Technik Radio

Aufnahmen bei der Kuh am Mittelpunkt Europas (Litauen)

Technische Bemerkungen – welche Hardware brauche ich für Radioaufnahmen?

Tipp: Erst einkaufen, wenn man mit einem Radiobeitrag auch Geld verdient. Man kann sich die Geräte auch ausleihen, wenn man einen konkreten Beitrag plant bzw. vereinbart hat. Wer aber gerne mit Aufnahmegerät und Mikro auf Urlaub fährt, statt mit einem Fotoapparat, dann kann dadurch natürlich einen Gleich-Kauf gut argumentieren! Link: Aufnahmebeispiel aus Schottland.

Welches Aufnahmegerät ist empfehlenswert?

Kassette, DAT, MiniDisk ist vorbei. Heute nimmt man auf Speicherkarten auf, was den Vorteil hat, dass die gesammelten Töne mit USB Kabel direkt als Daten auf den Computer übertragen werden können. Wichtig ist ein ordentlicher Mikrofonstecker (XLR, Klinke), der sich nicht ausnörgelt, sowie eine manuelle Aussteuerungsmöglichkeit. Mein Aufnahmegerät ist ein Zoom F8 Field Recorder, braucht wenig Batterien und kann auch Podcast Aufnahmen mit bis zu 8 Mikroeingängen machen.

Welches Mikrofon ist empfehlenswert?

Eine gute Wahl schlägt sich spürbar in einer guten Tonqualität nieder. Vermutlich ab 100-200 Euro wird ein gutes Mikrofon kosten. Ob Mono, oder Stereo kommt darauf an, ob man Interviews aufzeichnet (Mono) oder viel mit Geräuschen arbeitet (Stereo). Wichtig ist ein weiches Mikrofonkabel, mit einem harten gibt es schnell Nebengeräusche. Beispiele finden sich hier. Meines ist ein AKG 1000S (Mono), und ein Beyerdynamic MCE82 (Stereo). Ich verwende beide mit einem sympathischen Rycote Windschutz draußen vermeidet Windgeräusche.

Neuester Zugang: Yellowtec iXm Mikrofon mit Beyerdynamics Kapsel mit Nierencharakteristik, das das Aufnahmegerät digital eingebaut hat. Mono. Das heißeste Ding auf Erden. Gekauft bei Studer in Wien. Link zum Mic.

In welchem Format wird aufgezeichnet?

Idealerweise als verlustfreies WAV File. Etwas mehr als eine Stunde Stereo passen auf 1 GB Speicherkarte. Wenn der Speicherplatz knapp wird, kann man auch als MP3 (128, 44100) aufzeichnen, hat plötzlich 17 Stunden Speicherplatz, ist annähernd genau so gut, hat aber ein leicht höheres Rauschen.

Yellowtec iXm

Das soll man sich alles kaufen?

Erst wenn man damit Geld verdient, oder statt einem Fotoapparat einfach grundsätzlich gerne mit einem Tonaufnahmegerät auf Reisen geht. Hier ist ein Beispiel für so ein “Audiofoto”.

Welches Schneideprogramm ist empfehlenswert?

Das ist mehr eine Frage des Geschmacks, da eigentlich alle Schneideprogramme die einfachen Schnittmöglichkeiten haben, die man für Radiosendungen braucht. Kostenlos ist Audacity, ich habe auf meinem Mac Book mit ProTools, gearbeitet, bin aber auf Hindenburg umgestiegen; der ORF arbeitet überall mit DIGAS, einige Leute arbeiten mit Adobe Audition, in die Podcast-Richtung geht Reaper/Ultraschall. Mit allen diesen Programmen lassen sich mehrere Audiofiles in mehreren Spuren auch zu komplexeren Beiträgen arrangieren. Aber mein Renner für *Radio*beiträge ist Hindenburg Journalist, ca. 85 Euro. Großartig. Macht genau was man braucht: schneiden, Clips speichern, arrangieren, Level automatisch, Blenden machbar. Empfehlung.

Wird viel geschnitten?

Für Radio schon. Zum Beispiel 76 Schnitte auf 4:20 min. in diesem Hörbeispiel: Link, mp3

Fehlt noch ein Ton?

Den kann man sich hier kostenlos ausborgen. www.freesound.org. Einige beiläufig aufgenommene Atmos von mir sind hier zu finden: www.freesound.org/people/vollkornbrot