RadioLab

429 Produktionen
Lesemodus
Alle publish
ID 129
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 30.01.2012
Überwachungskameras im öffentlichen Raum
Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, bemerkt viele offene elektronische Augen. Manchmal versteckt, meist offen sichtbar sind Überwachungskameras zu sehen. Sie schrecken ab und zeichnen auf, sie befriedigen ein Sicherheitsbedürfnis. Es gibt gesetzliche Regelungen, wer welche Kameras wo aufstellen darf, und wie lange ihre Bilder gespeichert werden dürfen. Dank ihrer Bilder können Kriminalfälle geklärt oder verhindert werden, Wissenschafter beschäftigen sich mit den aufgenommenen Bewegu …
Mehr …
Österreich 1 · 30.01.2012 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, bemerkt viele offene elektronische Augen. Manchmal versteckt, meist offen sichtbar sind Überwachungskameras zu sehen. Sie schrecken ab und zeichnen auf, sie befriedigen ein Sicherheitsbedürfnis. Es gibt gesetzliche Regelungen, wer welche Kameras wo aufstellen darf, und wie lange ihre Bilder gespeichert werden dürfen. Dank ihrer Bilder können Kriminalfälle geklärt oder verhindert werden, Wissenschafter beschäftigen sich mit den aufgenommenen Bewegungsmustern menschlichen Verhaltens, und nicht zuletzt gibt es Kritik von Bürgerrechtler/innen und Künstler/innen, die sich mit der bedrohlichen Facette einer immer lückenloseren Überwachungsgesellschaft beschäftigen.

Filename: radio129_mom_ueberwachung
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Leben|Öffentlicher Raum|Überwachung
ID 128
Deutschlandfunk > Forschung Aktuell|Radioproduktion > Premium | 11.01.2012
Das Quietschen der Tafelkreide
Für viele Personen sind Kratzgeräusche eine akustische Qual. Christoph Reuter, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Wien, untersuchte mit seinem Kollegen Michael Oehler aus Köln, warum wir so sensibel auf Wandtafelkratz- und Kreidegeräusche reagieren.
Mehr …
Deutschlandfunk · 11.01.2012 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Für viele Personen sind Kratzgeräusche eine akustische Qual. Christoph Reuter, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Wien, untersuchte mit seinem Kollegen Michael Oehler aus Köln, warum wir so sensibel auf Wandtafelkratz- und Kreidegeräusche reagieren.

Filename: radio127_quietschen
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Deutschlandfunk>Forschung Aktuell|Radioproduktion>Premium
Tags:
Schall|Wissenschaft
ID 127
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 11.01.2012
Die Haltbarkeit der Stadt
Besser wird nichts, sagen die Pessimisten, und schon gar nicht die Stadt. Rolltreppen und Bankerl gehen kaputt, Kanaldeckel müssen in regelmäßigen Abständen ersetzt werden, der Boden wird ständig neu markiert und selbst die Bauteile des Riesenrades wechseln wegen Korrosion und täglicher Benutzung. Eine Sendung über das ständige Erneuern städtischer Infrastruktur.
Mehr …
Österreich 1 · 11.01.2012 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Besser wird nichts, sagen die Pessimisten, und schon gar nicht die Stadt. Rolltreppen und Bankerl gehen kaputt, Kanaldeckel müssen in regelmäßigen Abständen ersetzt werden, der Boden wird ständig neu markiert und selbst die Bauteile des Riesenrades wechseln wegen Korrosion und täglicher Benutzung. Eine Sendung über das ständige Erneuern städtischer Infrastruktur.

Filename: radio128_mom_haltbarkeit
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Haltbarkeit|Leben
ID 126
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 31.12.2011
Wettersturz
Wort der Woche
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche

Filename: radio123_wow_wettersturz
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Leben|Wetter
ID 125
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 31.12.2011
Urabstimmung
Wort der Woche
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche

Filename: radio124_wow_urabstimmung
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Leben|Urabstimmung
ID 124
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 31.12.2011
Mauer
Wort der Woche: Johannes Preiser-Kapeller, ÖADW
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: Johannes Preiser-Kapeller, ÖADW

Filename: radio125_wow_mauer
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Geschichte|Johannes Preiser-Kapeller|Leben|Mauer
ID 123
Nahe dem Licht
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 31.12.2011
Nahe dem Licht
Pflanzen die auf anderen Pflanzen wachsen, heißen "Aufsitzerpflanzen". Ihre allgemein verwendete Bezeichnung ist Epiphyten. Sie sind keine Schmarotzer, entziehen dem Wirt also keine Nährstoffe, sondern verwenden die Aufsitzerlage nur, um "kostenlose" Höhenmeter hin zum Licht zu gewinnen.
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Pflanzen die auf anderen Pflanzen wachsen, heißen "Aufsitzerpflanzen". Ihre allgemein verwendete Bezeichnung ist Epiphyten. Sie sind keine Schmarotzer, entziehen dem Wirt also keine Nährstoffe, sondern verwenden die Aufsitzerlage nur, um "kostenlose" Höhenmeter hin zum Licht zu gewinnen.

Gewächse ohne Bodenkontakt: Zu Gast ist der Botaniker Peter Hietz von der Universität für Bodenkultur in Wien. Er erzählt auch von der Bedeutung, im Regenwald nicht einfach nur auf Bäume zu klettern, sondern sich vorher gut zu überlegen, wie man sich zurückziehen will, sollte man dort oben plötzlich auf Regen, Wespen oder andere Schwierigkeiten stoßen.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Botanik|Epiphyten|Wissenschaft
ID 122
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 13.12.2011
Westbahn
Seit Dezember 2011 fährt nun eine weitere Eisenbahngesellschaft zwischen Wien und Salzburg. Das soll den Kunden freuen – gelächelt wird, wie nie zu vor auf dieser Strecke, die Westbahn heißt, gleich wie der Firmenname dieses neuen Konkurrenten der guten alten wohlbekannten ÖBB. Ohne Zweifel: Westbahn ist das Wort der Woche.
Mehr …
Österreich 1 · 13.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Seit Dezember 2011 fährt nun eine weitere Eisenbahngesellschaft zwischen Wien und Salzburg. Das soll den Kunden freuen – gelächelt wird, wie nie zu vor auf dieser Strecke, die Westbahn heißt, gleich wie der Firmenname dieses neuen Konkurrenten der guten alten wohlbekannten ÖBB. Ohne Zweifel: Westbahn ist das Wort der Woche.

Filename: radio122_wow_westbahn

Manuskript

Seit Sonntag fährt nun eine weitere Eisenbahngesellschaft zwischen Wien und Salzburg. Das soll den Kunden freuen - gelächelt wird, wie nie zu vor auf dieser Strecke, die

Westbahn

heißt, gleich wie der Firmenname dieses neuen Konkurrenten der guten alten wohlbekannten ÖBB. Ohne Zweifel:

Westbahn

ist das Wort der Woche.

Die Westbahn, das ist die Bahnstrecke von Wien nach Linz und Salzburg. Mit Verbindungen weiter nach München und Innsbruck. Und diese Bahn war weitgehend

unbedeutend

in der Zeit, in der sie gebaut wurde.

Die Hauptachsen des Verkehrs liefen nämlich nicht von Osten nach Westen, sondern von Norden nach Süden. Wir befinden uns im österreichischen Kaiserreich. Wirtschaftsraum Tschechoslowakei, Anschlusshafen Triest. Das war die Nordbahn – die allererste Eisenbahnlinie der Monarchie.

Wir schreiben das Jahr 1851. Ein Staatsvertrag mit Bayern hält nun auch den Bau einer Eisenbahnstrecke von Wien in den Westen fest. Der Wiener Großhändler und Bergbauunternehmer Herman Dietrich Lindheim erhält den Zuschlag für den Bau einer Privatbahn von Wien in den Westen. Der Eisenbahnhistoriker Alfred Horn:

Es kam zur Entwicklung verschiedenster Trassenvarianten, die sowohl links als auch rechts der Donau verlaufen wären. Erstmals schaltete sich das Militär massiv in Trassenstudien ein und verlangte ultimativ, dass die Strecke von Wien nach Linz in einem Abstand, der nicht mehr im Einflussbereich auch schwerster Geschütze von der linken Seite der Donau stand, auszuführen wäre. Die ursprüngliche Trasse entlang des rechten Donauufers, wie sie heute die Franz-Josefs-Bahn nach Tulln einnimmt, schied dadurch aus, und musste auf Kosten einer sehr ungünstigen Linienführung durch die Berge des Wienerwaldes vorgenommen werden.

Erst nach dem 1. Weltkrieg steigt die Bedeutung der Bahnstrecke der Westbahn mit dem Verschwinden der Nord-Süd-Achse. – Krieg und Zerstörung entlang der Strecke dann im 2. Weltkrieg.

Die Geschwindigkeitserhöhung: unmittelbar nach dem Krieg war man froh, dass man überhaupt wieder fahren konnte, dann hat man zögernd auf 90 km erhöht, auf 100, auf 120, dann mit den neuen Triebwagen auf 140. Und mit Beschaffung neuer Lokomotiven dann auf 160, und jetzt letztendlich auf 200.

Die Westbahn wird seit 1901 durchgehend zweigleisig befahren, seit 1952 ist sie vollständig elektrifiziert. Heute wird sie in weiten Teilen vierspurig betrieben, Spitzengeschwindigkeiten bei Testfahrten sind im Gebiet Ybbs und Pöchlarn auch schon mit 305 km/h möglich. Neubaustrecken und Tunnelanlagen beschleunigen den Verkehr weiter: doch viel wird man nicht erreichen, die Geschwindigkeitsprofile gleichen einem Sägeblatt: schnell, langsam, schnell. Wer

wirklich

schnell fahren will, der muss schnell bleiben – so einfach ist das – und das geht eben besser in Frankreich als bei uns im kleinräumigen Österreich, durch den Wienerwald, durch schmales Tal und wechselhafte Landschaft.

Aber sicherer ist sie geworden, die Westbahn. Heute wird zunehmend mit ETCS gefahren, dem europäischen modernen Zugsicherungssystem. Die Westbahn ist heute wichtiger Teil des TEN-Netzes Paris-Wien-Bratislava und Budapest, Teil also des Infrastrukturnetzes der Europäischen Union, das neben Autobahn und Eisenbahn auch das Energie- und Kommunikationsnetz beinhaltet.

Nach Abschluss aller Ausbaumaßnahmen, soll letztendlich das 1-2-3-Schema verwirklicht sein. Eine Stunde nach Linz, zwei nach Salzburg, und drei nach Innsbruck und München.

Mit welcher Kompanie man in Zukunft auch fahren will, die Westbahnstrecke bringt einen durch einen guten Teil Österreichs, bei Gesprächen mit Mitreisenden, vielleicht einem guten Buch. Sehr oft ein schöner Ausblick, und wer genau schaut: Auch heute sind noch vereinzelt Grenzsteine mit den Initialen K.E.B. zu finden. K.E.B, Erinnerungen an die ehemalige „Kaiserin Elisabeth Bahn“.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Eisenbahn|Leben|Westbahn
ID 121
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 06.12.2011
Der Straßenmeister
Herrscher über das "Netzwerk" Straße: Auf regionaler Ebene sind die Straßenmeistereien in Österreich für die Verbindungen zwischen den Orten zuständig. Ohne ihre Arbeit würde das Leben im Land still stehen. Besonders im Winter steigt die Arbeitsbelastung für den Straßenmeister, der die Arbeitskräfte und Maschinen in den Einsatzgebieten koordiniert. Berufsbild eines im Hintergrund wirkenden Netzwerkers.
Mehr …
Österreich 1 · 06.12.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Herrscher über das "Netzwerk" Straße: Auf regionaler Ebene sind die Straßenmeistereien in Österreich für die Verbindungen zwischen den Orten zuständig. Ohne ihre Arbeit würde das Leben im Land still stehen. Besonders im Winter steigt die Arbeitsbelastung für den Straßenmeister, der die Arbeitskräfte und Maschinen in den Einsatzgebieten koordiniert. Berufsbild eines im Hintergrund wirkenden Netzwerkers.

Filename: radio121_mom_strassenmeister
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Berufsbild|Leben|Straßenmeister
ID 120
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 22.11.2011
Hyperaktivität
Das Wort der Woche. Ein Zustand, eine Diagnose, und das Wort selbst eine Vereinigung der verschiedensten Vorstellungen darüber. Hyperaktivität, die übersteigerte Aktivität. Im Gegensatz zum "normalen" Aktivitäts- und Bewegungsverhalten – und damit sind wir sofort bei der gesellschaftlichen Dimension.
Mehr …
Österreich 1 · 22.11.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das Wort der Woche. Ein Zustand, eine Diagnose, und das Wort selbst eine Vereinigung der verschiedensten Vorstellungen darüber. Hyperaktivität, die übersteigerte Aktivität. Im Gegensatz zum "normalen" Aktivitäts- und Bewegungsverhalten – und damit sind wir sofort bei der gesellschaftlichen Dimension.

Filename: radio120_wow_hyperaktiv
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Hyperaktivität|Leben
ID 119
Die Sprache der Bahn
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 02.11.2011
Die Sprache der Bahn
Vom Schaffner zum Zugbegleiter: Ob Weichenstellung, Schlusslicht, oder das Licht am Ende des Tunnels. Die Eisenbahn ist eng mit der Sprache unseres Alltags verwoben. Ist das auch umgekehrt? Wie kommt der Alltag zur Bahn? Und wer weiß genau, ob man jetzt richtig ein “Ticket”, eine “Fahrkarte”, oder einen “Fahrausweis” verlangt? Wer formuliert die Durchsagen am Bahnsteig, welche Rolle spielt modernes Marketing und wie hat sich die Sprache der Bahn im Laufe der Zeit verändert? Eine Sendung über Spr …
Mehr …
Österreich 1 · 02.11.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Vom Schaffner zum Zugbegleiter: Ob Weichenstellung, Schlusslicht, oder das Licht am Ende des Tunnels. Die Eisenbahn ist eng mit der Sprache unseres Alltags verwoben. Ist das auch umgekehrt? Wie kommt der Alltag zur Bahn? Und wer weiß genau, ob man jetzt richtig ein “Ticket”, eine “Fahrkarte”, oder einen “Fahrausweis” verlangt? Wer formuliert die Durchsagen am Bahnsteig, welche Rolle spielt modernes Marketing und wie hat sich die Sprache der Bahn im Laufe der Zeit verändert? Eine Sendung über Sprache und Begriffe des österreichischen Bahnalltags.

Filename: radio119_mom_bahnsprache
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Eisenbahn|Leben|Sprache
ID 118
Weiße Esel des Neusiedlersees
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 30.10.2011
Weiße Esel des Neusiedlersees
Der Nationalparkdirektor Kurt Kirchberger und der Nationalparkbetreuer Alois Gangl sprechen über den Einsatz von weißen Eseln der ehemaligen k. u. k. Monarchie als wertvolle Mitglieder der Bewirtschaftung einer alten Kulturlandschaft im Nationalpark Neusiedleersee-Seewinkel.
Mehr …
Österreich 1 · 30.10.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Nationalparkdirektor Kurt Kirchberger und der Nationalparkbetreuer Alois Gangl sprechen über den Einsatz von weißen Eseln der ehemaligen k. u. k. Monarchie als wertvolle Mitglieder der Bewirtschaftung einer alten Kulturlandschaft im Nationalpark Neusiedleersee-Seewinkel.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Esel|Neusiedlersee|Wissenschaft
ID 117
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 18.10.2011
Was sind Prozente?
Das Wort der Woche. Gehaltsverhandlung, Wirtschaftswachstum, Zunahme und Abnahme. Alles wird in Prozent angegeben, oder doch in Prozentpunkten - und wo ist der Unterschied?
Mehr …
Österreich 1 · 18.10.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das Wort der Woche. Gehaltsverhandlung, Wirtschaftswachstum, Zunahme und Abnahme. Alles wird in Prozent angegeben, oder doch in Prozentpunkten - und wo ist der Unterschied?

Filename: radio117_wow_prozent
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Leben|Prozent
ID 116
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 05.10.2011
Hände drücken - Hände schütteln
Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal - zum Beispiel beim "Golden Handshake" - auch über Status und Stellung.
Mehr …
Österreich 1 · 05.10.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal - zum Beispiel beim "Golden Handshake" - auch über Status und Stellung.

Filename: radio116_mom_haendeschuetteln

Manuskript

HÄNDESCHÜTTELN

Moment - Leben Heute

Donnerstag, 06. Oktober 2011, 14:40 Uhr Moderation und Redaktion: Bernhard Fellinger

Hände drücken, Hände schütteln.

Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal - zum Beispiel beim "Golden Handshake" - auch über Status und Stellung.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

MANUSKRIPT

CD 01 / OT 00:07 Kupferblum/Regisseur (trailer)

Moderationsvorschlag

Politiker können an falschen Händedrucken scheitern, der Händedruck entscheidet oft, ob die Kontaktaufnahmen mit Fremden gut gelingt, selten wird er auch verweigert, und manchmal kommt er überraschend.

CD 02 / OT 00:11 Kupferblum/Regisseur (trailer_2)

Moderationsvorschlag

Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal - zum Beispiel beim "Golden Handshake" - auch über Status und Stellung. Lothar Bodingbauer hat mit Menschen gesprochen, die dem Händeschütteln nahe stehen.

---------- BEITRAG -------------------

THEMA: Politik - Foto Klammer auf

CD 03 / OT 00:05 Cremer/Pressefotograf (cremer_00)

Mathias Cremer ist Pressefotograf bei der Tageszeitung "Der Standard". CD 04 / OT 00:45 Cremer/Pressefotograf (cremer_0)

Nur bei historischen Begegnungen ist das Händeschütteln für den Pressefotografen interessant, etwa bei einer Begegnung der Außenminister Schulz und Schewardnadse 1986 in Wien, bei dem es ein offizielles Händeschütteln gab, als Beginn der Abrüstung zwischen USA und Sowjetunion.

Das Händeschütteln hat sehr viel mit Nähe zu tun, aber auch sehr viel mit Distanz, sehr viel mit Erfolg, sehr viel mit Misserfolg. Wir spüren einfach schon sehr viel von dem, dessen Hände wir drücken.

Es gibt ja auch Geheimzeichen von bestimmten Geheimbünden, die auch über Händedrucke funktionieren. Man kann das ja auch kodieren, man hat unglaublich viele Möglichkeiten einander die Hände zu geben.

Nach einem wirklich langem Händeschütteln dann die Flecken zu zeigen, die beide haben, ist auch ganz witzig.

Einem Handeschüttelbild einen gewissen Charme zu verleihen ist eine schwierige Aufgabe. Und ein Foto, das mir gut gefallen hat, da war der Dalai Lama in Wien. Da gab es einen Händeschütteltermin. Und da genügt es oft, mit reduzierten Mitteln es darzustellen. Den Waldheim habe ich geblitzt, ist relativ schnell auf den Dalai Lama zugegangen. War noch nicht im Bild, Schlagschatten war schon zu sehen. War ein Handschüttelbild, war wunderbar, weil da hat es einen gewissen Charme.

CD 05 / OT 00:27 Cremer/Pressefotograf (cremer_2)

Tatsächlich versucht man andere Fotos als das Händeschütteln zu machen; Erinnerung an die Fotografie der 70er Jahre. Langeweileimpuls. Wer eine Zeitung anschaut und sieht ein Händeschüttelfoto, ist nicht animiert, die Geschichte weiterzulesen, OK alles in Ordnung, passt.

1

Händeschütteln.oo3 05.10.11 09:48:39

HÄNDESCHÜTTELN

CD 05 / OT 00:27 Cremer/Pressefotograf (cremer_2)

Tatsächlich versucht man andere Fotos als das Händeschütteln zu machen; Erinnerung an die Fotografie der 70er Jahre. Langeweileimpuls. Wer eine Zeitung anschaut und sieht ein Händeschüttelfoto, ist nicht animiert, die Geschichte weiterzulesen, OK alles in Ordnung, passt.

THEMA: Auskunft über Person

CD 06 / OT 00:18 Schuller/Blinder (sandor_1)

Sandor Schüler führt als Blinder durch die Ausstellung "Dialog im Dunkeln", die in vollkommener Dunkelheit Sehenden das zeigt, was für Blinde Alltag ist. Keine Information durch Licht.

CD 07 / OT 00:28 Schuller/Blinder (sandor_2)

... und da muss man eben nehmen, was man kriegt, sagt Sandor. CD 08 / OT 00:27 Schuller/Blinder (sandor_3)

THEMA: Regie

Schauplatzwechsel. Wir gehen ins Theater.

CD 09 / OT (00:08) Kupferblum/Regisseur: Händeschütteln (kupfer_1)

Markus Kupferblum ist Regisseur und Schauspiellehrer. Er zeigt mit seiner Regieassistentin Katharina List, wie sehr im Theater der Händedruck gestaltbar ist. Erst zu schütteln, und dann zu grüßen, ist ungewohnt.

CD 10 / OT (00:32) Kupferblum/Regisseur (kupfer_2)

Diese Geschichten als Kunstprodukt darzustellen, ist Aufgabe des Theaters. CD 11 / OT (00:32) Kupferblum/Regisseur (kupfer_3)

Ganz zu Beginn lernt man das bei Markus Kupferblum, der auch im Wiener Reinhard- Seminar Schauspieler ausbildet.

CD 12 / OT (00:12) Kupferblum/Regisseur (kupfer_4)

Also bei mir immer im ersten Semester. Das gehört Sud en Grundlagen, wo man lernt, die Körpergrenzen kennenzulernen, wo man lernt körperliche Dinge zu gestalten.

Also ich persönlich nehme die Hände gerne, weil da kann man die Stimmung ableiten. Erstens, dass Sie ein ausgeglichner Mensch sind, dass Sie viel händisch arbeiten, und dass Sie einen natürlichen Zugang zu Menschen haben.

Der erste Eindruck ist immer stark geprägt. Dass der Händedruck von den Menschen von den zwischenmenschlichen Beziehungen vieles verrät. Für mich besteht nur die Möglichkeit über die Hände diesen Eindruck zu bekommen. Kann sich noch verändern. Natürlich kommt noch die Stimme dazu, aber der Händedruck ist ihr erster Blick.

Also es gibt Leute, da kriegen Sie vier Finger so hingereicht, und das auch nur ziemlich unwillig. Hier ist alles aber nimm nichts. Das ist ein komisches Gefühl. Werde unsicher, weil ich nicht weiß, wie soll ich mich nähern. Es gibt die natürlichen leute, die sagen OK, hier Pfötchen, und damit kann man was anfangen.

Also jetzt werden wir einander die Hände geben, und erst dann uns begrüßen. - Grüß Gott. Guten Abend - Und jetzt werden wir uns die Hände geben und uns gleichzeitig begrüßen. Und jetzt geben wir uns zuerst die Hände, und dann begrüßen wir uns. - Grüß Gott / Guten Abend.

Ja, es ist ungewohnt, und es gewinnt plötzlich eine Bedeutung, die es gar nicht hätte. Verlegenheit, und irgend etwas schwingt mit. Es gibt auch die Möglichkeit, die Hände zu geben und ich lasse nicht mehr los. Gesellschaftlich konventioneller Test. Man ist auf sicherem Terrain aber man testet Grenzen aus. Ganze Liebesgeschichten haben so begonnen, im Idealfall.

Die Theaterleute müssen das herstellen können, analysieren vorher, hassen, Konkurrenten, egal, kann über Händedruck manifestiert werden, können sehen, wie sich Situation abspielt, als Schauspieler sind wir trainiert, dass wir sie spielen kann. Eine Schauspieltechnik, nicht nur davon ab, wie man die Hand gibt, sondern auch wann man die Hand gibt.

2

Händeschütteln.oo3

05.10.11 09:48:39

HÄNDESCHÜTTELN

CD 12 / OT (00:12) Kupferblum/Regisseur (kupfer_4)

Also bei mir immer im ersten Semester. Das gehört Sud en Grundlagen, wo man lernt, die Körpergrenzen kennenzulernen, wo man lernt körperliche Dinge zu gestalten.

Händeschütteln ist eine Möglichkeit, die Grenzen der Körper zweier Menschen zu überschreiten, sie zu verbinden.

CD 13 / OT (00:15) Kupferblum/Regisseur (kupfer_5)

THEMA: Ritual, Herkunft Start

DIGAS ATMO Metzger (szabo_atmo) [Ausblenden im zweiten Metzger OT] CD 14 / OT 00:06 Szabo/Metzger (szabo_1)

Dieser Handschlag, also das Händeschütteln in dem Fall, stammt ja von den Germanen ab ...

Besuch beim Metzger Friedrich Szabo. Er hat am Wiener Lebendviehmarkt das Händeschütteln gelernt.

CD 15 / OT 00:49 Szabo/Metzger (szabo_2)

THEMA: Handel, Ritual Fortsetzung

Das Händeschütteln als als Abschluss eines Geschäftes. Heute funktioniert das auch bei Metzger Szabo automatisch - über Fax, e-Mail oder die Unterschrift. Ob es auch gültig wäre, sich bei Verträgen weiterhin "nur" die Hände zu schütteln, erklärt Heinz Peter Schinzel, er ist Richter am Wiener Handelsgericht.

CD 16 / OT 00:36 Schinzel/Richter

ATMO DIGAS: Glocken Heiligenkreuz in den letzten Satz

Pater Johannes Paul vom Stift Heiligenkreuz erzählt, dass das Händeschütteln neben dem Friedensgruß und dem Kontakt des Pfarrers zur Gemeinde, auch im Stift eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

CD 17 / OT 01:06 Pater/Heiligenkreuz

Ob die Hände nun geschüttelt werden, oder nicht, die Bedeutung bleibt immer die gleiche. Vertrauen.

CD 18 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho_1) || beginnt mit Atom in den letzten Satz ziehen ab "Bedeutung"

Einmal schütteln, abgemacht. ...

Ganz genau. Der Händedruck überschreitet die Körpergrenze. Er ist eine intime Berührung, er kann sehr zärtlich sein, oder ich kann dem Geschäftspartner signalisieren, ich werde ihn sicher nie mehr kontaktieren.

Bei den Germanen haben sie sich als Begrüßung gegenseitig an die Hoden gegriffen, Vertrauensbeweis. Er hätte mit einem kleinen Druck die Nachfolger zerstören können. Später in den Handschlag übergangen, Händedruck. Ich selber kenne vom Viehmarkt. Der Vorschlag, geht die Hand nach vorne, der Preis den ich vorschlage. Dann sagt der andere den Vorschlag, wenn sich die zwei Hände treffen ist das der Handschlag, dann ist dieser Preis gültig, das ist die Handschlagqualität.

Na ja, notwendig ist es eigentlich nicht für Handel -und Unternehmensricht, es gibt im wesentlichen mündliche und schriftliche Verträge, und beide sind an sich gleich wirksam. Ist aber so etwas wie eine gesellschaftliche Gepflogenheit, einen mündlichen Vertrag mit Handschlag zu bestätigen. Es ist aber auch ein mündlicher Vertrag ohne diesen Handschlag rechtsgültig.

Wir als Mönche legen profess ab, schlichter Ritus, gefaltene Hände in die Hände des Abtes, in die Hände des Bischofs hineinlegen. Ritus stammt von Lehnswesen. Mittelalter Lehensgeber übergeben mit Symbol Fahnen oder Standarten. Der Lehensnehmer hat seine hÄnde in die Hände des Lehensgebers gelegt, Gehorsams- und Verantwortungsverhältnis. Hineingebunden, in Hände dessen, bei uns ähnlich. Hineingebunden in Hände Christus und an Gott.

NACH 1. SATZ: Text über Atom: Samy Molcho, Spezialist für Körpersprache

3

CD 18 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho 1) || beginnt mit Atom in den letzten

Händeschütteln.oo3

05.10.11 09:48:39

Satz ziehen ab "Bedeutung"

HÄNDESCHÜTTELN

NACH 1. SATZ: Text über Atom: Samy Molcho, Spezialist für Körpersprache

OT weiter

Der Händedruck, sagt Samy Molcho, ist eine Abwandlung des Winkens mit der rechten Hand, das zeigt, das diese Hand waffenfrei ist.

CD 19 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho_2)

Anders in Gegenden, wo wallende Gewänder getragen wurden. Hier musste man die Waffenfreiheit des Gegenübers durch Umarmung herausfinden.

CD 20 / OT (00:51) Molcho/Körpersprache (molcho_3)

Selbst in Europa gibt es Unterschiede.

CD 21 / OT (00:30) Molcho/Kultursache Anglo Sachsen (Molcho_4)

THEMA: Gesundheit, Zahl

Wenn sich viele Menschen treffen, steigt schnell die Zahl der möglichen Kontakte beim Händeschütteln. Bei 10 Personen ergibt das immerhin 45 mögliche Wege für das Übertragen von Bakterien. Und Viren.

CD 22 / OT (00:07) Karnthaler/Gesundheit (karnthaler_0)

Sagt die Expertin für Infektionskrankheiten, Ursula Karnthaler. CD 23 OT (00:50) Karnthaler/Gesundheit (karnthaler_1)

Und so, trotz aller Risken ...

THEMA: Diversität

CD 24 OT (00:02) Grammer/Anthropologe (grammer_0)

Der Gruß ist ein Ritual, ja ...

Karl Grammer, er ist Anthropologe, Verhaltensforscher. CD 25 OT (00:25) Grammer (grammer_1)

_

Hier kommen wir zur alten Sitte von Kaff geben. Kaff geben ist eine jüdische Ausdruck von der Vertrag früher bei Pferdehändler Hand als Schlag, und damit war das als Verrttag unterschrieben. Verlassen,d ass Abmachung gilt, mehr streng bei Rabbi, weil macht der Gemeinschaft mehr als das Gesetz von einem Richter. || ATMO bleibt, darüber Text

Bei Männer annullieren Attackieren, weil Kampfhand. Schütteln Kampfhand, übertragen wie stark ich bin, mein Griff, bis heute in D-Lädner, Mann nicht stark schätzt man nicht. Altrom Hädnegeben Hand bis unterer Arm bei Muskel gepackt. Stärkster Muskel bei Schwertführung. Konnte schätzen ist stark oder nicht. // Atom bleibt, darüber TEXT

Wenn ein Orientaler, nicht Hand geschüttelt. Europäer eng, Waffen sichtbar, Linkshänder. Umarmung bei Orient Checupu verbirgt er etwas unter Kleid oder nicht. Heute Orientale gibt Deutsche Hand, drückt nicht, Hand sensibel und weich. Inder und Japaner drücken nicht die Hand. // Atom bleibt, darüber TEXT

Zum Beispiel AngloSachsen, irritiert, Mauer, Angelsachsen offener Winkel, niemand blockiert, Japaner geben nicht die Hand, wenn sind die Finger gerade, greift nicht die andere Person, nimmt ihn in Griff. Dort anderes Prinzip. Die Gruppe entscheidet, und nicht die Einzelperson. // Atom im folgenden Text wegziehen.

Würde sagen es ist nicht daramtisch aber es ist bedeutend die Kontakte, die wir täglich über die Hände tätigen.

Nicht dramatisch aber bedeutend, weil sie zeigen, wie oft wir Gelegenheit haben, Menschen die Hand zu geben, die keine sauberen Hände haben. Ich habe s Abe rin der Hand ... über diue Haupt nicht direkt, nur wenn Kontakt mit Schleimhäute. Ich habe es in der Hand, kann mir meine Hände waschen, nach Hause komme, Ärmel huste, nicht in die Hände, die ich dann dem nächsten zur Begrüßung reiche.

4

Händeschütteln.oo3

Karl Grammer, er ist Anthropologe, Verhaltensforscher.

05.10.11 09:48:39

HÄNDESCHÜTTELN

CD 25 OT (00:25) Grammer (grammer_1)

Ähnliche Rituale gibt es auch für Glückwünsche, für Ehrungen, für die Verabschiedung. CD 26 OT (00:45) Grammer/Händeschütteln (grammer_2)

Durch einen herzliche, freundlichen Händedruck, zum Beispiel. CD 27 OT (00:17) Grammer (grammer_3)

CD 28 OT (00:12) Achaleke (achaleke_0)

... erzählt Beatrix Achaleke. Sie forscht über kulturelle Vielseitigkeit. Sie stammt aus Kamerun.

CD 29 OT 00:48 Achaleke (achaleke_1)

Abschließend ein Besuch in der Tanzschule Elmayer. Herr Elmayer, würde es Sie stören, wenn ich Ihnen zur Begrüßung um den Hals falle?

THEMA: Etikette, Klammer zu

CD 30 OT (00:03) Elmayer/Benehmen (elmayer_1)

Dann doch besser ein freundlicher Händedruck. Ich muss dazu warten, denn beim Händedruck ist wie es beim Kartenspiel. Der höher stehende sticht. Spricht: streckt die Hand aus, wenn er oder sie will.

CD 31 OT (00:38) Elmayer/Benehmen (elmayer_2)

Der Händedruck, sagt Thomas Schäfer Elmayer auch, ist etwas Intimes. CD 32 OT 00:40 Elmayer/Benehmen (elmayer_3)

Es ist dabei durchaus erlaubt, sich mit Notlügen zu helfen, wenn man einmal nicht Händeschütteln kann: weil man nasse Finger hat, Schnupfen, oder sonst etwas erlebt hat, was man seinem Gegenüber besser nicht in die Hände lägen möchte. Wichtig ist aber der Augenkontakt, wenn man die Hände drückt.

Dieses Ritual ist nochvariabel, typisch für europäischen Bereich, andere Kulturen . dieses Rítual immer das gleiche macht: es ist eine Bestätigung einer Beziehung.

Bestätigt bestehende Beziehung dadurch. Verabschiedung, Abbrechen, Kopf wegdrehen, Rituale beim Telefon fällt scher, dauert lange, Begrüßungen fehlen, ncitsprachliche Geschichten. Begrüßung Phasen unverbindlich, man kann darüber was sagen, ohne dass man was sagen muss.

Sie können aber auch einen machen, den anderen zeigen, dass er ihnen gar nichts bedeutet. Sie haben durch Gruß die Möglichkeit etwas zu sagen, wenn es durch Sprache ausgedrückt wäre, beleidigend wäre.

Wenn ich in meinem Dorf jemanden älteren die Hand schüttle, würde man denken, sie ist zu lange in Europa geblieben...

Es ist dort vor Ort Tradition, dass man sich ander begrüßt ... Frauen, Männer, soziale Rang König, anders, klatscht dreimal in die Hände, Knick, Formen dort, erwarte auch von jedem, dass man sich vorher erkundigt, genauso wie ich in Europa Hand schüttle, wir haben viel davon, wenn wir Interesse haben, Gebräuche nicht abwerten, wenn wir sie nicht verstehen.

Das wäre bei uns eher unüblich, weil wir einander viel zu wenig kennen. Also eine Umarmung ist eher etwas unter sehr guten Freunden.

Zunächst einmal Rang höher, Ältere, Dame, Vorgesetzte, andere Hand ergreifen, nicht zu lasch aber auch nicht zu fest drücken, keine generelle Regel, wer ist das Gegenüber, kleines Kind anders als Bodybuilder. Da muss man sich natürlich auch der Situation entsprechend verhalten.

Ja und es ändert auch tatsächlich der Händedruck das Verhältnis zwischen zwei Personen. Buffet, andere Verbindung als wenn man Hand gegeben hat, vorgestellt. Händedruck überbrückt Kluft, oft auch im Geschäftsleben bedeutend, dass man es schafft, einen Händedruck von wichtigen Personen zu bekommen.

5

Händeschütteln.oo3 Es ist dabei durchaus erlaubt, sich mit Notlügen zu helfen, wenn man einmal nicht 05.10.11 09:48:39 Augenkontakt, wenn man die Hände drückt.

CD 33 OT (01:30) Elmayer/Benehmen (elmayer_4)

-------- BEITRAG ENDE -------------

Abmoderation

Der Händedruck. Entstanden als Versicherung über das Fehlen einer Waffe beim Gegenüber ist er heute ein universales, sinnliches und im Idealfall ein ehrliches Mittel des zwischenmenschlichen Kontakts. Ein Beitrag war das von Lothar Bodingbauer.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Gesten|Händeschütteln|Leben|Menschen|Rituale
ID 115
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 02.10.2011
Marine Mikroorganismen
Der Biologe Gerhard Herndl erforscht einzellige Lebewesen im Meer. Im Meer sind Mikroorganismen ein wichtiger Bestandteil der Biomasse, der lebenden Materie und damit des Nahrungsnetzes. Für das darauf aufbauende Leben sind diese Mikroorganismen von großer Bedeutung, aber auch für die großen Stoffkreisläufe dieser Erde: Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff.
Mehr …
Österreich 1 · 02.10.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Biologe Gerhard Herndl erforscht einzellige Lebewesen im Meer. Im Meer sind Mikroorganismen ein wichtiger Bestandteil der Biomasse, der lebenden Materie und damit des Nahrungsnetzes. Für das darauf aufbauende Leben sind diese Mikroorganismen von großer Bedeutung, aber auch für die großen Stoffkreisläufe dieser Erde: Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Meeresbiologie|Mikroorganismen|Wissenschaft
ID 114
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 29.05.2011
Das rotsternige Blaukehlchen
Ein bunter Singvogel mit versteckter Lebensweise. Die Biologin Ingrid Kohl über das rotsternige Blaukehlchen.
Mehr …
Österreich 1 · 29.05.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ein bunter Singvogel mit versteckter Lebensweise. Die Biologin Ingrid Kohl über das rotsternige Blaukehlchen.

Blaukehlchen sind Zugvögel, die in geringer Zahl auch in Österreich den Sommer über leben. Die bekannteste Unterart ist das rotsternige Blaukehlchen. Das Männchen hat eine schillernd blaue Kehle mit einem roten Fleck darin. Aufgrund seiner versteckten, heimlichen Lebensweise ist das rotsternige Blaukehlchen kaum zu sehen. Ob es deswegen erst 1975 in Österreich entdeckt wurde, oder ob es vorher auf seinem Vogelzug bei uns nicht Halt machte, ist noch unbekannt.

Rotsternige Blaukehlchen sind begabte Stimmenimitatoren - balzende Männchen ahmen den Gesang anderer Vogelarten nach. Aber auch die Umgebung wird mit einbezogen: beispielsweise Fahrradklingeln oder Baustellenlärm.

Das rotsternige Blaukehlchen steht in Österreich unter strengem Naturschutz. Es ist eine sogenannte "flagship species": Das Auftreten von Blaukehlchen erleichtert den Schutz des umgebenden Lebensraumes, wovon sämtliche andere Tiere und Pflanzen der Region profitieren.

Interviewpartnerin

Mag.a Ingrid Kohl

Biologin

Teil 1: Schillernde Federn

Teil 2: Weite Wanderungen

Teil 3: Ein vielseitiger Stimmenimitator

Teil 4: Der Beginn einer Leidenschaft
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Blaukehlchen|Ingrid Kohl|Singvogel|Wissenschaft
ID 113
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 11.05.2011
Schimpfen und fluchen
Kutscher und Seemänner können es angeblich gut, Kinder dürfen es nicht, aber jeder von uns kann es unter bestimmten Umständen. Fluchen ist ein Schimpfen mit dem imaginären Gegenüber. Man lästert über Gott, die Familie, den Furz im Barte des Vaters. "Himmel-Herrgott-Sakra-Zement" - Eine Sendung über erleichternde Tabubrüche der Sprache.
Mehr …
Österreich 1 · 11.05.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Kutscher und Seemänner können es angeblich gut, Kinder dürfen es nicht, aber jeder von uns kann es unter bestimmten Umständen. Fluchen ist ein Schimpfen mit dem imaginären Gegenüber. Man lästert über Gott, die Familie, den Furz im Barte des Vaters. "Himmel-Herrgott-Sakra-Zement" - Eine Sendung über erleichternde Tabubrüche der Sprache.

Filename: radio113_mom_fluchen
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Fluchen|Leben|Soziales|Sprechen|Tabubruch|Ton|Umgang
ID 112
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 12.04.2011
Tourist
Flüchtlinge sollen mit einem Touristenvisum versehen werden. Grund genug, sich das Wort "Tourist" einmal genauer anzusehen.
Mehr …
Österreich 1 · 12.04.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Flüchtlinge sollen mit einem Touristenvisum versehen werden. Grund genug, sich das Wort "Tourist" einmal genauer anzusehen.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Leben
ID 111
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 30.03.2011
Stress mit Passwörtern
Ohne PINS, PUKS und eine Heerschar elektronischer Passwörter funktioniert in unserem Leben gar nichts mehr. Manche haben ein System, wie sie erstellt und gemerkt werden, andere schreiben alles auf. Ganz sicher ist sich aber keiner über die Sicherheit, die dadurch gewonnen wird oder verloren geht. Ein Beitrag über Passwörter, ihre Eigenschaften, und Strategien sie sich zu merken.
Mehr …
Österreich 1 · 30.03.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ohne PINS, PUKS und eine Heerschar elektronischer Passwörter funktioniert in unserem Leben gar nichts mehr. Manche haben ein System, wie sie erstellt und gemerkt werden, andere schreiben alles auf. Ganz sicher ist sich aber keiner über die Sicherheit, die dadurch gewonnen wird oder verloren geht. Ein Beitrag über Passwörter, ihre Eigenschaften, und Strategien sie sich zu merken.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Leben
ID 110
ORF > Österreich 1 > Ganz Ich|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 30.03.2011
Gehen mit Gehern (WH)
Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit - wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema "Gehen" auf.
Mehr …
Österreich 1 · 30.03.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit - wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema "Gehen" auf.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ganz Ich|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Leben
ID 109
ORF > Österreich 1 > Ganz Ich | 26.03.2011
Wieder daheim
Neuorientierung nach Auslandsaufenthalt: Ob Entwicklungshilfe, Aufbau einer Firmenniederlassung, Zivildienst oder Weltumsegelung, Gründe für lang andauernde Auslandsaufenhalte gibt es viele. Die Erfahrungen der Langzeitreisenden beim Heimkommen sind jedoch ähnlich. Freunde haben sich geändert, die Umwelt, die Träume. Eine Sendung mit Rückkehrern. (Lothar Bodingbauer, Gottfried Ellmauer)
Mehr …
Österreich 1 · 26.03.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Neuorientierung nach Auslandsaufenthalt: Ob Entwicklungshilfe, Aufbau einer Firmenniederlassung, Zivildienst oder Weltumsegelung, Gründe für lang andauernde Auslandsaufenhalte gibt es viele. Die Erfahrungen der Langzeitreisenden beim Heimkommen sind jedoch ähnlich. Freunde haben sich geändert, die Umwelt, die Träume. Eine Sendung mit Rückkehrern. (Lothar Bodingbauer, Gottfried Ellmauer)
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ganz Ich
Tags:
Expat|Leben
ID 108
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 06.02.2011
Seltene Erden
Die “Metalle der Seltenen Erden” sind wertvolle Rohstoffe und werden in industriellen Produkten verwendet, die mit Licht, Optik und Magnetismus zu tun haben.
Mehr …
Österreich 1 · 06.02.2011 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die “Metalle der Seltenen Erden” sind wertvolle Rohstoffe und werden in industriellen Produkten verwendet, die mit Licht, Optik und Magnetismus zu tun haben.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Seltene Erden|Wissenschaft
ID 107
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 02.11.2010
Einflugverbot
Das "Einflugverbot" ist ein Begriff aus den Medien, den es in Wirklichkeit im Flugverkehr gar nicht gibt. Als frei erfundenes Wort steht das Einflugverbot, wie auch das Fernsehverbot und viele anderen Verbote letztlich mit unserer Erziehung in Verbindung, und vieles in unserer Erziehung lässt sich in direkter Linie auf die Grimm'schen Märchen zurückführen.
Mehr …
Österreich 1 · 02.11.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das "Einflugverbot" ist ein Begriff aus den Medien, den es in Wirklichkeit im Flugverkehr gar nicht gibt. Als frei erfundenes Wort steht das Einflugverbot, wie auch das Fernsehverbot und viele anderen Verbote letztlich mit unserer Erziehung in Verbindung, und vieles in unserer Erziehung lässt sich in direkter Linie auf die Grimm'schen Märchen zurückführen.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute>Wort der Woche
Tags:
Leben
ID 106
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 26.09.2010
Kreuzotter
Eine Giftschlange mit großem Verbreitungsgebiet. Der Zoologe Heinz Grillitsch über die Kreuzotter.
Mehr …
Österreich 1 · 26.09.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Eine Giftschlange mit großem Verbreitungsgebiet. Der Zoologe Heinz Grillitsch über die Kreuzotter.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Kreuzotter|Wissenschaft
ID 105
ORF > Österreich 1 > Ganz Ich|Radioproduktion > Premium | 12.06.2010
Schämen
Von der Angst, nicht zu gefallen: Der Puls wird schneller, die Hitzewelle erreicht vom Bauch her kommend das Gesicht. Man wird rot und schämt sich gleich noch einmal, weil das jeder in der Umgebung sieht. Der körperliche Ablauf beim Schämen ist klar, man kennt auch die Auslöser, doch wozu ist Schämen eigentlich gut? Wer braucht dieses unangenehme Gefühl, wovor soll es wen schützen? Wie soll es helfen, was zu entwickeln? Wir machen uns auf die Suche nach der Bedeutung des Schämens für uns und uns …
Mehr …
Österreich 1 · 12.06.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Von der Angst, nicht zu gefallen: Der Puls wird schneller, die Hitzewelle erreicht vom Bauch her kommend das Gesicht. Man wird rot und schämt sich gleich noch einmal, weil das jeder in der Umgebung sieht. Der körperliche Ablauf beim Schämen ist klar, man kennt auch die Auslöser, doch wozu ist Schämen eigentlich gut? Wer braucht dieses unangenehme Gefühl, wovor soll es wen schützen? Wie soll es helfen, was zu entwickeln? Wir machen uns auf die Suche nach der Bedeutung des Schämens für uns und unsere Gesellschaft.

Filename: radio105_schaemen
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ganz Ich|Radioproduktion>Premium
Tags:
Emotionen|Ganz Ich|Leben|ORF|Österreich 1|Schämen
ID 104
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 26.05.2010
Gehen mit Gehern
Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit - wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema "Gehen" auf.
Mehr …
Österreich 1 · 26.05.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit - wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema "Gehen" auf.

Filename: radio104_mom_gehen
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Gehen|Leben|Mobilität
ID 103
ORF > Österreich 1 > Ganz Ich|Radioproduktion > Premium | 22.05.2010
Hören. Besser hören. Hinhören. Zuhören.
Die Menge akustischer Umwelteindrücke nimmt zu. Wer gehört werden will, muss lauter werden, oder penetranter. Wer in Ruhe hören will, muss sich mit schalldichten Kopfhörern von der Umgebung abkoppeln. Die gehörten Klangdateien sind dabei oft stark komprimiert und datenreduziert, ein sterile Abklatsch des Originals. Wer also gerne und gut hört, leidet dieser Tage in einer Welt, in der das Sehen und Gesehen werden Priorität hat. Eine akustische Annäherung an die hörbaren Aspekte des Alltags.
Mehr …
Österreich 1 · 22.05.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Menge akustischer Umwelteindrücke nimmt zu. Wer gehört werden will, muss lauter werden, oder penetranter. Wer in Ruhe hören will, muss sich mit schalldichten Kopfhörern von der Umgebung abkoppeln. Die gehörten Klangdateien sind dabei oft stark komprimiert und datenreduziert, ein sterile Abklatsch des Originals. Wer also gerne und gut hört, leidet dieser Tage in einer Welt, in der das Sehen und Gesehen werden Priorität hat. Eine akustische Annäherung an die hörbaren Aspekte des Alltags.

Filename: radio103_hoeren
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ganz Ich|Radioproduktion>Premium
Tags:
Hören|Leben|Sinne|Zuhören
ID 102
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 20.04.2010
Schön geschrieben
Die österreichische Schulschrift: Neben der Druckschrift wird in der Volksschule auch die Schreibschrift gelehrt. Diese "Lateinschrift" prägt wohl für alle schreibenden Menschen das später zu entwickelnde Schriftbild ihrer Handschrift, und das Aussehen dieser Ausgangsschrift ändert sich wie die Mode. Allerdings nicht so schnell. Etwa alle dreißig Jahre wird das vom Unterrichtsministerium empfohlene Schriftbild den neuen Anforderungen angepasst. Eine akustische Annäherung an den wohl bekanntesten …
Mehr …
Österreich 1 · 20.04.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die österreichische Schulschrift: Neben der Druckschrift wird in der Volksschule auch die Schreibschrift gelehrt. Diese "Lateinschrift" prägt wohl für alle schreibenden Menschen das später zu entwickelnde Schriftbild ihrer Handschrift, und das Aussehen dieser Ausgangsschrift ändert sich wie die Mode. Allerdings nicht so schnell. Etwa alle dreißig Jahre wird das vom Unterrichtsministerium empfohlene Schriftbild den neuen Anforderungen angepasst. Eine akustische Annäherung an den wohl bekanntesten Zeichensatz des Alltags. Es sprechen: Wilhelm Wolf, Martin Tiefenthaler und andere.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Leben|Schreiben|Schulschrift
ID 101
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 16.04.2010
Fossile Energieträger
Kohlenwasserstoffe sind energiereiche chemische Verbindungen, die aus Kohlenstoff und Wasserstoff gebildet werden. Bei ihrer Verbrennung setzen sie jene Energie frei, die sie während ihrer Entstehung an Sonnenergie gesammelt haben, denn es handelt sich um die unter Druck und Temperatur in Jahrmillionen gebildeten Überreste von Lebewesen, die in Meeren gelebt haben.
Mehr …
Österreich 1 · 16.04.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Kohlenwasserstoffe sind energiereiche chemische Verbindungen, die aus Kohlenstoff und Wasserstoff gebildet werden. Bei ihrer Verbrennung setzen sie jene Energie frei, die sie während ihrer Entstehung an Sonnenergie gesammelt haben, denn es handelt sich um die unter Druck und Temperatur in Jahrmillionen gebildeten Überreste von Lebewesen, die in Meeren gelebt haben.

Erdöl und Erdgas sind wohl die bekanntesten Vertreter von Kohlenwasserstoffe, es gibt aber auch noch exotischere Verbindungen, wie zum Beispiel die Methanhydrate, die sich am Meeresgrund oder in Permafrostböden befinden und Schneebällen gleichen, die brennen können.

Die Förderung von Kohlenwasserstoffen ist für die Menschheit derzeit noch von essenzieller Bedeutung. Doch die Rohstoffe gehen zu Neige. Ersatz wird gesucht. Biogas wäre eine nachhaltigere Alternative, Kohlenwasserstoffe, die von derzeit lebenden Organismen hergestellt werden. Diese Gase könnten im Rahmen der bestehenden Erdöl- und Erdgasinfrastruktur verarbeitet und transportiert werden, doch noch sind jene Verunreinigungen in Biogasen zu groß, die die Rohre angreifen und korrodieren lassen.

Kohlenwasserstoffe werden auch als Grundstoffe für die chemische Industrie verwendet. Es ist so gesehen einfach zu schade, sie zu verbrennen - ein Vorgang, der auch den Nachteil hat, dass Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, das als Treibhausgas mit der Erwärmung der Erdatmosphäre in Verbindung gebracht wird.

Interviewpartner: Univ. Prof. Dr. mont. Herbert Hofstätter, Montanuniversität Leoben, http://www.unileoben.ac.at/content/view/200/930/lang,de/
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Erdöl|Fossile Energieträger|Herbert Hofstätter|Kohlenwasserstoff|Wissenschaft
ID 100
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 28.03.2010
Arbeiten auf Biobauernhöfen
Mit "WWOOFern" unterwegs: WWOOF bedeutet "Worldwide Opportunities on Organic Farms" und ist eine Organisation, die weltweit freiwillige Hilfskräfte für Nachhaltigkeitsprojekte und Biobauernhöfe vermittelt. Für Kost und Quartier helfen interessierte Besucher den Projektbetreibern bei der Arbeit. Für beide Seiten ist das im Idealfall ein fruchtbringender Austausch. "Wwoofing" funktioniert auch mit Kindern. Ein kostenschonender, abwechslungsreicher und sozial bereichernder Urlaub. (Moment / ORF Rad …
Mehr …
Österreich 1 · 28.03.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Mit "WWOOFern" unterwegs: WWOOF bedeutet "Worldwide Opportunities on Organic Farms" und ist eine Organisation, die weltweit freiwillige Hilfskräfte für Nachhaltigkeitsprojekte und Biobauernhöfe vermittelt. Für Kost und Quartier helfen interessierte Besucher den Projektbetreibern bei der Arbeit. Für beide Seiten ist das im Idealfall ein fruchtbringender Austausch. "Wwoofing" funktioniert auch mit Kindern. Ein kostenschonender, abwechslungsreicher und sozial bereichernder Urlaub. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

Montag, 29. März 2010: Moment - Leben Heute, ORF Radio Österreich 1, 14:40-14:55

WWOOF bedeutet "Worldwide Opportunities on Organic Farms" und ist eine Organisation, die weltweit freiwillige Hilfskräfte für Nachhaltigkeitsprojekte und Biobauernhöfe vermittelt. Für Kost und Quartier helfen interessierte Besucher den Projektbetreibern bei der Arbeit. Für beide Seiten ist das im Idealfall ein fruchtbringender Austausch. "Wwoofing" funktioniert auch mit Kindern. Ein kostenschonender, abwechslungsreicher und sozial bereichernder Urlaub.

WWOOF bedeutet "Worldwide Opportunities on Organic Farms" und ist eine Organisation, die weltweit freiwillige Hilfskräfte für Nachhaltigkeitsprojekte und Biobauernhöfe vermittelt. Für Kost und Quartier helfen interessierte Besucher den Projektbetreibern bei der Arbeit, 5-7 Stunden täglich.

Für beide Seiten ist das im Idealfall ein fruchtbringender Austausch. "WWOOFing" funktioniert auch mit Kindern. Ein kostenschonender, abwechslungsreicher und sozial bereichernder Urlaub.

Begonnen hat die Idee 1971 in England, als die Sekretärin Sue Coppard die Wochenende nicht mehr in der Stadt verbringen wollte. Sie knüpfte Kontakt zu Biobauernhöfen in den umliegenden Gebieten, wo sie für Kost und Quartier bei der Arbeit mithalf. Die Idee verbreitete sich und WWOOF wurde gegründet, als „Working Weekend on Organic Farms“.

Heute gibt es rund 8.000 Einsatzstellen in 88 Ländern. Die Trägerorganisation WWOOF hat nationale Partnerorganisationen, die gegen einen Mitgliedsbeitrag einen Katalog der Einsatzstellen anbieten. Über Internet ist das oft am einfachsten, ein kostenloser Überblick wird dabei immer gegeben, aber erst wenn der Mitgliedsbeitrag entrichtet wurde, sind dann auch die Kontaktdaten der Einsatzstellen sichtbar und man kann Kontakt aufnehmen.

Die Randbedingungen sind dabei immer angegeben: was zu tun ist, wie lange man bleiben kann, was es an Freizeitmöglichkeiten an der Einsatzstelle gibt, ob Kinder willkommen sind.

WWOOFer werden die Freiwilligen genannt, die ihre Mitarbeit für Kost und Quartier anbieten. Manche helfen zwei Wochen mit, manche zwei Monate, manche reisen ein ganzes Jahr oder mehr umher und „springen“ von Einsatzstelle zu Einsatzstelle. Gute Einsatzstellen sprechen sich schnell herum, jemand kennt jemand anderen, der jemanden kennt, der wo war, wo es gut war, und weiter geht die Reise...

Nicht nur Biobauernhöfe suchen freiwillige Helfer, sondern auch Ökodörfer, Naturvermittlungsprojekte, oder einfach auch nur alleinstehende Personen oder Familien, die ihren großen Garten ökologisch neu gestalten wollen. Mit etwas Geschick,Erfahrung und Zeit kann man so von Einsatzstelle zu Einsatzstelle reisen, und eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebenskonzepten kennenlernen. Fast immer sind es Individualisten, manchmal auch Grenzgänger, die WWOOFer aufnehmen und Freude am Kontakt mit den ankommenden Freiwilligen haben.

Natürlich besteht auch die Gefahr, dass etwas schiefgeht. Da allerdings kein Geld beteiligt ist, werden in so einem Fall die Verbindungen gelöst – die Reisenden ziehen weiter und die nächste Einsatzstelle kann schon wieder die nächste positive Überraschung bieten. Die Trägerorganisaton bietet hier auch klare Richtlinien für Freiwillige und die Betreiber der Einsatzstellen.

Fast immer gibt es einen starken sozialen Kontakt zu den Familien der Einsatzstellen, sowie unter den arbeitenden WWOOFerInnen untereinander. Nach der Arbeit wird gefeiert, gefischt, musiziert, es werden Ausflüge unternommen. WWOOFen bietet dafür im Gegenzug zu manchen Anstengungen und durchaus unkonventionellen Problemstellungen eine ungemein nette Zeit unter Menschen, die mehr von Reisen wollen, als nur Leistung gegen Geld.

Lothar Bodingbauer

WWOOF International

WWOOF Österreich

WWOOF Schweden
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Biobauernhof|Jobben|Leben|Volunteers|WWOOF
ID 99
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 15.03.2010
Und plötzlich bin ich Chef...
Wer jahrelang in einem Unternehmen zur Zufriedenheit aller gearbeitet hat, kann sich plötzlich über Nacht in der Rolle des Chefs wiederfinden. Eine Unzahl an neuen Aufgaben erwarten einen. Damit hat man vielleicht gerechnet. Dass aber auch die Beziehungen zu den Kollegen neu definiert werden müssen, gewohnte Strategien in der neuen Funktion oft nicht mehr wirksam sind und auch die eigene Familie betroffen sein kann, kommt manchmal überraschend.
Mehr …
Österreich 1 · 15.03.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wer jahrelang in einem Unternehmen zur Zufriedenheit aller gearbeitet hat, kann sich plötzlich über Nacht in der Rolle des Chefs wiederfinden. Eine Unzahl an neuen Aufgaben erwarten einen. Damit hat man vielleicht gerechnet. Dass aber auch die Beziehungen zu den Kollegen neu definiert werden müssen, gewohnte Strategien in der neuen Funktion oft nicht mehr wirksam sind und auch die eigene Familie betroffen sein kann, kommt manchmal überraschend.

Filename: radio099_mom_chef
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Chef|Leben
ID 98
ORF > Österreich 1 > Ganz Ich | 13.03.2010
Nebenan oder ganz weit weg?
Vom Leben neben den Eltern: Wenn Kinder flügge werden, fliegen sie oft nicht weit. Die räumliche Distanz der Wohnorte von Eltern und Kindern ist in Österreich nicht allzu groß. Vielfach leben die Generationen noch nahe beisammen. Neben vielen Vorteilen, was die Versorgung der Eltern im höheren Alter oder die leichtere Betreuung der Enkelkinder betrifft, gibt es natürlich die Nachteile: Kontrolle, Konflikte, Überschneidungen der Interessen. Auch bei der Migration ist die Nähe zu den Kindern eine …
Mehr …
Österreich 1 · 13.03.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Vom Leben neben den Eltern: Wenn Kinder flügge werden, fliegen sie oft nicht weit. Die räumliche Distanz der Wohnorte von Eltern und Kindern ist in Österreich nicht allzu groß. Vielfach leben die Generationen noch nahe beisammen. Neben vielen Vorteilen, was die Versorgung der Eltern im höheren Alter oder die leichtere Betreuung der Enkelkinder betrifft, gibt es natürlich die Nachteile: Kontrolle, Konflikte, Überschneidungen der Interessen. Auch bei der Migration ist die Nähe zu den Kindern eine wesentliche Frage, beim Leben am Land spielt die Gestaltung des Auszugshauses eine wichtige Rolle ob der nachhaltige Kontakt der Generationen glückt oder misslingt.

Filename: radio098_ganzich_elternnachbarschaft
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ganz Ich
Tags:
Eltern|Leben|Nachbarschaft
ID 97
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 23.02.2010
Daumen hoch!
Handzeichen und Gesten: Handzeichen werden verwendet, wenn Worte nicht reichen, oder wenn ihr Gebrauch nicht möglich ist. Gesten mit der Hand können oft pointierter ausdrücken, was man verbal erst erklären müsste: Verschwinde, alles ok, bei dir piept’s wohl, etc. Im internationalen Kontext können bei dieser Art der Kommunikation durchaus veritable Missverständnisse entstehen, wenn Signale in anderen Kulturkreisen ganz anders interpretiert werden. Eine akustische Betrachtung des wortlosen Redens …
Mehr …
Österreich 1 · 23.02.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Handzeichen und Gesten: Handzeichen werden verwendet, wenn Worte nicht reichen, oder wenn ihr Gebrauch nicht möglich ist. Gesten mit der Hand können oft pointierter ausdrücken, was man verbal erst erklären müsste: Verschwinde, alles ok, bei dir piept’s wohl, etc. Im internationalen Kontext können bei dieser Art der Kommunikation durchaus veritable Missverständnisse entstehen, wenn Signale in anderen Kulturkreisen ganz anders interpretiert werden. Eine akustische Betrachtung des wortlosen Redens mit der Hand. Es sprechen: Judith Reker, Auslandskorrespondentin; Peter Vitouch, Kommunikationswissenschafter; Samy Molcho, Pantomime.

Filename: radio087_mom_gesten
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Gesten|Leben|Samy Molcho
ID 96
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 02.02.2010
Die Heimatforscher
Sie stöbern in Archiven, reden mit alten Leuten und gehen oft viele Jahrhunderte in der lokalen Geschichte zurück. Die Heimatforschung ist zur neuen Beschäftigung am Land geworden, Akademien der Volkskulturen bieten Kurse für Hobbyforscher an, wie die oft spannenden geschichtlichen Zusammenhängen gefunden und entschlüsselt werden können. Die jungen Frauen und Männer zeigen in ihren Arbeiten, dass die Beschäftigung mit “Heimat” nicht unbedingt dem rechten politischen Lager zuzuordnen ist.
Mehr …
Österreich 1 · 02.02.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Sie stöbern in Archiven, reden mit alten Leuten und gehen oft viele Jahrhunderte in der lokalen Geschichte zurück. Die Heimatforschung ist zur neuen Beschäftigung am Land geworden, Akademien der Volkskulturen bieten Kurse für Hobbyforscher an, wie die oft spannenden geschichtlichen Zusammenhängen gefunden und entschlüsselt werden können. Die jungen Frauen und Männer zeigen in ihren Arbeiten, dass die Beschäftigung mit “Heimat” nicht unbedingt dem rechten politischen Lager zuzuordnen ist.

Filename: radio096_mom_heimatforscher
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Leben
ID 95
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute|Radioproduktion > Premium | 01.02.2010
Sprache in der Migration
Wenn ein Kind in ein neues Land kommt, ist es am besten, wenn es gleich in die neue Sprachumgebung eintaucht, um die neue Sprache zu erlernen. Diese wohlbekannte Vorstellung wird in den letzten Jahren verstärkt ergänzt durch den Zusatz, dass Kinder ihre Muttersprachen weiter pflegen und entwickeln sollen.
Mehr …
Österreich 1 · 01.02.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wenn ein Kind in ein neues Land kommt, ist es am besten, wenn es gleich in die neue Sprachumgebung eintaucht, um die neue Sprache zu erlernen. Diese wohlbekannte Vorstellung wird in den letzten Jahren verstärkt ergänzt durch den Zusatz, dass Kinder ihre Muttersprachen weiter pflegen und entwickeln sollen.

Sprachwissenschafter betonen die Bedeutung der Muttersprache nicht nur für den Spracherwerb, sondern auch für den Wissenserwerb und die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Es ist nämlich nicht so, dass die unterschiedlichen Sprachen in „einzelne Fächer“ im Gehirn eingeordnet werden. Sprache ist vielmehr gehirntechnisch ein umfassendes Gesamtkonzept. Wer als Kind seine Muttersprache aufgibt, würde die neu zu lernende Sprache gleichsam auf dem Nichts aufbauen. Das Ergebnis wäre eine halbfertige Muttersprache, und eine schlecht erlernte Zweitsprache. Und zwei halbe Sprachen ergeben leider keine ganze.

Kindergärten und Schulen steigen nun vermehrt auf die Muttersprachenförderung um und unterstützen dadurch parallel zum Erlernen der deutschen Sprache als Bildungssprache die kontinuierliche Weiterentwicklung der Muttersprachen der Kinder. In Schule mit großem Anteil an Migrationskindern wird mit diesem Konzept die Vielsprachigkeit der Kinder nicht als Mangel erlebt, sondern als Chance und Bereicherung. Alle können von den vielen Sprachen im Klassenzimmer profitieren, wenn die Lehrenden gemeinsam mit den Kindern das Thema gleichsam zur Chefsache erklären.

Während Kinder aus Migrationsfamilien eine neue Sprache meist vorbehaltslos erlernen, haben ihre Eltern und Großeltern weit größere Probleme. Migration ist immer mit einer prekären Sicherheitssituation verbunden. Wer emigriert tut das normalerweise nicht freiwillig, sondern aus zwingenden Gründen. Im neuen Land muss nun erst abgeschätzt werden, ob das Ziel der Emigration erreichbar ist: eine sichere Existenz. Viele fürchten sich davor, zu früh ihre frühere Sprache aufzugeben, um die Sprache des Ziellandes zu erlernen. Erst wenn diese Eingangsphasen überwunden sind, und das neue Leben auf sicheren Beinen steht, sind die erwachsenen Migranten bereit, sich auch der neuen Sprache zu nähern. Meist ist das mit einer folgenden unsicheren Phase der Sprachlosigkeit verbunden, wenn man etwas sagen möchte, es aber noch nicht kann. Auch hier wäre die Betonung der wichtigen Rolle der Muttersprache notwendig, sagen Sprachwissenschafter, denn die fehlende Sprache und der damit verbundene Eindruck der Dummheit kann in einen negativen Teufelskreis des Selbstbewusstseins münden, wo zusätzlich die meisten Migranten im neuen Land eine Qualifikationsdegradierung erleben. Es gibt niemanden, so heißt es, der nicht durch die Küche geht.

Sprachkurse müssen einerseits in der richtigen Phase den Zielgruppen angeboten werden, andererseits sollten sie auch immer mit konkreten Inhalten verbunden werden, denn nie erlernt man eine Sprache nur der Sprache willen.

Schwierig ist auch der Umstieg auf die neue Sprache in den Familien selbst. Oft glauben die Eltern, den Kindern etwas Gutes zu tun, wenn sie auch im Familienverband den Sprachwechsel früh herbeiführen. Die neue Sprache ist dabei meist noch nicht in ihrer ganzen Vielfältigkeit und Komplexität entwickelt und verankert. Emotionen aber leben von den Nuancen auch in der Sprache, die mit dem Fehlen derselben verloren gehen würden.

Insgesamt erlebt also die Betrachtung der Sprache in der Migration derzeit einen Wandel. Sprache darf nicht weiter ein Selektionsinstrument sein, sie ist als Integrationsindikator denkbar ungeeignet. Zu sehr ist die Sprache der Menschen mit ihrer Existenz verbunden, und damit mit den blanken Menschenrechten. „Recht auf Sprache statt Deutsch als Pflicht“, so lautet die Forderung auch politisch denkenden Sprachwissenschafter. Sie sehen Deutsch nicht als Konkurrenz zur Muttersprache der Menschen, Vielsprachigkeit ist eine Bereicherung der Gesellschaft.

Filename: radio095_mom_muttersprache

Manuskript (ohne letzte Änderungen): Sprachlosigkeit in der Migration

2.2.2010, Lothar Bodingbauer

Moderationsvorschlag

Gia-Uy Pan ist ein Volksschulkind. Er hat ein kleines Bilderbuch gezeichnet und geschrieben, es hat den Titel: Der Bootsausflug. In der Nähe von Wien gibt es nämlich eine Höhle, in Hinterbrühl. „Die Menschen wollen mit dem Boot zur Höhle fahren“, schreibt er. Man sieht: Jeder hat seinen eigenen Platz am Boot. „Sie fahren in die Höhle hinein. Der Fahrer hält das Boot an. Die Menschen schauen sich die Felsen an. Dann fahren sie zurück zum Ausgang. Jetzt ist ihre Fahrt zu Ende.“

Ein kleiner Ausflug - jedoch mit großem Hintergrund. Gia-Uy‘s Vater kommt aus dem Vietnam, sein Vater war Bootsflüchtling.

Der Vater hat das Erlebte auf Vietnamesisch erzählt, sein Kind verarbeitete die Flucht auf Deutsch.

Es geht um die Sprachen in dieser Sendung, um die Muttersprache, und wie sie sich bei Migration verändern kann. Nicht nur bei Kindern bewirkt ein Sprachenbruch dramatische Auswirkungen nicht nur auf die Sprachentwicklung, sondern oft auch auf die gesamte Persönlichkeit. Gia-Uy hatte Glück, er besuchte eine Volksschule, die die Herkunftssprachen der Migrantenkinder gleichwertig neben Deutsch als Unterrichtssprache stellt, und das half ihm, die schrecklichen Erfahrungen der Flucht seines Vaters auch mit Hilfe seiner neuen Sprache zu bewältigen.

Anders als beim Tausch von Wohnungen und Kleidern kann eine neue Sprache nämlich nicht einfach die Rolle der bisherigen übernehmen. Sprachwissenschafter wissen um die Bedeutung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Muttersprache. Nicht nur um in der neuen Sprache besser kommunizieren zu können, sondern auch um den Wissenserwerb insgesamt auf sichere sprachliche Beine zu stellen.

BEITRAG 14:20

Abmoderationsvorschlag

Spracherwerb in der Migration. Gesprochen haben vielen anderen die Germanistin und Expertin für Deutsch als Zweitsprache Verena Plutzar, der Sprachwissenschafter Rudolf de Cillia (

Tschillia

), und die Volksschullehrer Christian Schreger und Andreas Bauer, beide aus der Volksschule Ortnergasse in Wien 15. Gestaltung: Lothar Bodingbauer, Redaktion: Marie Clair Messinger.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute|Radioproduktion>Premium
Tags:
Bildung|Bildung Bildungssprache|Bildungssprache|Leben|Migration|Sprache
ID 94
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 10.01.2010
Der Turnlehrer
Ob Schinder oder sportlicher Begleiter, verständnisvoller Pädagoge oder sogar selbst eher Faulpelz: das Bild seines Sportlehrers ist wohl noch jedem in guter Erinnerung. So wie sich aber das Fach "Turnen" über die Jahre zu "Bewegung und Sport" gewandelt hat, so hat sich auch das Berufsbild des Turnlehrers geändert wie auch die Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Neben Sport ist es heute vermehrt die Lust an der Bewegung, die den Schülern nahegebracht werden soll. Ein Berufsportrait. (Mome …
Mehr …
Österreich 1 · 10.01.2010 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Ob Schinder oder sportlicher Begleiter, verständnisvoller Pädagoge oder sogar selbst eher Faulpelz: das Bild seines Sportlehrers ist wohl noch jedem in guter Erinnerung. So wie sich aber das Fach "Turnen" über die Jahre zu "Bewegung und Sport" gewandelt hat, so hat sich auch das Berufsbild des Turnlehrers geändert wie auch die Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Neben Sport ist es heute vermehrt die Lust an der Bewegung, die den Schülern nahegebracht werden soll. Ein Berufsportrait. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Leben
ID 93
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 31.12.2009
Sinne kleiner Tiere
Seit Aristoteles werden die Sinne von Lebewesen in die fünf Kategorien Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen eingeteilt. Diese Kategorien müssen jedoch bei der genauen Betrachtung der Sinne von Gliederfüßern wie Insekten oder Spinnen beträchtlich erweitert werden: einige Arten können Magnetfelder wahrnehmen, andere UV- oder Infrarotstrahlen. Neben dem Schalleindruck "Lautstärke" können viele auch die Schallschnelligkeit - die Bewegung der Luftmoleküle - feststellen.
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Seit Aristoteles werden die Sinne von Lebewesen in die fünf Kategorien Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen eingeteilt. Diese Kategorien müssen jedoch bei der genauen Betrachtung der Sinne von Gliederfüßern wie Insekten oder Spinnen beträchtlich erweitert werden: einige Arten können Magnetfelder wahrnehmen, andere UV- oder Infrarotstrahlen. Neben dem Schalleindruck "Lautstärke" können viele auch die Schallschnelligkeit - die Bewegung der Luftmoleküle - feststellen.

Aber auch in den althergebrachten Kategorien übertreffen Insekten und Spinnen denMenschen: Bienen können auch in der Nacht Farben sehen, und Spinnen können Vibrationen mit einer Genauigkeit aufnehmen, die selbst erfahrene Zoologen in Staunen versetzt.

Kontakt:

Emer. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Barth

Universität Wien

Department für Neurobiologie

Althanstraße 14

1090 Wien
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Friedrich Barth|Insekten|Sinne|Wissenschaft
ID 92
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 31.12.2009
Elementarteilchen
Hephy Physiker im Interview. (Institut für Hochenergiephysik)
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Hephy Physiker im Interview. (Institut für Hochenergiephysik)
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Wissenschaft
ID 91
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 29.11.2009
Prozesse der Veränderung
Der Verderb von Nahrungsmitteln hat viele Facetten. Man spricht davon nicht nur bei chemischen Zersetzungsvorgängen, Verderb kann schon ein schlechter Geruch sein, oder eine zu starke Trocknung. Verderb ist aber auch der Befall durch Mikroorganismen. Die Pathobiochemie beschäftigt sich mit den chemischen Prozessen, die in erkrankten Organismen ablaufen. Diese Wissenschaft kann gut erklären, was chemisch beim Verderb von Lebensmitteln abläuft, und was mit dem Stoffwechsel des Menschen passiert, w …
Mehr …
Österreich 1 · 29.11.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Verderb von Nahrungsmitteln hat viele Facetten. Man spricht davon nicht nur bei chemischen Zersetzungsvorgängen, Verderb kann schon ein schlechter Geruch sein, oder eine zu starke Trocknung. Verderb ist aber auch der Befall durch Mikroorganismen. Die Pathobiochemie beschäftigt sich mit den chemischen Prozessen, die in erkrankten Organismen ablaufen. Diese Wissenschaft kann gut erklären, was chemisch beim Verderb von Lebensmitteln abläuft, und was mit dem Stoffwechsel des Menschen passiert, wenn verdorbene Lebensmittel in den Stoffkreislauf eingreifen. Die Palette der Reaktionen reicht von Unbehagen bis zu lebensbedrohenden Zuständen.

Österreich 1 Anfang Dezember: Vom Leben der Natur. Der Verderb von Nahrungsmitteln hat viele Facetten. Man spricht davon nicht nur bei chemischen Zersetzungsvorgängen, Verderb kann schon ein schlechter Geruch sein, oder eine zu starke Trocknung. Verderb ist aber auch der Befall durch Mikroorganismen.

Die Pathobiochemie beschäftigt sich mit den chemischen Prozessen, die in erkrankten Organismen ablaufen. Diese Wissenschaft kann gut erklären, was chemisch beim Verderb von Lebensmitteln abläuft, und was mit dem Stoffwechsel des Menschen passiert, wenn verdorbene Lebensmittel in den Stoffkreislauf eingreifen. Die Palette der Reaktionen reicht von Unbehagen bis zu lebensbedrohenden Zuständen.

Interviewpartner

Emer. Univ. Prof. Dr. Fritz Pittner

Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien

30.11.2009-4.12.2009
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Haltbarkeit|Lebensmittel|Wissenschaft
ID 90
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 08.11.2009
Geologie des Waldviertels
Das Waldviertel gehört zu den ältesten geologischen Landschaften Österreichs und birgt Gesteine, die bis zu 1,5 Milliarden Jahre alt sind. Die früheren Gebirge wurden abgetragen, und dadurch blickt man heute gleichsam in den "Bauch" der Erde. Bunte Gesteinsabfolgen zeigen sich. Wenig bekannt ist, dass es im Waldviertel ein Meer gab, mit Weißen Haien und Seekühen. Auch Savannenlandschaft prägte die Gegend, in der Nashörner und Antilopen umherstreiften.
Mehr …
Österreich 1 · 08.11.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das Waldviertel gehört zu den ältesten geologischen Landschaften Österreichs und birgt Gesteine, die bis zu 1,5 Milliarden Jahre alt sind. Die früheren Gebirge wurden abgetragen, und dadurch blickt man heute gleichsam in den "Bauch" der Erde. Bunte Gesteinsabfolgen zeigen sich. Wenig bekannt ist, dass es im Waldviertel ein Meer gab, mit Weißen Haien und Seekühen. Auch Savannenlandschaft prägte die Gegend, in der Nashörner und Antilopen umherstreiften.

Österreich 1 im November: Vom Leben der Natur. Das Waldviertel gehört zu den ältesten geologischen Landschaften Österreichs und birgt Gesteine, die bis zu 1,5 Milliarden Jahre alt sind. Die früheren Gebirge wurden abgetragen, und dadurch blickt man heute gleichsam in den "Bauch" der Erde. Bunte Gesteinsabfolgen zeigen sich.

Wenig bekannt ist, dass es im Waldviertel ein Meer gab, mit Weißen Haien und Seekühen. Auch Savannenlandschaft prägte die Gegend, in der Nashörner und Antilopen umherstreiften.

Interviewpartner:

Prof. Dr. Fritz Steininger

Geologe und Paläontologe

Obmann der Krahuletz-Gesellschaft, Eggenburg

9.11.2009-13.11.2009
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Geologie|Waldviertel|Wissenschaft
ID 89
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 23.09.2009
Schulbauten im Wandel der Zeit
Neue Pädagogik in alten Räumen?: Das theresianische Ideal gut kontrollierbarer Klassenzimmer im Kasernenstil, aufgereiht in langen Gängen, hat mit neuen Ansätzen, Lernen zu gestalten, einen Wandel erfahren. Wurde früher von vorne nach hinten unterrichtet, verlangen zeitgemäßere Formen des Lernens neue äußere Strukturen. Für Pädagogen und Architekten gleichermaßen sind viele bestehende Schulbauten ein Dorn im Auge. Auf dem durch den Ganztagsbetrieb angeleiteten Weg vom monofunktionalen Schulbau z …
Mehr …
Österreich 1 · 23.09.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Neue Pädagogik in alten Räumen?: Das theresianische Ideal gut kontrollierbarer Klassenzimmer im Kasernenstil, aufgereiht in langen Gängen, hat mit neuen Ansätzen, Lernen zu gestalten, einen Wandel erfahren. Wurde früher von vorne nach hinten unterrichtet, verlangen zeitgemäßere Formen des Lernens neue äußere Strukturen. Für Pädagogen und Architekten gleichermaßen sind viele bestehende Schulbauten ein Dorn im Auge. Auf dem durch den Ganztagsbetrieb angeleiteten Weg vom monofunktionalen Schulbau zum mehrfach nutzbaren Tageswohnhaus für Kinder gibt es für alle Beteiligten Verbesserungsbedarf. Wenn das Schulhaus nämlich vermehrt von der Lehranstalt zum Lebensort wird, braucht es neue architektonische Ideen und neue Formen der Zusammenarbeit. Oft wird bei neuen Schulen nur an höhere Räume, mehr Glasanteile und geringeren Putzaufwand gedacht. Eine Sendung über den modernen Schulraum, der neben Mitschülern und Lehrern häufig als der "dritter Erzieher" bezeichnet wird. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Moment – Leben heute
Tags:
Leben
ID 88
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 03.04.2009
Flussraumbetreuung
Die Traun im Salzkammergut ist ein schon lange von Menschen genutzter und geformter Fluss. Jahrhunderte lang wurde Holz als Feuerholz für die Salzgewinnung traunabwärts transportiert. Dazu musste der Fluss geformt werden, um tiefere Fahrrinnen zu erhalten. Die letzten Veränderungen durch den Menschen sind durch den technischen Hochwasserschutz in den 50er und 60er Jahren entstanden. Diese haben zu sehr harten Verbauungen geführt, die nun wieder rückgebaut und renaturniert werden.
Mehr …
Österreich 1 · 03.04.2009 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Traun im Salzkammergut ist ein schon lange von Menschen genutzter und geformter Fluss. Jahrhunderte lang wurde Holz als Feuerholz für die Salzgewinnung traunabwärts transportiert. Dazu musste der Fluss geformt werden, um tiefere Fahrrinnen zu erhalten. Die letzten Veränderungen durch den Menschen sind durch den technischen Hochwasserschutz in den 50er und 60er Jahren entstanden. Diese haben zu sehr harten Verbauungen geführt, die nun wieder rückgebaut und renaturniert werden.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Hochwasser|Limnologie|Renaturierung|Salzkammergut|Traun|Wissenschaft
ID 87
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 31.12.2008
Wiener Fassaden
Der Wiener Steinwanderweg. Der Geologe Robert Seemann vom Naturhistorischen Museum in Wien spricht über Bau- und Dekorgesteine der Großstadt.
Mehr …
Österreich 1 · 31.12.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Wiener Steinwanderweg. Der Geologe Robert Seemann vom Naturhistorischen Museum in Wien spricht über Bau- und Dekorgesteine der Großstadt.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Dekorgestein|Geologie|Ringstraße|Robert Seemann|Wien|Wissenschaft
ID 86
Quantensprung or Quantum jump?
ORF > Österreich 1 > Dimensionen | 12.10.2008
Quantensprung or Quantum jump?
Die Sprache der Wissenschaft: Ob Fruchtliegenforscher, Atomphysiker, Verfahrenschemiker oder Wissenschaftler der internationalen Henrik-Ibsen-Community: sie alle verwenden Englisch als Forschungs- und Verkehrssprache. Latein hat seine zentrale Stellung im Wissenschaftsbetrieb natürlich längst verloren, nur noch neu entdeckte Pflanzen müssen lateinisch beschrieben werden. Mit zunehmender Bedeutung länderübergreifender Forscherteams verlieren aber auch die gegenwärtigen Landessprachen immer mehr a …
Mehr …
Österreich 1 · 12.10.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Sprache der Wissenschaft: Ob Fruchtliegenforscher, Atomphysiker, Verfahrenschemiker oder Wissenschaftler der internationalen Henrik-Ibsen-Community: sie alle verwenden Englisch als Forschungs- und Verkehrssprache. Latein hat seine zentrale Stellung im Wissenschaftsbetrieb natürlich längst verloren, nur noch neu entdeckte Pflanzen müssen lateinisch beschrieben werden. Mit zunehmender Bedeutung länderübergreifender Forscherteams verlieren aber auch die gegenwärtigen Landessprachen immer mehr an Stellenwert. Sogar ganze Forschungsgebiete werden an nationalen Universitäten nicht mehr in den jeweiligen Landessprachen diskutiert und bearbeitet, sondern auf Englisch, in einer Qualität, die trotz langjährigen Englischlernens an Schulen nicht an das Sprachniveau der Muttersprache heranreicht. Internationale Studiengänge und nationale Tagungen, die ausschließlich auf Englisch angeboten werden, tun ihr übriges, um "BSE" (Bad Simple English), wie Kritiker das oft niedrige Sprachniveau bezeichnen, verstärkt zu etablieren. Eine Sendung zur Frage der Vielsprachigkeit der Wissenschaft.

Filename: radio086_dim_wissenschaftssprache

Manuskript (ohne letzte Änderungen)

DIMENSIONEN, Donnerstag, 16. Oktober

Quantensprung or Quantum jump?

Eine Sendung über die Folgen der Einsprachigkeit in der Wissenschaft von Lothar Bodingbauer

Ob Fruchtliegenforscher, Atomphysiker, Verfahrenschemiker oder Wissenschaftler der internationalen Henrik-Ibsen-Community: sie alle verwenden Englisch als For- schungs- und Verkehrssprache. Latein hat seine zentrale Stellung im Wissen- schaftsbetrieb natürlich längst verloren – nur noch neu entdeckte Pflanzen müssen lateinisch beschrieben werden. Mit zunehmender Bedeutung länderübergreifender Forscherteams verlieren aber auch die gegenwärtigen Landessprachen immer mehr an Stellenwert. Sogar ganze Forschungsgebiete werden an nationalen Uni- versitäten nicht mehr in den jeweiligen Landessprachen diskutiert und bearbeitet, sondern auf Englisch – in einer Qualität, die trotz langjährigen Englischlernens an Schulen nicht an das Sprachniveau der Muttersprache heranreicht. Internationale Studiengänge und nationale Tagungen, die ausschließlich auf Englisch angeboten werden, tun ihr übriges, um “BSE” (Bad Simple English), wie Kritiker das oft niedri- ge Sprachniveau bezeichnen, verstärkt zu etablieren. Eine Sendung zur Frage der Vielsprachigkeit der Wissenschaft.

MANUSKRIPT

OT 1 / 00:50 / Mix unterschiedlicher Wissenschaftler

Mein Name ist Hans Pechar, Hochschulforscher. Ein großer Teil der Teil der Literatur, die ich lese, vermutlich mittlerweile etwa 4/5 ist englische Literatur. Meine eigene Publikations- tätigkeit 3/4 Deutsch, 1/4 Englisch.

OK [englisch ausgesprochen] – Mein Name ist Miria Kutzter, ich arbeite am Institut für dogmatische Theologie an der Universität Wien. Also es war lange Zeit so, da musste man Deutsch können, um Theologie studieren zu könne, das ist etwas, was sich deutlich geän- dert hat, die Diskurse rutschen jetzt auch ins Englisch hinüber …

Ich heiße Franz Pöchhacker, Dolmetschwissenschaftler. Meine wissenschaftliche Arbeit verläuft auf Englisch.

Hans Lohninger, Chemiker, und meine Forschungssprache ist Englisch.

Sprecherin

Quantensprung – oder vielleicht ist besser: Quantum jump?

1

OT 2 / 00:22 / Oberhummer auf Englisch

Hello, my name is Heinz Oberhummer. I come from Vienna University of Technology. I am a physicist, but besides this I am also engaged in presening popular science through books through cabaret, in order to tell the people, how interesting science is …

Sprecherin

Eine Sendung zur Frage der Einsprachigkeit der Wissenschaft von Lothar Boding- bauer.

OT 3 / 00:48 / Oberhummer

Manchmal denke ich auf Englisch, und manchmal muss ich sogar wenn ich Deutsch spre- che krampfhaft nach dem wissenschaftlichen Wortsuchen, wie das in der wissenschaftli- chen Sprache heißt. Ich kenne zum Beispiel Physik in CERN, die stammen aus Öster- reich, die können sich eigentlich wissenschaftlich nicht mehr in Deutsch ausdrücken. Die können nur mehr Englisch reden. Englisch ist ja eine einfache Sprache in dem Sinn, die Sätze sind kürzer, es ist prägnant, eigentlich wesentlich die geeigneter Sprache für Natur- wissenschaft als zum Beispiel Deutsch, die Deutsche Sprache sind Schachtelsätze, die sind wesentlich komplizierter. Aber auch beim Publizieren ist es so, dass es wesent- lich einfacher ist vom Stil her im Englischen zu publizieren, weil die Sätze kürzer sind und dies wissenschaftlichen Erkenntnisse leichter vermitteln kann.

Ganz ohne Zweifel: Englisch ist zur Lingua Franca geworden, zur Verkehrssprache zwischen Sprechern verschiedener Sprachgemeinschaften. Auch in den Wissen- schaften. Es begann mit der Auswanderung und Vertreibung deutschsprachiger Wissenschaftler vor und während des 2. Weltkriegs und gerade der Boom elektro- nischer Kommunikationsmittel hat Englisch als leicht erlernbare Austauschsprache in seiner Bedeutung gefestigt. Bevor allerdings ein etwaiges Verschwinden von Deutsch als Wissenschaftssprache bemerkt und auch bedauert wird, ist es wichtig, die Funktionen einer Wissenschaftssprache im Universitätsgeschehen klar darzu- stellen. Drei wesentliche Punkte sind zu erkennen, sagt der Hochschulforscher Hans Pechar:

OT 4 / 1:10 Pechar

Das eine ist die Publikation von Forschungsergebnissen. Da hat sich das Englische am stärksten durchgesetzt und so wie jetzt ausschaut, auf lange Sicht wird sich daran nichts ändern. Das zweite ist bei Kommunikation auf Konferenzen, der Austausch von Forsche- rinnen. Und der Dritte wichtige Bereich ist, in welcher Sprache wird gelehrt. Hier aus einer Modetorheit heraus den muttersprachlichen Unterricht durch schlecht gesprochenes Eng-

2

lisch zu ersetzten macht ja wirklich keinen Sinn, aber wenn Universitäten sich entschlie- ßen, internationale Studenten zu rekrutieren, dann müssen sie in der Regel auf Englisch umstellen.

Internationale Studierende bringen in der Regel den heimischen Universitäten mehr Geld, als sie kosten. Die Wahl der Sprache der Lehre wird somit – neben der welt- weiten Sichtbarkeit der Aktivitäten – auch zu einer Marketingentscheidung.

Doch zunächst zu einem grundsätzlichen Aspekt der Sprache, den der Überset- zungs- bzw. Translationswissenschaftler Gerhard Budin anspricht: die Rolle der Sprache im Erwerb von Wissen.

OT 5 / 00:41 Budin

Es ist einerseits einmal ein Ausdruck der Sprachökonomie. Das heißt, die menschliche Kognition funktioniert so, dass man für die Dinge, die man immer wieder braucht, oder die einen interessieren, dass man die mit Namen belegt, um auf sie mit referieren zu können. Denn wen ich jedes Mal sagen müsste, das ist ein längliches Instrument mit Haare drauf und da kann man reinsprechen, dann wäre das unökonomisch, wenn ich das immer sagen müsste. Wenn ich aber sage, das ist ein Mikrofon mit einem Windschutz, dann kann ich mich ökonomischer ausdrücken. Und dieses Grundprinzip wird in den Wissenschaftsspra- chen weiterentwickelt, aber für den Spracherwerb ist das ganz wesentlich.

Es ist aber nicht nur die Rolle des Hinweisens und Benennens, den die Sprache hier erfüllt. Sprache selbst schafft Wirklichkeit. Dies zeigt sich am besten bei der legistischen Wirklichkeit – ein Rechtssystem das erst entstehen kann, weil es Spra- che, weil es Terminologie gibt. Es ist demnach nicht egal, in welcher Sprache der Wissenserwerb stattfindet. Grundvoraussetzung für jede Wissenschaftssprache ist eine klar und differenziert entwickelte Terminologie. Die Dogmatikerin Mirja Kutzer bringt ein Beispiel aus dem Bereich der Theologie, sie beschäftigt sich mit „dem Bösen“.

OT 6 / 00:32 Kutzer

Ja, also allein schon der Ausdruck, den man benutzt, um das Böse zu beschreiben ent- scheidet letztendlich über die Phänomene, die ich darunter zu verrechnen versuche. Im Englischen haben wir „the evil“. „The evil“ würden wir im Deutschen übersetzen mit „der Böse“, oder „das Böse“ oder „die Böse“. Wir unterscheiden zwischen „dem Bösen“ als ei- ner wie immer zu fassenden Entität oder auch zwischen einer Person, die wir als personi- fiziertes Böses oder wie auch immer bezeichnen wollen.

Im Englischen fällt es leichter, einen Menschen wie Saddam Hussein als „das Bö- se“ zu bezeichnen. Diese Schwelle ist im Deutschen höher, weil es durch die Denk- konzepte, die sich hier durch das Deutsche ausdrücken, mehr Wahlmöglichkeiten

3

gibt. Am besten eignet sich aber das Französische, um über das Böse nachzuden- ken, sagt Mirja Kutzer, und das eigentlich aus einem Mangel heraus.

OT 7 / 1:07 / Kutzer

Das klassische lateinische Wort für „das Böse“ wäre das „Malum“, im Lateinischen wird dann unterschieden zwischen malum morale, das Böse, das das moralische Verhalten des Menschen betrifft, und dem malum physicum, alles was wir unter dem Naturbösen subsu- mieren. Im Deutschen hätten wir hier die Möglichkeit zwischen dem Bösen und dem Übel, eine Unterscheidung die im Französischen so aber nicht funktioniert, denn da wird beides subsumiert unter „le mal“. Das heißt aber auch, dass sich unsere französischen Kollegen oder in der französischen Philosophie dieser Zusammenhang zwischen dem Naturbösen und dem Bösen im moralischen Handeln. als Problem viel unmittelbarer stellt als uns, denn wenn wir über das Böse nachdenken, müssen wir noch nicht zwangsläufig oder über das Naturböse, also das Übel nachdenken. Während gerade die Spekulationen wie wir sie bei Paul Ricoeur finden, gerade diese Verbindung versuchen zu suchen, wo liegt sie denn diese Verbindung zwischen dem Bösen und dem Naturbösen.

Viele Begriffe sind an eine bestimmte Wissenschaftssprache gebunden, und manchmal nimmt auch ein deutsches Wort den Umweg über das Englische wieder zurück ins Deutsche, zum Beispiel der Begriff „Einfühlung“, erzählt der Grazer Germanist Robert Velussig.

OT 8 / 00:38 / Velussig

Der Begriff „Einfühlung“ aus der deutschen Philosophie um 1900, das ist diskreditiert wor- den und über den Begriff der „Empathie“ wieder reimportiert. Das ist gewisserweise die Scheu einen Begriff zu verwenden, den Leuten verwende haben, mit denen man theore- tisch nichts mehr zu tun haben möchte. Insofern kann der Export und Reimport von sol- chen Begriffen dazu dienen, dass einem die Scheu von seinem solchen Phänomen wieder genommen wird, und besonders dieser Begriff Einfühlung ist etwas, was in der Literatur- wissenschaft der letzten Jahre besonders diskutiert worden ist.

Die notwendigen Übersetzungvorgänge beim Austausch des Wissens in unter- schiedliche Sprachen sieht der Translationswissenschafter Gerhard Budin nicht unbedingt negativ.

OT 9 / 01:45 / Budin

Meiner eigenen Erfahrungen nach ist diese Zweisprachigkeit Deutsch Englisch etwas posi- tives, weil man durch diesen internen Übersetzungsprozess ja eigentlich immer kreative Moment hat, und etwas weiterdenkt. Zum Beispiel wenn ich Unterrichtsmaterialien, ich

4

habe das meistens auf Deutsch und auf Englisch, einmal unterrichte ich irgendwo international, aber auch dann hier auf der Universität und ich brauche dann zum selben Thema Unterrichtsmaterialen in zwei Sprachen, jedesmal wenn ich die Mate- rialien Aktualisierung, bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, verbessere oder ergänze ich etwas, und. Natürlich gibt es auch Unterschiede in den Argumentati- onsstrategien in den verschiedenen Sprachen. Im englischsprachigen eher geradlinig, we- nig Degression, wenig Abweichungen, im Deutschen traditionellerweise eher komplex, mehrere Argumentationsstränge, die einander manchmal überschneiden, was für den Zu- hörer oder Leser nicht einfach ist oft, zu folgen, dann gibt es auch verschiedene weitere, wie arabische oder chinesische Argumentationslogiken. Andererseits durch diese Interna- tionalisierung der Wissenschaften konvergiert diese Denkweisen immer mehr, denn die Wissenschaftslogik doch wieder etwas mehr oder weniges sprachunabhängiges. Aber auch da wieder in den Naturwissenschaften wesentlich mehr sprachunabhängig, weil die Wissenschaftslogik auf einer allgemeinen Logik beruht, währen die hermeneutische Tradi- tionen, mit Verstehensprozessen und stark kulturspezifischen Ansätzen die Kulturspezifik dann doch eine Sprachspezifik ist

Mit einem Verschwinden des Deutschen aus dem Wissenschaftsbetrieb würde also tatsächlich Wissen verloren gehen, zumindest im nicht-naturwissenschaftlichen Bereich. Der Musikwissenschaftler Richard Parncutt aus Graz geht an der Schnitt- stelle Geistes- und Naturwissenschaft – selbst mehrsprachig – mit seinen Studie- renden einen konsequent zweisprachigen Weg. Er ermuntert seine Studierenden, die Zweisprachigkeit nicht nur in Kauf zu nehmen, sondern gezielt zu entwickeln, und wählt selbst aus dem Fundus der Sprache jene aus, die am besten zu seinen Anforderungen passt. Richard Parncutt erzählt von einem Tag der Geisteswissen- schaften an der Uni Graz, für den sein Institut gebeten wurde, ein gutes Zitat aus der Musikwissenschaften auszuwählen, eines das das Forschungsthema „Musik“ am treffendsten beschreibt.

OT 10 / 01:34 / Parncutt

Wir haben uns entschieden, dass unser Zitat auf Englisch sein wird. Ich meine, ich fand das eigentlich nicht gut, aber in jedem Fall ist ein sehr interessantes Zitat: „Music doesnʻt just happen. It is what we make it and what we make of it“. Nun, wenn man versucht, das zu übersetzen, dann findet man, dass eigentlich die englischsprachigen Menschen viel- leicht nicht klar sind, was es bedeutet. Wenn man sagt: „Music is what we make it“, das heißt Musik hat einen gewissen Stellenwert und es hängt von unserer Einstellung wie gut oder wichtig Musik ist, das kann man aber nur relativ ausführlich erklären. Und dann kommt er nächste Satz „und what we make of it“. Und das heißt, wenn wir aktiv versuchen Musik zu fördern und Musik zu interpretieren oder eine Konstruktion von einer Musikwis- senschaft, Musikwissenschaft zu konstruieren, dann kriegen wir eine neue Version von Musik. Und das kann man auch ausführlich erklären, aber in dem englischen Satz ist es sehr knapp. Und dann entsteht die Frage sollte man das übersetzen wollen, soll man ei- nen Satz schreiben, der zwei mal so lange ist, oder drei mal so lang, und man wird natür- lich nie auf die gleiche Bedeutung kommen, weil die gleiche Bedeutung nicht definiert ist. Das hat man auch innerhalb der deutschen Sprache oder englischen Sprache, dass man nicht immer sagen kann, was man sagen will, das ist nämlich ein Thema in der Musikwis-

5

senschaft, dass man bestimmte Erfahrungen in der Musik nicht beschreiben kann, weil die Wörter fehlen. Das nennt man auf Englisch „ineffability“, das man etwas nicht vollständig beschreiben kann.

Ineffability. Das ist in der Musik das Fehlen einer Beschreibung, wo die Worte feh- len. Was in der Musik ganz alltäglich ist, fällt sprachenpolitisch unter den Begriff Domänenverlust. Oft einfach nur aus praktischen Gründen – Zeitsparen, begrenzte Ressourcen, wird nicht nur der Wissensaustausch, sondern die Forschung selbst in Englisch gemacht. Das kann dazu führen, dass diese Themen dann nicht mehr in der jeweiligen Landessprache diskutieren werden können. In Schweden ist das nicht wie in Österreich vor allem bei naturwissenschaftlichen, sondern auch in den geisteswissenschaftlichen Fächern der Fall, erzählt die schwedische Translations- wissenschafterin Elizabeth Tiselius.

OT 11 / 00:31 7 Tiselius / Übersetzung

In Schweden haben wir das Problem, dass mehr und mehr Forschung ausschließ- lich auf Englisch gemacht wird. Das schafft einen Verlust, einen Domänenverlust. Wir verlieren dabei die gesamte Terminologie in der schwedischen Sprache und haben damit nicht mehr die Möglichkeit diese Forschungsfelder auf Schwedisch, in unserer Muttersprache zu diskutieren.

Elisabeth Tiselius wünscht sich, dass Schwedisch wenigstens Englisch gleich ge- stellt wird, damit ihr Universitätsinstitut auch die rechtliche Grundlage hat, schriftli- che Arbeiten sowohl in Englisch, als auch in Schwedisch zu verfassen. Das ist aber noch nicht der Fall. In der praktischen Arbeit muss sie einen Weg finden, die feh- lende Terminologie in den schwedischen Text einzubetten.

OT 12 / 00:41 / Tiselius / Übersetzung

Ich kann Ihnen da ein Beispiel aus der Zweisprachigkeitsforschung geben. Hier geht es um input und output. Input ist das was wir Menschen hören, und output was wir sprechen. Aber wie soll ich das auf Schwedisch nennen? Inströmung und Aus- strömung vielleicht, oder Zuhörung und Produktion? Oder soll ich input und output unter Anführungszeichen setzen? Das ist eine schwierige Frage, und wir müssen uns viel mehr bemühen, eine schwedische Terminologie nicht nur zu erhalten, son- dern auch aufzubauen.

OT 13 / 01:21 / Tiselius / Übersetzung

Man kann ja auch nur in seiner Muttersprache wirklich philosophisch sein, nur in seiner Muttersprache kann man wirklich große und schwierige Fragen diskutieren. Die schwedischen Forscher sollen ruhig international auf englisch wetteifern und

6

sich austauschen, aber sie sollen auch den selben Eifer aufwenden, die schwedi- sche Terminologie zu verwenden und zu entwickeln – man kann ja nicht sagen, ach ich habe ja all meine Forschung auf Englisch gemacht, und deswegen werde ich nur Englisch verwenden. – Ich will ja nicht nur mit Leuten im Ausland über meine Forschung reden, sondern auch mit meinen Schülern, oder mit jemandem, den ich zufällig auf der Straße treffen, und erkläre, was ich beruflich mache. Und das kann man nicht machen, wenn man komische Begriffe wie input und output verwendet, oder vielleicht noch schlimmere Begriffe… [lacht].

OT 14 / 00:18 De Cilia

Ich denke, dass Englisch zentrale Rolle hat in der internationalen Kommunikation als Ver- kehrssprache, als Publikationssprache, es ist wichtig, den Studierenden und lehrenden Forschern dementsprechend gute Kompetenzen zur Verfügung zu stellen, …

Der Sprachwissenschaftler Rudolf De Zilliar, Universität Wien. OT 15 / 00:32 De Cilia

… darüber sollte man nicht diskutieren müssen, das ist klar, aber trotzdem ist es wichtig, Nationalsprachen, die ja hochentwickelt sind, deren Entwicklung Jahrhunderte lang ge- dauert hat, die in der deutschen Aufklärung begonnen als funktionsfähige Wissenschafts- sprache, praktiziert und gefördert worden. Eine Politik der Mehrsprachigkeit halte ich für wichtig und nicht die der Einsprachigkeit.

Es ist meist nicht bloß der Wille, der eine nationale Sprache weg vom Wissen- schaftsbetrieb driften lässt. Die Pflege der nationalsprachlichen Terminologie braucht vor allem Zeit und Geld, und natürlich einen sprachenpolitischen Rahmen. In Österreich ist die Wahl der Sprache den Universitäten selbst überlassen. Die Kosten der Mehrsprachigkeit werden dabei oft als Belastung gesehen, und de facto bleiben auf den Internetseiten der Institute Englisch oder Deutsch – die eine oder andere Sprache oft unberücksichtigt. Die Sprache als notwendiges Übel?

OT 16 / 01:13 / De Cillia

Das ist das Argument das häufig gebracht wird, das ökonomistische Argument, die Kosten der Mehrsprachigkeit. Es gibt Leute, die drehen das um: die sagen, die Kosten der Ein- sprachigkeit , die Einsprachigkeit ist teurer. Die Einsprachigkeit hat wenn man so will dann soziale Kosten. Kosten sind ja nicht nur ökonomische Kosten. Wenn man generell gese- hen einsprachige Politik macht, riskiert man soziale Konflikte. Roland Bart sagte, einem Menschen seine Sprache nehmen, alle legalen Morde beginnen da, und natürlich wehren sich die Menschen, dass man Sprache nimmt. —- Das könnten sozialen Kosten im Wissenschaftsbereich sein. Die Entwicklung der Wissenschaftssprachen im Mittel- alter hat zu Beginn der Neuzeit, 16. Jahrhundert aufwärts mit der Demotisierung der

7

Wissenschaft, mit der Demokratisierung der zunehmenden Entwicklung der einzel- nen Wissenschaftssprachen dazu geführt, dass das Wissen immer mehr allen Be- völkerungssprachen zur Verfügung gestellt werden konnte. Das Mittelalter war ja letztlich eine dogmatische Form der Wissenschaft, wo die Dogmatik über die Jahr- hunderte fortgeschrieben hat, was richtig und was falsch ist.

Nicht zufällig haben diese neuen Wissenschaftssprachen, die in allen europäischen großen Ländern starteten, das Englische, das Französische, das Spanische, dazu geführt, dass die Wissenschaft demokratisch wurde.

OT 17 / 00:37 / De Cillia

Ein wissenschaftlicher Unitarismus, so schätzen das Kolleginnen und Kollegen ein, wenn man nur in einer Sprache forscht und kommuniziert, auch im deutschsprachigen Raum nur noch auf Englisch kommuniziert, was in bestimmten Bereichen jetzt schon der Fall ist, dass man wieder zu einer Entdemokratisierung der Wissenschaft kommt, dass zum Bei- spiel die Medizin immer weniger in der Lage ist, auch der breiten Bevölkerung zu kommu- nizieren, was da passiert, was die Forschungsergebnisse sind, wie Therapien durchzufüh- ren sind oder durchgeführt werden.

Der FWF, der Wissenschaftsfond ist Österreichs größter Geldgeber für For- schungsprojekte. Der Fonds bemüht sich in seinen Eingabeformularen ausdrück- lich um Zweisprachigkeit – die Projektbeschreibungen selbst sind allerdings nur noch auf Englisch einzureichen – auch in den Geisteswissenschaften. Die Antrags- sprache Englisch ist eine autonome Entscheidung des FWF und hat vor allem den Grund, dass Gutachten über die Förderungswürdigkeit der Projekte ausschließlich im Ausland eingeholt werden. Hier werden gewinnen zunehmend auch die sprach- lich weiter entfernten EU Länder und Asien von Bedeutung. Einzig für Germanisten gibt es Ausnahmen erzählt die germanistische Mittelalterforscherin Karin Kranich.

OT 18 / 00:28 / Kranich

Es gibt aber auch Kooperationen, wo auch technische Fächer mit geisteswissen- schaftlichen Fächern kooperieren, es gibt Programme, die grundsätzlich überhaupt Englisch strukturiert sind, dort ist es schon so, dass man zum Projektantrag eine englische Version dazugeben muss, manchmal auch englischsprachiges Hearing gemacht wird. Dazu müssen wir uns in irgendeiner Form aufraffen.

Die englischsprachige Weiterbildung erfolgt dabei im eigenen Interesse, sagt Karin Kranich.

OT 19 / 00:29 / Kranich

8

Da muss man sagen, es gibt an den österreichischen Unis, in Graz ist das ziemlich gut ausgebildet, ein hausinternes Weiterbildungsprogramm, da gibt es einen Kurs der Standard ist, den besucht man immer wieder. Da gibt es einen Kurs, der Stan- dard ist, English for Academic Purposes, den besucht man immer wieder oder auch English conversation in Academical teaching, oder derartiges, das ist in einem ge- wissen grad auch Selbstschutz, weil man dort Ängste abbaut, nicht kommunizieren zu können.

Was ist der Unterschied zwischen ‘Sein’ und ‘Dasein’ bei Heidegger? Den Un- terschied zwischen ‘Sein’ und ‘Dasein’ kann man noch relativ leicht auf eng- lisch erklären, bei ‘Sein’ und ‘Seiendes’ wird es dann schwieriger,

recht mit der „Seiendheit des Seins!“. – Der Franz Pöchhacker kennt die Tücken der Übersetzungen, selbst bei einfacheren Themen. Für ihn ist Sprache kein notwendiges Übel, sondern eine Faszination, die sich manchmal besonders erst zeigt, wenn von einer Sprache in die andere übersetzt wird.

OT 20 / 1:20 / Pöchhacker

Von der Motorentechnik bis zu den Kunststoffen bis zu politischen Überlegungen findet man überall Beispiele für schlechtes Englisch, so nach dem Motto der Äußerung die einem deutschen Bundeskanzler einmal zugeschrieben wurde, als er sich kurz fas- sen wollte und auf Englisch referierte und eingangs sagte: Ladies and Gentlemen, let me be short and pregnant. Aber es gibt vor allem durch sehr extreme Akzente im englischen aus neuerer Zeit Beispiele, wo dann auch die Dolmetscher drüberstolpern. Das sind dann Fälle wo die internationale Sprache Englisch für die Wissenschaft zu Verständ- nisschwierigkeiten führt, weil die Kollegen das stark akzentuierte koreanische oder italieni- sche Englisch nicht gut verstehen oder weil auch mitunter die Dolmetscher drüberstolpern können. Der Kollege hat mir vor ein paar Wochen gesagt, dass er den Ausdruck „stud- eyes“ offenbar als etwas mit Augen verbundenes rezipiert hat, und nicht wusste, was er mit diesem stud-eyes tun sollte, bis er dann draufkam, dass das eine sehr schlechte Aus- sprache des englischen Wortes studies war. Da kanns dann sicher beim Dolmetschen zu Reibungsverlusten kommen.

Englisch ist zur Lingua Franca der Wissenschaften geworden. Zur Verkehrs- sprache, deren Niveau, bei denen, die sie verwenden, aber gar nicht an das hohe Sprachniveau von Muttersprachlern heranreichen müsste. „Gutes“ Eng- lisch gibt es aber eigentlich es nicht unter jenen, die Englisch als Verkehrs- sprache benützen – es ist eine Frage der „Angebrachtheit“. Diese unter Ang- listen nicht unumstrittene Sicht vertritt die Anglistin und Lingua Frank For- scherin Barbara Seidlhofer.

OT 21 / 00:25 Seidlhofer Lingua Franka

und erst

9

Dolmetschwissenschaftler

Es ist immer die Frage für welchen Zweck, welche Funktion erfüllt die Sprache, und nicht den Formen nach, gut oder perfekt. Natürlich kann man sagen, Queen English oder Hipp Hopp English sind echt, das sind Sprachformen, die von Native Speakern gesprochen werden. Gleichzeitig wenn ich mit Queens English oder mit Hipp Hopp English auf eine Mathematikerkonferenz sein, werde ich völlig fehl am Platz sein.

Bad Simple English – nennen Spötter die schlechte Qualität der international gesprochenen Englischs nennen – und dieses schlechte English wird trotz jahrelangen Sprachenlernens auch noch mittelmäßig ausgesprochen. Auch sei nicht grundsätzlich ein Problem.

OT 22 / 00:42 / Seidlhofer

Vokale, die etwa in der Perzeption sehr hervorstechen, weil Sie gerade gesagt haben Bad Simple English, wenn das ein Österreicher gesagt hat, sagt er Bad Simple English statt einem offenen A Laut spricht er es mit einem E Laut aus, und statt English sagt er INglish. Das macht abe rin der internationalen Verständigung keine Schwierigkeiten. Aber wenn ich meine Konsonanten nicht aussprchen kann, außer dem TH, und zum Beispiel wenig Unterschied mache zwischen einem pill und bill, dann wäre das eine Unterscheidung, die wichtig wäre, und auch die Apsiration von dem pill.

Für den englischsprachigen Unterricht an Schulen hätte eine Stärkere Berücksich- tigung von Englisch – nicht als Kultursprache, sondern als Lingua Franca – als Aus- tauschsprache – besondere Bedeutung, sagt Barbara Seidlhofer.

OT 23 / 00:42 / Seidlhofer Lingua Franka

Jetzt nicht in dem Sinn, das man schlechtes Englisch unterrichte, sondern dass ich in der beschränkten Unterrichtszeit ich Dinge unterrichte, die für die internationale Kommunikati- on wichtig sind. Das heißt ich werde mich dann nicht stundenlang hinstellen und meinen Schülern sagen, gibt die Zunge zwischen die Zähne und spuck ein bisschen und sag think, und gleichzeitig aber schauen, dass die Längen der Vokale, ob ich sage to be oder the bee sage, dass sie die Konsonanten richtig aussprechen, von denen man weiß, dass sie für die internationale Verständlichkeit wichtig sind.

SPRECHERIN

Sie hörten: Quantensprung – oder vielleicht besser Quantum jump?

OT 24 / 00:57 / De Cillia

10

Die Sprache als Instrument der wissenschaftlichen Aneignung der Realität außer- sprachlichen Realität, die unterschiedlich organisiert ist je nach Einzelsprache, das ist das zentrale Argument all jener die der Meinung sind, eine einzige Wissen- schaftssprache ist ein Verlust. Ich glaube das schon, wenn jemand nicht mehr in der seiner Muttersprache, Erstsprache, oder die Sprache, die man am besten be- herrscht, wenn man nicht mehr darin forschen kann, weil die nicht mehr als Wis- senschaftssprache funktioniert, dann ist man nicht mehr konkurrenzfähig mit de- nen, die das in ihrer Muttersprache tun. Und zwar was die wissenschaftliche Kreati- vität betrifft. Und ich glaube, das wissenschaftlich Forschung in Chemie, Physik, überall, ein eminent kreativer Prozess ist, und nicht einfach eine reine Terminolo- giefrage sozusagen.

SPRECHERIN

Eine Sendung zur Frage der Einsprachigkeit der Wissenschaft von Lothar Boding- bauer.

OT 25 / 00:16 / De Cillia

Man kann Wissenschaftssprache sicher nicht reduzieren auf Nomenklaturen, auf Termino- logien, die man von einer Sprache in die andere ganz einfach übersetzen kann. Dort, wo kreatives Forschen stattfindet, dort spielt die Sprache eine zentrale Rolle.

Sprecherin

Gesprochen haben ____________ und der Gestalter. Morgen in den Dimensionen…

DIE ABSAGE WIRD EIN BISSEL LÄNGER. ICH HABE SIE IM BÜRO. SIE KANN VON NINA STREHLEIN GESPROCHEN WERDEN…

18281 14:00

11

Manuskript (letzte Änderungen nicht vermerkt)

DIMENSIONEN, Donnerstag, 16. Oktober

Quantensprung or Quantum jump?

Eine Sendung über die Folgen der Einsprachigkeit in der Wissenschaft von Lothar Bodingbauer

Ob Fruchtliegenforscher, Atomphysiker, Verfahrenschemiker oder Wissenschaftler der internationalen Henrik-Ibsen-Community: sie alle verwenden Englisch als For- schungs- und Verkehrssprache. Latein hat seine zentrale Stellung im Wissen- schaftsbetrieb natürlich längst verloren – nur noch neu entdeckte Pflanzen müssen lateinisch beschrieben werden. Mit zunehmender Bedeutung länderübergreifender Forscherteams verlieren aber auch die gegenwärtigen Landessprachen immer mehr an Stellenwert. Sogar ganze Forschungsgebiete werden an nationalen Uni- versitäten nicht mehr in den jeweiligen Landessprachen diskutiert und bearbeitet, sondern auf Englisch – in einer Qualität, die trotz langjährigen Englischlernens an Schulen nicht an das Sprachniveau der Muttersprache heranreicht. Internationale Studiengänge und nationale Tagungen, die ausschließlich auf Englisch angeboten werden, tun ihr übriges, um “BSE” (Bad Simple English), wie Kritiker das oft niedri- ge Sprachniveau bezeichnen, verstärkt zu etablieren. Eine Sendung zur Frage der Vielsprachigkeit der Wissenschaft.

MANUSKRIPT

OT 1 / 00:50 / Mix unterschiedlicher Wissenschaftler

Mein Name ist Hans Pechar, Hochschulforscher. Ein großer Teil der Teil der Literatur, die ich lese, vermutlich mittlerweile etwa 4/5 ist englische Literatur. Meine eigene Publikations- tätigkeit 3/4 Deutsch, 1/4 Englisch.

OK [englisch ausgesprochen] – Mein Name ist Miria Kutzter, ich arbeite am Institut für dogmatische Theologie an der Universität Wien. Also es war lange Zeit so, da musste man Deutsch können, um Theologie studieren zu könne, das ist etwas, was sich deutlich geän- dert hat, die Diskurse rutschen jetzt auch ins Englisch hinüber …

Ich heiße Franz Pöchhacker, Dolmetschwissenschaftler. Meine wissenschaftliche Arbeit verläuft auf Englisch.

Hans Lohninger, Chemiker, und meine Forschungssprache ist Englisch.

Sprecherin

Quantensprung – oder vielleicht ist besser: Quantum jump?

1

OT 2 / 00:22 / Oberhummer auf Englisch

Hello, my name is Heinz Oberhummer. I come from Vienna University of Technology. I am a physicist, but besides this I am also engaged in presening popular science through books through cabaret, in order to tell the people, how interesting science is …

Sprecherin

Eine Sendung zur Frage der Einsprachigkeit der Wissenschaft von Lothar Boding- bauer.

OT 3 / 00:48 / Oberhummer

Manchmal denke ich auf Englisch, und manchmal muss ich sogar wenn ich Deutsch spre- che krampfhaft nach dem wissenschaftlichen Wortsuchen, wie das in der wissenschaftli- chen Sprache heißt. Ich kenne zum Beispiel Physik in CERN, die stammen aus Öster- reich, die können sich eigentlich wissenschaftlich nicht mehr in Deutsch ausdrücken. Die können nur mehr Englisch reden. Englisch ist ja eine einfache Sprache in dem Sinn, die Sätze sind kürzer, es ist prägnant, eigentlich wesentlich die geeigneter Sprache für Natur- wissenschaft als zum Beispiel Deutsch, die Deutsche Sprache sind Schachtelsätze, die sind wesentlich komplizierter. Aber auch beim Publizieren ist es so, dass es wesent- lich einfacher ist vom Stil her im Englischen zu publizieren, weil die Sätze kürzer sind und dies wissenschaftlichen Erkenntnisse leichter vermitteln kann.

Ganz ohne Zweifel: Englisch ist zur Lingua Franca geworden, zur Verkehrssprache zwischen Sprechern verschiedener Sprachgemeinschaften. Auch in den Wissen- schaften. Es begann mit der Auswanderung und Vertreibung deutschsprachiger Wissenschaftler vor und während des 2. Weltkriegs und gerade der Boom elektro- nischer Kommunikationsmittel hat Englisch als leicht erlernbare Austauschsprache in seiner Bedeutung gefestigt. Bevor allerdings ein etwaiges Verschwinden von Deutsch als Wissenschaftssprache bemerkt und auch bedauert wird, ist es wichtig, die Funktionen einer Wissenschaftssprache im Universitätsgeschehen klar darzu- stellen. Drei wesentliche Punkte sind zu erkennen, sagt der Hochschulforscher Hans Pechar:

OT 4 / 1:10 Pechar

Das eine ist die Publikation von Forschungsergebnissen. Da hat sich das Englische am stärksten durchgesetzt und so wie jetzt ausschaut, auf lange Sicht wird sich daran nichts ändern. Das zweite ist bei Kommunikation auf Konferenzen, der Austausch von Forsche- rinnen. Und der Dritte wichtige Bereich ist, in welcher Sprache wird gelehrt. Hier aus einer Modetorheit heraus den muttersprachlichen Unterricht durch schlecht gesprochenes Eng-

2

lisch zu ersetzten macht ja wirklich keinen Sinn, aber wenn Universitäten sich entschlie- ßen, internationale Studenten zu rekrutieren, dann müssen sie in der Regel auf Englisch umstellen.

Internationale Studierende bringen in der Regel den heimischen Universitäten mehr Geld, als sie kosten. Die Wahl der Sprache der Lehre wird somit – neben der welt- weiten Sichtbarkeit der Aktivitäten – auch zu einer Marketingentscheidung.

Doch zunächst zu einem grundsätzlichen Aspekt der Sprache, den der Überset- zungs- bzw. Translationswissenschaftler Gerhard Budin anspricht: die Rolle der Sprache im Erwerb von Wissen.

OT 5 / 00:41 Budin

Es ist einerseits einmal ein Ausdruck der Sprachökonomie. Das heißt, die menschliche Kognition funktioniert so, dass man für die Dinge, die man immer wieder braucht, oder die einen interessieren, dass man die mit Namen belegt, um auf sie mit referieren zu können. Denn wen ich jedes Mal sagen müsste, das ist ein längliches Instrument mit Haare drauf und da kann man reinsprechen, dann wäre das unökonomisch, wenn ich das immer sagen müsste. Wenn ich aber sage, das ist ein Mikrofon mit einem Windschutz, dann kann ich mich ökonomischer ausdrücken. Und dieses Grundprinzip wird in den Wissenschaftsspra- chen weiterentwickelt, aber für den Spracherwerb ist das ganz wesentlich.

Es ist aber nicht nur die Rolle des Hinweisens und Benennens, den die Sprache hier erfüllt. Sprache selbst schafft Wirklichkeit. Dies zeigt sich am besten bei der legistischen Wirklichkeit – ein Rechtssystem das erst entstehen kann, weil es Spra- che, weil es Terminologie gibt. Es ist demnach nicht egal, in welcher Sprache der Wissenserwerb stattfindet. Grundvoraussetzung für jede Wissenschaftssprache ist eine klar und differenziert entwickelte Terminologie. Die Dogmatikerin Mirja Kutzer bringt ein Beispiel aus dem Bereich der Theologie, sie beschäftigt sich mit „dem Bösen“.

OT 6 / 00:32 Kutzer

Ja, also allein schon der Ausdruck, den man benutzt, um das Böse zu beschreiben ent- scheidet letztendlich über die Phänomene, die ich darunter zu verrechnen versuche. Im Englischen haben wir „the evil“. „The evil“ würden wir im Deutschen übersetzen mit „der Böse“, oder „das Böse“ oder „die Böse“. Wir unterscheiden zwischen „dem Bösen“ als ei- ner wie immer zu fassenden Entität oder auch zwischen einer Person, die wir als personi- fiziertes Böses oder wie auch immer bezeichnen wollen.

Im Englischen fällt es leichter, einen Menschen wie Saddam Hussein als „das Bö- se“ zu bezeichnen. Diese Schwelle ist im Deutschen höher, weil es durch die Denk- konzepte, die sich hier durch das Deutsche ausdrücken, mehr Wahlmöglichkeiten

3

gibt. Am besten eignet sich aber das Französische, um über das Böse nachzuden- ken, sagt Mirja Kutzer, und das eigentlich aus einem Mangel heraus.

OT 7 / 1:07 / Kutzer

Das klassische lateinische Wort für „das Böse“ wäre das „Malum“, im Lateinischen wird dann unterschieden zwischen malum morale, das Böse, das das moralische Verhalten des Menschen betrifft, und dem malum physicum, alles was wir unter dem Naturbösen subsu- mieren. Im Deutschen hätten wir hier die Möglichkeit zwischen dem Bösen und dem Übel, eine Unterscheidung die im Französischen so aber nicht funktioniert, denn da wird beides subsumiert unter „le mal“. Das heißt aber auch, dass sich unsere französischen Kollegen oder in der französischen Philosophie dieser Zusammenhang zwischen dem Naturbösen und dem Bösen im moralischen Handeln. als Problem viel unmittelbarer stellt als uns, denn wenn wir über das Böse nachdenken, müssen wir noch nicht zwangsläufig oder über das Naturböse, also das Übel nachdenken. Während gerade die Spekulationen wie wir sie bei Paul Ricoeur finden, gerade diese Verbindung versuchen zu suchen, wo liegt sie denn diese Verbindung zwischen dem Bösen und dem Naturbösen.

Viele Begriffe sind an eine bestimmte Wissenschaftssprache gebunden, und manchmal nimmt auch ein deutsches Wort den Umweg über das Englische wieder zurück ins Deutsche, zum Beispiel der Begriff „Einfühlung“, erzählt der Grazer Germanist Robert Velussig.

OT 8 / 00:38 / Velussig

Der Begriff „Einfühlung“ aus der deutschen Philosophie um 1900, das ist diskreditiert wor- den und über den Begriff der „Empathie“ wieder reimportiert. Das ist gewisserweise die Scheu einen Begriff zu verwenden, den Leuten verwende haben, mit denen man theore- tisch nichts mehr zu tun haben möchte. Insofern kann der Export und Reimport von sol- chen Begriffen dazu dienen, dass einem die Scheu von seinem solchen Phänomen wieder genommen wird, und besonders dieser Begriff Einfühlung ist etwas, was in der Literatur- wissenschaft der letzten Jahre besonders diskutiert worden ist.

Die notwendigen Übersetzungvorgänge beim Austausch des Wissens in unter- schiedliche Sprachen sieht der Translationswissenschafter Gerhard Budin nicht unbedingt negativ.

OT 9 / 01:45 / Budin

Meiner eigenen Erfahrungen nach ist diese Zweisprachigkeit Deutsch Englisch etwas posi- tives, weil man durch diesen internen Übersetzungsprozess ja eigentlich immer kreative Moment hat, und etwas weiterdenkt. Zum Beispiel wenn ich Unterrichtsmaterialien, ich

4

habe das meistens auf Deutsch und auf Englisch, einmal unterrichte ich irgendwo international, aber auch dann hier auf der Universität und ich brauche dann zum selben Thema Unterrichtsmaterialen in zwei Sprachen, jedesmal wenn ich die Mate- rialien Aktualisierung, bei dieser Gelegenheit denke ich darüber nach, verbessere oder ergänze ich etwas, und. Natürlich gibt es auch Unterschiede in den Argumentati- onsstrategien in den verschiedenen Sprachen. Im englischsprachigen eher geradlinig, we- nig Degression, wenig Abweichungen, im Deutschen traditionellerweise eher komplex, mehrere Argumentationsstränge, die einander manchmal überschneiden, was für den Zu- hörer oder Leser nicht einfach ist oft, zu folgen, dann gibt es auch verschiedene weitere, wie arabische oder chinesische Argumentationslogiken. Andererseits durch diese Interna- tionalisierung der Wissenschaften konvergiert diese Denkweisen immer mehr, denn die Wissenschaftslogik doch wieder etwas mehr oder weniges sprachunabhängiges. Aber auch da wieder in den Naturwissenschaften wesentlich mehr sprachunabhängig, weil die Wissenschaftslogik auf einer allgemeinen Logik beruht, währen die hermeneutische Tradi- tionen, mit Verstehensprozessen und stark kulturspezifischen Ansätzen die Kulturspezifik dann doch eine Sprachspezifik ist

Mit einem Verschwinden des Deutschen aus dem Wissenschaftsbetrieb würde also tatsächlich Wissen verloren gehen, zumindest im nicht-naturwissenschaftlichen Bereich. Der Musikwissenschaftler Richard Parncutt aus Graz geht an der Schnitt- stelle Geistes- und Naturwissenschaft – selbst mehrsprachig – mit seinen Studie- renden einen konsequent zweisprachigen Weg. Er ermuntert seine Studierenden, die Zweisprachigkeit nicht nur in Kauf zu nehmen, sondern gezielt zu entwickeln, und wählt selbst aus dem Fundus der Sprache jene aus, die am besten zu seinen Anforderungen passt. Richard Parncutt erzählt von einem Tag der Geisteswissen- schaften an der Uni Graz, für den sein Institut gebeten wurde, ein gutes Zitat aus der Musikwissenschaften auszuwählen, eines das das Forschungsthema „Musik“ am treffendsten beschreibt.

OT 10 / 01:34 / Parncutt

Wir haben uns entschieden, dass unser Zitat auf Englisch sein wird. Ich meine, ich fand das eigentlich nicht gut, aber in jedem Fall ist ein sehr interessantes Zitat: „Music doesnʻt just happen. It is what we make it and what we make of it“. Nun, wenn man versucht, das zu übersetzen, dann findet man, dass eigentlich die englischsprachigen Menschen viel- leicht nicht klar sind, was es bedeutet. Wenn man sagt: „Music is what we make it“, das heißt Musik hat einen gewissen Stellenwert und es hängt von unserer Einstellung wie gut oder wichtig Musik ist, das kann man aber nur relativ ausführlich erklären. Und dann kommt er nächste Satz „und what we make of it“. Und das heißt, wenn wir aktiv versuchen Musik zu fördern und Musik zu interpretieren oder eine Konstruktion von einer Musikwis- senschaft, Musikwissenschaft zu konstruieren, dann kriegen wir eine neue Version von Musik. Und das kann man auch ausführlich erklären, aber in dem englischen Satz ist es sehr knapp. Und dann entsteht die Frage sollte man das übersetzen wollen, soll man ei- nen Satz schreiben, der zwei mal so lange ist, oder drei mal so lang, und man wird natür- lich nie auf die gleiche Bedeutung kommen, weil die gleiche Bedeutung nicht definiert ist. Das hat man auch innerhalb der deutschen Sprache oder englischen Sprache, dass man nicht immer sagen kann, was man sagen will, das ist nämlich ein Thema in der Musikwis-

5

senschaft, dass man bestimmte Erfahrungen in der Musik nicht beschreiben kann, weil die Wörter fehlen. Das nennt man auf Englisch „ineffability“, das man etwas nicht vollständig beschreiben kann.

Ineffability. Das ist in der Musik das Fehlen einer Beschreibung, wo die Worte feh- len. Was in der Musik ganz alltäglich ist, fällt sprachenpolitisch unter den Begriff Domänenverlust. Oft einfach nur aus praktischen Gründen – Zeitsparen, begrenzte Ressourcen, wird nicht nur der Wissensaustausch, sondern die Forschung selbst in Englisch gemacht. Das kann dazu führen, dass diese Themen dann nicht mehr in der jeweiligen Landessprache diskutieren werden können. In Schweden ist das nicht wie in Österreich vor allem bei naturwissenschaftlichen, sondern auch in den geisteswissenschaftlichen Fächern der Fall, erzählt die schwedische Translations- wissenschafterin Elizabeth Tiselius.

OT 11 / 00:31 7 Tiselius / Übersetzung

In Schweden haben wir das Problem, dass mehr und mehr Forschung ausschließ- lich auf Englisch gemacht wird. Das schafft einen Verlust, einen Domänenverlust. Wir verlieren dabei die gesamte Terminologie in der schwedischen Sprache und haben damit nicht mehr die Möglichkeit diese Forschungsfelder auf Schwedisch, in unserer Muttersprache zu diskutieren.

Elisabeth Tiselius wünscht sich, dass Schwedisch wenigstens Englisch gleich ge- stellt wird, damit ihr Universitätsinstitut auch die rechtliche Grundlage hat, schriftli- che Arbeiten sowohl in Englisch, als auch in Schwedisch zu verfassen. Das ist aber noch nicht der Fall. In der praktischen Arbeit muss sie einen Weg finden, die feh- lende Terminologie in den schwedischen Text einzubetten.

OT 12 / 00:41 / Tiselius / Übersetzung

Ich kann Ihnen da ein Beispiel aus der Zweisprachigkeitsforschung geben. Hier geht es um input und output. Input ist das was wir Menschen hören, und output was wir sprechen. Aber wie soll ich das auf Schwedisch nennen? Inströmung und Aus- strömung vielleicht, oder Zuhörung und Produktion? Oder soll ich input und output unter Anführungszeichen setzen? Das ist eine schwierige Frage, und wir müssen uns viel mehr bemühen, eine schwedische Terminologie nicht nur zu erhalten, son- dern auch aufzubauen.

OT 13 / 01:21 / Tiselius / Übersetzung

Man kann ja auch nur in seiner Muttersprache wirklich philosophisch sein, nur in seiner Muttersprache kann man wirklich große und schwierige Fragen diskutieren. Die schwedischen Forscher sollen ruhig international auf englisch wetteifern und

6

sich austauschen, aber sie sollen auch den selben Eifer aufwenden, die schwedi- sche Terminologie zu verwenden und zu entwickeln – man kann ja nicht sagen, ach ich habe ja all meine Forschung auf Englisch gemacht, und deswegen werde ich nur Englisch verwenden. – Ich will ja nicht nur mit Leuten im Ausland über meine Forschung reden, sondern auch mit meinen Schülern, oder mit jemandem, den ich zufällig auf der Straße treffen, und erkläre, was ich beruflich mache. Und das kann man nicht machen, wenn man komische Begriffe wie input und output verwendet, oder vielleicht noch schlimmere Begriffe… [lacht].

OT 14 / 00:18 De Cilia

Ich denke, dass Englisch zentrale Rolle hat in der internationalen Kommunikation als Ver- kehrssprache, als Publikationssprache, es ist wichtig, den Studierenden und lehrenden Forschern dementsprechend gute Kompetenzen zur Verfügung zu stellen, …

Der Sprachwissenschaftler Rudolf De Zilliar, Universität Wien. OT 15 / 00:32 De Cilia

… darüber sollte man nicht diskutieren müssen, das ist klar, aber trotzdem ist es wichtig, Nationalsprachen, die ja hochentwickelt sind, deren Entwicklung Jahrhunderte lang ge- dauert hat, die in der deutschen Aufklärung begonnen als funktionsfähige Wissenschafts- sprache, praktiziert und gefördert worden. Eine Politik der Mehrsprachigkeit halte ich für wichtig und nicht die der Einsprachigkeit.

Es ist meist nicht bloß der Wille, der eine nationale Sprache weg vom Wissen- schaftsbetrieb driften lässt. Die Pflege der nationalsprachlichen Terminologie braucht vor allem Zeit und Geld, und natürlich einen sprachenpolitischen Rahmen. In Österreich ist die Wahl der Sprache den Universitäten selbst überlassen. Die Kosten der Mehrsprachigkeit werden dabei oft als Belastung gesehen, und de facto bleiben auf den Internetseiten der Institute Englisch oder Deutsch – die eine oder andere Sprache oft unberücksichtigt. Die Sprache als notwendiges Übel?

OT 16 / 01:13 / De Cillia

Das ist das Argument das häufig gebracht wird, das ökonomistische Argument, die Kosten der Mehrsprachigkeit. Es gibt Leute, die drehen das um: die sagen, die Kosten der Ein- sprachigkeit , die Einsprachigkeit ist teurer. Die Einsprachigkeit hat wenn man so will dann soziale Kosten. Kosten sind ja nicht nur ökonomische Kosten. Wenn man generell gese- hen einsprachige Politik macht, riskiert man soziale Konflikte. Roland Bart sagte, einem Menschen seine Sprache nehmen, alle legalen Morde beginnen da, und natürlich wehren sich die Menschen, dass man Sprache nimmt. —- Das könnten sozialen Kosten im Wissenschaftsbereich sein. Die Entwicklung der Wissenschaftssprachen im Mittel- alter hat zu Beginn der Neuzeit, 16. Jahrhundert aufwärts mit der Demotisierung der

7

Wissenschaft, mit der Demokratisierung der zunehmenden Entwicklung der einzel- nen Wissenschaftssprachen dazu geführt, dass das Wissen immer mehr allen Be- völkerungssprachen zur Verfügung gestellt werden konnte. Das Mittelalter war ja letztlich eine dogmatische Form der Wissenschaft, wo die Dogmatik über die Jahr- hunderte fortgeschrieben hat, was richtig und was falsch ist.

Nicht zufällig haben diese neuen Wissenschaftssprachen, die in allen europäischen großen Ländern starteten, das Englische, das Französische, das Spanische, dazu geführt, dass die Wissenschaft demokratisch wurde.

OT 17 / 00:37 / De Cillia

Ein wissenschaftlicher Unitarismus, so schätzen das Kolleginnen und Kollegen ein, wenn man nur in einer Sprache forscht und kommuniziert, auch im deutschsprachigen Raum nur noch auf Englisch kommuniziert, was in bestimmten Bereichen jetzt schon der Fall ist, dass man wieder zu einer Entdemokratisierung der Wissenschaft kommt, dass zum Bei- spiel die Medizin immer weniger in der Lage ist, auch der breiten Bevölkerung zu kommu- nizieren, was da passiert, was die Forschungsergebnisse sind, wie Therapien durchzufüh- ren sind oder durchgeführt werden.

Der FWF, der Wissenschaftsfond ist Österreichs größter Geldgeber für For- schungsprojekte. Der Fonds bemüht sich in seinen Eingabeformularen ausdrück- lich um Zweisprachigkeit – die Projektbeschreibungen selbst sind allerdings nur noch auf Englisch einzureichen – auch in den Geisteswissenschaften. Die Antrags- sprache Englisch ist eine autonome Entscheidung des FWF und hat vor allem den Grund, dass Gutachten über die Förderungswürdigkeit der Projekte ausschließlich im Ausland eingeholt werden. Hier werden gewinnen zunehmend auch die sprach- lich weiter entfernten EU Länder und Asien von Bedeutung. Einzig für Germanisten gibt es Ausnahmen erzählt die germanistische Mittelalterforscherin Karin Kranich.

OT 18 / 00:28 / Kranich

Es gibt aber auch Kooperationen, wo auch technische Fächer mit geisteswissen- schaftlichen Fächern kooperieren, es gibt Programme, die grundsätzlich überhaupt Englisch strukturiert sind, dort ist es schon so, dass man zum Projektantrag eine englische Version dazugeben muss, manchmal auch englischsprachiges Hearing gemacht wird. Dazu müssen wir uns in irgendeiner Form aufraffen.

Die englischsprachige Weiterbildung erfolgt dabei im eigenen Interesse, sagt Karin Kranich.

OT 19 / 00:29 / Kranich

8

Da muss man sagen, es gibt an den österreichischen Unis, in Graz ist das ziemlich gut ausgebildet, ein hausinternes Weiterbildungsprogramm, da gibt es einen Kurs der Standard ist, den besucht man immer wieder. Da gibt es einen Kurs, der Stan- dard ist, English for Academic Purposes, den besucht man immer wieder oder auch English conversation in Academical teaching, oder derartiges, das ist in einem ge- wissen grad auch Selbstschutz, weil man dort Ängste abbaut, nicht kommunizieren zu können.

Was ist der Unterschied zwischen ‘Sein’ und ‘Dasein’ bei Heidegger? Den Un- terschied zwischen ‘Sein’ und ‘Dasein’ kann man noch relativ leicht auf eng- lisch erklären, bei ‘Sein’ und ‘Seiendes’ wird es dann schwieriger,

recht mit der „Seiendheit des Seins!“. – Der Franz Pöchhacker kennt die Tücken der Übersetzungen, selbst bei einfacheren Themen. Für ihn ist Sprache kein notwendiges Übel, sondern eine Faszination, die sich manchmal besonders erst zeigt, wenn von einer Sprache in die andere übersetzt wird.

OT 20 / 1:20 / Pöchhacker

Von der Motorentechnik bis zu den Kunststoffen bis zu politischen Überlegungen findet man überall Beispiele für schlechtes Englisch, so nach dem Motto der Äußerung die einem deutschen Bundeskanzler einmal zugeschrieben wurde, als er sich kurz fas- sen wollte und auf Englisch referierte und eingangs sagte: Ladies and Gentlemen, let me be short and pregnant. Aber es gibt vor allem durch sehr extreme Akzente im englischen aus neuerer Zeit Beispiele, wo dann auch die Dolmetscher drüberstolpern. Das sind dann Fälle wo die internationale Sprache Englisch für die Wissenschaft zu Verständ- nisschwierigkeiten führt, weil die Kollegen das stark akzentuierte koreanische oder italieni- sche Englisch nicht gut verstehen oder weil auch mitunter die Dolmetscher drüberstolpern können. Der Kollege hat mir vor ein paar Wochen gesagt, dass er den Ausdruck „stud- eyes“ offenbar als etwas mit Augen verbundenes rezipiert hat, und nicht wusste, was er mit diesem stud-eyes tun sollte, bis er dann draufkam, dass das eine sehr schlechte Aus- sprache des englischen Wortes studies war. Da kanns dann sicher beim Dolmetschen zu Reibungsverlusten kommen.

Englisch ist zur Lingua Franca der Wissenschaften geworden. Zur Verkehrs- sprache, deren Niveau, bei denen, die sie verwenden, aber gar nicht an das hohe Sprachniveau von Muttersprachlern heranreichen müsste. „Gutes“ Eng- lisch gibt es aber eigentlich es nicht unter jenen, die Englisch als Verkehrs- sprache benützen – es ist eine Frage der „Angebrachtheit“. Diese unter Ang- listen nicht unumstrittene Sicht vertritt die Anglistin und Lingua Frank For- scherin Barbara Seidlhofer.

OT 21 / 00:25 Seidlhofer Lingua Franka

und erst

9

Dolmetschwissenschaftler

Es ist immer die Frage für welchen Zweck, welche Funktion erfüllt die Sprache, und nicht den Formen nach, gut oder perfekt. Natürlich kann man sagen, Queen English oder Hipp Hopp English sind echt, das sind Sprachformen, die von Native Speakern gesprochen werden. Gleichzeitig wenn ich mit Queens English oder mit Hipp Hopp English auf eine Mathematikerkonferenz sein, werde ich völlig fehl am Platz sein.

Bad Simple English – nennen Spötter die schlechte Qualität der international gesprochenen Englischs nennen – und dieses schlechte English wird trotz jahrelangen Sprachenlernens auch noch mittelmäßig ausgesprochen. Auch sei nicht grundsätzlich ein Problem.

OT 22 / 00:42 / Seidlhofer

Vokale, die etwa in der Perzeption sehr hervorstechen, weil Sie gerade gesagt haben Bad Simple English, wenn das ein Österreicher gesagt hat, sagt er Bad Simple English statt einem offenen A Laut spricht er es mit einem E Laut aus, und statt English sagt er INglish. Das macht abe rin der internationalen Verständigung keine Schwierigkeiten. Aber wenn ich meine Konsonanten nicht aussprchen kann, außer dem TH, und zum Beispiel wenig Unterschied mache zwischen einem pill und bill, dann wäre das eine Unterscheidung, die wichtig wäre, und auch die Apsiration von dem pill.

Für den englischsprachigen Unterricht an Schulen hätte eine Stärkere Berücksich- tigung von Englisch – nicht als Kultursprache, sondern als Lingua Franca – als Aus- tauschsprache – besondere Bedeutung, sagt Barbara Seidlhofer.

OT 23 / 00:42 / Seidlhofer Lingua Franka

Jetzt nicht in dem Sinn, das man schlechtes Englisch unterrichte, sondern dass ich in der beschränkten Unterrichtszeit ich Dinge unterrichte, die für die internationale Kommunikati- on wichtig sind. Das heißt ich werde mich dann nicht stundenlang hinstellen und meinen Schülern sagen, gibt die Zunge zwischen die Zähne und spuck ein bisschen und sag think, und gleichzeitig aber schauen, dass die Längen der Vokale, ob ich sage to be oder the bee sage, dass sie die Konsonanten richtig aussprechen, von denen man weiß, dass sie für die internationale Verständlichkeit wichtig sind.

SPRECHERIN

Sie hörten: Quantensprung – oder vielleicht besser Quantum jump?

OT 24 / 00:57 / De Cillia

10

Die Sprache als Instrument der wissenschaftlichen Aneignung der Realität außer- sprachlichen Realität, die unterschiedlich organisiert ist je nach Einzelsprache, das ist das zentrale Argument all jener die der Meinung sind, eine einzige Wissen- schaftssprache ist ein Verlust. Ich glaube das schon, wenn jemand nicht mehr in der seiner Muttersprache, Erstsprache, oder die Sprache, die man am besten be- herrscht, wenn man nicht mehr darin forschen kann, weil die nicht mehr als Wis- senschaftssprache funktioniert, dann ist man nicht mehr konkurrenzfähig mit de- nen, die das in ihrer Muttersprache tun. Und zwar was die wissenschaftliche Kreati- vität betrifft. Und ich glaube, das wissenschaftlich Forschung in Chemie, Physik, überall, ein eminent kreativer Prozess ist, und nicht einfach eine reine Terminolo- giefrage sozusagen.

SPRECHERIN

Eine Sendung zur Frage der Einsprachigkeit der Wissenschaft von Lothar Boding- bauer.

OT 25 / 00:16 / De Cillia

Man kann Wissenschaftssprache sicher nicht reduzieren auf Nomenklaturen, auf Termino- logien, die man von einer Sprache in die andere ganz einfach übersetzen kann. Dort, wo kreatives Forschen stattfindet, dort spielt die Sprache eine zentrale Rolle.

Sprecherin

Gesprochen haben ____________ und der Gestalter. Morgen in den Dimensionen…

DIE ABSAGE WIRD EIN BISSEL LÄNGER. ICH HABE SIE IM BÜRO. SIE KANN VON NINA STREHLEIN GESPROCHEN WERDEN…

18281 14:00
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Dimensionen
Tags:
Bad Simple English|Epistemologie|Forschung|Sprache|Vielsprachigkeit|Wissenschaft
Bild:
image image
Bild:
image-1 image-1
Bild:
image-2 image-2
Bild:
image-3 image-3
Bild:
image-4 image-4
Bild:
image-5 image-5
ID 85
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 01.06.2008
Taufliege
Taufliegen sind jene lästigen winzigen Fliegen, die sich in unseren Obstschüsseln tummeln. Eine davon ist Drosophila melanogaster, die als Modellorganismus der Entwicklungsgenetik große Berühmtheit erlangt hat und als eines der am besten erforschten Lebewesen gilt. Jährlich erscheinen mehr als 4.000 Publikationen über Drosophila, und dennoch gibt es Organe bei dieser Insektenart, die nahezu unerforscht sind. Auch nach 100 Jahren intensiver Forschungen lässt sich bei Drosophila noch immer wissens …
Mehr …
Österreich 1 · 01.06.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Taufliegen sind jene lästigen winzigen Fliegen, die sich in unseren Obstschüsseln tummeln. Eine davon ist Drosophila melanogaster, die als Modellorganismus der Entwicklungsgenetik große Berühmtheit erlangt hat und als eines der am besten erforschten Lebewesen gilt. Jährlich erscheinen mehr als 4.000 Publikationen über Drosophila, und dennoch gibt es Organe bei dieser Insektenart, die nahezu unerforscht sind. Auch nach 100 Jahren intensiver Forschungen lässt sich bei Drosophila noch immer wissenschaftliches Neuland beschreiten. Es spricht: Carlos Ribeiro, Genetiker im Labor Barry Dickson, IMP - Research Institute of Molecular Pathology (

Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich

1 ab 2. Juni 2008 )

Programmtext

Die Fruchtfliege (Taufliege) ist ein bedeutender Modellorganismus für Genetiker. An ihr kann unter verhältnismäßig einfachen Bedingungen erforscht werden, wie Gene dazu beitragen, komplexe Strukturen und Verhaltensmuster von Organismen auszubilden.

So unscheinbar diese Fliege ist, so spannend sind ihre Verhaltensweisen, was Partnerwahl und Essverhalten betrifft.

Am Wiener Institut für Molekulare Pathologie wurde eine "Fliegenbibliothek" eingerichtet, ein Zentrum für den weltweiten Versand von genetisch veränderten Fruchtfliegen.

Kontakt

Carlos Ribeiro, Genetiker im Labor Barry Dickson

IMP - Research Institute of Molecular Pathologie

Dr. Bohr-Gasse 7

1030 Wien

Teil 1: Ein historisches Umfeld

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Hinweis: Die einzelnen Teile stehen gesamt als

Physikalische Soiree 135

zum Hören zur Verfügung.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Biologie|Carlos Ribeiro|Drosophila melanogaster|IMP|Modellorganismus|Wissenschaft
OE1-Link:
Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20080602#137362/Vom-Leben-der-Natur
Link zur Sendungsseite
ID 84
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 31.05.2008
Meeresströmungen
Nicht nur für Seefahrer sind Meeresströmungen von großer Bedeutung, sondern auch für Fischfang und Landwirtschaft. Wasser in Bewegung bedeutet Energietransport - oft über weite Strecken. Kaum eine Meeresströmung ist etwa so berühmt wie der Golfstrom. Er transportiert große Mengen an Wärme nach Europa, von seiner Exitenz hängt Vieles in Europa ab. Längst sind nich alle Mechanismen geklärt, die für das Entstehung und die Aufrechterhaltung von Meeresströmngen von Bedeutung sind. Zu grobmaschig ist …
Mehr …
Österreich 1 · 31.05.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Nicht nur für Seefahrer sind Meeresströmungen von großer Bedeutung, sondern auch für Fischfang und Landwirtschaft. Wasser in Bewegung bedeutet Energietransport - oft über weite Strecken. Kaum eine Meeresströmung ist etwa so berühmt wie der Golfstrom. Er transportiert große Mengen an Wärme nach Europa, von seiner Exitenz hängt Vieles in Europa ab. Längst sind nich alle Mechanismen geklärt, die für das Entstehung und die Aufrechterhaltung von Meeresströmngen von Bedeutung sind. Zu grobmaschig ist das Netz der Beobachtungen, zu komplex die zugrundeliegenden dynamischen Vorgänge. Die Sendereihe erzählt über die physikalischen Aspekte von Meeresströmungen und ihre Bedeutung für die Kulturlandschaften der Erde.

(Ab 1. Juni 2008 – das genaue Datum der Ausstrahlung ist unklar)

Interviewpartner: Michael Hantel, Meteorologe (

Link zu Wikipedia

)

Meeresströmungen — Wassermassen in Bewegung

Der Meteorologe Michael Hantel über Meeresströmungen

Teil 1: Der Transport von Energie

Erde ist von 70% von Wasser bedeckt. Klimatisch ist der Ozean daher sehr wichtig. Meeresströmungen sind eine Komponente. Wasser fließt, Wellen, sie bewegen Wasser hin und her. Wellen sind keine Meeresströmungen.

Meeresströmungen sind das, was übrigbleibt, wenn man sich die Wellen wegdenkt. Die Variabilität muss man sich auch wegdenken. Gezeitenströmungen zum Beispiel. 7 m/s in Irland.

Oststrom: West nach Ost. Ostwind: Aus Osten. "Ein westwärtiger Strom" ist einfacher zu verstehen 0,1 m/s = 0,2 Knoten, 360 m/ Stunde.

Beispiele: Golfstrom, Kuroshio, Äquatorialströmung, Antarktischer Strom.

Messung: Meeresströmungen merkt man nicht am Schiff. Columbus nach Amerika: geografische Position „heute“ + Kurs. Auf der Karte. Er rechnet vor. Er ist aber wo anders. Die Differenz ist die Meeresströmung. Segelt 6 m/s, Golfstrom nach Norden 6 m/s. Er segelt daher nach NW - nicht auf die Antillen. Sondern Cape Caverast in Amerika.

Viele Geheimnisse. In welchen Bewegungsformen steckt die hauptsächliche Energie? In den kleinen Wirbeln im Golfstrom, die Golfstromwirbeln. Das sind ziemlich tiefgehende Drehbewegungen des Wasserkörpers, 1000m, nicht dauernd beobachtbar, das geht einem ständig durch die Lappen. Weil das aber für Wärme und Energietransport wichtig ist, sind da viele Fragezeichen.

Auch die Tiefenzirkulation ist nicht ständig beobachtbar.

Teil 2: Das Phänomen der Ekman Spirale

Wie setzt sich die Strömung an der Oberfläche nach unten hin fort? Beim Fischen wird zum Beispiel die Leine mitgenommen: Das Phänomen der „Ekman Spirale“.

Fridtjof Nansen versuchte den Nordpol zu erreichen. Bäume aus Sibirien wurden an der Küste von Grönland gefunden, Lerchen. Daraus schloss er, dass es am Nordpol kein Land gibt. Das Schiff „Fram“ fror im Eis fest. 1893–1896. Nansen beobachtete Wind aus Osten. Das Eis wurde nicht nach Westen geführt, sondern nach Nordwesten. Wind aus Westen, Eis nicht nach Osten, sondern Südosten. Eis wurde um 45° nach rechts abgelenkt. Drift.

Nansen erzählte das in Bergen seinen Studenten. Ekman machte eine Theorie und löste das Problem in einer Nacht. Die Drehung kommt durch die Erdrotation zustande. Ostwind. Durch Reibung möchte er Reibung nach Westen mitnehmen. Warum nimmt er das mit? Wie ein Jugendlicher auf dem Surfbrett, er rennt hin, springt drauf, bei diesem Sprung gibt er seinen Impuls an das Surfbrett weiter. Jugendlicher ist der Wind, Surfbrett das Wasser. Weil sich Erde dreht, wird diese Strömung nach rechts abgelenkt. Kraft, die nach rechts geht, und die Kraft nach vorne, das sind 45 Grad. Nach unten immer weiter. Die obere Wasserschicht wirkt auf die untere. Noch weiter nach Norden, die noch weiteren Schichten fließen nach Norden und noch tiefer nach Osten zurück. Von oben alle verbundene Strömungsvektoren: eine Spirale, die sich auf ein Schwänzchen zusammenzieht. In den hohen Breiten. Am Äquator: Null. Das ist die Ekman Spirale. Das erklärt auch Eisdrift an der Oberfläche, auch Strömungsmessung von Nansen durch das 3 m dicke Polareis, Strömungsmessung in der Tiefe.

Link: Die Korkenzieherströmung, auch Ekman-Spirale – https://de.wikipedia.org/wiki/Korkenzieherströmung

Teil 3: Das Zusammenwirken von Kräften

Die Menschheit hat immer Seefahrt betrieben. Äquatorialströme: Pazifik und Atlantik, Wasser von Osten nach Westen, über 20.000 Kilometer. Durch den Passat getrieben, durch Wind. Dieser Windantrieb ist ein Transport von Impuls. Das heißt, dass der Wind einen horizontalen Impuls hat, wenn er weht. Und dass er den jetzt auf das Wasser überträgt. Dadurch entsteht die Wasserströmung in Windrichtung. Das ist die eine Kraft, die wirkt. Die andere Kraft ist die Schiefstellung der Meeresoberfläche. Wasser steht waagrecht, aber es sind ständig Kräfte da (der Wind etwa), die im Wasser Höhenunterschiede produzieren, kleine Berge und Täler. Wenn die Meeresoberfläche nicht exakt gerade ist, sondern an einer Stelle einen Berg bildet und einer anderen Stelle ein Tal, dann muss das Wasser vom Berg zum Tal fließen. Weil im Wasser Hochdruck herrscht. Das Wasser versucht vom Berg zum Tal zu fließen.

Man nennt diese Kraft, die das Wasser treibt, die Druckgradientkraft. Wir haben also Wind, Druckgradientkraft, und die dritte Kraft, die genauso wichtig ist, ist die ablenkende Kraft der Erdrotation. Das ist eine ganz unanschauliche Geschichte.

Da stellen Sie sich vor: wer hat schon mal den Film „Takshis Castle“ gesehen? Folgende Situation: die jugendlichen Wettbewerbsteilnehmer müssen über ein langes Brett gehen, ungefähr 10 m lang. Das Brett führt über ein Wasserbecken, in das darf man nicht fallen. Der Witz ist nun, dass sich das Brett in 1 Minute um sich selbst dreht. Man kann vom Rand an einer Stelle auf das Brett hinaufkommen. Und dann kommt man über Wasser und nach einer halben Umdrehung kommt das Ende vom Brett an dieser Stelle wieder vorbei. In der Zwischenzeit muss man über das Brett gegangen sein, dann kann man wieder ausseigen. Wenn man das nicht weiß, ist das zum Totlachen. Man muss die Jugendlichen sehen, die über das Brett laufen und von einer mächtigen Kraft abgelenkt ins Wasser fallen. Es schaffen es nur ganz wenige. Und diese Ablenkung heißt Corioliskraft. Man muss den Corioliseffekt wissen. Wenn man ihn weiß, kann man ihn berücksichtigen, dann braucht man sich nur vorher gegen die Kraft zu stemmen.

Zurück zur Meeresströmung: dieser Prozess des Ausgleichs zwischen der der Schrägstellung der Wasseroberfläche, das ist ganz wenig, 1 m pro Tausend km. Das sehen Sie gar nicht. Das ist die eine Kraft, und die andere Kraft ist die Corioliskraft, und die ist auch sehr schwach, die kennt man normalerweise nicht. und der Takashi-Castle-Spieler, der sieht die nur, weil er sich in einer ganz abnormen Situation befindet. Aber das Wasser, das Tag und Nacht der Erddrehung ausgesetzt ist, und diesen schwachen Kräften ausgesetzt ist, merkt die Corioliskraft, die Schiefstellung der Oberfläche, und bewegt sich unter diesen beiden Kräften. Und diese verschiedenen Kräfte wirken zusammen. Das nennt man das „Geostrophische Gleichgewicht“.

Ein Beispiel ist der Nordäquatorialstrom. Er fließt von Ost nach West, und wenn Sie sich die Karte ansehen, dann sehen Sie, dass die Wasseroberfläche im Atlantik und im Pazifischen Ozean ganz leicht nach Süden hin ansteigt. Dieser Ausgleich ist der ganz wichtige Ausgleich der Meeresströmung, dass die Balance der Meeresströmung im freien Weltmeer.

Ein anderes Beispiel ist der antarktische Wasserring. Das ist ein Strom, der um die Antarktis von West nach Osten permanent herumläuft. Das ist das Reich des Albatros, und in dieser Gegend haben wir eine Strömung, die sonst im ganzen Weltmeer in dieser Stärke nicht erreicht wird. Da passiert das Entsprechende. Auf der Südhalbkugel steigt der Wasserspiegel zu Antarktika hin an.

Der Golfstrom hat, der Kuroshio hat das, der Nordäquatorialstrom hat das. Und dieses Gleichgewicht sorgt dafür, dass Strömungen über 1000e km in eine Richtung fließen können.

Teil 4: Die Bedeutung des Golfstroms

Man muss mal im Golfstrom getaucht haben. Man muss gesehen haben, wenn die Wellen durchfließen und wenn die goldenen Schwärme von Fischen zu 1000en, kleine 10 cm lange Fische, 1000 Fische unter der Wasseroberfläche stehen, dann in der Welle gleichmäßig mit rauf und runtergehen. Und wenn die Sonne reinscheint und man wieder auftaucht, muss man das fast UV-blaue Licht auf der Wasseroberfläche gesehen haben. Man kann UV-Licht nicht sehen, aber wenn man dieses tiefe Blau sieht, denkt man, dass man UV sehen kann.

Der Golfstrom ist bedeutend auf ganz vielen Gründen. Einer davon ist, dass er riesige Mengen von Wärme aus der Golfregion in die Polargebiete transportiert. Ein anderer ist, dass er das Gebiet der stärksten Sturmtätigkeit in der Atmosphäre markiert. Das hängt damit zusammen, dass durch die Wärme am Golfstrom ein sehr starker Vertikalaustausch von Wärme und Feuchte zwischen Ozean und Atmosphäre passiert. Er ist also energetisch äußerst wichtig, nicht nur der Golfstrom, sondern der Curoshio im pazifischen Ozean genauso.

Was ist das Besondere am Golfstrom? Im Passatgebiet herrscht Hochdruck in der Atmosphäre. In den Subtropen, bis in die Tropen hinein, herrscht über dem Weltmeer, dem Atlantik und auch über dem Pazifik ein Windsystem, das von Nordosten her weht. Das ist der NO-Passt. Er weht von NO nach Südwest. Er ist sehr beständig, er treibt die Seefahrer auf ihren Weltumsegelungen von Europa nach Amerika. So ist Columbus nach Amerika gesegelt, im NO-Passat. Auf der Südbhalbkugel ist es der SO-Passat. Er weht auch nach O aber mit einer Komponente von S nach N. Die Passate treffen sich am Äquator und treiben das äquatoriale und das subtropische Strömungssystem am Ozean. Jetzt haben wir gleichzeitig nicht nur Winde dort, sondern auch Druck. Das Passatgebiet über dem subtropischen Ozean herrscht relativer Hochdruck in der Atmosphäre. Das Besondere ist, dass sich im Hochdruckgebiet die Luft entgegen der Erdrotation dreht, das nennt das „antizyklonal“. Das ist mit dem Linkswalzer vergleichbar. Die Erdrotation ist ein Rechtswalzer, die Antizyklonalrotation ist ein Linkswasser. Diese Linkswasserdrehung der Luft wird auf das Wasser übertragen. Das heißt, das Wasser bekommt Linkswalzerdrehung mit. Gleichzeitig führt der NO-Passat aber dazu, dass das Ozeanische Oberflächenwasser als Ganzes nach Süden fließt, nach Südwesten. Vor der amerikanischen Küste muss es wieder nach Norden zurück, sonst würde der Atlantik nach Süden leerlaufen. Wenn der Strom an der Westseite nach Norden zurückfließt, konzentriert er sich auf einen schmalen Küstenstreifen. Er ist nicht viel breiter als 100 km, vergleichen mit dem etwa 5000 km breiten Atlantik. Durch diesen schmalen Streifen muss das Wasser wieder nach Norden zurück, das heißt, das Wasser muss 50-mal so schnell sein im nordwärtigen Teil wie im südwärtigen Teil, um den Ausgleich zu machen. Im Golfstrom herrscht ungefähr 5 m/s, das sind ungefähr 18 Stundenkilometer. 20 km/h.

Das Beständigste am Golfstrom ist seine ständige Veränderlichkeit. Er ist hochvariabel, er bildet Ringe, er fluktuier, er mäandriert. Und er ist jedes Jahr anders. Das ist das Normale. Jetzt hört man, der Golfstrom bricht zusammen. Das stimmt nicht. Ja, er bricht immer wieder zusammen und dann bildet er sich immer wieder neu. Er muss sich immer wieder neu bilden, der Mechanismus des Golfstroms ist so stark. Wenn die atmosphärische Zirkulation auch weiterhin die Aufgabe hat, das globale Windsystem aufrechtzuerhalten und dabei den Wärmetransport und den Drehimpulstransport und den Wassertransport in die hohen Breiten zu bewerkstelligen, dann muss das atlantische und das pazifische Stromsystem so funktionieren, dass dort immer dieser Linkswalzerimpuls aus der Atmosphäre in den Ozean hineingeht und dann ist der Golfstrommechanismus immer aktiv.

Das heißt, der Golfstrom kann nicht zusammenbrechen. Der Golfstrom wird sozusagen, wenn er mal schwächer geworden ist, ständig neu gebildet.

Teil 5: Die Kälte der Tiefsee

Als die Amerikaner in den 50er Jahren das Problem des radioaktiven Abfalls hatten, kamen sie auf die Idee, das am Meeresboden abzulagern. Da wurden Experten befragt, ob das gefährlich sei, weil man eigentlich der Meinung war, dass es in der Tiefsee überhaupt keine nennenswerten Stromgeschwindigkeiten mehr geben könnte. Und ich weiß, dass mein Lehrer Georg Wüst damals gewarnt hat und Stromgeschwindigkeiten in der Gegend von 10 cm pro Sekunde, das ist also eine ziemliche Schneckengeschwindigkeit, das sind so kleine Geschwindigkeiten, dass man die normalerweise nur dadurch messen kann, dass man dort Unterseeboote hinschickt. Die würde aber reichen, um radioaktiven Abfall, den man dort ablagert, im Laufe der Zeit dort wegzutragen. Daraufhin wurde dieses Projekt abgeblasen, und ich weiß noch, mit welchem Stolz Wüst die ersten direkten Strommessungen und Fotografieren von dem Meeresboden zeigte. Da gibt es nämlich Rippeln, die bilden sich erst bei mindestens 10 cm Stromgeschwindigkeit. Das war der Beweis, dass es am Meeresboden Wasserbewegungen gibt. Auf diese Weise ist verhindert worden, dass radioaktiver Abfall am Meeresboden abgelagert worden ist.

Diese Strömungsgeschwindigkeiten in der Tiefsee: Es fließt vor allem das kalte Wasser unten zum Äquator hin. Woher kommt dieses kalte Wasser? Warum ist der Ozean unten überhaupt kalt. Das Innere des Meeres ist doch warm?

An der Oberfläche ist das tropische Wasser warm. Aber das Tiefenwasser ist kalt, ungefähr 4 Grad, 3 Grad, 1 Grad. Ganz kalt. Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Und es ist dadurch so, dass das kalte Wasser ständig durch arktisches und antarktisches eiskaltes Wasser gespeist wird. Das passiert auf der Nordhalbkugel, das in einem ganz schmalen Bereich durch die sogenannte Konvektion vor Labrador. In der Labradorsee befinden sich Areale, die sind im freien Ozean zum Teil nur 50 oder weniger km im Durchmesser, da ist das Wasser so kalt, durch Kälteausbrüche aus Kanada und der inneren Arktis, vor allem im Winter, da haben wir dort in der Luft Temperaturen von –20 Grad und weniger. Das Wasser wird abgekühlt und stürzt, weil es kalt ist, und damit schwer, an dieser Stelle im Ozean in die Tiefe und fällt auf 1000, 2000 Meter ab. Das ist eine Art kalter Wasserfall nach unten. Der jetzt am Meeresboden ankommt und sich dort in einem schmalen Strom entlang Amerika südwärts ausbreitet. Das fließt jetzt in Richtung zum Äquator und speist das gesamte ozeanische Tiefenwasser im Atlantik. Dieses kalte Wasser breitet sich nun dann aus, zum Äquator hin aus und wird dort wieder zurückgeführt und das gesamte ozeanische Stromsystem, das im Atlantik entwickelt ist, das im Pazifik entwickelt ist, im Indischen Ozean entwickelt, und das durch den entsprechenden Prozess vor Antarktika, wo es ebenfalls solche Konvektionszellen gibt, die kaltes Wasser nach unten führen und äquatorwärts führen, dieses gesamte ozeanische Stromsystem bezeichnet man als ein Förderbandsystem, die englische Fachbezeichnung ist „Conveyer Belt“.

Da geht es zu wie in einem Netzwerk, auf der Autobahn, einer Mischung aus hektischer Schnellbewegung und ganz ruhiger Bewegung dazwischen. Das Interessante ist, dass diese Tiefenzirkulation eigentlich im Wesentlich auf der deutsch-österreichischen Atlantik-Expedition mit dem Forschungsschiff und Vermessungsschiff Meteor 1925–1927 entdeckt wurde. Und das Verrückte ist, dass eben das Wasser nicht, wie man denken sollte, sich völlig gleichmäßig organisiert, sondern sich in starken Strömungen konzentriert. Und die Kräfte, die das bewirken sind immerfort am Werke. Wenn ein solcher Storm sich mal gebildet hat, bildet er sich immer wieder, auch wenn er mal zusammenbricht.

Filename: radio084_meeresstroemungen_1 Teil 1

Filename: radio084_meeresstroemungen_1

Filename: radio084_meeresstroemungen_2 Teil 2

Filename: radio084_meeresstroemungen_2

Filename: radio084_meeresstroemungen_3 Teil 3

Filename: radio084_meeresstroemungen_3

Filename: radio084_meeresstroemungen_4 Teil 4

Filename: radio084_meeresstroemungen_4

Filename: radio084_meeresstroemungen_5 Teil 5

Filename: radio084_meeresstroemungen_5
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Meeresströmung|Michael Hantel|Wissenschaft
ID 83
ORF > Österreich 1 > Ambiente|Radioproduktion > Deutschlandfunk > Sonntagsspaziergang | 27.04.2008
Reise ins Pielachtal
Das obere Pielachtal im niederösterreichischen Mostviertel ist eine alte landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft. Heute ergeben sich mit der Wiederentdeckung des Dirndl-Strauchs und seiner roten Früchte Verbindungen zu Kräuterpädagogik und sanfter Naturvermittlung – zu modernen Ideen für nachhaltigen Tourismus. Eine Reise entlang der Mariazellerbahn.
Mehr …
Österreich 1 · 27.04.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das obere Pielachtal im niederösterreichischen Mostviertel ist eine alte landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft. Heute ergeben sich mit der Wiederentdeckung des Dirndl-Strauchs und seiner roten Früchte Verbindungen zu Kräuterpädagogik und sanfter Naturvermittlung – zu modernen Ideen für nachhaltigen Tourismus. Eine Reise entlang der Mariazellerbahn.

Dirndl – Stauden – hohe Wiesen

Moderne Ideen für nachhaltigen Tourismus

Die Pielach ist ein von menschlichen Zwangsmaßnahmen weitgehend unberührter Voralpenfluss gelieben, der nahe dem Ötscher entspringt und am Fuße des Stifts Melk in die Donau mündet. Die Entwicklung an ihren Ufern setzte erst im 11. Jahrhundert mit der Ankunft der ersten Siedler ein. Sie wurden von Adeligen angeführt, die ihre Grundherren waren und für ihren Schutz sorgten. Mit ihnen kamen auch die Geistlichen, die ihre Lehrmeister waren, beim Hausbau und bei der Herstellung von Geräten.

Das Voralpenland war einmal eine geschlossene Waldlandschaft bis hinauf zur Waldgrenze. An den Auwaldstreifen der Pielach schloss Mischwald an, die Hänge hinauf und in den höheren Lagen vorwiegend Fichten.

Heute stellt sich die Landschaft an den Hängen den Menschen als Kulturlandschaft dar: Hübsch gelegene hohe Wiesen, durchzogen von Hecken, Rändern, Säumen, Stauden und ganz oben, als so genannte Solitärbäume, einsam und pittoresk einzelne Eichenbäume, die sich das Wasser aus der Tiefe holen können.

Darunter dann Streuobstbäume für den Mostgewinn: Birnen und Äpfel, dort, wo es schon wärmer ist, und nicht so exponiert. In den Hecken dazwischen befinden sich auf kleinem Raum Wildrosen, Hagebuttenstauden, Ahorn, Schlehen, Weißdorn, Haselnüsse, Dirndl-Stauden, Heinbuchen, Eschen – das alles auf 20 Meter.

Blühende Obstbäume

Die Hecken teilen die Landschaft, sie sind natürliche Grenzen für Besitzungen und das Vieh. Ein Windschutz sind sie und ein Eldorado für alles was bunt oder auch versteckt ist, für alles, was auch kreucht und fleucht und zwitschert. Der Eingriff von Menschen ist dabei durchaus notwendig. Diese Hecken sind nur dann Hecken, wenn sie gepflegt werden. Aber eine Hecke ist wohl kein richtiger Tourismusmagnet.

Die neue alte Dirndl-Staude mit ihren roten Früchten.

Die bunte Dirndl-Staude könnte in Zukunft jedoch vermehrt eine touristische Anziehungskraft ausüben. Sie soll das Pielachtal nach außen hin vertreten. Die Dirndlstaude wird auch “Gelber Hartriegel” oder auch “Cornus Mas”, oder “Kornelkirsche” genannt, oder auch “Fürwitzl”, weil sie die erste Pflanze ist, die im Jahr blüht. Die Dirndl-Staude besitzt alles, was ein Markenzeichen braucht: ein mit ihren frühen Blüten und den roten Früchten freundliches Aussehen, eine reiche Tradition als Kulturpflanze schon seit der Steinzeit und auch und vor allem wertvolle Inhaltsstoffe.

“Es ist ein Unterschied, ob ich einen Heiltee trinke und mir der Tee nicht schmeckt, oder ob ich ein schmackhaftes Essen herstellen kann, das die Wirkstoffe hat, und trotzdem gut schmeckt”, Fritz Pittner, Biochemiker.

Der Steinschalerhof in der Nähe von Kirchberg im Pielachtal hat sich mit seinem Besitzer Johann Weiß in den letzten Jahren einen besonderen Ruf durch seine “grüne Küche” erarbeitet. In Kochkursen wird das Wissen um das Kochen mit Wildkräutern an die Gäste weiter gegeben. Lohn der Bemühungen um diese so genannte “Kräuterpädagogik” ist die “Grüne Haube”, die das Hotel aufweisen kann.

Nachhaltigkeit und sanfter Tourismus stehen in der Entwicklung des Pielachtals an vorderster Stelle. Die Ruhe der Kulturlandschaft lädt ein, sie unaufgeregt zu durchwandern, zum Beispiel auf dem Kardinal-König-Weg, der zu Ehren des Kardinals geplant und beschildert wurde. Er ist im Pielachtal geboren wurde und ging hier zur Schule. Dem Auge wird das ruhige Betrachten leicht gemacht, so abwechslungsreich und doch vertraut wirkt die Gegend auf den Besucher.

Voriges Jahr hat das Pielachtal den europäischen “Eden-Award” bekommen, als eine der zehn touristisch aufstrebendsten ländlichen Regionen Europas, als Tal an der Schwelle von einem No-Name-Gebiet zu einem bekannten touristischen Ausflugsziel.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ambiente|Radioproduktion>Deutschlandfunk>Sonntagsspaziergang
Tags:
Niederösterreich|Pielachtal|Reisen
ID 82
Radioproduktion | 06.04.2008
Aerosolphysik
Aerosole sind kleinste Teilchen in der Luft, die durch ihre geringe Größe schweben: Rauch, Wasserdampf, Salz aus dem Meer, Pollenkörner, Staub. Für das Klima sind Aerosole von großer Bedeutung, da sie für die Wolkenbildung verantwortlich sind. Kleine Veränderungen bei den Spurengasen in der Atmosphäre können große Veränderungen dieser Nanopartikel und Wolkenkondensationskerne nach sich ziehen und damit zu starken Veränderungen der Wolkenbildung führen. Das wiederum hat einen wesentlichen klimato …
Mehr …
06.04.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Aerosole sind kleinste Teilchen in der Luft, die durch ihre geringe Größe schweben: Rauch, Wasserdampf, Salz aus dem Meer, Pollenkörner, Staub. Für das Klima sind Aerosole von großer Bedeutung, da sie für die Wolkenbildung verantwortlich sind. Kleine Veränderungen bei den Spurengasen in der Atmosphäre können große Veränderungen dieser Nanopartikel und Wolkenkondensationskerne nach sich ziehen und damit zu starken Veränderungen der Wolkenbildung führen. Das wiederum hat einen wesentlichen klimatologischen Einfluss, da die Wolkenbedeckung eine wesentliche Größe ist, die die Strahlungsbilanz der Erde beeinflusst. Aerosole sind auch für die Farbphänomene des Himmels verantwortlich, da sie das Sonnenlicht streuen. Im Bereich der Medizin ist das Wissen über Aerosole bedeutsam, wenn etwa Medikamente über die Atemwege aufgenommen werden sollen, oder aber auch wenn gesundheitsschädliche Teilchen auf Grund ihrer Größe von Lebewesen nicht aus der Atemluft gefiltert werden können.
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion
Tags:
Aerosol|Wissenschaft
ID 81
Sternwarten in Wien
ORF > Österreich 1 > Ambiente|Radioproduktion > Deutschlandfunk > Sonntagsspaziergang | 26.01.2008
Sternwarten in Wien
Selten heben Menschen in den Städten ihre Augen höher als zu den höchsten Häuser. Wer aber als Stadtbesucher auch einmal zum Himmel sehen mag, kann dies in Wien an drei immer noch aktiven Sternwarten tun: in der Kuffner-Sternwarte, der Universitätssternwarte und in der Urania. Diese Sternwarten mit reicher Geschichte sind idyllisch in Parks gelegen, am Donaukanal, und bieten neben einem Blick zum Himmel - Lichtverschmutzung hin oder her - auch einen Blick zurück in eine Zeit, als astronomische B …
Mehr …
Österreich 1 · 26.01.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Selten heben Menschen in den Städten ihre Augen höher als zu den höchsten Häuser. Wer aber als Stadtbesucher auch einmal zum Himmel sehen mag, kann dies in Wien an drei immer noch aktiven Sternwarten tun: in der Kuffner-Sternwarte, der Universitätssternwarte und in der Urania. Diese Sternwarten mit reicher Geschichte sind idyllisch in Parks gelegen, am Donaukanal, und bieten neben einem Blick zum Himmel - Lichtverschmutzung hin oder her - auch einen Blick zurück in eine Zeit, als astronomische Beobachtungen noch mitten in den Lebensärumen der Menschen gemacht wurden. Es sprechen: Günther Wuchterl, Kuffnersternwarte: Thomas Posch, Universitätsternwarte; Maria Firneis, Universitättsternwarte; Hermann Mucke, Astronomische Gesellschaft Wien
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Ambiente|Radioproduktion>Deutschlandfunk>Sonntagsspaziergang
Tags:
Reisen|Sternwarten|Wien
ID 80
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 20.01.2008
Verwandlungskünstler Eis
Eis existiert in 18 verschiedenen Formen. Gut erforscht sind davon nur das klassische Eis und der uns wohlbekannte Schnee. Alle anderen Formen festen Wassers finden sich teils auf dem Meeresgrund, teils im Weltall, und zum Großteil nur in den Labors der Forscher. Es sind nämlich extreme Druck- und Temperaturbedingungen, die die beteiligten Wassermoleküle zu den exotischeren Eissorten anordnen lassen. Der Chemiker Thomas Loerting von der Universität Innsbruck spricht über das Eis und seine vielfä …
Mehr …
Österreich 1 · 20.01.2008 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Eis existiert in 18 verschiedenen Formen. Gut erforscht sind davon nur das klassische Eis und der uns wohlbekannte Schnee. Alle anderen Formen festen Wassers finden sich teils auf dem Meeresgrund, teils im Weltall, und zum Großteil nur in den Labors der Forscher. Es sind nämlich extreme Druck- und Temperaturbedingungen, die die beteiligten Wassermoleküle zu den exotischeren Eissorten anordnen lassen. Der Chemiker Thomas Loerting von der Universität Innsbruck spricht über das Eis und seine vielfältigen Formen.

Link: Teil 1 bis 5 in der

Physikalischen Soiree 131

Filename: phs131
WordPress-Kategorien:
Radioproduktion>Premium|Radioproduktion>ORF>Österreich 1>Vom Leben der Natur
Tags:
Eis|Physik|Thomas Loerting|Wasser|Wissenschaft