Ideen – Vom Leben der Natur

Lothar Bodingbauer, lothar.bodingbauer@orf.at, Tel. 0699 / 190 39 196

+ habe ich gekennzeichnet, die meine Favoriten sind.

+1. Unauffällige „Urmünder“: die Moostierchen

Wissenschaftlich: Dr. Björn Berning, Graz

Björn Berning, Bryozoenspezialist und Leiter der Geowissenschaftlichen Sammlung am Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz.

Der Tierstamm der Bryozoen (Moostierchen) wird, meist aufgrund ihrer geringen Größe, selbst von Biologen im Gelände häufig übersehen. Dabei bieten diese im Meer – wie im Süßwasser lebenden Kolonien, in denen die Einzeltiere sich durch Klonung vermehren, einen Einblick in eine gänzlich andere, faszinierende Welt.

Bericht OÖ W. Weissmair: Bericht OÖ

+2. „Die Gunst der Fuge“

Der Botaniker Michael Hohla spricht über Nischen und Ritzen auf Plätzen und Wegen. Ein Lebensraum für Pflanzen der sogenannten Trittgesellschaft.

(Ich bin gerade in der Gegend vom Botaniker Michael Hohla, der im neuen ÖKO L eine nette Geschichte gemacht hat, und den wir über den Unteren Inn hatten.)

Sie schmiegen sich an den Boden und nutzen jede Unebenheit. Geschickt bewohnen sie jede vom Menschen angebotene Ritze, Fuge oder Bruchstelle auf Plätzen und Wegen. Die Pflanzen der Trittgesellschaft begleiten uns auf Schritt und Tritt.

Teil 1: Verlierer in Siedlungen (Herbizide, Siedlungen)

Teil 2: Lebensraum Fuge (Wie schaut es dort aus)

Teil 3: Licht und Schatten (Günstige Bedingungen)

Teil 4: Besondere Einflüsse (Einschleppung von LKW und Eisenbahnwaggons)

Teil 5: Erfolgsgeschichten von Neophyten (Unzahl von Einwanderern)

3. „Die Donau in Wien“

500 Jahre Koexistenz. Vom wilden Gebirgsfluss zur Lebensader für die Großstadt.

Verena Winiwarter, Institut für Soziale Ökologie der AAU und am Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der BOKU

Link: IDW

Seit 2010 erforscht ein interdisziplinäres Team die Geschichte der Wiener Donau von 1500 bis 1890. Im Projekt ENVIEDAN werden die langfristigen Dynamiken und Effekte des Zusammenspiels zwischen Fluss und Mensch erfasst. Ergebnisse wurden nun mit einer Schwerpunktnummer im International Journal of Water History vorgestellt.

**** !!! ***

Alternativ perfekt passend: Ökosystem Donau, kommt gerade von einer Forschungsreise zurück bzw ist noch unterwegs: http://www.danubesurvey.org/about/patrick-leitner

+4. „Stachelige Wasserspeicher“

Kakteengärtnerei Haage

Der Kakteengärtner Ulrich Haage spricht über die Erforschung und Zucht von Kakteen.

(Seine Vorfahren haben an Expeditionen nach Südamerika teilgenommen, es gab damals eine Szene der Erforschung / der Sammler auf anderen Kontinenten)

  1. Expeditionen
  2. Strategien der Kakteen
  3. Büten
  4. Sukkulenten
  5. Zucht und Entwicklung

Ort: Erfurt, Deutschland

Link

5. „Der englische Garten“

Eventuell Birgit Fischer oder einen anderen Experten
Ingenieurkonsulentin für Landschaftsarchitektur

Link

Gärten haben eine Besonderheit in der Rolle Englands ein. Die Kolonien waren sehr bedeutend. Man wollte das Exotische in die Gärten zuhause holen. Im unterschied zu Rennaissance- oder Barockgärten.

Eventuell wäre auch eine Sendung über diese unterschiedlichen Garten-Arten interessant.

+6. „Erdbebenobservatorium“

Link

Roman Leonhardt, Geophysik an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien.

Das Conrad Observatorium auf dem Trafelberg dient der wissenschaftlichen Forschung für die geophysikalischen Bereiche der Seismologie und Gravimetrie.

Durch die Kombination seismischer, gravimetrischer und geomagnetischer Beobachtungen stellt das Conrad Observatorium bei Wien ein einzigartiges Laboratorium für nationale und internationale Forschungsvorhaben in Österreich dar.

7. „Vogelwarte Rybatschi“ auf der Kurischen Nehrung (russischer Teil) – die Wiege der Zugvogelforschung

Markus Schneider

Die Vogelwarte Rybatschi im russischen Teil der Kurischen Nehrung ist die älteste Vogelwarte der Welt. Markus Schneider, der 2012 diese traditionsreiche Forschungsstation besuchte und dort einen Vogelberingungskurs absolvierte, berichtet über Vergangenheit und Gegenwart der Nachfolgeeinrichtung der Vogelwarte Rossitten.

(Auch Konkrad Lorenz war dort)

Link

8. „Der Regenwurm“

Interviewpartnerin: Martina Höckner, Innsbruck

Umweltstress: Protein schützt Regenwürmer 03.05.2013

Innsbruck (UIBK) – Bis zu 2.000 Regenwürmer leben auf einem Quadratmeter Erde. Sie bauen organische Stoffe ab, lockern den Boden und durchmischen die Erde. Deshalb sind Regenwürmer auch von großer Bedeutung für das Ökosystem Boden. Soll die Bodenqualität untersucht werden, richten Forscher ihren Blick auch auf den Regenwurm. „Es gibt eine Reihe von Studien, die Eiweiße im Regenwurm analysieren, um die Belastung eines Bodens zu beurteilen“, sagt Dr. Martina Höckner vom Institut für Zoologie der Universität Innsbruck. „Eines dieser Proteine gehört zur Familie der Metallothioneine, die unter anderem Schwermetalle binden können.“ Es ist besonders dann häufig in den Zellen von Regenwürmern zu finden, wenn die Tiere Umweltstress ausgesetzt sind. Sie helfen den Würmern zum Beispiel dabei, giftige Schwermetalle wieder loszuwerden. „Wir wissen, dass unter anderem auch Regenwürmer dieses Protein für die Entgiftung verwenden“, sagt Höckner.

Zur Person

Martina Höckner, geboren 1979 in Innsbruck, studierte Biologie an der Universität Innsbruck. Ihre Doktorarbeit schrieb sie am Department für Medizinische Genetik, Molekulare und Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Nach der Promotion forschte sie mehrere Jahre am Institut für Zoologie in Innsbruck, bevor sie mit einem Schrödinger-Stipendium des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF für ein Jahr an das King’s College in London ging. Seit September 2012 ist Martina Höckner Universitätsassistentin an der Universität Innsbruck. Im Juli geht sie mit einem Fulbright-Stipendium für ein halbes Jahr an die California Polytechnic State University.

Quelle: Universität Innsbruck

+9. „Biomathematik“

Reinhard Bürger, Konrad Lorenz Institut

(Sehr spannend!)

Spieltheorie, Verteilung, Wahrscheinlichkeiten, Räuber-Beute-Beziehung, Ausrottung, Immunabwehr

Aktuelle Themen

10. „Lebensgemeinschaft am Korallenriff“

Coral reef fish ecomorphology

Dr. Jürgen Herler Homepage

The aim of the current project is the detection of a potential mutualistic relationship between coral-associated fishes and reef-building corals. The main focus will be on coral-associated gobies. Damselfish will be included with respect to adaptation of fish body form to the physical restriction of coral interbranch space. Coral-associated gobies show specific relationships to various growth forms of corals, including massive, plate-like, encrusting and branching corals. The genera Acropora, Stylophora and Pocillopora are the most frequently occupied. These corals are inhabited by gobies of the genera Gobiodon, Paragobiodon, Pleurosicya and Bryaninops and by damselfishes of the genera Chromis and Dascyllus.

In this project we will investigate the potential fitness advantages for corals that have a goby partner and the potential of natural selection for different body shapes among gobies and damselfish that dwell different coral growth forms. We will apply underwater video monitoring for etho-ecological studies, in situ and ex situ experiments and morphological (geometric and traditional morphometric) techniques to achieve the main goals of the project, the observation of potential mutualisms and particular adaptations between corals and associated fishes.

+11. „Wege zur Natur in kommunalen Freiräumen“

Di Markus Kumpfmüller, Landschaftsplaner, Steyr.
Hat ein Handbuch geschrieben, wie Gemeinden die Natur zurück in das Dorf, die Stadt zurückholen können. Eine sehr hübsche Sache wäre das. Es geht um „vergessene Flächen“, um die Integration von Bach, Wildnis und Stadt, um Wildkräuter, naturnahe Gestaltung öffentlicher Freiräume, wie man das bebaut – im Gegensatz zum regelmäßigen Austauschen von Pflanzen in der bisherigen Natur-Bewirtschaftung. Wassergebundene Wege, Böschungen, transparente oder dichte Hecken. Bei Umfragen stellt man immer wieder fest, dass der Wunsch nach dieser Art von Wildnis und vergessenen Flächen sehr groß bei Dorf- und Stadtbewohnern ist. Es hat sich auch hier viel in den letzten Jahren getan, was mir neu ist, wenn ich das Buch durchschaue.

Buch: Wege zur Natur in kommunalen Freiräumen, Markus Kumpfmüller, Land Oberösterreich.

Eine digitale Form des Buches ist hier: Link

12. Libellen

Hatten wir über sie schon mal was? Müsste man eine Libellenforscherin suchen.

13. Zellteilung

Das IMP hat seit Juli einen neuen Direktor, Jan-Michael Peters. Herr Peters stammt aus Deutschland und ist von allen meinen Kollegen mit seiner ruhigen und präzisen Art einer der angenehmsten Sprecher. Sein Thema ist die Zellteilung, insbesondere die Frage, wie Zellen es schaffen, ihre Erbinformation jedes Mal wieder exakt und fehlerlos auf ihre Tochterzellen aufzuteilen. Herr Peters leitet auch ein internationales EU-Projekt zu diesem Thema und arbeitet unter anderem mit britischen Künstlern zusammen, um auch die Öffentlichkeit in einer etwas anderen Form einzubinden.

14. Grenzflächen

Häute, Schuppen, Felle, Stacheln