagert bleiben sie - je nach Art - mehr oder weniger lange keimfähig. Bis etwa auf die leichten Samen von Weiden, die nur sehr kurz haltbar sind, weil sie in freier Natur normalerweise in feuchter Umgebung rasch keimen.

Wissenschaftliche Sammlungsausflüge werden genau geplant. Einerseits gibt es genaue Ideen, welche Pflanzen "besammelt" werden sollen, andererseits sind Genehmigungen einzuholen und Naturschutzaspekte zu bedenken. Allgemein werden nur maximal 20% der Samen einer Pflanzengruppe entfernt.

Die Samen werden innerhalb der wissenschaftlich arbeitenden botanischen Institute weltweit mit Hilfe von jährlich erstellten Samenkatalogen getauscht. Sie werden für Schausammlungen in botanischen Gärten benötigt, für wissenschaftliche Fragestellungen, die gerade bearbeitet werden, und in der Ausbildung bieten Jungpflanzen – aus Samen gezogen – Einblick in frühe Entwicklungsstadien der jeweiligen Pflanze. Neben den Samen der Pflanzen wird auch das Wissen darüber gesammelt und in den Datenbanken festgehalten. Sammlungsausflüge ermöglichen es den Beteiligten darüberhinaus, die Pflanze auch außerhalb eines Botanischen Gartens "im Feld" zu sehen.

Pflanzensamen aus Österreich werden auch zur "Millenium Seed Bank" nach London geschickt, wo sie gekühlt lange Zeit als Botanisches Welterbe gesammelt und aufbewahrt werden.

Bis 31. Oktober ist im Botanischen Garten der Universität Wien die Ausstellung "Forscher, Sammler, Pflanzenjäger" zu sehen.

"Unterwegs mit Humboldt & Co." - mit Pflanzensammlern, die in die entlegensten Winkel der Erde vordrangen.

Interviewpartnerin:

Dipl.-Ing. Barbara Knickmann

Core Facility Botanischer Garten Wien

Rennweg 14/2

1030 Wien

Botanischer Garten Wien

Millenium Seed Bank
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ID 310
Premium | 14.08.2019
Wie kommt das Wasser in hohe Häuser?
Rätsel des Alltags. Interviewpartner: Paul Hellmeier, Wiener Wasser. (
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14.08.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Rätsel des Alltags. Interviewpartner: Paul Hellmeier, Wiener Wasser. (

ORF Radio Österreich1/Moment – Leben heute

)

Manuskript

MOMENT Beitrag „Wie kommt das Wasser in den 20. Stock“

Lothar Bodingbauer, 5:04 min

MODERATIONSVORSCHLAG

Wie kommt das Wasser in den 20. Stock?

SIGNATION: RÄTSEL DES ALLTAGS

Wenn das Wasser bei Ihnen zu Hause nur kläglich aus der Leitung rinnt, kann es natürlich sein, dass zu wenig da ist, aber es kann auch sein, dass Sie zu hoch wohnen.

Wasserversorgung bedeutet, neben dem Wasser auch den passenden Druck zur Verfügung zu stellen. Die Herausforderungen der Wasserversorgung beginnen dort, wo es viele Stockwerke gibt, wo die Häuser hoch sind.

OT 1

Paul Hellmeier ist der Chef aller Wiener Wasserpumpen und Hebewerke. Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser. Man könnte sagen, „er verteilt das Wasser in der Stadt“. Es läuft kostenlos über zwei Hochquellwasserleitungen bergabfließend nach Wien hinunter, wo es zunächst in 30 Behältern gesammelt wird, die sich wiederum über den meisten Häusern befinden.

OT 2

Mehr als diese 30-60 Meter Höhendifferenz zu diesen Sammelbehältern soll es auch nicht werden, denn dann wäre der Druck zu stark, das Wasser würde aus der Leitung spritzen.

OT 3

Wenn es einmal zu viel Druck gäbe, weil die Häuser eines Stadtteils tiefer liegen, dann gibt es technische Möglichkeiten aus diesem Zuviel an Druck, an Energie, Strom zu erzeugen, in sogenannten Süßwasserkraftwerken. „Wir haben ja nichts zu verschenken“, sagt Paul Hellmeier. Hohes Wasser ist kostbares Wasser.

OT 4

Gibt’s dann aber nicht umgekehrt im Erdgeschoss Überdruck?

OT 5

Stück für Stück, 5-Stockwerke auf einmal nehmend, wird das Wasser also hinaufgepumpt. Warum nicht alles gleich nach oben pumpen?

OT 6

Zusammenfassend, meint Paul Hellmeier vom Wiener Wasser, wer Wasser hoch oben haben möchte, weil er oder sie ein hohes Haus besitzt oder betreibt, muss dieses hohe Wasser durch den elektrischen Betrieb der Pumpen selbst bezahlen.

ABMODERATION

Wie kommt das Wasser in den 20. Stock? Ein Rätsel des Alltags, gelöst von Lothar Bodingbauer.
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Ö1: Urbane Wasserspender
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ID 309
Radioproduktion | 16.07.2019
Ich habe einen Traum
Utopien in Wien: Energie-Unabhängigkeit, Arbeiten auf Reisen und Irish Dance
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16.07.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Utopien in Wien: Energie-Unabhängigkeit, Arbeiten auf Reisen und Irish Dance

In diesem Sommer erzählen Menschen in ganz Österreich, wie sie idealerweise leben möchten. Nicht in einer fernen Zukunft, sondern jetzt - aber manchmal nimmt die Gegenwart die Zukunft vorweg.

Zum Beispiel, wenn in Wien der Ingenieur und Tüftler Peter Ott von der Selbstversorgung mit Energie träumt - und schon damit beginnt, sie in die Wirklichkeit umzusetzen.

Oder wenn zwei junge "Digitalnomaden", die Fachleute für IT und Neue Medien Nina Benkotic und Robert Strobl, sich ihren idealen Arbeitstag in der Zukunft vorstellen.

Oder wenn die Schülerin Adriana Gerstner Musik, Sport und die Erfahrung von Gemeinschaft verbindet: "Ich habe einen Traum von einer Welt, wo man etwas für einander macht und nicht übereinander, sondern mit einander redet."

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Link: Ö1
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ID 308
Stoffmuster
Podcasting|Radioproduktion | 14.07.2019
Stoffmuster
14. Juli 2018, 18:15 Uhr,
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14.07.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
14. Juli 2018, 18:15 Uhr,

ORF Radio Österreich 1

Punkte, Streifen, Flecken, Blüten

Vielfalt der Stoffmuster

Ein „Podcast-küsst-Radio“-Projekt.

Es ist eine ganze Industrie, die Musterindustrie, die sich mit der grafischen Gestaltung von Stoffmustern beschäftigt. Ob Karo, Fischgrat, Hahnentritt, Glencheck oder Nadelstreif - die Klassiker sind allen gut bekannt. Der Hunger des Marktes nach immer neuen Formen und Ideen ist groß. Viele traditionelle Muster haben sich aus der Art der Webtechnik ergeben. Drucke erweitern diese Möglichkeiten und in zunehmenden Maße sind auch individuelle Muster von Kundinnen und Kunden gestaltbar. (Lothar Bodingbauer)

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Ö1: Blumen Hahnentritt Punkte Bauernkaro
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ID 307
Radioproduktion | 16.06.2019
Grenze zum Paradies
Moment Randnotizen über Grenzen, Zonen, Verbindungen und das Ankommen.
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16.06.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Moment Randnotizen über Grenzen, Zonen, Verbindungen und das Ankommen.

ORF Österreich 1 / 17.01.2019

SIGNATION

Wie weiß man, wann man angekommen ist? Wie weiß man, wann man da ist? Es geht ja jetzt wieder los mit dem Urlaub, und die Kinder sind auch oft dabei, die fragen dann. "Wann sind wir endlich da".

Wenn es um ein Ziel geht mit GPS Adresse, mit Navigator, dann ist alles klar: "Sie haben Ihr Ziel erreicht". Bei einer ganzen Region ist das schon schwieriger. Nehmen wir mal den Sauwald, ein tiefer dichter Wald im oberösterreichischen Innviertel, an der Grenze zu Passau - daher auch der Name: Sauwald, von Passauer Wald. Wer in den Sauwald zum Wandern will, wird bemerken, dass auf die Frage, wo er denn ist, der Sauwald, die Leute sagen, da hinten ist er, da weiter oben, noch ein Stückchen hier rauf - und flugs ist man durch und wieder an der Donau drunten und man bemerkt, im Sauwald ist man gerade gewesen. Menschen zu fragen, funktioniert dort offenbar nicht, aus welchen Gründen auch immer, und man muss sich mit einem Trick helfen, den ich Ihnen gerne verrate, um zu erkennen, wann man da ist: man lässt die Kinder, die man trifft auf dem Weg, in der Gegend, einfach zählen. Und wenn es sich so anhört wie diese Kinder, wenn sie zählen, dann ist man da:

OT 1-20

Die großartigen Feinheiten des Dialekts. Hören Sie die Nuancen? Die Endungen? Das Betonen und Ziehen?

TRENNER

Anders verhält es sich, wenn man ins Paradies will. Und die Sprache nicht versteht. Da muss man an den Rändern schauen.

Wir kommen gerade von einer Wanderung im "Slowakischen Paradies" zurück. Das ist ein Mittelgebirge mit schönen Bächen und Klüften im Zentrum der Slovakei. An seinem Rand liegt Spisska Nova Ves, Zipser Neudorf auf Deutsch. Eine wunderschöne Altstadt, Cafes am Platz, Menschen an Feiertagen mit schönen Gewändern - Blumentragend und Torten.

Woran erkennen wir hier, dass wir im Paradies angekommen sind? Fragten die Kinder am Beginn der Wanderung aus dem Stadtzentrum hinaus in Richtung Berge. Es ging vorbei an der Altstadt, an den Wohngebieten der Vororte, es ging durch Gewerbezonen, eine Straße entlang mit schmucken Reihenhäusern - um jedes Haus ein Hund, das Grün schon vor Augen - und plötzlich eine Zone mit erkennbarer Armut im Vorgarten. Wer auch immer dort wohnt, er wohnt am Rande der Stadt - an der "Grenze zum Paradies". Dichte dunkle Haare hatte der Bursch, der aus dem Fenster schrie, kein Foto, die Hunde schwiegen, und die staubige Straße führte weiter hinauf in das Tal. Es kamen Markierungen und dann der große Parkplatz mit einem hohen Torbogen aus Holz. Der offizielle "Eingang zum Paradies". Wer mit dem Auto kommt, hat seine Ränder zu Fuß nicht durchstreift. Dem würde was fehlen im Bild dieser Gegend.

Es sind die Ränder. Menschen, die an den Rändern wohnen, die zwischen den Altstädten und Paradiesen leben. Seggregation sagen die Geografen, Trennung, wenn es kein soziales Miteinander gibt, keine Vermischung. Konflikte gibt es dann, wissen sie, und nicht das Paradies.

TRENNER

Menschen am Rande der Gesellschaft baden in einem Schwimmbad im Speckgürtel Wiens dort, wo das Wasser der sogenannten "Kristallquelle" durch Gitterstäbe zwischen der Mauer aus dem Schwimmbadgelände hinausfließt. Sie können sich die höheren Eintrittspreise nicht leisten, eines von der Gemeinde verpachteten und daher privatwirtschaftlich betriebenen Schwimmbads. Ein Paradies drin für uns. Und die Menschen draußen baden in dem, was wir überlassen. Sie spielen im Wasser, das zwischen Gitterstäben dort hinausfließt. Man sieht sie nicht, man muss außen um die Mauer herumgehen. Und dann sind sie ganz plötzlich da. Alternativ könnte sich die Gemeinde um das Bad kümmern, das Bad selbst betreiben, und sie könnte mit günstigen Eintrittspreisen dafür sorgen, dass jeder hineinkommt, ins Paradies.
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ID 306
Radioproduktion | 06.06.2019
Meisterstück Abenteuermesser
Das Abenteuermesser des oberösterreichischen Messermachers Norbert Leitner
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06.06.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das Abenteuermesser des oberösterreichischen Messermachers Norbert Leitner

Die Frage, was ein Meisterstück ist, ist eine sehr spannende Frage. Meisterstücke zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie sehr filigran verziert sind, sehr detailreich ausgearbeitet sind, sehr wertvoll sind. Aus Gold, Elfenbein. Das sind natürlich alles Attribute, die einen Wert haben. Von meiner Warte aus, als Macher, steckt sehr viel Liebe drin, Leidenschaft drin, Kreativität drin, Eigensinn drin, und Lebenszeit in Form von Arbeitszeit.

Norbert Leitners Meisterstück.

Es ist ein Messer.

20cm ist das Messer groß. Es wirkt wie ein kleineres Küchenmesser mit größerer Klinge und relativ kleinem Griff. Eine Woche hat Norbert Leitner daran gearbeitet. Die Klinge ist aus mehrfärbigem Damaszenerstahl. Einzelne hell- und dunkelgraue Schichten sind sichtbar. Der Griff ist aus Holz. Hellbraun. Feingeschliffen. Weich liegt es in der Hand. Die Klinge ist an ihrer Oberseite sanft gerundet, so wie ein Handrücken. Unten natürlich scharf, und oben ist sie 4 mm dick. Das Meisterstück hat einen Namen.

Sirak.

Das sind Eisgebilde, die am Gletscher hängen, die sehr filigran und sehr ästhetisch in der Landschaft stehen. Es ist oft so, dass ich das Wort zuerst habe und die Empfindung danach und erst dann das Messer mache. Meine Messer werden von Menschen gekauft, die einen starken Bezug zur Natur haben. Bei diesem Stück ist es so dass das Messer den Proportionen der Hand folgt.

Was heißt das?

Das Werkzeug, das uns am vertrautesten ist, sind die Hände. Die Klingenlänge ist so lange wie der Finger. Und wenn die Hand etwas in die Hände bekommt, wo diese Proportionen bedacht sind, dann fühlt sich die Hand automatisch wohl und sagt „ah, das kenne ich, damit kann ich umgehen“. Stimmen diese Proportionen nicht, dann muss sich der Körper in Verbindung mit dem Geist einstellen drauf. Wir können auch mit Klumpert arbeiten, wir brauchen halt eine Zeit.

Meine Messer zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr kompakt und sehr klein sind. Und was für mich als Künstler ganz wichtig ist, ist die Reduktion. Mich interessiert, wie kann man drei Striche so setzen, dass es spricht.

Auf der Suche nach der Reduktion, sucht man da sehr viel und man lässt dann vieles weg, oder packt man gar nicht erst viel hinein? Beide Ansätze sind möglich. Mein Ansatz ist eigentlich von Haus aus, mit wenig zu beginnen, um dann draufzukommen, dass man von dem wenigen, das man reinlegt, auch noch die Hälfte wegnehmen kann. Wichtig ist, wenn man die Reduktion im Produkt sucht, auch die Reduktion in der Arbeitsweise finden muss. Das heißt, den Zugang zum Material findet ich nur dadurch, wenn ich ganz langsam und nur körperlich, sinnlich an diesem Material dran bin.

Meine Messer baue ich ausschließlich mit der Hand. Jede Linie, jedes Detail ist von Hand gemacht. Zu wissen, wie fein ich ein Holz schleifen darf, dass es spricht, hat sehr viel mit Reduktion zu tun. Höre ich zu früh auf, ist es zu früh und das Holz spricht nicht. Ist zu spät, schleife ich das Holz oder das Material, oder den Stahl, es betrifft alle Materialien, schleife ich zu fein, spricht es auch nicht.

Ist das der Sinn der Reduktion, die Dinge zum Sprechen zu bringen?

Ja, absolut. Wenn du in einem Fußballstadion bist, hörst du den einzelnen nicht. Aber den möchte ich hören, was sagt er. In der Meditation versucht man ja genau das gleiche, weil das Ruhig werden nicht dadurch, dass man ruhig wird, sondern dass man zuhört. Das Holz variiert von der Qualität je nach cm ist es jedes Mal anders. Es gibt Passagen, die sind hart und widerstandsfähig. Es gibt Zonen, die sind weicher. Das mit der Hand nachzuspüren ist ein extrem sinnlicher Prozess. Dieser Prozess macht mir Freude. Die Arbeitsweise ist das Stück, das den Meister viel näher ist. Das ist das eigentliche Meisterstück, die Arbeit. Das Produkt, was immer auch gemacht wird, ist weg.

Das ist jetzt ein Repräsentant, dieses Messer, das hier liegt. Ein Repräsentant des Meisterstück „Arbeitsweise“.

Ja, wenn ich dieses Stück ansehe, dann sehe ich nicht das Messer, sondern ich sehe die ganzen Fragen und die ganzen Probleme, die da Stück aufgeworfen wird, dass es am Ende so geworden ist, wie es ist, und ich kann meine Antworten darin sehen.

Moment - Meisterstück, ORF Radio Ö1, 6. Juni 2019, 15:45 Uhr.

Link zum ausführlichen Gespräch mit Norbert Leitner:

Lobster und Tentakel 81

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Ö1: Warum Damenhygiene ein Tabu ist
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ID 305
Wechselkröte
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 13.05.2019
Wechselkröte
Zwischen Land und Wasser. Der Biologe Werner Kammel aus Wildon spricht über die Wechselkröte.
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Österreich 1 · 13.05.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Zwischen Land und Wasser. Der Biologe Werner Kammel aus Wildon spricht über die Wechselkröte.

Die Wechselkröte hat ihren Namen von ihrer weiß-grün gefleckten Haut, ein Muster das aussieht wie bei einem militärischen Tarnanzug. Wie andere heimische Krötenarten lebt sie gleichermaßen an Land wie auch im Wasser. Erkennbar sind ihre Eier in Pfützen und Tümpeln, weil sie in sogenannten Laichschnüren aneinanderhängen.

Der Misserfolg bei der Fortpflanzung ist durchaus einkalkuliert. Oft trocknen die Tümpel aus, bevor sich die Kaulquappen zu fertigen Kröten entwickelt haben. Da die Wechselkröte aber bis zu 30 Jahre alt wird, ist es nicht notwendig, dass jede Eiablage auch erfolgreich sein muss.

Was die Wechselkröte auf die Liste der bedrohten Arten setzt ist das Verschwinden der Lebensräume. Es sind in unseren stark bewirtschafteten Kulturräumen oft die verlassenen Plätze, die sie nutzt. Schottergruben, deren Böden oft von Baggern oder LKW verdichtet werden - dort hält sich das Wasser, das sie braucht. Oder Rückhaltebecken in Gewerbegebieten, die angelegt werden, damit es bei Regenfällen nicht zu Überschwemmungen kommt.

Interviewpartner:

Mag. Dr. Werner Kammel

Technisches Büro für Biologie

Wildon, Steiermark

Foto: Werner Kammel

1. Kaulquappen in der Schottergrube (Filename: radio301_nat_wechselkroete_1 mp3

)

Filename: radio301_nat_wechselkroete_1

2. Vergessene Teiche (Filename: radio301_nat_wechselkroete_2 mp3

)

Filename: radio301_nat_wechselkroete_2

3. Rückhaltebecken am Kreisverkehr (Filename: radio301_nat_wechselkroete_3 mp3

)

Filename: radio301_nat_wechselkroete_3

4. Auland zwischen Autobahnen (Filename: radio301_nat_wechselkroete_4 mp3

)

Filename: radio301_nat_wechselkroete_4

5. Begehrte Beute (Filename: radio301_nat_wechselkroete_5 mp3

)

Filename: radio301_nat_wechselkroete_5
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ID 304
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Randnotizen | 06.05.2019
Randnotizen: Einkaufen
Überraschungen, die man beim Einkaufen erleben kann.
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Österreich 1 · 06.05.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Überraschungen, die man beim Einkaufen erleben kann.

SIGNATION

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu Ihrem Lieblings-Obst-und-Gemüsehändler am Eck auf dem Platz vor der Kirche und während Sie so schauen und gustieren, was es heute besonders Gutes gibt, fragt Sie der Obst- und Gemüsehändler, ob Sie nicht auch diese Samen haben möchten, da gibt es alte Sorten, die wiederentdeckt wurden, ganz natürlich, Bio, und gute Paradeiser würden das werden. Sie sagen "ja", das finden Sie gut, das wollten Sie immer schon mal probieren und danke für die Empfehlung, nett dass Sie daran denken, aber Sie kennen mich ja schon lange, da ist Ihnen klar, dass mich das anspricht.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen dann zur Drogerie weiter vor, und währen Sie so schauen im Verkaufsbereich, ob es Erde gibt für die neuen Samen, die Sie vorhin gekauft haben, da fragt Sie der Drogist, ob Sie nicht auch dieses Unkrautvertilgungsmittel haben möchten, und da noch was gegen die Läuse, es ist zwar nicht biologisch, aber effektiv, giftig und daher wirksam. Es sorgt für Ordnung im Garten, so dass das Gute gewinnt und das Böse verliert. Und Sie sagen, sind Sie wahnsinnig, guter Mann? Woher kommen Sie auf diese Idee? Und der Drogist sagt, ach, ich habe sie da an der Ecke zu diesem Haus mit dem schönen Rasen stehen gesehen, dort, wo alles so gepflegt ist, die Ränder so sauber, und keine Blumen die irgendwo wachsen, wo sie nicht hingehören, dort, wo auch die Schnecken gut überwacht und unter Kontrolle sind, und da dachte ich, Sie machen sich Sorgen, und Sie möchten das auch. Nein, danke, sagen Sie und machen sich auf und gehen zur Silbernen Kugel einige Schritte weiter die Einkaufsstraße entlang, wegen der Erde für die Paradeiser, die Silberne Kugel, ein Geschäft für alles, was man im Haushalt braucht. Der Besitzer begrüßt Sie und kaum sind einige Sekunden vergangen, fragt er Sie auch, ob Sie nicht dieses Mittel gegen die Schnecken brauchen und das Unkrautvertilgungsmittel und das Gift gegen die Läuse. Genau das, was der Drogist Ihnen gerade empfohlen hat. Woher wissen Sie das, fragen Sie, ach, sagt der Mann von der Silbernen Kugel, der Drogist hat es mir gerade erzählt, er hat mich angerufen, und da dachte ich, Sie hätten Bedarf, aber warum schauen sie jetzt so komisch?

TRENNER

Ja, so funktioniert das im Internet. Auf Facebook pflege ich meinen kleinen Garten an Freunden. Als politisch interessierter Mensch schaue ich auch dann auch in der Suchfunktion nach Facebookeinträgen von Politikerinnen und Politikern, von linken und von rechten, und dreimal habe ich von einem hochrangigen Regierungsmitglied in den letzten Wochen die persönliche Facebookseite aufgerufen. Was dann geschah, raubt dir den Atem. Beim nächsten Login wurden mir in den Werbungen nicht wie üblich Werbung für Fahrradcomputer oder Pflanzenregale eingespielt, für Bildbearbeitungsprogramme oder Reisen, sondern eine Hose für den Nahkampf, eine personalisierte Werbung, ausgesucht vom Algorithmus, für, Zitat, "Kampfhosen, die jeder Mann braucht".

Aber es ging noch weiter. Auf Instagram mag ich es, Fotos mit Freunden anzuschauen, zu posten und zu tauschen. Beim nächsten Login keine Werbung für mich über Fahrradcomputer und Pflanzenregale wie sonst, sondern: Werbung für eine Hose für den Nahkampf, eine personalisierte Werbung für Zitat "Kampfhosen, die jeder Mann braucht". Der Algorithmus des "sozialen Netzes" hat schon wieder gearbeitet. Von Facebook hat er zu Instagram telefoniert, und von meinen "neuen Interessen" erzählt. – Das war zuviel. Ich habe meine sozialen Netzte also wieder entkoppelt, pflege ein eigenes Login für das eine - und ein anderes Login für das andere Konto. Habe da meine Freunde, dort meine weiteren Bekannten, auch eine Züchterin von sogenannten Kampfhunden ist dabei, obwohl es diesen Begriff eigentlich gar nicht gibt, und ich einen Dackel habe, aber vor allem, weil ich sie mag, nicht ihre politische Haltung, aber wir teilen uns die Freude an den Hunden.

TRENNER

Dieser Tage kommt eine neue Kundenkarte auf den Markt, erzählt mir ein persönlich adressierte Brief im Briefkasten, erzählt mir auch die Werbung im Fernsehen, erzählt mir auch der Aufdruck am T-Shirt der Verkäuferin im Supermarkt. Mehr Bonus. Mehr Vorteile. Da erzählt dann der Mann von der Tanke ganz automatisch und elektronisch der Papierhändlerin und dem Drogeriemarkt, was ich bei der Feinkost gestern gekauft habe - und meine Bank ist auch noch mittendrin. Das Plastik der beigesteckten neuen hoffnungsfrohen Karte habe ich zum Restmüll gegeben, das Papier mit der Anmeldung in den Altpapiercontainer. Die versprochenen Bonuspunkte investiere ich lieber in die Freiheit, unerkannt so einzukaufen wo und wie ich will.
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ID 303
Insekten im Garten
Radioproduktion | 23.04.2019
Insekten im Garten
Wer seinen Garten schön zusammenräumt - verblühte Blumen rasch entsorgt, alte Bäume nicht verrotten lässt, auch Laub zusammenträgt - der macht es Insekten schwer, sich wohlzufühlen. Es sind aber gerade die kleinen Hausgärten, die für den Lebensraum von Insekten wichtig sind. Was können wir tun, damit sie sich ansiedeln? Dass sie bleiben? Etwas gelassener alles sehen,
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23.04.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wer seinen Garten schön zusammenräumt - verblühte Blumen rasch entsorgt, alte Bäume nicht verrotten lässt, auch Laub zusammenträgt - der macht es Insekten schwer, sich wohlzufühlen. Es sind aber gerade die kleinen Hausgärten, die für den Lebensraum von Insekten wichtig sind. Was können wir tun, damit sie sich ansiedeln? Dass sie bleiben? Etwas gelassener alles sehen,

meinen ökologisch bewusste Gärtner

/

innen. Historisch werden Insekten oft mit Parasitentum und Krankheit verbunden, aber in einem naturnahen Garten sichern gerade sie eine gesunde Vielfalt, die Lebensgrundlage auch für Vögel und größere Tiere sind. Ein naturnaher Garten ist auch oft weniger Arbeit, braucht aber mehr Wissen.

(Moment / ORF Radio Österreich 1)

MANUSKRIPT fast-final

SIGNATION

ATMO Gartenarbeit, Laub

OT / Teaser-Mix

*Wenn ich hier Wiesenfläche habe, oder Rasen habe, dann mähe ich den, und dann habe ich immer wieder so kleine Spots, wo ich Blumenvielfalt vorfinde, und dahinten stelle ich mir einen Sessel hin, und dann liege ich in der grünen Natur. – Die große Mehrzahl der roten Listen wird länger und länger und länger. – Es hat jeder eine unterschiedliche Toleranzgrenze, die kann man niemanden vorschreiben. – Wir haben eine große Zahl an Arten, von denen wir wirklich ernsthaft befürchten müssen, dass sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verschwinden werden.*

MODERATION

Vom Leben und Überleben der Insekten im eigenen Garten.

OT / Teaser-Mix

*Es gibt halt nun mal Schädlinge und es gibt vielleicht auch Pflanzen, da will ich sie nicht haben. Ich werde auch zum Beispiel, wenn ich Rosenrost habe, das Laub dort nicht liegen lassen, weil ich will im nächsten Jahr, dass sich die nicht wieder aus dem infizieren. – Jeder Quadratmeter zählt. Wenn jeder von uns in seinem Rahmen den Garten nicht so durchpflegt, auf Chemie verzichtet. Wenn jeder in seinem Rahmen das Beste gibt, hilft das der Natur schon.*

MODERATION

Wer seinen Garten immer schön zusammenräumt – verblühte Blumen rasch entsorgt, und alte Bäume nicht verrotten lässt, auch Laub zusammenträgt – der macht es den Insekten schwer, sich wohlzufühlen. Es sind aber gerade die kleinen Hausgärten, die für den Lebensraum von Insekten so wichtig sind. Was können wir tun, damit sie sich ansiedeln? Was können wir tun, dass sie bleiben? Etwas gelassener alles sehen, meinen ökologisch bewusste Gärtnerinnen und Gärtner. Ein naturnaher Garten ist oft weniger Arbeit, braucht aber mehr Wissen. Lothar Bodingbauer hat sich umgehört - und nach seinem Beitrag können Sie uns anrufen und erzählen, wie es bei Ihnen läuft und summt und brummt im Garten.

OT Katja Hintersteiner

*Ja, jetzt gehen wir in meinen Garten.*

(darüber)

Zu Besuch bei Katja Hintersteiner in Linz.

*Die Mädchen haben das Trampolin aufgebaut, und die Sachen nicht weggeräumt.*

Mutter von zwei Kindern und Ökologin. Sie kennt sich aus in ihrem Garten.

*Gut. Klein, fein. Da haben wir etwas Bienenfreundliches angepflanzt. Dort kommt jedes Jahr etwas dazu. Die Frühblüher sind schon fast verblüht. Die nächsten Frühjahrsblüher kommen. Die Tulpen und Narzissen, und jetzt wird es bald ein blaues Meer von Iris und Schwertlilien herinnen werden. Da drüben haben wir noch verschiedene Weiden. Wir haben eine Purpurweide da, dazwischen und eine sehr zezelige Lavendelweide, die ganz spät blüht. Das ist sehr schön, wenn man ein Pollenangebot über einen längeren Zeitraum von den Weiden anbietet und nicht immer nur die Salweide nimmt. Dort drüben haben wir Brombeeren und Hinbeere und dort haben wir meine Sandkiste. Das war der Spielplatz der Kinder lange Zeit. Dort war tatsählcih ein alter Baumstamm hinten, der über die Jahre verrotten durfte. Das war Lebensraum für Ameisen, Käfer, etc. Man sieht hier noch die Reste von einem Stamm, wo wir lange Zeit draufgesessen sind. Und du siehst, wie die Tiere daran arbeiten, wei die Pilze daran arbeiten, wie er sich zersetzt. Und diese Sukzession des Zersetzens, des Abbauens, man sieht es auch dort drüben, wo man noch so Strukturelemente von Holz sieht, hier entsteht neuer Raum, Lebensraum und aus der Sandkiste ist ein Magerrasen geworden.*

Die Unordnung, die man sieht in Katja Hintersteiners Garten ist wolüberlegt und gut begründet. Katja ist auch Imkerin, und sie weiß, was Insekten wirklich brauchen. Nicht immer nur nass. nicht immer nur trocken.

OT Hintersteiner

*Ja. Viele Wildbienenarten sind ja ganz eng mit ihren Pflanzen vergesellschaftet. Und dementsprechend wenn ich jetzt diese Wildbienen fördern möchte, dann muss ich ihnen auch ihre Pflanzen anbieten oder eben diese Vielfalt anbieten. Das sind Nelken. Flachliegende, bodenkriechende Nelkenarten, dann haben wir vereinzelt, was da so aufsteht und ein bisschen an Schafgarbe erinnert, Puftalmum, das Ochsenauge. Dann haben wir da hinten schon im schönen saftig grünen Blatt, die pfirsichblättrige Glockenblume. Auch so eine trockenheitsliebende Pflanze. Da wieder andere Nelkenarten, Steinnelken. Man lässt auch Pflanzen stehen, auch wenn das für einen Hobbygärtner oder für viele Hobbygärtner ganz arg klingt. Weil das schaut schlampig aus. Weil es stängelbrütende Wildbienenarten gibt. Und hier muss ich die Stängel stehen lassen, kann die nicht wegschneiden.*

Es ist das Ausräumen der Gärten, das Saubermachen, was am meisten Probleme für Insekten schafft. Wer braucht welchen Lebensraum? Wann soll was gemäht werden?

OT Hintersteiner

*Schau, so schön, so viele Vögel wieder. Und die Schlüsselstelle ist die Pflanzenvielfalt, und mit der muss ich beginnen.*

EVENTUELL MUSIK DRUNTER

ZITAT

"Sei höflich und gefällig gegen alle Insekten, die dir begegnen", sagte Kassandra zum Schluss, "dann wirst du mehr von ihnen lernen, als ich dir heute sagen kann, aber hüte dich vor den Hornissen und Wespen. Die Hornissen sind unsere mächtigsten und bösesten Feinde, und die Wespen sind ein unnützes Räubergeschlecht ohne Heimat und Glauben. Wir sind stärker und mächtiger als sie, aber sie stehlen und morden, wo sie nur können.

Mehr als 100 Jahre alt ist die Biene Maja - ein Buch mit adaptiertem Zeichentrickfilm, in jüngsten Jahren auch ganz neu aufgelegt. Abgesehen davon, dass der Schriftsteller Waldemar Bonsels offen antisemitisch war und eine zweifelhafte Rolle im Nationalsozialismus gespielt hat – das Gut und Böse, das Beseelte der Natur aus der Neuromantik hat sich bis heute gehalten. Aber das Bild wandelt sich: Die Nahrungspyramide wird zu Nahrungsnetzen. Der Stammbaum zum Netz des Lebens. Es geht um Gleichgewichte und Zwischenverbindungen, systemisches Denken. Ursachen können Wirkungen an ganz unterschiedlichen und unbeabsichtigten Orten haben. Der Feind wird nicht zum Freund, sondern zum Wesen, dessen Rolle im ökologischen Gefüge wir gar nicht kennen.

OT Alena

*Wanzen. Blattläuse, Wollläuse, Schilfläuse, Schnecken…*

Wir besuchen Alena Binder. Sie ist beruflich Gärtnerin im Botanischen Garten in Wien.

OT Alena

*Wir verbinden historisch vermutlich Insekten immer eher mit Schädling, Parasit und Krankheit, was früher auch vielleicht mal zugetroffen hat. Aber gerade in einem naturnahen Garten wäre es absurd, wenn ich ein Problem mit Insekten habe. Ja, wenn mein Kohl von Raupen zusammengefressen wird, bin ich auch nicht glücklich, aber im Endeffekt gerade in naturbelassenen Gärten, wenn irgendwo mal ein paar Blattläuse sind, ist das nicht gleich - ah - die Krise, sondern es stellt sich dann eh ein Gleichgewicht mit den Gegenspielern von den Schädlingen ein. – Da drüben blitzt was. – Ja, wir haben diese Blechdose mit Stroh gefüllt und verkehrt herum auf einen Holzstecken platziert. Das soll ein Lebensraum für Ohrwürmer sein. Und diese Ohrwürmer sind Nützlinge, weil sie unter anderem auch Blattläuse vertilgen und ja, es heißt immer, man soll sie nicht direkt zu Bienenhäusern hin stellen, weil sie anscheinend auch deren Brut schnabulieren, aber es ist eh groß genug und so gefährlich sie auch aussehen, und sie können auch ganz schön zuzwicken, aber im Endeffekt will man sie haben. – Jeder Mensch hat seine Vorstellungen, die er vom Alltag mitbringt. Man macht sich selbst Konzepte. Wie wächst eine Pflanze, oder wie lebt eine Biene.*

David Bröderbauer leitet die "Grüne Schule" im Botanischen Garten. Sie soll Bewusstsein bilden für die engen Zusammenhänge in unseren Ökosystemen. Nämlich bei den Menschen, die dieses Bewußtsein noch nicht entwickelt haben, bei Kindern. David Bröderbauer, selbst Ökologe, gibt ein Beispiel.

OT David

*Wir haben im Garten in den Wiesen unzählige Frühjahrsgeophyten, einfach gesagt, Frühjahrsblüher.– Geophyten sind die, die es nur hier gibt? – Geophyten wachsen mit unterirdischen Organen in der Erde. Sie überwintern mit diesen Organen in die Erde und dann treiben sie im Frühjahr schnell aus, bevor die Bäume eine dichte Laubdecke machen und das Sonnenlicht stehlen – Ah ja. – Wie kommen nun diese Frühjahrsblüher in unsere Wiesen? Wenn man jetzt reinschaut man hat da die Traubenhyazinthe, man hat den Milchstern und man hat die Schlüsselblumen. Das sind tausende hier und die werden zum teil von Ameisen verbreitet. Diese Frühjahrsblüher haben oft Samen mit Ölkörpern, Eleiosomen nennt man das wissenschaftlich. Die sind sehr nährstoffreich. Die Ameisen. fressen das gerne, schnappen den Samen und vertragen die, schleppen die zum Bau und mit diesen Ölkörper nehmen sie diese Samen mit und führen so zur Verbreitung von den Frühjahrsblühern. Die helfen uns, die Ameisen, dass diese Wiesen jetzt im Frühjahr so wunderschön blühen, indem sie die Samen weitertragen. – Wir sind jetzt aus diesem schattigen Bereich, aus diesem Forstbereich da runter gegangen, und plötzlich hat man wirklich ein anderes Gefühl, es ist sandig, es sind Steine da. Es stehen vertrocknete Gewächse herum, wo man wissen sollte, dass das absichtlich so ist, und nicht einfach vergessen wurde beim Bewirtschaften oder beim Schönmachen. – Ja (Alena). Das ist jetzt die panonnische Gruppe. Pannonikum, ja der Neusiedlersee aber nicht nur das, das Pannonikum erstreckt sich zum Teil noch ins Waldviertel hinein. Viele Pflanzen muss man immer mal wieder ein bisschen bitten, dass sie dableiben, wo sie hinsollen. Aber an sich ist es gewünscht, dass das auch möglichst natürlich aussieht und wirkt und ja, im Pannonikum räumt auch keiner die Pflanzenteile weg. Ich räume schon ein bisschen im gewissen Grad aus. Vor allem Dingen, ich hole zum Beispiel Laub raus, weil meine Gruppe, oder ein Großteil meiner Gruppe soll nährstoffarm sein.*

Mit "Gruppe" ist hier gemeint mit dem Gefüge aus pannonischen Pflanzen.

OT Alena

*Und sobald ich da viel Laub drin habe, habe ich natürlich sofort wieder eine andere Zusammensetzung der oberen Bodenschicht. Da hinten im Wald lasse ich es einfach liegen. Da stört es niemanden und ist sogar gut. – (David) Diese natürliche Anlage dient auch dazu, dass die Pflanzen blühen, von Wildbienen bestäubt werden können und auch Samen bilden, und dann sich selbst aussamen. Das heißt, wir sind hier im pannonischen Raum und bilden im Garten eine Fläche, wo das halbnatürlich wachsen kann, damit es noch Standorte gibt, wo diese Pflanzen und Tiere leben können. (Alena) Vor zwei Jahren habe ich ein Hummelnest entdeckt, in dem Fall ist es unter einer Rose unter dem Laub gewesen. Ich wollte die Rosen etwas zurückschneiden und habe etwas gehört, ein etwas ertzürntes Brummen und habe mir gedacht, OK da ist jetzt jemand, und ich dann wirklich gesehen, sie hat sich aus Moos und kleinen Ästchen und Laub da ihr Nest gebaut. Dann habe ich sie natürlich in Ruhe gelassen.*

Es sind aber durchaus die Katastrophen die kleine Katastrophen, die ein Ökosystem begehrenswert macht und einen Lebensraum wertvoll, erzählt der Biodiversitätsforscher Harald Fiedler.

OT Fiedler

*Ökosysteme haben dann den größten Artenreichtum, wenn sie einem mittleren Störungsgrad unterliegen. Das heißt, wenn nicht in zu großer Folge Störungsereignisse immer wieder passieren, also kleinräumige Störungsereignissen haben. So wie wir sie bei soclhen Überschwmmungen haben. Da wird mal hier was weggeschwemmt, da wird mal da was weggeschwemmt. Und es kann die Sukzession wieder starten. Es brennt mal irgendwo, aber kleinräumig, nicht Riesenflächen, es brennt kleinräumig, ein Baum wird vom Blitz getroffen, ein Baum fackelt ab, durch kommen dann an diesem kleinen Standort Organismenarten ansiedeln, die nebendran unter dem Kronenschirm eines großen Baumes nicht existieren können. Also diese Heterogenität, diese Mosaikartigkeit, die ist wichtig, und das ist eben beim Klimawandel ganz anders ist, das ist ja nicht heterogen, sondern eine homogene Erwärmung über ganze Kontinente.*

Leben, Sterben und auch Aussterben gehört bei der Evolution, bei der Entwicklung der Arten immer auch dazu. Was beunruhigend für Harald Fiedler ist, ist die Geschwindigkeit, mit der das derzeit passiert. Warum ist eigentlich Biodiversität wichtig, die Vielfalt der Arten?

OT Fiedler

*Wenn wir viele verschiedene Arten in einem Ökosystem haben, die alle mehr oder weniger das Selbe können, aber nicht ganz genau das selbe können oder nicht ganz genau das selbe tun, dann haben wir etwas, was wir in der theoretischen Ökologie den Portfolioeffekt nennt, oder den Insuranceeffekt nennt. Wie an der Börse auch. Wenn ich mehrere Arten habe, wenn ich viel Arten habe, die eine bestimmte Funktion erfüllen, dann ist die Wahrscheinlichkeit große, wenn sich die Außenbedingungen ein bisschen ändern, ich hab e mal ein kühleres Jahr, ein feuchtere sJahr, ein heißeres Jahr, eintrockeneres Jahr, ich habe ein Jahr, in dem ein Sturm passiert, in dem etwas ganz Anderes passiert. Dann habe ich eine größere Chance, dass irgendeine der vielen Arten die Funktion trotzdem wahrnehmen können. Wenn ich aber nur einzige Art habe, die diese Funktion erfüllt, und die fällt dann wirklich weg, dann habe ich ein echtes funktionelles Problem. Da kann man einen schönen Bogen zu den Bienen schlagen. Die eine Bestäuberart fliegt am frühen Morgen, die andere in der frühen Mittagszeit, die anderen am Nachmittag. Mal regnet es, mal regnet es nicht. Und durch vielfältigen Unvorhersehbarkeiten kann eine artenreichere Bestäubergilde tatsächlich diese Dienstleistung der Bestäubung, diesen Ökosystemservice besser erbringen.*

Bestäubergilde, also die Vielfalt der bestäubenden Insekten. Ökosystemservices, das, was die Natur für uns leistet. – Für die Gärtnerin Alena Binder heißt das vor allem eins: schauen, dass die Vielfalt bleibt, und das geht am besten durch Strukturen im Garten.

OT Alena

*Was einmal ein großer Punkt ist, ist einfach Pflanzen. Und ohne Pflanzen und Pflanzenvielfalt am besten während der gesamten Vegetationsperiode was Blühendes, ohne dem brauche ich mir auch keine Gedanken über Insekten machen. Weil das ist nun mal die Lebensgrundlage eines Insekts, in irgend einer Weise Pflanzen zu haben, am besten blühend. Das zweite ist Strukturen, Strukturenvielfalt und auch Strukturen über das ganze Jahr. – Was ist da mit Strukturen gemeint? – Das sind einerseits unterschiedliche Lebensräume von offenen Flächen, geschlossenen Flüchen, Flächen im Schatten, Flächen in der Sonne, sandigen Flächen, gemulchten Flächen, Laubhaufen oder Steinmauer. Also so unterschiedliche Lebensräume. Unter Struktur fällt in meinen Augen auch Pflanzen, weil die gerade auch abgestorbene Pflanzen, trotzdem noch sehr wesentlich sind. Da ist zum Beispiel ein wesentlicher Punkt, Totholz stehen lassen, in einem normalen Hausgarten ist es sicher kein Problem, wenn man sagt, wenn man sagt, OK, da ist ein alter Baum, den lasse ich stehen. Der darf auch absterben hier, und da darf es auch etwas Vermoderndes geben. Oder Holzhaufen liegen lassen. Und das nächste, was halt auch unter Pflanzenstruktur fällt in meinen Augen, dass man gerade im Winter bei Stauden die abgestorbenen Pflanzenteile stehen lässt. Das ist sicher ein wesentlicher Punkt. So dieser ausgeräumte Garten ist gerade im Winter ganz schlecht, weil die Tiere sind zwar im Sommer, aber die brauchen im Winter ja auch eine Überbrückung, um dann wieder im Frühjahr dazu sein. Man sieht dann auch ästethisch auch was schönes, weil es hat dann auch den Rauhreif, der irgendwo hängenbleibt, ist ja auch optisch schön.*

Eine besondere Rolle hat das abgeschnittene Gras. Rasenmäher würden es zerhächseln, samt allen Tieren und Larven und Würmern und Raupen, die drauf sind. besser ist es, und so wird es im Botanischen Garten in Wien gemacht, mit einem Balkenmäher abzuschneiden. Das erzählt Frank Schuhmacher, einer der leitenden Gärtner im Botanischen Garten.

OT Frank

*Wir haben es versucht mit so Mandeln, wie man es in der Landschaft sieht, so Heumanderl, das geht auch, oder eben teilweise, dass man sie offen auf dem Kompost auflegen, der ist hier gleich in der Nähe, auf diesen Komposthaufen, und dort können dann diese Tiere schlüpfen.*

Und Bäume, ja die Bäume. Viel zu oft zu gut gepflegt.

OT Frank

*Das wäre auch für den heimischen Garten der Punkt, dass man erstens die Bäume, die da sind, wenn man zum Beispiel ein Bauvorhaben hat oder Ähnliches, sehr gut überlegt, welche Bäume man rausnimmt. Zeit kann man nicht kaufen, einen alten Baum kann man nicht ersetzen irgendwie, da kann man nur einen jungen Baum setzen, und dann eben diese alten Bäume, so lange sie keine Gefahr darstellen, wirklich alt werden lässt. Auch wenn sie dann nicht mehr die ganz perfekte Kronenform haben, und vielleicht nicht mehr ganz so viele Früchte tragen.*

Und Bäume, so heißt es unter Botanikern, Bäume sterben im Stehen.

OT Frank

*Ja, die sterben im Stehen und langsam. Die schmeissen nen Ast runter, große Äste, da denkt man um Gottes Willen, jetzt muss der Baum raus. Wenn wir nicht wären, die wir sagen, wir sind jetzt gefährdet durch diesen Baum, dann würde dieser Baum noch Jahrzehnte dort leben, obwohl er vielleicht die Hälfte seines Individuums abgeworen hat. – Aber in diesem Sinne, umsägen und liegen lassen ist durchaus eine Option. – Ist sicher besser als ganz entfernen, noch besser ist noch auf 2m runterzusägen. Es gibt eine ganze Reihe an Tierarten, die sozusagen das vertikale Holz brauchen. Horizontales Holz und vertikales Holz. Beides braucht es dafür. (Paula) Also Insekt ist ja nicht gleich INsekt. Die haben alle ganz unterschiedliche Bedürfnisse.*

Paula Polak. Sie ist ökologische Landschaftsarchitektin und berät Menschen, die sich einen Garten einrichten wollen, was sie tun können, damit sich Insekten im Garten wohl fühlen.

OT Paula

*Vor ein paar Jahren haben die meisten Leute was für sich selber wollen. Was kann ich denn essen, wo kann ich einen Tee machen. Und jetzt kommen sie, was ist denn gut für die Bienen.*

Das ökologische Bewusstsein hat sich gewandelt, beobachtet Paula Polak.

OT Paula

*Unsere Generation kennt das ja noch, aber jetzt wachsen Kinder heran, die so etwas nie gesehen haben. Das heißt, es liegt eigentlich an unserer Generation, diese blühende Landschaft wieder ins Bewusstsein zu bringen und zu erhalten.*

Ja, und es ist einigermaßen interessant, was es alles zu beachten gibt, und man wird viele Bücher lesen und Gespräche mit Leuten führen müssen, die sich damit auskennen. Aber, so ein, zwei Tipps, gibt es auf alle Fälle, und die beginnen bei Paula Polak bei der Kleinräumigkeit, beginnen bei der Maht. Der Rasenmäher ist oft auch zu schnell. Wer mit der Hand mäht, das dauert.

OT Paula

*Das versuche ich den Leuten, die Blumenwiesen anlegen, bitte lasst ein Drittel der Fläche echt einmal ein Jahr in Ruhe. Weil einfach dieser Rückzugsraum ist für verschiedenste Insekten. – Warum nicht 3/3? – Weil das für die Leute schlecht auszuhalten ist und weil schon: Vielfalt ist ja das Schlüsselwort bei der naturnahen Gestaltung. Das heißt, ich kriege dann, wenn ich vielfältig mähe zum Beispiel, die Fläche, also das erste Drittel der Wiese mähe ich Ende Juni, wenn die Margerite anfängt zu verblühen. Das ist der klassische Zeitpunkt. Haben wir ein Drittel. Gut. Das heißt, die Pflanzen, die bis dahin schon ausgesamt haben, können sich so verjüngen. Das zweite Drittel mähe ich, wenn das erste schon wieder Blüten zeigt. Das heißt, die Insekten können zwischen zwischen diesen zwei Dritteln schon mal herumfliegen und Nahrung aufnehmen, und das dritte Drittel bleibt stehen, da blüht, was blüht, da samt aus, was aussamt, das darf bis zum nächsten Jahr stehen. Und das Ganze variiere ich über die Jahre. Ich lasse dann auch mal das erste Drittel übers Jahr stehen und ich mähe dann mal zwei Wochen später. So können alle, kriegen alle Pflanzenarten, die in der Wiese drin sind, und das sind meistens 50-60 Arten, kriegen ihre Chance sich weiter zu vermehren. Was man nicht bedenkt ist nämlich, viele Wiesenpflanzen wie Margerite und Wiesensalbei sind sehr kurzlebig. Das Individuum lebt 5, 6, 7Jahre, wenn sie nicht aussamen könne, dann wars das. Wenn man immer zu früh mäht, wenn man ihnen keine Samen gönnt, dann ist die Pflanzenart halt weg.*

ATMO Garten/Laub/Arbeit in den letzten Satz.

Zurück im Garten von Katja Hintersteiner, der Ökologin in Linz. Sie ist immer am Probieren, sie hütet ihren mosaikartigen Garten wie einen Schatz. / Insekten und Wildbienenhotels sind gut, sagt sie, allerdings müssen sie auch richtig gemacht werden. Und da ist sie gerade am Experimentieren. Um Verbesserungen einzuführen.

OT Katja

*Die alte Bauweise ist, dass man Baumscheiben nimmt in einer Stärke von ca. 10 cm. Und da hat man Löcher hineingebohrt. Aber jetzt kommen wir zur Physik, Stirnholz. Zieht Feuchtigkeit. Und wenn ein Stirnholz Feuchtigkeit zieht, geht natürlich die Feuchtigkeit in die Bienenbrut hinein und die verschimmelt. Diese Erfahrung habe ich machen müssen und ich rüste jetzt um, ich nehme jetzt einfach die Baumstämme als Ganzes, entrinde die und spiee somit die sukzessive Besiedelung von einem Totholz nach, indem ich eben die Baumstämme, wenn sie entrindet sind, dann schon mit Lächern versehe, aber ich bohre wirklich längs hinein und nicht ins Stirnholz. Die Tiefe sollte schon so um die 10 cm. betragen, das ist schon gut, dass die Bohrgänge sehr lange sind. Das sind natürlich keine handelsüblichen Bohrer, die bekommt man in. keinem Bauhaus, eher selten, und das wäre natürlich ideal, wenn so ein zwei Millimeterbohrer auch 8 cm lange ist. Also jede Wildbienenart hat so ihren bevorzugten Nistraum und es gibt natürlich Gemneralisten, also die gehörnte Mauerbiene zum Beispiel, die nimmt ja alles, was geht, da sind die Lochgrößen relativ wurscht, wenn zu klein, dann passt sie irgendwann nicht mehr rein, aber sie nimmt auch große 8 mm Durchmesser an, dann verkittet sie die besser. Es gibt Wildbienenarten, cih hab e Schnekcenhäsuer überall leigen, weil sie nutzen auch Schneckenhäuser. Viele kleiden ihre Nistplätze mit Blättern aus, manche verkleben es auch in Blättern, das heißt sie kleben Blätter zu, unterschiedliche Strategien für diese Vielfalt an Wildbienen. Und wenn ich es nicht für den ganzen Garten aushalte, was ich ja absolut verstehe, dann schaffe ich zumindest kleine, wilde Strukturen in meinem Garten. Und auch der Hügel ist permanent in der Veränderung, und ich finde das ganze Leben, und das sieht man in der Natur, wenn man sich solche Naturstandorte ansieht, Urwälder, sind permanent in einem Prozess der Weiterentwicklung. Natur bleibt nicht stehen, und sagt, so jetzt daugt es mir, und es ist gut. Es ist eine permanente Weiterenwicklung und das darf ich in meinem Garten auch machen.*

Und insgesamt, eine Zusammenschau, bevor wie Sie um eine Meinung bitten:

MUSIK, darüber

OT Mix Schluss

Also absolut der erste Punkt, keine Chemie im Garten. – Dort, wo man es selber steuern kann, ein bisschen Unordnung zulassen, dann kommen diverse Arten wieder da hin, also da kann man schon auch was machen. Wiesen, die kein Rasen sind, sind ja trotzdem gepflegt, vielleicht mehr wie ein Rasen, aber trotzdem geht man mit einer anderen Gelassenheit ran, wenn man zulässt, dass Insekten und Lebewesen da sind, weil die nun mal dazugehören.

MUSIK hoch
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Radioproduktion
ID 302
Sonnenforschung
ORF > Österreich 1 > Diagonal|Radioproduktion > Premium | 13.04.2019
Sonnenforschung
Astrid Veronig erzählt von der Sonne. Sie leitet das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe in der Nähe von Villach. Einer der Wissenschaftler dort ist auch Werner Pötzi. Ein Beitrag über die Sonne, unseren nächsten Stern.
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Österreich 1 · 13.04.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Astrid Veronig erzählt von der Sonne. Sie leitet das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe in der Nähe von Villach. Einer der Wissenschaftler dort ist auch Werner Pötzi. Ein Beitrag über die Sonne, unseren nächsten Stern.

Filename: radio298_dia_sonne

Manuskript (ohne letzte Änderungen)

Seine Größe, seine Wärme, seine Wanderung am Himmel, so sagen fast alle Sprachen. "Ihre" Größe, ihre Wärme und ihre Wanderung am Himmel, sagen wir. Und wir meinen damit die Phänomene der Sonne, die allgemein bekannt sind. Größe, Wärme, Wanderung.

Wäre sie nicht da, würden alle Planeten samt Erde in alle Richtungen des Universums davonfliegen. Das wird oft vergessen, ihre Anziehungskraft. Die Sonne hält alles zusammen mit ihren 2 Milliarden Milliarden Milliarden Tonnen, sodass während der Reise der Erde um sie herum, über Frühling, Sommer, Herbst und Winter ein schönes Jahr zustande kommt. Und wer im hohen Norden wohnt, der kennt noch etwas ganz Besonderes, was es ohne Sonne auch nicht gibt. Jonna, eine Schülerinnen aus Sodankylä in Finnland:

OT / Jonna / Fuchsfeuer / Overvoiced

*Als kleines Kind habe ich mich auch oft über die Nordlichter gewundert, und wie verrückt geschrieen, was sind die denn, und dabei bin ich herumgerannt. Was sind die eigentlich, zeigte ich lachend mit dem Finger auf sie. Was sind die? Ich will sie berühren! Dann hat mein Patenonkel gesagt, das sind Nordlichter. Wow, sagte ich dann, wow!*

Der Sonnenwind ist es, der das Nordlicht macht. Die indigene Bevölkerung im Norden, die Samen, nennen das Nordlicht "Fuchsfeuer" - weil das Leuchten der Legende nach von einem Fuchs kommt, der mit seinem Schweif über den Himmel wischt. Wissenschaftler meinen: "Ohne Sonne kein Fuchsfeuer". Sie stößt in Ausbrüchen, die dramatischer nicht sein können, Materie in den Weltraum. Elektronen, Protonen. Sie schleudert sie in alle Richtungen. Auch zur Erde. Das Magnetfeld der Erde fängt die Teilchen ein - sie bewegen sich zum Nordpol und Südpol, und bevor sie dort jemanden treffen, treffen sie zuerst auf die Atmosphäre, die sie zum Leuchten bringen. Auch bei uns.

OT / Veronig / bei uns auch

*Das letzte war glaube ich 2003 im Oktober. Da gab es extrem starke Ausbrüche von der Sonne, wo man sie auch in Österreich sehen konnte. Das musste außerhalb der Stadt sein.*

Astrid Veronig leitet in Kärnten das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe. Es wurde im zweiten Weltkrieg 1941 errichtet, auf der Gerlitzen, einem Berghang in der Nähe von Villach über den Nebeln des Ossiachersees. Dort wo die Sonne am schönsten ist. Also am häufigsten scheint in Österreich.

OT / Veronig / Arbeit

*Sonnenphysik und Astrophysik ist die generelle Fragestellung, wie kann ich Informationen vom Objekt kriegen, das ganz weit weg ist. Da hat man festgestellt, dass die Ausbrüche von der Sonne und diese Strahlungsausbrüche, und Materiausbrüche einen großen Einfluss auf die Erde haben können. Damals insbesondere der Einfluss auf den Funkverkehr.*

Der Funkverkehr auf der Mittel- und Langwelle ist in hohem Maß von der Sonnenaktivität abhängig. Geht die Sonne unter, bilden sich in der hohen Atmosphäre geladene Schichten, die den Funkverkehr reflektieren und über viel größere Distanzen schicken können. Kein Wunder, dass sich das Militär dafür interessierte. Auch heute noch zeichnen die diensthabenden Messwarte täglich die Sonne, "wie es ihr geht", sie zeichnen die Sonnenflecken. Es die Fortführung der Zeitreihe der Messungen, die ganz besonders wertvoll ist.

OT / Veronig heute

*Es schaut natürlich teilweise anachronistisch aus, wenn man jetzt wirklich Das Bild projiziert und die Sonnenflecken abzeichnet. Nur der Punkt ist, dass die Sonnenfleckenzahl, das ist unser wichtigstes Maß zur Bestimmung der Sonnenaktivität, und die gibt es seit ungefähr 400 Jahren, die wird genau auf diese Weise ermittelt, dass man diese Sonnenfleckenzeichnungen hat, und man überprüft, wie viele Sonnenfleckengruppen gibt es, wie viele Einzelflecken gibt es, wie sind die atmosphärischen Bedingungen vor Ort wie groß ist das Teleskop, und das ist unsere wichtigste homogene Zeitserie, die auch unter anderem für Klimaforschung auch relevant ist, weil man sagt, wie schauen die Änderungen auf der Sonne auf, wie steht das in Beziehung mit Klimamodellen. Und wenn man das jetzt ändert auch ganz andere Beobachtungsbedingungen., wie elektronische, größere Teleskope, dann ist es möglich, dass man hier einen Sprung in diesen Beobachtungsserien hat.*

Eine Bibliothek gibt es in dem schönen Gebäude, geeignet für Arbeitstreffen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus alle Welt.

OT Pötzi / Intro

*Die Sonne ist ein großes Experiment*

Einer von ihnen ist Werner Pötzi.

OT / Pötzi / cont.

*Wir wissen nicht wirklich, wie sie funktioniert. Und weil wir draufkommen möchten, wie sie funktioniert, müssen wir sie beobachten. – Atmo raufgehen - Jetzt gehen wir hinein in das Gebäude und hinauf in unseren Hauptbeobachtungsturm. Wir sehen hier, das Teleskop ist relativ klein. Erstens, die Sonne liefert genug Licht. Die Sonne ist so hell, dass wir das Teleskop sogar abblenden müssen. Und zweitens, wir wollen immer die gesamte Sonne sehen. Das heißt, wir brauchen nicht eine so hohe Auflösung, weil sonst Das Bild nicht auf die Kamera passen würde. Wir sehen hier ein Weißlichtbild, das genau die Sonne so zeigt, wie wir sie mit unserem Bild, das nennt man Weißlicht. In Wirklichkeit nehmen wir die Sonne hier im grünen Licht. Im grünen Licht ist die Sonne am hellsten. Und dort ist die zentrale Wellenlänge der Sonne. Die Sonne ist eigentlich grün. Hier sehen wir schon ein paar Sonnenflecken. – Jeder Beobachter hier hat normalerweise eine Woche Dienst, und sollte bescheid wissen, was auf der Sonne passiert. Denn wenn wir die Sonne nur mehr über Kameras und Computer beobachten, so verlieren wir sie total aus den Augen und wir wissen selber nicht, was los ist, ob alles richtig funktioniert. Also, wenn sich ein Fleck sehr schnell ändert, so kann man davon ausgehen, dass es bald wieder Ausbrüche geben wird. Dann ist man darauf vorbereitet, man schaut, dass alle Geräte richtig funktionieren, und dass man das auch aufnehmen kann. – So, vom Beobachtungsturm können wir jetzt direkt hinaufgehen auf das Dach, auf das weiße Dach (Atmo), und wir gehen hier über einen Steg hinauf und über Treppen hinauf, ganz oben, auf den Giebel. (Atmo). Hier heroben befindet sich unser Strahlungsmessstation.*

Auch die Atmosphärenwissenschaften sind am Sonnenobservatorium beteiligt. (Atmo weg). Wer das Licht der Sonne analysiert, und feststellt, da fehlt etwas davon, von dem, was eigentlich da sein müsste, bestimmte Farben nämlich, dann muss das einen Grund haben. Ozon zum Beispiel. Und anhand der Menge des Fehlenden kann man die Menge des Ozons feststellen, oder umgekehrt: wenn kein Licht fehlt, die Größe des Ozon-Lochs, das sich durch alle Umwelt-Maßnahmen übrigens ganz gut wieder zurückentwickelt hat. Und ja, das Klima. So stark das Wetter schwankt, das Klima sich verändert, die Sonne ist in der ganzen Geschichte ein verlässlicher Motor, der schnurrt und brummt und läuft und strahlt.

OT / Veronig / Gleichmäßigkeit

*Also unsere Sonne ist jetzt ungefähr 4,5 Milliarden Jahren alt, und wird noch einmal so alt werden. Das heißt, wir sprechen hier von Zeitskalen von 10 Milliarden Jahren. Auch wenn wir jetzt Leben auf anderen Exoplaneten um andere Sterne suchen, dann suchen wir auch bevorzugt bei Sternen, die so lange stationäre Entwicklungen haben. Wenn ich jetzt sehr mausereiche Sterne habe, da passiert viel, da gibt es riesige Ausbrüche, und das auf kurzen Skalen, da ist es unwahrscheinlich, wenn ich jetzt lange Entwicklungszeitskalen habe, wie die Sonne, die sind da sehr dankbar auch für die Entwicklung auf Planeten, die sie umkreisen, und insofern ja, auf Zeitskalen, auf denen wir hinschauen, gibt es keine großen Änderungen.*

Die ESA, die europäische Weltraumagentur, plant eine neue Mission. In ein, zwei Jahren soll es los gehen, und bis auf 60 Sonnenradien Respektabstand wird sich eine Sonde, der "Solar Orbiter", der Sonne nähern.

OT / Veronig / ESA

Man würde zum Beispiel gerne wissen, wie die Korona unter Anführungszeichen geheizt wird. Das ist eigentlich die äußerste Schicht der Sonne, die Corona, das ist keine stationäre Schicht, sondern die Sonne expandiert permanent, wird von unten nachgeliefert und expandiert. Und letztlich schützt sie uns auch gegenüber den Einfluss, sei es jetzt von kosmischer Strahlung, die von anderen Sternen und Supernovaexlosionen kommt, das macht eine Art Schicht um unsere Planeten herum, das passiert über den Sonnenwind, der auch das Magnetfelder der Sonne auch mit rausträgt. Und wie der beschleunigt wird, das hängt mit der Heizung der Sonne zusammen, weil beides bedeutet, dass man Energie in die Korona bringt und damit Materie nach außen treiben kann.*

Der Orbiter wird die Sonne auch von "oben" sehen. Er wird sich für diese polare Bahn viel Schwung holen müssen, er wird die körnige Sonnenoberfläche wie das blubbernde Grießkoch am Herd sehen.

OT / Veronig Temperatur

*Die Sonnenoberfläche hat eine Temperatur von 6000 Grad, in den 40-er Jahren hat man festgestellt, die Corona, die oberste Schicht hat eine Temperatur von 1 bis 2 Millionen Grad. Seit dem ist das ein ungelöstes Problem in der Sonnenphysik.*

Sonnenforschung steht immer in Verbindung mit der Erde. Es ist das, was sie uns schickt: Teilchen und Licht. Radiowellen, Röntgenstrahlung. Ein bisschen was von Gammastrahlen. Von ihren physiologischen Auswirkungen - Vitamin D, Photosynthese, gar nicht zu reden.

OT Veronig / Schluß

*Früher hat es geheißen, die solarterrestrischen Beziehungen, heute heißt es "das Weltraumwetter", weil wir über moderne Technologien und Technologien, die über Satelliten funktionieren, und auch über die ganzen Kommunikationswege sehr anfällig sind gegenüber Störungen.*

Und man kann sie auch hören, die Sonne: Übersetzt man ihre Schwingungen in Klänge, dann - am besten Sie hören selbst, so klingt die Sonne, wenn sie Wasserstoff zu Helium verbindet. So klingt sie, wenn sie im sonst dunklen Universum das Licht macht.

ATMO / Klang der Sonne zum Ausfaden.
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ID 301
Radioproduktion | 01.04.2019
Von Geistern und dem Unsichtbaren
Sind Sie sich sicher, dass es keine Geister gibt? Und warum wissen Sie das? Weil Sie bis gestern keinen Geist getroffen haben? Woran würden Sie einen Geist erkennen? Anders gefragt: Sind Sie unsicher, ob es Geister gibt? Dann gehen Sie vermutlich auch durch die dunkle Garage und fürchten sich noch ein bisschen, vielleicht aus Tradition von früher, als Sie noch klein waren. Nein. Wir können uns nicht sicher sein. Nie sicher sein. Die Abwesenheit von etwas ist äußerst schwierig zu belegen. Obwohl: …
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01.04.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Sind Sie sich sicher, dass es keine Geister gibt? Und warum wissen Sie das? Weil Sie bis gestern keinen Geist getroffen haben? Woran würden Sie einen Geist erkennen? Anders gefragt: Sind Sie unsicher, ob es Geister gibt? Dann gehen Sie vermutlich auch durch die dunkle Garage und fürchten sich noch ein bisschen, vielleicht aus Tradition von früher, als Sie noch klein waren. Nein. Wir können uns nicht sicher sein. Nie sicher sein. Die Abwesenheit von etwas ist äußerst schwierig zu belegen. Obwohl: bei einer Lücke, das ist einfach.

Die Zahnlücke. Da war doch mal was. Die Parklücke. Da will man hin. Die Lücke im Zaun, durch die man durch muss um zu den Kirschen zu gelangen, die dann am Ast dort fehlen. Mit Löchern kann man Geld verdienen. Einerseits um sie zu flicken - oder um sie zu machen. Fragen Sie einen Änderungsschneider oder einen Baggerunternehmer um das Schließen des einen oder das Öffnen des anderen Lochs. "Schau dort" - sagte jemand in der Dämmerung. "Wo?" fragte der andere. "Dort, wo gerade das Licht ausgegangen ist", sagte der eine. "Du macht mich wahnsinnig", sagt der andere. Und wies damit auf etwas Wichtiges hin. Auch die Zeit hat ihre Lücken und damit Tücken - die weder nach vorne aber vor allem nicht nach hinten zu erkennen sind.

Nach vorne ist die Hoffnung zu erkennen. "Debbada, foa weida" schreit ein sonst unbekannter Passagier in der S-Bahn, als diese zwischen zwei Stationen stehenbleibt. Das verblüffende: sie fährt weiter. Um nach der nächsten Station wieder wo unvermutet anzuhalten. "Es gibt nichts Blöderes als S-Bahn-Fahrer", motzt der Passagier, um lauter dann zu rufen: "Geh kuum, foa weida endlich". Und das verblüffende: sie fährt. Das ist Macht. Diesen Passagier wünscht man sich an Bord zu haben, wenn es aus unübersichtlichen Gründen nicht weiter geht. Diesen Passagier wünscht man sich nicht an Bord zu haben, wenn die S-Bahn stehenbleibt, weil sie den Gegenzug abwarten muss, der ihr am selben Gleis entgegen kommt. / Auf der selben Fahrt wäre dann noch ein österreichisch dreinschauender Mann aufgestanden, weil ein muslimisch aussehendes Mädchen mit Krücken eingestiegen ist, mit ihrer Freundin. "Woits Euch hersetzen?" Sie haben ihn nicht verstanden. Er probierte es noch einmal. "Woits Euch hersetzen?" Sie wenden sich ab und drehen ihm den Rücken zu. Sie haben ihn einfach nicht verstanden. Ich stand in der Mitte und hätte vermitteln können, aber weil ich so intensiv darüber nachgedacht habe, dass sich die beiden eigentlich gut verstehen könnten, es aber nicht tun, umständehalber, da ist die S-Bahn wieder stehen geblieben, und ich musste aussteigen, bereit Ihnen diese Geschichte bei Gelegenheit zu erzählen.

Wenn wir dann noch einmal auf den Geist zurückkommen. Wie würden Sie ihn merken? Die wenigsten sagen, riechen würden sie ihn. Obwohl… Wie eine Ziege vielleicht, könnte er riechen und das bringt mich zu Yoda, einer Ziege. Yoda ist besonders. Er wäre als Ziegenbaby fast gestorben, erzählen seine Besitzer auf einem Bauernhof. Aber dann entschloss er sich zu leben. Und mit dieser Geschichte wird klar, warum einmal pro Tag Yoda in die Ferne blickt, um, wie die Kinder sagen, mit dem Universum zu telefonieren. Eine unsichtbare Verbindung ist das, sagen sie, am späten Nachmittag beim Wiederkäuen, Tag für Tag. – Unsichtbar ist auch das Wissen, das sich unter all den Ziegen und Alpacas des Bauernhofs herumgesprochen hat, den Pferden und den Enten und Gänsen, nämlich dass dort bei ihnen niemand gegessen wird – die Ziegen stehen im Dienst der Yoga-Workshop, die angeboten werden, und die Alpacas werden einfach nur gestreichelt. Nicht auf den Kopf, heißt es, obwohl sie mit den hübschen Haaren gerade dazu einladen, sonst überall, aber nur nicht am Kopf. Und so geht‘s den ganzen Tag. Das Leben. Das Unsichtbare nicht als Zustand, sondern als Vorgang, etwas das in der Zeit passiert, das was man spürt beim Überlegen, die Gedankenkräuseln seines Denkens. Wie ein Geist den es ganz sicher gibt. Manchmal schaue ich mir die Leute in der Straßenbahn an, und lade ein Kind ein, den Hund – mit Beißkorb – statt das Telefon zu streicheln. Und ich freue mich wie ein Kind, wenn es gelingt.

Moment Randnotizen, ORF Radio Österreich 1, 1. April 2019, Lothar Bodingbauer
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ID 300
Radioproduktion | 24.03.2019
Wert der Vielfalt
Der Biodiversitätsforscher Konrad Fiedler spricht über Artenvielfalt. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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24.03.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Biodiversitätsforscher Konrad Fiedler spricht über Artenvielfalt. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 299
ORF > Österreich 1 > Diagonal | 08.03.2019
Der Buchstabe X
Der Joker unter den Zeichen: Wie das X als Zeichen für das Unbekannte in die Mathematik kam.
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Österreich 1 · 08.03.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Joker unter den Zeichen: Wie das X als Zeichen für das Unbekannte in die Mathematik kam.

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ID 298
Radioproduktion | 06.03.2019
Der Österreichische Siedlerverband
Verband mit Geschichte: Wenn es in einer Ortschaft besonders schön geschmückte Balkone gibt. Besonders stattliche Gärten, schöne Häuser, dann könnte das sein, weil es Preise dafür gibt. Ortsbildgestaltung. Gemacht von Menschen, die dort wohnen. Die ihre Siedlungen dort haben. Organisiert sehr wahrscheinlich durch einen Verein, in dem sie Mitglied sind. Genau genommen 281 Vereine österreichweit – mit 68.000 Mitgliedern. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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06.03.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Verband mit Geschichte: Wenn es in einer Ortschaft besonders schön geschmückte Balkone gibt. Besonders stattliche Gärten, schöne Häuser, dann könnte das sein, weil es Preise dafür gibt. Ortsbildgestaltung. Gemacht von Menschen, die dort wohnen. Die ihre Siedlungen dort haben. Organisiert sehr wahrscheinlich durch einen Verein, in dem sie Mitglied sind. Genau genommen 281 Vereine österreichweit – mit 68.000 Mitgliedern. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 297
Radioproduktion | 05.03.2019
Mutmaßlich
Wort der Woche: Das Recht ist verschriftlich. Wenn sich später herausstellt, ein mutmaßlicher Täter war doch kein wirklicher Täter, dann zeugt zumindest das Wort 'mutmaßlich' von diesem Zweifel in der Berichterstattung. Mit Daniel Leisser, Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Wort der Woche: Das Recht ist verschriftlich. Wenn sich später herausstellt, ein mutmaßlicher Täter war doch kein wirklicher Täter, dann zeugt zumindest das Wort 'mutmaßlich' von diesem Zweifel in der Berichterstattung. Mit Daniel Leisser, Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 296
Radioproduktion | 24.02.2019
Vom Teilen
Randnotizen: Schöne Aufnahmen und Listen müssen geteilt werden. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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24.02.2019 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Randnotizen: Schöne Aufnahmen und Listen müssen geteilt werden. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 295
Radioproduktion | 12.02.2019
Mindeststrafe
Wort der Woche: Was passiert, wenn die Mindeststrafe für ein Gewaltdelikt erhöht wird? Katharina Beclin, Kriminologin an der Universität Wien erzählt. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Wort der Woche: Was passiert, wenn die Mindeststrafe für ein Gewaltdelikt erhöht wird? Katharina Beclin, Kriminologin an der Universität Wien erzählt. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 294
Radioproduktion | 20.01.2019
Diamanten auf dem Prüfstand
Künstlich, natürlich, oder vielleicht sogar gefälscht? Die Mineralogin Vera Hammer spricht über die Echtheitsprüfung von Edelsteinen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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Künstlich, natürlich, oder vielleicht sogar gefälscht? Die Mineralogin Vera Hammer spricht über die Echtheitsprüfung von Edelsteinen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 293
Radioproduktion | 13.01.2019
Verbindungen und Brüche
Über den Wintereinbruch, den Sommeausbruch, das Bruchrechnen und den Unterbruch des NZZ.Abos. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Über den Wintereinbruch, den Sommeausbruch, das Bruchrechnen und den Unterbruch des NZZ.Abos. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 292
Radioproduktion | 09.12.2018
Wie kam das Wasser auf die Erde?
Der Astronom Rudolf Dvorak spricht über die mögliche Herkunft der wichtigsten Grundlage des Lebens. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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Der Astronom Rudolf Dvorak spricht über die mögliche Herkunft der wichtigsten Grundlage des Lebens. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 291
Radioproduktion | 04.12.2018
Plastiksackerl
Wort der Woche: In Österreich sollen ab dem Jahr 2020 die Plastiksackerl verboten werden. EU-weit muss schon heuer die Zahl der Sackerl entweder reduziert werden, oder sie dürfen zumindest nicht mehr gratis sein. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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04.12.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: In Österreich sollen ab dem Jahr 2020 die Plastiksackerl verboten werden. EU-weit muss schon heuer die Zahl der Sackerl entweder reduziert werden, oder sie dürfen zumindest nicht mehr gratis sein. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 290
Das Geodreieck
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 28.11.2018
Das Geodreieck
Fast jeder hat damit Erfahrungen gemacht. Für die einen einfach praktisch – für die anderen mehr als das, durch die eingezeichneten Winkel eröffnete sich eine Welt. Besuch in Wörgl bei Geotec. Ein Gespräch Michael Schwaiger und Gregor Kabosch. Link zu
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Österreich 1 · 28.11.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Fast jeder hat damit Erfahrungen gemacht. Für die einen einfach praktisch – für die anderen mehr als das, durch die eingezeichneten Winkel eröffnete sich eine Welt. Besuch in Wörgl bei Geotec. Ein Gespräch Michael Schwaiger und Gregor Kabosch. Link zu

Episode 237

der Physikalischen Soiree.

Filename: radio286_mom_geodreieck
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ID 289
Radioproduktion | 02.10.2018
Ziffernnoten
Ab 2019 wird es in österreichischen Volksschulen ab der 2. Klasse wieder Ziffernnoten geben. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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02.10.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ab 2019 wird es in österreichischen Volksschulen ab der 2. Klasse wieder Ziffernnoten geben. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 288
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 23.09.2018
Gackern, scharren, Eierlegen
Eine traditionsreiche Nutztierrasse. Die Biologin Irene Hochrathner über das Altsteirer Huhn.
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Österreich 1 · 23.09.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Eine traditionsreiche Nutztierrasse. Die Biologin Irene Hochrathner über das Altsteirer Huhn.

Link zum Programm

Haushühner stammen aus dem chinesischen Raum, sie wurden bereits vor 4000 Jahren domestiziert. Sie kamen durch Phönizier, Griechen und Römer nach Europa. Bei uns haben sich in ländlichen Gebieten je nach Gegend individuelle Rassen weiterentwickelt, die zunehmend wiederentdeckt werden.

Das Altsteirer Huhn, das Sulmtaler Huhn und das Nackthalshuhn sind drei österreichische Hühnerrassen, die als gefährdet gelten. Besonders das Altsteirer Huhn wird zunehmend in bäuerlichen Kleinbetrieben wiederentdeckt, da es als besonders stabile, wetterfeste und krankheitsresistente Rasse gilt. Es ist die Zweifachnutzung, für die die Tiere gehalten werden, für Eier und Fleisch gleichermaßen.

Hybridrassen im Gegensatz dazu werden in der modernen Hühnerzucht spezialisiert gezüchtet: entweder als Mast- oder Legehennen. Im Vergleich zu Hybridhühnern legen die Altsteirer Hühner zwar weniger Eier, dafür aber bis ins hohe Alter.

INTERVIEWPARTNERIN:

Dr. Irene Hochrathner

Spartenbetreuerin bei

Arche-Austria

(Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen)

COO Orchis

Teil 1: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_1 Asiatische Urahnen

(mp3)

Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_1

Teil 2: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_2 Eierlegen bis ins hohe Alter

(mp3)

Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_2

Teil 3: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_3 Ein Huhn wie aus dem Bilderbuch

(mp3)

Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_3

Teil 4: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_4 Schlafplätze und Hackordnung

(mp3)

Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_4

Teil 5: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_5 Wiederentdeckte Haltung

(mp3)

Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_5
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Ö1: Gackern scharren Eierlegen das Altsteirer Huhn
https://oe1.orf.at/programm/20180924#527205/Gackern-scharren-Eierlegen-das-Altsteirer-Huhn
Link zur Sendungsseite
ID 287
Reise nach Prien
Radioproduktion | 09.08.2018
Reise nach Prien
Wohin soll denn die Reise gehen, wird man gefragt, wenn man wo einsteigt, in ein Gefährt, in ein Mobil, bei dem man das Reiseziel bestimmen kann. Wohin soll denn die Reise gehen, als ob man wüsste, was ein gutes Ziel wäre, denn dazu müsste man ja schon einmal dort gewesen sein, um sich sicher zu sein, ja
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09.08.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wohin soll denn die Reise gehen, wird man gefragt, wenn man wo einsteigt, in ein Gefährt, in ein Mobil, bei dem man das Reiseziel bestimmen kann. Wohin soll denn die Reise gehen, als ob man wüsste, was ein gutes Ziel wäre, denn dazu müsste man ja schon einmal dort gewesen sein, um sich sicher zu sein, ja

dorthin

soll es gehen. Und oft ist man ja nicht alleine unterwegs. Man muss sich verständigen, die Wünsche koordinieren. Es ist unter allen bedenkbaren Umständen und Erfahrungen schwierig, sich innerhalb der Familie ein Reiseziel für die Ferien auszumachen. Besonders, wenn die Kinder 14, 15 Jahre alt sind.

Heuer haben wir eine Reise nach Prien gemacht. Und davon möchte ich erzählen. Wir gingen in Wien zum Hauptbahnhof. Dort haben wir uns mit dem Rücken zur großen Anzeigewand gestellt. Ausgemacht war: auf 1, 2, 3, würden wir uns umdrehen. Wir würden zu dem Meer fahren, das in der Richtung des Reiseziels des 3. Zugs liegt. Den ersten und den zweiten Zug würden wir ja nicht mehr erwischen. Aber den 3. Zug, den nehmen wir, und dieser fuhr auf 1, 2, 3 nach Zürich. So war die Richtung klar. Wir fahren ans Meer in Richtung Zürich. Also nach Frankreich. Wir fahren an den Atlantik.

Wohin soll denn die Reise gehen? Bordeaux. Wir machten uns aus, immer um 11 Uhr 30, auszusteigen, egal wo der Zug gerade ist, um dort Mittagessen zu gehen, und nach einer Pause wieder weiterzufahren. Bis 18 Uhr ungefähr, um egal wo, dort auszusteigen, wo der Zug grad hält – um dort zu nächtigen.

½ 12 war es in Salzburg. Nach dem Mittagessen dann weiter mit dem nächsten Zug in Richtung Meer. Es war ein langsamer Zug. Er fuhr nach Zell am See. Der See sah so verlockend aus, und wenn es keine Eile gibt, dann steigt man aus, und schwimmt ein Stück. Der nächste Zug, der fuhr nach Innsbruck, Zeit zum Schlafen. Stück für Stück und Zug um Zug, weiter Richtung Ozean. Basel, Mulhausen, Dijon, und so weiter und so weiter – nach 5 Tagen erreichten wir auf diese Art Bordeaux.

Das Schöne an dieser Art der Reise war, dass wir nie einen Zug versäumt haben, wir haben ja immer nur den nächsten genommen. Und während man bei großen Zielen schnell einmal auf Hauptverkehrsstrecken landet, sich in der Folge zwischen Hauptstädten zu schnell fortbewegt, sind wir auf dieser Reise auf diese Weise in Gegenden gekommen, an Stellen ausgestiegen, die wir vorher mit Sicherheit oft nicht einmal vom Namen kannten. Regionalzüge, Schiffe, Stopps und Strecken, die man selbst nie wählen würde. Wir haben erlebt, dass es wichtig war, sich den Schlafplatz wirklich nur im letzten Zug des Tages auszumachen. Das geht mit den digitalen Buchungsplattformen ja sehr leicht. Würde man schon am Vormittag das Abendziel fixieren, oder Gott behüte auch am Vortag, da wäre das Schicksal viel zu stark eingeschränkt, und die Eile beginnt – man muss ja den vorgesehenen Zug, die vorherbestimmte Stadt erreichen. Da fängt der Stress dann wirklich an. Es ist gar nicht leicht, mit all den Sicherheiten, die man sich erkaufen kann, dem Schicksal eine Chance geben, die Strecke zu gestalten.

Viele Grüße also aus Bordeaux. Wer weiß, wohin uns die

nächste

Reise treiben wird, ans nächste Meer, auf diese Art. Ich bin noch schuldig, warum es eine „Reise nach Prien“ war, obwohl wir nach Bordeaux gefahren sind. Prien, das ist kein Ort, sondern ein Name, der schon viele Jahre in meinem Kopf herumgetragen wird. Prien ist ein Mensch, der Herr Prien. Er ist oder war Bibliothekar in Wien. Ich selber habe ihn nie gekannt. Er hat diese Reiseform erfunden. Herr Prien hat vor 30 Jahren in der Bibliothek für Slawistik an der Universität Wien gearbeitet und einem Freund, der dort studiert hat, von dieser wunderbaren Form der Fortbewegung abseits der großen Reisekorridore erzählt. Der Freund hat es wiederum mir erzählt, und nach 30 Jahren war es dann soweit. Unser heuriges Reiseziel hat seinen Namen erhalten, ja eigentlich der Weg, die Reiseform nach Prien …

ORF Radio Ö1 -

Moment/Randnotizen, 6. August 2018

. Eine erste Fassung dieser Randnotizen wurde im Deutschlandfunk/Sonntagsspaziergang als "Akustische Ansichtskarte aus Bordeaux" am 1. Juli 2018 ausgestrahlt.

Hörerreaktion

[quote]Vielen Dank für die gestrigen Moment-Randnotizen. Moment ist sehr oft ein Quell von Freude, Nachdenklichkeit, Innehalten, Neugier, und nicht zuletzt Schmunzeln. Ihr gestriger Beitrag ist ein Juwel in allen diesen Aspekten. Dieser Sommer ist leider schon verplant, aber nächstes Jahr werde ich sicher auch nach Prien fahren. – P. W.[/quote]
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Ö1: Das Menschenfoerderband
https://oe1.orf.at/programm/20180806#523006/Das-Menschenfoerderband
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ID 286
Radioproduktion | 17.06.2018
Kulturlandschaft Flussufer
Flüsse bilden Lebensräume von Lebewesen im Wasser. An ihren Rändern sind die Schnittstellen zum Land nicht scharf und plötzlich, sondern zoniert, was sich auch auf die Vielfalt der Lebewesen in diesem Bereich überträgt. Dies gilt für naturnahe Flüsse, deren Ränder die Einflüsse von Hochwassern widerspiegeln. In hochwassergefährdeten Gebieten sind die Ufer oft von Menschen in einer Weise geformt, die stark in diese Zonierung eingreift. Zusätzlich gibt es Eingriffe, die entlang der Flüsse die Lebe …
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17.06.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Flüsse bilden Lebensräume von Lebewesen im Wasser. An ihren Rändern sind die Schnittstellen zum Land nicht scharf und plötzlich, sondern zoniert, was sich auch auf die Vielfalt der Lebewesen in diesem Bereich überträgt. Dies gilt für naturnahe Flüsse, deren Ränder die Einflüsse von Hochwassern widerspiegeln. In hochwassergefährdeten Gebieten sind die Ufer oft von Menschen in einer Weise geformt, die stark in diese Zonierung eingreift. Zusätzlich gibt es Eingriffe, die entlang der Flüsse die Lebensräume ändern: Kraftwerke und Geschiebefänge, die Kies zurückhalten. Auch sie sind in den Hochwasserschutz eingebunden.

Naturnahe Flüsse mit ursprünglichen, zonierten Ufern sind gleichzeitig wertvolle Naherholungsgebiete für die Menschen angrenzender Siedlungen. So stehen die Wünsche nach Erholung und die Wünsche nach Schutz vor Hochwassern in einem Widerspruch, den es zu lösen gilt.

Am Zusammenfluss von Enns und Steyr im Großraum der Stadt Steyr sind alle Frage- und Problemstellungen des Naturschutzes samt ihren derzeitigen Lösungen und Visionen modellhaft auf einem kleinen Raum versammelt. (

Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1

)

Teil 1: Lebensraum Ennsknie (Filename: radio283_ennsknie_1 mp3

)

Filename: radio283_ennsknie_1

Teil 2: Der Auwald entlang der Enns (Filename: radio283_ennsknie_2 mp3

)

Filename: radio283_ennsknie_2

Teil 3: Geschiebe aus den Bergen (Filename: radio283_ennsknie_3 mp3

)

Filename: radio283_ennsknie_3

Teil 4: Ein Erholungsgebiet auf Überschwemmungsflächen der Steyr (Filename: radio283_ennsknie_4 mp3

)

Filename: radio283_ennsknie_4

Teil 5: Wertvolle Verbindungen entlang der Steyr (Filename: radio283_ennsknie_5 mp3

)

Filename: radio283_ennsknie_5
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Natur
OE1-Link:
Ö1: Kulturlandschaft Flussufer
https://oe1.orf.at/programm/20180618#518571/Kulturlandschaft-Flussufer
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ID 285
Japanisches Formen
Podcasting|Radioproduktion > Premium | 31.05.2018
Japanisches Formen
[caption id="attachment_10951" align="alignright" width="225"]
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31.05.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
[caption id="attachment_10951" align="alignright" width="225"]

Noriko Mafune-Bachinger[/caption]

Ein Podcast-küsst-Radio-Projekt

Ikebana, die Kunst des Blumensteckens; Bonsai, die Kunst des "Bäume-Kleinhaltens"; Origami, die Kunst des Papierfaltens; Shibari, die Kunst des erotischen Verschnürens: all diese Techniken haben mit der Lust am Formen zu tun. Nicht das Endprodukt steht im Focus der Könner, sondern der Vorgang des Veränderns und Verstehens. Es ist eine Philosophie. Gestaltung: Lothar Bodingbauer und Thomas Gasser. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

ORF Radio Österreich 1,

Moment am Sonntag

10.06.2018, 18:15–19:00 Uhr

Ikebana. Bonsai. Origami. Shibari.

Die subtile Kunst, neue Formen entstehen zu lassen

Filename: radio282_mom_japan

Ikebana, die Kunst des Blumensteckens; Bonsai, die Kunst es Bäume-Kleinhaltens; Origami, die Kunst des Papierfaltens; Shibari, die Kunst des erotischen Verschnürens: all diese Techniken haben mit der Lust am Formen zu tun. Nicht das Endprodukt steht im Focus der Könner, sondern der Vorgang des Veränderns und Verstehens. Es ist eine Philosophie.

Die folgenden Gespräche sind für diese Sendung entstanden und stehen als Podcastepisoden in voller Länge zur Verfügung:

LUT064 Auftakt –

Lothar Bodingbauer und Thomas Gasser

Wie wird die Sendung angelegt

LUT066 Japan-Blog "Wanderweib" –

Tessa Tews

Erste Eindrücke vom Leben in Japan

LUT067 Origami –

Noriko Mafune-Bachinger

Die Kunst des Papierfaltens

LUT068 Bonsai –

Günther Klösch

Bäume in der Schale

LUT069 Ikebana –

Helga Komaz

Die Kunst des Blumensteckens

LUT070 Zwischenstand –

Lothar Bodingbauer und Thomas Gasser

Diskussion zur entstehenden Radiosendung

LUT073 Japanische Kulturvermittlung –

Kai Iwabuchi

Direktor des Japanischen Informations- und Kulturzentrums in Wien

LUT074 Shibari –

Vincience und Kenyade

Die Kunst des erotischen Fesselns
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Ö1-Sendungsseite
https://oe1.orf.at/programm/20180610/518175
Link zur Sendungsseite
ID 284
Hotzenplotz
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 08.05.2018
Hotzenplotz
Der Räuber Hotzenplotz ist einmal mehr aus dem Gefängnis ausgebrochen. Und Seppel und Kasperl sind fest entschlossen, ihn wieder einzufangen. Überraschend ist ein neues Abenteuer des beliebten Schurken aufgetaucht, das hat der Thienemann-Verlag am Montag mitgeteilt. Am 17. Juli wird eine bisher unveröffentlichte Geschichte vom 2013 verstorbenen Kinderbuchautor Otfried Preußler erscheinen, rund 45 Jahre nach dem letzten, dritten Band. Hotzenplotz.
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Österreich 1 · 08.05.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Räuber Hotzenplotz ist einmal mehr aus dem Gefängnis ausgebrochen. Und Seppel und Kasperl sind fest entschlossen, ihn wieder einzufangen. Überraschend ist ein neues Abenteuer des beliebten Schurken aufgetaucht, das hat der Thienemann-Verlag am Montag mitgeteilt. Am 17. Juli wird eine bisher unveröffentlichte Geschichte vom 2013 verstorbenen Kinderbuchautor Otfried Preußler erscheinen, rund 45 Jahre nach dem letzten, dritten Band. Hotzenplotz.

SIGNATION „Das Wort der Woche“.

Pfefferpistole, Kaffeemühle, Bratwürste. Das wären die wichtigsten Worte im Buch „Der Räuber Hotzenplotz“, sagen die Kollegen der angrenzenden Redaktion, als die Rede auf das Wort der Woche kommt. Und Sauerkraut - oder Bratkartoffel - da sind sie sich aber nicht ganz sicher. – Jeder, der das Buch selbst nicht gelesen hat, wird sich schwer dazu einen Reim machen können. Was haben die Begriffe wohl gemeinsam? Aber es gibt ja noch die handelnden Personen, und wenn man die gleich noch mit psychoanalytischer Kinderbuchbetrachtung kombiniert, dann würde sich das Kind - das „Ich“ - mit dem Kasperl oder dem Seppel identifizieren, je nach Entwicklungsstufe; der Wachtmeister Dimpfelmoser und die Oma wären das „Über-Ich“, das Gewissen, und der Räuber Hotzenplotz steht für das „Es“, das Triebhafte, durchaus auch Genussvolle. Eigentlich sollte die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz nach dem ersten Teil schon zu Ende sein, aber es waren zu viele Handlungsstränge offen, und Otfried Preußler wurde von seinen Fans bestürmt, doch weiter zu machen, um der Entwicklung der Charaktere in einer zweiten und dritten Folge eine Chance zu geben. Was auch geschah.

ZUSPIELUNG Hörspiel 1

(Klingel, klingel). Oh, mein Fahrrad!

Ausschnitt aus dem Hörspiel im Kinderfunk von Radio Wien, vom 26.1.1984.

ZUSPIELUNG Hörspiel 2

Hotzenplotz hat mir mein Fahrrad gestohlen, und das schon zum zweiten Mal. Nur keine unnötige Aufregung, Herr Hauptwachmeister. Sie haben vergessen, es abzuschließen, da habe ich mir gedacht, dass ich es ihnen hereinstelle. So und jetzt gehe ich, endgültig, habe die Ehre, empfehle mich, leben Sie wohl meine Herrschaften.

Generationen von Kindern haben vom Räuber Hotzenplotz gelesen, haben vorgelesen bekommen. Oder sie haben die Hörspiele gehört, und haben sich über Pfefferpistole, Kaffeemühle, Bratwürste und Sauerkraut ihre Gedanken gemacht. So sehr, dass Hotzenplotz auch in die Tagespolitik Einzug gehalten hat. „Wem wird wieviel weggenommen?“ Aus einem Beitrag eines Mittagsjournals aus dem Jahr 2014 - Steuerreform der großen Koalition, und nein, man war sich gar nicht einig.

ZUSPIELUNG Hotzenplotz 3

Es gehe darum, den Räuber Hotzenplotz Effekt zu vermeiden: wem wird wie viel weg genommen, dürfe nicht die zentrale Frage sein. „Ich glaube, wenn man den Räuber Hotzenplotz zur Seite räumt, dann kommt man bei all den Vorschlägen auf eine sehr gute Lösung.

Andreas Zakostelsky, damaliger Chefverhandler in der Expertengruppe der ÖVP zum Gestalter des Nachrichtenbeitrags.

Hotzenplotz. Dieses lautmalerische Wort für einen Kindernbuchräuber ist keine freie Erfindung. Es gibt tatsächlich einen Ort in Tschechien mit eben diesem Namen, nahe der polnischen Grenze. Osoblaha heißt diese 1000-Seelengemeinde im Stadt in Mährisch-Schlesien heute, Hotzenplotz ist eine deutsche Verballhornung dieses Namens. Verballhornung - eine deutsche Umschreibung eines für die damaligen großteils deutschsprachigen Bewohner unverständlich slawisch klingenden Wortes. Osoblaha heißt der Fluß, an der das Städtchen liegt, das den selben Namen wie der Fluss trägt. In einer Gegend voller historischer Unruhe. Schlesien war neben Böhmen und Mähren eines der drei Länder der Böhmischen Krone. Der größte Teil davon musste von Maria Theresia als Königin Böhmens an Preußen abgetreten werden. Nur ein kleiner Teil verblieb 1742 bei der Habsburger Monarchie, zu der auch die Enklave Hotzenplotz gehört. 4000 Einwohner hatte Hotzenplotz 1880 in seiner Blüte, danach nahm die Bevölkerungszahl ab. Nach dem ersten Weltkrieg rissen die Beziehungen zu Wien ab. 1938 nahmen die Deutschen die Stadt in Besitz, 1945 wurde sie hart umkämpft und von der Roten Armee besetzt, die Deutschen wurden vertrieben. – Otfried Preußler wurde 1923 in Böhmen geboren, seine Vorfahren waren Glasmacher, er selbst wurde Lehrer. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft und gelangte 1949 nach Rosenheim in Deutschland. Viele seiner Erzählungen brachte er aus Böhmen mit, viele Erzählungen hörte er auch von seiner Großmutter, und so machte er als Schriftsteller „Hotzenplotz“ zum Namen der Hauptperson seines Kinderbuchs „Der Räuber Hotzenplotz“.

ZUSPIELUNG Hotzenplotz 4

Kasperl! Ich und du Seppel, wir haben den Halunken auf eigene Faust geschnappt, und du wirst sehen, wir schaffen es noch ein drittes Mal.

(MUSIK, darüber Text)

Und bald vielleicht ein Viertes Mal, 5 Jahre nach dem Tod des Autors. Das Manuskript zur Fortsetzung wurde im Nachlass entdeckt, von seiner Tochter, die für Otmar Preußler als Lektorin tätig war. Und so viel sei verraten, es geht zum Mond in der neu erscheinenden Geschichte.
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ID 283
Radioproduktion | 08.04.2018
Ausreißen mit Kenntnis
Neophyten-Fachkräfte schützen die heimische Botanik: Staudenknöterich, Kanadische Goldrute, Robinie, Drüsen-Springkraut, Götterbaum, Ragweed und Riesen-Bärenklau. Noch vor wenigen Jahren waren diese Pflanzen in Österreich weitgehend unbekannt. Sie sind eingeschleppt worden und stehen nun auf einer Liste „neuer Arten“, deren Ausbreitung zurückgedrängt werden sollen. Damit Anrainer von Ufern und Böschungen nicht gegen jene Menschen arbeiten, die diese Lebensräume pflegen müssen, werden in Österrei …
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08.04.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Neophyten-Fachkräfte schützen die heimische Botanik: Staudenknöterich, Kanadische Goldrute, Robinie, Drüsen-Springkraut, Götterbaum, Ragweed und Riesen-Bärenklau. Noch vor wenigen Jahren waren diese Pflanzen in Österreich weitgehend unbekannt. Sie sind eingeschleppt worden und stehen nun auf einer Liste „neuer Arten“, deren Ausbreitung zurückgedrängt werden sollen. Damit Anrainer von Ufern und Böschungen nicht gegen jene Menschen arbeiten, die diese Lebensräume pflegen müssen, werden in Österreich „Neophyten-Fachkräfte“ ausgebildet, die sich auskennen und die Bekämpfung koordinieren. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 282
Radioproduktion | 03.04.2018
Wiedereintritt
Wort der Woche: Die Chinesische Raumstation ist abgestürzt. Informationen zur Schwerkraft. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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03.04.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: Die Chinesische Raumstation ist abgestürzt. Informationen zur Schwerkraft. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 281
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 18.03.2018
Der Handelsvertreter
Immer unterwegs: Nur noch selten läuten Verkäufer/innen an der Haustüre, um ihre Waren feilzubieten. Das Berufsbild hat sich geändert, nur noch wenige Firmen vertrauten auf diese Art des Direktvertriebs. Mehr als 8000 Menschen sind in Österreich hingegen sind als Handelsagent/innen unterwegs. Sie arbeiten im Business-to-Business und verbinden Produktionsbetriebe mit kommerziellen Verkäufer/innen. Sie kennen den Markt, ihre Erfahrungen schützen sie davor, von digitalen Handelsplattformen ersetzt …
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Österreich 1 · 18.03.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Immer unterwegs: Nur noch selten läuten Verkäufer/innen an der Haustüre, um ihre Waren feilzubieten. Das Berufsbild hat sich geändert, nur noch wenige Firmen vertrauten auf diese Art des Direktvertriebs. Mehr als 8000 Menschen sind in Österreich hingegen sind als Handelsagent/innen unterwegs. Sie arbeiten im Business-to-Business und verbinden Produktionsbetriebe mit kommerziellen Verkäufer/innen. Sie kennen den Markt, ihre Erfahrungen schützen sie davor, von digitalen Handelsplattformen ersetzt zu werden.
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Berufsbild|Direktvertrieb|Leben|Vertreter|Wirtschaft
ID 280
Radioproduktion | 12.03.2018
Überlebenskünstler Moose
[caption id="attachment_10731" align="alignleft" width="4032"]
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12.03.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
[caption id="attachment_10731" align="alignleft" width="4032"]

Interview mit Harald Zechmeister vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien.[/caption]Moose erkennt man an ihrer leuchtend grünen Farbe. Zumindest, wenn es feucht ist. Sie brauchen keine Wurzeln, um Nährstoffe aufzunehmen, sondern um sich am Boden, am Stein oder an Bäumen festzuhalten. Bryologen sind Moosforscher. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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