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ID 279
Radioproduktion | 11.03.2018
Lustig
Randnotizen: Worüber lachen Sie? (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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11.03.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Randnotizen: Worüber lachen Sie? (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 278
Radioproduktion | 27.02.2018
Kälte
Wort der Woche: Was bedeutet "kalt"? Besuch bei Michael Reissner im Labor für Tieftemperaturphysik der Technischen Universität Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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27.02.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: Was bedeutet "kalt"? Besuch bei Michael Reissner im Labor für Tieftemperaturphysik der Technischen Universität Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 277
Radioproduktion | 18.02.2018
Urblüten
Mit Jürg Schönenberger, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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18.02.2018 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Mit Jürg Schönenberger, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 276
Radioproduktion | 16.02.2018
Schnee
Formen von Eis: Wie viele Arten von Schneeflocken gibt es? Ein Gespräch über Highlights der Schneeflockenforschung. (Diagonal / ORF Radio Österreich 1)
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Formen von Eis: Wie viele Arten von Schneeflocken gibt es? Ein Gespräch über Highlights der Schneeflockenforschung. (Diagonal / ORF Radio Österreich 1)

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ID 275
Radioproduktion | 13.02.2018
Parteivorsitz
Wort der Woche: In Österreich eine Position mit üblicherweise viel Macht. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Wort der Woche: In Österreich eine Position mit üblicherweise viel Macht. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 274
Radioproduktion | 04.02.2018
Gute Nachricht
Randnotizen: Wie man sich täuschen kann. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Randnotizen: Wie man sich täuschen kann. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 273
Radioproduktion | 30.01.2018
Proporz
Wort der Woche: Die vergangene Landtagstwahl in Niederösterreich - eine Wahl mit Proporz. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Wort der Woche: Die vergangene Landtagstwahl in Niederösterreich - eine Wahl mit Proporz. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 272
Radioproduktion | 09.01.2018
Enthüllungsbuch
Das Wort der Woche: Interviewpartner: Rüdiger Wischenbart (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Das Wort der Woche: Interviewpartner: Rüdiger Wischenbart (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 271
Radioproduktion | 19.12.2017
Harmonie
Das Wort der Woche: Es gibt Wörter und Ideen, die können ohne ihr Gegenteil nicht existieren. Tag nicht ohne Nacht. Krieg nicht ohne Frieden. Harmonie nicht ohne – ja, ohne was? Disharmonie. Wenn kurz vor Weihnachten das Zusammenleben eher unrund erscheint, weil viele es zu eilig haben. Wenn Parteien trotz unterschiedlicher Hintergründe gemeinsam in Regierungsarbeit gehen. Wenn Langeweile Gedanken nach etwas Aufregung erwachen lässt. Und doch: gewünscht ist allerorten: Harmonie. Lothar Bodingbau …
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Das Wort der Woche: Es gibt Wörter und Ideen, die können ohne ihr Gegenteil nicht existieren. Tag nicht ohne Nacht. Krieg nicht ohne Frieden. Harmonie nicht ohne – ja, ohne was? Disharmonie. Wenn kurz vor Weihnachten das Zusammenleben eher unrund erscheint, weil viele es zu eilig haben. Wenn Parteien trotz unterschiedlicher Hintergründe gemeinsam in Regierungsarbeit gehen. Wenn Langeweile Gedanken nach etwas Aufregung erwachen lässt. Und doch: gewünscht ist allerorten: Harmonie. Lothar Bodingbauer hat den Philosophen Alfred Pfabigan besucht, um mehr darüber zu erfahren. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 270
Radioproduktion | 17.12.2017
Die Farbe der Nacht
Stadtbeleuchtung jenseits des Graubereichs: In der Nacht sind alle Katzen grau. Dieses Sprichwort deutet auf die mangelnde Fähigkeit von Menschen, Farben in der Nacht genau zu erkennen. Für die städtische Beleuchtung stellt die richtige Farbwiedergabe eine spezielle Herausforderung dar. Hell soll es sein, aber auch „farbrichtig“. Wichtig ist das, um Entgegenkommende richtig zu erkennen, was wiederum die Angst minimiert. Die Technologie liefert Lampen, die kostengünstig Licht produzieren, was and …
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17.12.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Stadtbeleuchtung jenseits des Graubereichs: In der Nacht sind alle Katzen grau. Dieses Sprichwort deutet auf die mangelnde Fähigkeit von Menschen, Farben in der Nacht genau zu erkennen. Für die städtische Beleuchtung stellt die richtige Farbwiedergabe eine spezielle Herausforderung dar. Hell soll es sein, aber auch „farbrichtig“. Wichtig ist das, um Entgegenkommende richtig zu erkennen, was wiederum die Angst minimiert. Die Technologie liefert Lampen, die kostengünstig Licht produzieren, was andererseits wieder Probleme verursachen kann, weil zu viel Licht gegen das Dunkel produziert wird. Eine leuchttechnische Gratwanderung für all jene, die dafür sorgen, dass es in der Stadt „angemessen“ hell ist. Was ist „angemessen“? (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 269
Radioproduktion | 17.12.2017
Lichtspiele des Universums
Blick zum Himmel mit Stefan Meingast von der Universitätssternwarte der Uni Wien. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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Blick zum Himmel mit Stefan Meingast von der Universitätssternwarte der Uni Wien. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 268
Radioproduktion | 16.12.2017
Tischgespräche
Reden übers Schenken: Was schenken wir, wenn wir etwas schenken? Wer für andere kocht, schenkt Ihnen in der Regel Zeit. Nämlich die, die er oder sie für das Zubereiten der Speisen benötigen. Was steckt hinter dem Begriff "Schenken", der unter Menschen quasi selbstverständlich ist. Geht es um materielle Werte, um Aufmerksamkeit oder um Eigennutzen? Vier Gäste bekommen vier Gänge und nähern sich ausgehend vom Essen in einem Gespräch dem Thema. Gestaltung: Alois Schörghuber, Aufnahme: Lothar Boding …
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16.12.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Reden übers Schenken: Was schenken wir, wenn wir etwas schenken? Wer für andere kocht, schenkt Ihnen in der Regel Zeit. Nämlich die, die er oder sie für das Zubereiten der Speisen benötigen. Was steckt hinter dem Begriff "Schenken", der unter Menschen quasi selbstverständlich ist. Geht es um materielle Werte, um Aufmerksamkeit oder um Eigennutzen? Vier Gäste bekommen vier Gänge und nähern sich ausgehend vom Essen in einem Gespräch dem Thema. Gestaltung: Alois Schörghuber, Aufnahme: Lothar Bodingbauer (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 267
Radioproduktion | 05.12.2017
Gesichtserkennung
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05.12.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
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ID 266
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 12.11.2017
Schmelzendes Eis und steigende Meere
Die Ozeanografin Kristin Richter spricht über menschgemachte und natürliche Gründe, die dazu geführt haben, dass die weltweiten Meeresspiegel im 20. Jahrhundert im Schnitt um 17 cm gestiegen sind.
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Österreich 1 · 12.11.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Ozeanografin Kristin Richter spricht über menschgemachte und natürliche Gründe, die dazu geführt haben, dass die weltweiten Meeresspiegel im 20. Jahrhundert im Schnitt um 17 cm gestiegen sind.

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_1 Teil 1

: Globale Verbindungen

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_1

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_2 Teil 2

: Eisschilde als Wasserspeicher

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_2

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_3 Teil 3

: Die Ursachen der Unterschiede

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_3

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_4 Teil 4

: Kontinuierliche Messungen

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_4

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_5 Teil 5

: Praktische Anwendungen

Filename: radio264_nat_meeresspiegel_5

Inhalt

Teil 1

Beim Meeresspiegel denken wir oft einfach daran, wo trifft das Meer auf das Land. Diese Linie verändert sich durch Gezeiten, durch Sturmfluten, auch durch Klimaveränderungen. Die langfristige Veränderung des Meeresspiegels muss uns lokal nicht unbedingt auffallen, denn durch Gezeiten etc. gibt es große Unterschiede.

Global gleichen sich die kleinräumigen Schwankungen aber aus, wenn man die Meeresspiegel über alle Ozeane mittelt. Das heißt, dass man sehr gut sehen kann, das sich der Meeresspiegel auch global gesehen langfristig ändert, er steigt langsam an.

Zum einen durch die Ausdehnung des Meerwassers. Wenn sich Wasser erwärmt, dehnt es sich aus. Das Zweite ist, dass durch das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde dem Meer zusätzlich Wasser in Form des Schmelzwassers zugeführt wird. Abschmelzende Gletscher und Erwärmung des Wassers sind ungefähr zu gleichen Teilen für den Anstieg verantwortlich.

In den letzten 100 Jahren ist der Meeresspiegel global um etwa 15 cm gestiegen. Zu gleichen Teilen haben die Erwärmung des Meerwassers und Abschmelzen der Gletscher beigetragen. Es gibt aber noch kleinere Beispiele, zum Beispiel, dass der Mensch Dämme baut. Meer, das ins Wasser fließen würde, wird am Land zurückgehalten. Ein kleiner Faktor, der zu einer Absenkung des Meeresspiegels führts. Weitere Prozesse aber, zum Beispiel Entnahme von Grundwasser für Bewässerung oder Trinkwasser etc. Das ist ein positiver Beitrag zum Meeresspiegelanstieg, denn dieses Grundwasser, das eigentlich an Land gespeichert ist, wird letztendlich dem Meer zugeführt. Wir unterbrechen da sozusagen den natürlichen Wasserkreislauf. Das sind relativ kleine Beiträge, die zur Veränderung des Meeresspiegels beitragen.

Ich rede immer vom globalen Meeresspiegelanstieg. Damit kann der Küstenbewohner relativ wenig anfangen. Lokal kann dieser Anstieg sehr unterschiedlich ausfallen. Das hängt damit zusammen, dass sich Windsysteme verändern, Winde können Wasser im Meer hin -und hertransportieren, das ist ein großer Effekt. Beim Abschmelzen von Gletschern, dieses Schmelzwasser verteilt sich nicht gleichmäßig im Ozean, da gibt es große Unterschiede, und da gibt es natürliche Veränderungen im Meeresspiegel, die lokal sehr groß sein können, etwa El Niño, ein natürliches Klimaphänomen, das unter anderem auch mit Veränderung im Meeresspiegel einhergehen kann.

Wenn nun irgendwo sagen wir an der Küste Westamerikas absinkt, dann kann es sein, dass er an der Küste Ostasiens zunimmt. Man kann sich das ein wenig wie in der Badewanne vorstellen, wo das Wasser hin- und herschwappt. Auf der einen Stelle schwappt es nach oben, an der anderen unten. Wenn wir über die ganze Badewanne mitteln, gibt es keinen Unterschied. Wenn wir beim Bild der Badewanne bleiben, ist durch die globale Erwärmung der Wasserhahn immer ein bisschen offen, das heißt, es tröpfelt immer ein klein wenig Wasser in die Badewanne. Wenn nun das Wasser wirklich an beiden Seiten sehr viel hin- und herschwappt, fällt uns das nicht unbedingt sofort auf. Gerade wenn wir uns nur eine Seite der Badewanne anschauen, durch das Schwappen haben wir so große Unterschiede im Wasserstand, dass ein paar Millimeter durch den tropfenden Wasserhahn nicht unbedingt auffallen, wenn wir aber beide Seiten der Badewanne anschauen, mitteln sich diese Schwankungen heraus, aber dieses Tröpfeln kommt dann plötzlich zum Vorschein. Dann sehen wir, oh, der Wasserstand in der Badewanne steigt langsam an. So kann man das auch auf die Weltmeere übertragen.

Zusammenfassend kann man sagen, es tröpfelt, und wenn es vielleicht auch lokal nicht so sehr auffällt, steigt der globale Meeresspiegel. Und dann kann es dazu kommen, dass es in der Badewanne auf der einen Seite plötzlich überschwappt, was vorher nicht passiert ist, und das wäre schon eine Auswirkung des Meeresspiegelanstiegs, dass gerade extreme Wasserstände dann einfach häufiger auftreten und vielleicht auch zu größeren Schäden führen.

Teil 2

Ein wichtiger Beitrag zum Anstieg der Meere ist das Abschmelzen von Eis. Es gibt im Klimasystem verschiedene Arten von Eis. Zum einen das Meereis in der Arktis, der Nordpol. Man muss aber aufpassen, dass das Meereis schon im Wasser schmilzt im Ozean. Das heißt, wenn das Meereis schmilzt, und das tut es, trägt es nicht zum Meeresspiegelanteil bei. Es schwimmt bereits im Wasser, ob es das in fester oder flüssiger Form tut, ist nicht so wichtig.

Es gibt aber auch Eis in Form von Gletschern, besonders in den Alpen, es gibt aber auch wirklich sehr große Gletscher auch in Alaska, Kanada, Sibirien, im Himalaya und so weiter. Und dann gibt es die großen Eisschilde. Und der Unterschied ist, das sind kilometerdicke Eispanzer, die sich zum einen auf Grönland befinden, auf der Insel Grönland, und in der Antarktis, auf der antarktischen Insel.

Wie viel Wasser ist jetzt in diesem Landeis gespeichert? Da haben wir zum einen die Gletscher. Wenn man alle Gletscher der Welt schmelzen würde, würde der Meeresspiegel um weniger als einen halben Meter steigen. Das ist jetzt nicht wenig. Die österreichischen Gletscher sind für die Alpen als Ökosystem sehr wichtig, für den Tourismus, zum Meeresspiegelanstieg tragen sie weniger als 1 mm bei. Für den Meeresspiegel sind sie völlig unwichtig, dafür sind sie einfach zu klein.

Würde der grönländische Eisschild schmelzen, würde der Meeresspiegel 5-6 m steigen.

Wenn man das ganze antarktische Eisschild schmelzen würde, würde der Meeresspiegel um 60 m steigen. Das ist unglaublich viel Eis, das auf den Eisschilden auf Grönland und auf Antarktis gespeichert ist, in den Gletschern relativ wenig.

Im letzten Jahrhundert haben aber hauptsächlich die Gletscher zum Meeresspiegelanstieg beitragen. Man darf sie auf keinen Fall vernachlässigen, da sie kleiner sind können sie schneller auf Klimaveränderungen reagieren. Den gesamten grönländischen Eispanzer kann man jetzt nicht in 100, 200 und 300 Jahren schmelzen können, das dauert tausende von Jahren, auch in der Antarktis Trotzdem kann in den nächsten Jahrzehnten, Jahrhundert, kann der Verlust von Eis sehr stark zum Meeresspiegelanstieg beitragen.

Das Spezielle daran, das Eis schmilzt, dass es die Massenverteilung ändert. Das heißt, zunächst haben wir, nehmen wir das Beispiel Grönland. Wir haben unglaublich viel Eis, damit haben wir Masse auf den grönländischen Inseln. Das ist ein Eispanzer, der mehrere Kilometer dick ist. Die Verteilung der Masse auf der Erde beeinflusst auch das Schwerefeld, das Gravitationsfeld der Erde. Dadurch dass Masse verloren geht von Grönland, ändert sich auch das Schwerefeld der Erde. Grönland hat eine große Masse, deshalb auch eine große Anziehungskraft auf alles drumherum, auch auf die Wasseroberfläche, die sich frei bewegen kann, das Land kann das nicht. Durch die größere Anziehungskraft von Grönland bewegt sich das Wasser leicht auf Grönland zu. Es wird durch Grönland angezogen. Dadurch, dass Grönland an Masse verliert, sinkt die Anziehungskraft. Es zieht weniger Wasser an, es bewegt sich in entferntere Gegenden von Grönland weg. Das heißt, es ist nicht intuitiv, wenn Grönland an Masse verliert, wenn Eis schmilzt in Grönland, sinkt auch der Meeresspiegel um Grönland herum, denn durch die verminderte Anziehungskraft bewegt sich das Wasser in andere Gegenden.

Norwegen ist zum Beispiel nicht weit weg von Grönland. Nehmen wir an, das Eis in Grönland würde komplett schmelzen, was nicht so schnell passieren wird, aber nehmen wir an, der globale Meeresspiegel steigt um 5 m, weil Grönland schmilzt, würde man in Norwegen nichts mitbekommen, weil sich die Meeresoberfläche dem Schwerefeld anpasst, das bedeutet einfach, dass der Meeresspiegel in den Tropen, also weit weg von Grönland ansteigt, tropische Inseln wie zum Beispiel die Malediven würden mit einem Meeresspiegelanstieg von 5 m fertig werden müssen, und das geht einfach nicht, weil die Inseln nicht mehr als 1 Meter aus dem Meer hervor ragen.

Teil 3

Man hört nun oft, das Klima hat sich schon verändert, der Meeresspiegel hat sich oft verändert. Die Erde kann sich relativ zum Ozean anheben oder absinken. Das ist eine Sache, die hat aber nichts mit Klimaveränderung zu tun. Dann gibt es auch Vulkanausbrüche. Ein starker Vulkanausbruch kann feine Teilchen bis in die höhere Atmosphäre ausstoßen und dort agieren diese Teilchen für ein paar Jahre wie ein Sonnenschirm. Sonnenstrahlung wird reflektiert und kommt nicht auf der Erde an.

Es kann auch sein, und das ist wahrscheinlich auch so, dass durch diese kühleren Temperaturen auch Gletscher weniger stark abschmelzen und anwachsen.

Dann gibt es Klimaphänomene wie El Niño, die lokal, gerade im Pazifik, den Meeresspiegel beeinflussen können, aber global eine relativ geringe Auswirkung haben. Und dann gibt es den menschgemachten Meeresspiegelanstieg. Dadurch, dass wir immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre emittieren, steigt die globale Mitteltemperatur. Treibhausgase sind zum Beispiel CO2, Kohlendioxid, Methan oder auch Wasserdampf. Bei CO2 kann man wirklich eindeutig feststellen, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch den Menschen durch Treibhausgasemissionen, durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen ansteigt.

Das Wasser wird wärmer, Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Dieser Prozess läuft langsam ab, aber stetig. Es addieren sich diese Beiträge auf. Auf kurzen Zeiträumen merkt man das nicht besonders, wenn man aber länger wartet, 50, 60 Jahre, dann merkt man schon, dass das Meer ansteigt. Das Sturmfluten stärker ausfallen, dass auch schwächere Stürme Sturmfluten hervorrufen können. Gerade schwächere Stürme treten häufiger auf, es gibt öfter größere Schäden durch den langfristigen Prozess des Meeresspiegelanstiegs.

Wie kann man den natürlichen Einfluss vom menschgemachten Einfluss unterscheiden. Unser Labor, das sind Klimamodelle, Computermodelle, die auf physikalischen Gesetzen basieren. In diesen Computermodellen können wir uns verschiedene Welten erschaffen. Was haben wir gemacht, wir haben uns Modellsimulationen angeschaut, in denen wir die vergangenen 150 Jahre reproduziert haben, wir wissen ungefähr, wie viele Treibhausgase haben wir ausgestoßen, wie viel Vulkanausbrüche gab es. Wir konnten damit den Meeresspiegelanstieg sehr gut rekonstruieren. Dann haben wir uns eine Welt angeschaut, in denen es den Menschen nicht gibt, wir haben simuliert, wie würde der Meeresspiegel sich verändern in dieser Welt. Und wir haben gesehen, dass dieser Meeresspiegel nicht mit dem beobachteten Meeresspiegel übereinstimmt.

Das heißt, wir brauchen wirklich den menschgemachten Treibhausgasausstoß und die Aerosole, um den beobachteten Anstieg zu erklären. Den ersten Teil des 20. Jahrhunderts können wir den Meeresspiegelanstieg noch relativ mit natürlichen Ursachen erklären, allerdings die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, speziell ab 1970 haben wir gezeigt, dass 2/3 des Meeresspiegelanstiegs menschgemacht ist.

Wir können also wirklich sagen, dass wir in den letzten 30, 40 Jahren für einen großen Teil des Meeresspiegelanteils verantwortlich sind. Wenn man noch einen weiteren Schritt weitergehen würden, könnten wir noch die direkten Verursacher identifizieren. Das wäre ein Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit. Denn die Verursacher, die Industrienationen, haben Mittel und Wege sich anzupassen, sie sind auch nicht jene, die von den Auswirkungen betroffen sind. Das sind hauptsächlich kleinere Inselstaaten und auch Anrainer in den Tropen und gerade diesen Ländern haben oft nicht Mittel und Wege, sich an die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs anzupassen, an Überflutung, an Kontaminierung des Süßwasservorrats kleinerer Inseln und an heftigere Sturmfluten, und so weiter.

Teil 4
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Kristin Richter|Meer|Meeresspiegel|Wissenschaft
OE1-Link:
Ö1: Schmelzendes Eis und steigende Meere
https://oe1.orf.at/programm/20171113/494142/Schmelzendes-Eis-und-steigende-Meere
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ID 265
Radioproduktion | 07.10.2017
Tischgespräche
Wie entscheide ich mich für das Richtige? Diese Frage stellen sich viele, in ganz alltäglichen Situationen oder in wichtigen Lebensphasen. Manche stehen schon beim Bestellen im Restaurant vor der Qual der Wahl. Andere wiederum suchen sich jemanden, dem sie vertrauen und entscheiden wie dieser oder diese. Viele entscheiden sich nie. Kann man "sich entscheiden" lernen, gibt es dafür Werkzeuge oder Anleitungen. Gäste sind die Ethikern und Theologin Ulrike Swoboda, die Journalistin und Kochbuchautor …
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07.10.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wie entscheide ich mich für das Richtige? Diese Frage stellen sich viele, in ganz alltäglichen Situationen oder in wichtigen Lebensphasen. Manche stehen schon beim Bestellen im Restaurant vor der Qual der Wahl. Andere wiederum suchen sich jemanden, dem sie vertrauen und entscheiden wie dieser oder diese. Viele entscheiden sich nie. Kann man "sich entscheiden" lernen, gibt es dafür Werkzeuge oder Anleitungen. Gäste sind die Ethikern und Theologin Ulrike Swoboda, die Journalistin und Kochbuchautorin Katharina Seiser, der praktische Philosoph Rene Tichy und Siegfried Herzog, er dokumentiert Großprojekte der ÖBB. Wie immer in den Tischgesprächen hängt der Verlauf des Gespräches von den Gästen ab. Überraschungen sind erwünscht. Gestaltung: Alois Schörghuber, Aufnahme: Lothar Bodingbauer (MomMoment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 264
Radioproduktion | 04.10.2017
Was macht eigentlich...?
Der Wiener Rennverein: Der Wiener Rennverein ist Herrenclub. Entstanden ist er in der Umgebung der Trabrennen der Wiener Freudenau. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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04.10.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Wiener Rennverein: Der Wiener Rennverein ist Herrenclub. Entstanden ist er in der Umgebung der Trabrennen der Wiener Freudenau. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 263
Radioproduktion | 03.10.2017
Massenmord
Wort der Woche: Mit Daniela Schedler, Uni Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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03.10.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: Mit Daniela Schedler, Uni Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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Leben
ID 262
Radioproduktion | 01.10.2017
Von Geistern und kritischem Denken
Randnotizen: (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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01.10.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Randnotizen: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

(Passwort notwendig)
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Leben
ID 261
Radioproduktion | 19.09.2017
Amtszeit
Wort der Woche: Mit Sieglinde Rosenberger, Uni Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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19.09.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Wort der Woche: Mit Sieglinde Rosenberger, Uni Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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Radioproduktion
Tags:
Leben
ID 260
Radioproduktion | 25.06.2017
Worüber lohnt es sich zu reden?
Randnotizen: (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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25.06.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Randnotizen: (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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Kommunikation|Leben
ID 259
Wo ist die Birkenmaus?
Premium | 25.06.2017
Wo ist die Birkenmaus?
Christine Blatt und Stephan Resch erforschen und schützen seltene heimische Kleinsäuger.
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25.06.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Christine Blatt und Stephan Resch erforschen und schützen seltene heimische Kleinsäuger.

(Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

Die Birkenmaus gehört neben der Zwergmaus zu den kleinsten Nagetieren Europas. Sie wird rund acht Zentimeter groß und wiegt zehn Gramm. Man erkennt sie an ihrem schwarzen Strich am Rücken. Sie gehört zu den Springmäusen und zählt zu den seltensten Säugetieren.

Nicht alles, was die Katze herbeischleppt, ist einfach "eine Maus". Die meisten Mäuse - Feldmaus, Wühlmaus, Waldmaus und Birkenmaus - gehören zu den Nagetieren. Es gibt aber auch die Spitzmäuse, die sich vorwiegend von Insekten ernähren.

Um die Birkenmaus zu schützen, muss zunächst ihr Auftreten bestimmt werden. Sie zieht sich immer mehr zurück. Die Birkenmaus lebt in höheren Gegenden, über der Waldgrenze; in Hochmooren etwa. Dort bewegt sie sich bedächtig durch das Gebüsch, sie wirkt für den menschlichen Betrachter nicht hektisch.

Interviewpartner und -partnerinnen

Dr. rer. nat. Stefan Resch

Dr. rer. nat. Christine Blatt

ARGE Kleinsäugerforschung

A - 8967 Haus im Ennstal

Teil 1: Filename: radio258_birkenmaus_1 Ein schwarzer Strich am Rücken

Filename: radio258_birkenmaus_1

Teil 2: Filename: radio258_birkenmaus_2 Mäuse lieben Haselnüsse

Filename: radio258_birkenmaus_2

Teil 3: Filename: radio258_birkenmaus_3 Verräterische Spuren

Filename: radio258_birkenmaus_3

Teil 4: Filename: radio258_birkenmaus_4 Ein kurzes Leben

Filename: radio258_birkenmaus_4

Teil 5: Filename: radio258_birkenmaus_5 Erfolgreicher Artenschutz

Filename: radio258_birkenmaus_5
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Ennstal|Kleinsäuger|Maus|ORF|Österreich 1|Vom Leben der Natur|Wissenschaft
ID 258
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 06.06.2017
Parlamentsheer
Montagabend kam der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel von seinem Türkeibesuch nach Berlin zurück und berichtete noch vom Flughafen Tegel im Heute-Journal des ZDF von der Weigerung der Türkei, deutsche Abgeordneten freien Zugang zum Bundeswehrstützpunkt Incirlik zu ermöglichen. Daher: die deutschen Soldaten werden abgezogen. Denn die Deutsche Bundeswehr wäre eine „Parlamentsarmee“.
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Österreich 1 · 06.06.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Montagabend kam der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel von seinem Türkeibesuch nach Berlin zurück und berichtete noch vom Flughafen Tegel im Heute-Journal des ZDF von der Weigerung der Türkei, deutsche Abgeordneten freien Zugang zum Bundeswehrstützpunkt Incirlik zu ermöglichen. Daher: die deutschen Soldaten werden abgezogen. Denn die Deutsche Bundeswehr wäre eine „Parlamentsarmee“.

Filename: radio256_wow_parlamentsarmee

Manuskript (ohne letzte Änderungen)

SIGNATION „Das Wort der Woche“

OT Parlamentsarmee 01 / Gabriel / ZDF / 00:15 / im ORF Pool

Wir haben versucht zu erklären, dass das nach deutschem Recht undenkbar ist. Das ist eine Parlamentsarmee. Dort wo die Bundeswehr ist, muss sie auch von deutschen Abgeordneten besucht werden können. Da das für Incirlik nicht möglich ist, werden wir die Deutsche Bundeswehr aus Incirlik abziehen.

Parlamentsarmee. „Diesen Begriff gibt es in Österreich gar nicht“, meinen manche österreichische Verfassungsrechtler „und auch in Deutschland ist er ein Kunstwort“, sagen sie, „um nicht zu sagen ein Schlagwort, zu dem nichts Sinnvolles zu sagen ist“.

Nun ja, so schlimm ist es auch wieder nicht, denn gemeint ist, dass deutsche Soldaten nur nach Zustimmung des Parlaments ins Ausland gesendet werden dürfen. Das ist natürlich auch in Österreich so – wobei sich durch die österreichische Neutralität die Beteiligungen auf Beobachtermissionen oder anderweitige Hilfsmissionen beschränken. Aber auch in Österreich muss der Einsatz von Auslandsmissionen vom Parlament bestätigt werden. Der Ministerrat schlägt vor, der Hauptausschuss des Parlaments stimmt zu. Österreichische Soldaten befinden sich derzeit im Kosovo, in Bosnien und im Libanon. – Das ist die eine Sache, geregelt im sogenannten Wehrgesetz – und ja, Oberbefehlshaber über alle Soldatinnen und Soldaten ist der Bundespräsident, das haben wir in der Schule gelernt, wobei die Befehls- und Verfügungsgewalt beim Bundesminister für Landesverteidigung und Sport liegt.

Aber sehr schnell – das heißt, weit oben im Wehrgesetz, ist dann von einer „Parlamentarischen Bundesheerkommission“ die Rede, die das Heer mit dem Parlament verbindet.

OT Parlamentsarmee 02 / 00:11 / im ORF Pool

… und da geht es im Wesentlichen darum, das Bundesheer, die Streitkräfte auch demokratisch zu kontrollieren, ob die Menschenrechte eingehalten werden, wie das Führungsverhalten ist, ob Missstände auftauchen …

Michael Hammer ist Abgeordneter zum Nationalrat und derzeit amtsführender Vorsitzender der parlamentarischen Bundesheerkommission. Seit ihrer Gründung vor rund 60 Jahren wacht diese Kommission aus Parlamentariern darüber, dass es unseren Soldaten gut geht. Kurz gefasst.

OT Parlamentsarmee 03 / im ORF Pool

Wenn irgendwo uns ein Fall zu Ohren kommt, wo man einen Missstand vermutet, dann haben wir jederzeit die Möglichkeit, an den Standort hinzufahren, und uns das vor Ort durch Befragungen durch Lokalaugenschein uns anzusehen und das amtswegig zu prüfen, bis hin ins Ausland wo wir unsere Truppen stellen und immer wieder auch amtswegige Prüfverfahren im Ausland bei unseren Soldaten machen. So waren wir gerade bei unseren Einheiten in Bosnien, wo wir uns wieder einen Überblick verschafft haben und im heurigen Jahr stehen auch noch auf dem Programm Mitte Juli ein Besuch bei unseren Soldaten, die im Libanon stationiert sind.

Parlamentarische Besuche gibt es aber auch durch die Mitglieder des Landesverteidigungsausschusses. In diesem Ausschuss des Parlaments werden alle Gesetzesvorlagen und Anträge behandelt, die sich auf die militärische Landesverteidigung und das österreichische Bundesheer beziehen. Steuern werden verteilt, Budgets werden bewilligt – im Parlament eben. Aber zurück zu Michael Hammer und der Parlamentarischen Bundesheerkommission.

OT Parlamentsarmee 04 / 00:33 / im ORF Pool

Die häufigsten Beschwerdeaufkommen sind nach wie vor im Ausbildungsbetrieb, wo unangebrachte Tonlagen zutage treten, wo einfach das Verhalten von Führungskräften nicht passt, aber deutlich im Abnehmen. Man merkt eine deutliche Verbesserung. Natürlich, was infrastrukturelle Fragen betrifft, Einteilung der Dienstpläne und, und, und. Wir beschäftigen uns auch mit der Verpflegslogistik, also, wie wird beim österreichischen Bundesheer verpflegt, wie wird gekocht, auch da wollen wir als Kommission unseren Beitrag leisten, dass man optimiert. Das ist also eine breite Palette.

---- SCHNEIDEN MÖGLICH

Im letzten Jahresbericht ist zum Beispiel auch von einem Prüfbesuch beim Tragtierzentrum am Truppenübungsplatz Hochfilzen die Rede:

ZITAT

Maßgebliche Unterstützung erhält das Tragtierzentrum von Grundwehrdienern, die in drei Turnussen pro Jahr einrücken. Sie sind bei der Erfüllung ihrer Aufgaben hochmotiviert und unverzichtbar bei der Versorgung, Ausbildung und dem Einsatz der Tragtiere. Neben den Haflinger-Pferden werden seit kurzem auch zwei Esel ausgebildet. Sie verhalten sich in Extremsituationen nicht wie Pferde, die Fluchttiere sind. Die Stallungen und Trainingshallen des Tragtierzentrums weisen einen hohen Standard auf.

–––– SCHNEIDEN ENDE

OT Parlamentsarmee 05 / 00:10 / im ORF Pool

Wir tauschen uns auch sehr stark international aus, es gibt auch einen Zusammenschluss, wo einmal im Jahr eine internationale Tagung stattfindet, wo sich die demokratischen Aufsichtsorgane der Armeen treffen.

… und in Workshop werden dabei Fragen diskutiert, die zum Beispiel auch ehemalige Armeeangehörige betreffen:

ZITAT

Hören Sie auch von Beschwerden von Veteranen?

Werden dabei Themen der Gesundheitsvorsorge angesprochen?

Was ist die generelle Wahrnehmung von Veteranen in Ihrem Land?

Werden sie als Helden beschrieben oder mit negativen Ausdrücken bedacht?

Was würden Sie empfehlen, um die soziale Stellung von Veteranen zu verbessern?

Parlamentsarmee. Auch wenn es das Wort in Österreich vielleicht so nicht gibt: Im Vorwort zum letzten Jahresbericht der Parlamentarischen Bundesheerkommission steht, dass der französische Staatsmann Georges Clemenceau einmal gemeint hat, dass das Militär viel zu wichtig sei, um es den Generälen allein zu überlassen.
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ID 257
Handschrift
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Randnotizen | 28.05.2017
Handschrift
Auf den Spuren einer handgeschriebenen Karte. Besuch bei einer Graphologin.
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Österreich 1 · 28.05.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Auf den Spuren einer handgeschriebenen Karte. Besuch bei einer Graphologin.

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LUT061 Graphologie

Manuskript

MOMENT RANDNOTIZEN / Lothar Bodingbauer / Montag, 29. Mai 2017

Wer schreibt denn heute mit der Hand. Ich nicht. Nur dann und wann die Einkaufsliste, oder dann und wann auch eine Unterschrift. Der Rest geht mit der Tastatur.

ATMO Handschrift 00 / Tippen

Meine Handschrift ist schlimmer geworden durch ihre Nichtbenützung. Ich fürcht’, ich hab’s verlernt. Wie geht’s den anderen?

OT Handschrift 01 / 00:55 / Vox Pop

Entschuldigen Wie, darf ich Sie fragen, sind Sie mit Ihrer Handschrift zufrieden? – Ja. – Für mich ist sie OK. – Ich liebe sie. – Ich finde sie schön. – Ja. – Nö. – Meine Handschrift? – Es geht. – Meine Handschrift war immer berüchtigt. – Zu schlampig. – Nein. – Ich mag seine Handschrift wirklich gerne. – Sie ist aber sehr regelmäßig. – Ich kann sie immer wieder lesen selber, – Und wenn ich ausgeruht bin, und Zeit habe, finde ich sie eigentlich fast schön. – Sie ist von einem Mädchen geschrieben, sieht aber aus wie von einem Jungen. – Handschrift? Mit der Handschrift, das ist unterschiedlich. Die ist eigentlich nicht so schön. – Ich würde nichts daran ändern. – Ich war’s. – Ab und zu schreibe ich ein bisschen klein halt. – Bis vor 20 Jahren. – Viele Leute sagen mir auch, dass ich wie ein Arzt schreibe, ein Doktor, Sie wissen eh, so eine typische Handschrift, was die Ärzte haben. – Ja. – Nein. – Ja. – Gar nicht. – Warum nicht? – Zu schlampig. – Weil ich oft unter Zeitdruck stehe, wenn das Blatt kariert ist, verleitet es zum Kleinschreiben, wenn es aber liniert ist, glaube ich, habe ich eine relativ schöne Handschrift. – Ja, was kann ich dafür.

JINGLE TRENNER

Da hat etwas mein Herz erwärmt vor ein paar Tagen. Ein Gegenstand im Postkasten. Ein Kuvert. Mit Briefmarke aus Deutschland, und

schöner

handgeschriebener Adresse. So

richtig

handgeschrieben.

ATMO Handschrift 02 / Brief aufreißen

Und drinnen eine Karte. So

richtig

schön und handgeschrieben. Da hat sich jemand echt Mühe gegeben.

ZITAT Brief (Sprecherin, weiblich)

Lieber Herr Bodingbauer, mein Name ist Moana und ich habe die Outfits ihrer letzten Kleider-Box zusammengestellt.

Ah ja, das war so eine Kleiderbox für gestresste Männer. Hosen, Hemden, Gürtel, Schuhe. „Kuratiertes Shopping“. Nach grundsätzlichen Stilvorgaben zusammengestellt erhält man per Post eine Box mit vielen Sachen, sucht sich aus, was man möchte, und schickt den Rest zurück. Eher teuer, eher sinnlos – für mich zumindest. Ökologisch fragwürdig. Zweimal habe ich was bestellt, und dann gelassen. Die Firma hat immer versucht, persönlich mit mir in Kontakt zu treten, um meine „Wünsche“ persönlich zu besprechen.

ZITAT Fortsetzung Brief (Sprecherin)

Da ich seit Juli 2016 nichts mehr von Ihnen gehört habe, sende ich Ihnen einen Gutschein in Höhe von 50 Euro, um Sie als meinen guten Kunden zurückzugewinnen. Mein Vorschlag ist, dass wir Ihre Wünsche einmal gemeinsam besprechen. Geben Sie dafür einfach bei Ihrer nächsten Bestellung an, zu welcher Uhrzeit ich Sie am besten erreichen kann. Liebe Grüße nach Wien, Moana.

Das klingt nach Date. Nach wirklicher Betreuung. Moana will mich erreichen. Sie hat sich Zeit genommen. So eine Karte schreibt man nicht in einer oder zwei Minuten. Aber irgendwas stinkt. Die Sache ist zu gut.

OT Handschrift 03 / 00:10 / Graphologin

Handschrift ist eine Bewegung. Eine Körperbewegung, die sich mit den Formen, den Buchstaben, diese Bewegung muss sich in diese Formen hineinfügen.

Elisabeth Karkov ist eine Schriftexpertin. Die Karte schauen wir uns gemeinsam an. Sie ist Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Graphologie und Schriftexpertise.

OT Handschrift 4 / 02:18 Graphologin

Muss ein bisschen schauen. Darf ich es auch schon aufmachen? – Alles dürfen sie. – Alles darf ich. – Da hätte ich fast einmal auf die Schnelle gesagt, dass es sich hierbei wirklich um eine Handschrift handelt. – Da habe ich eine Lupe, und wir sehen schon auch immer wieder Verklecksungen, die vom Kugelschreiber kommen können. Also ich würde jetzt meine Hand nicht gleich ins Feuer legen, man müsste sich das genauer anschauen, aber da wäre ich jetzt einmal davon ausgegangen, dass es sich wirklich um eine Handschrift und nicht um eine Computer Schrift handelt. Moment, Moment, Moment. – Was machen Sie jetzt? – Es kommen da doch immer wieder Stellen, die sehr merkwürdig sind. Es ist eine sehr regelmäü0ig, ordentlich geschrieben Schrift. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass Sie wahrscheinlich nicht der einzige sind, der diese 50 Euro bekommt, da denke ich mir, da wird schon viel geschrieben werden. Ads lässt mich ja eigentlich wieder zweifeln. Eine Handschrift besteht zumeist auch aus Druckunterscheiden. Man sollte ein Wechsel sehen zwischen stärkeren Druck, stärkeren Abstrichen, druckschwächeren Aufstrichen: Das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit. Bei den N-s, ja, auch die N-s die sind sich. Mhm. Da gibt es so einen, Moment. – Ah, so einen Strich nach hinten. – Einen Abstrich. – So waagrecht. – So mal schauen, bei Zurückgewinnen. In der Vergrößerung sieht man es sehr schön eigentlich, wenn wir uns da diese bei zurückgewinnen diese zwei N-s anschauen, dann sind die eigentlich schon sehr gleich. Interessant ist bei dem ersten N zum Beispiel, das fällt hier schon auf, dass der Strich ein bisschen unsicher ist. Er hat keine gute, sichere Spannung, das ist wirklich extrem gut gemacht. Es wird hier etwas vorgegaukelt, vorgemacht, was ja nicht der Wahrheit entspricht.

Moana hat mich angelogen. Und wir sind ihr draufgekommen.

OT Handschrift 5 / Graphologin

Was fehlt denn dieser Schrift. – Der Zweifel, das Doppelte, das Verstärken, das Schwache. – Im Grunde genommen ein starker persönlicher Ausdruck fehlt ihr.

Haarscharf geglaubt. Fake gibt’s heutzutage auch mit Videos – Menschen die was tun, was sie nie getan haben. Technisch möglich. Mit Tönen – Menschen, die was sagen, was sie nie gesagt haben. Technisch möglich. Es wird immer schwieriger zu unterscheiden. Adieu du glaubwürdige Welt, wem sollen wir noch trauen? – Aber so einfach gebe ich nicht auf. Die Karte kommt zum Altpapier und die nächste Hoste, das nächste Hemd, die kaufe ich einfach wieder mal bei Menschen, die ich sehe, bei Menschen, die es wirklich gibt.
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ID 256
Gletscher und Klima
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 28.05.2017
Gletscher und Klima
Die österreichischen Gletscher gehören weltweit zu den am besten untersuchten. Sie werden seit mehr als 100 Jahren systematisch vermessen, um Gletschertagebücher zu erstellen. Das Klima im Hochgebirge bestimmt die Ausdehnung der Gletscher. Interviewpartnerin: Andrea Fischer, Leiterin des Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins.
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Österreich 1 · 28.05.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die österreichischen Gletscher gehören weltweit zu den am besten untersuchten. Sie werden seit mehr als 100 Jahren systematisch vermessen, um Gletschertagebücher zu erstellen. Das Klima im Hochgebirge bestimmt die Ausdehnung der Gletscher. Interviewpartnerin: Andrea Fischer, Leiterin des Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins.

Teil 1:

Spuren der Vergangenheit

Teil 2:

Schwankungen und Gleichgewicht

Teil 3:

Vielfältige Wechselwirkungen

Teil 4:

Eine "Bibliothek" für die Umwelt

Teil 5:

Historische Sichtweisen

Die österreichischen Gletscher gehören weltweit zu den am besten untersuchten. Sie werden seit mehr als hundert Jahren systematisch vermessen, um Gletschertagebücher zu erstellen. Das Klima im Hochgebirge bestimmt die Ausdehnung der Gletscher.

Fast alle Gletscher in Österreich waren in der sogenannten "kleinen Eiszeit" vor etwa 150 Jahren doppelt so groß wie heute. 900 Gletscher gibt es heute noch in Österreich. Sie sind kleinflächig, zerrissen, nur wenige haben gut sichtbare "Zungen" auf der Talseite, an denen man das Abschmelzen des Eises beobachten kann. 30 österreichische Gletscher werden mit mehr als 5 km2 Eisfläche als "groß" bezeichnet.

Gletscher sind Grenzflächen zwischen Erde und Atmosphäre. Je nach ihrer Oberflächenbeschaffenheit können sie viel oder wenig Sonnenenergie aufnehmen, was zu einem Schmelzen des gefrorenen Wassers führt. Als "Firn" wird dabei jener Schnee bezeichnet, der mehrere Jahre überdauert und innerhalb von etwa 30 Jahren zu Eis wird. Dieses Eis ist verformbar, plastisch, wenn es über Kuppeln zu Tal fließt, bilden sich Spalten. Das Gletschereis ist bei österreichischen Gletschern bis 200m tief.

Je nach Temperatur der Atmosphäre, der Sonneneinstrahlung und der Beschaffenheit der Gletscheroberfläche nimmt die Gletschermasse zu, oder der Gletscher "zieht sich zurück". Diese Bezeichnung ist eigentlich irreführend. Der Gletscher fließt immer nur nach unten. Wenn aber unten an der Zunge mehr Eis schmilzt, als oben nachgebildet wird, wandert die Gletscherzunge und damit das sichtbare "Ende" des Gletschers nach oben.

Wie Jahresringe lagern sich die Bedingungen der Atmosphäre am Gletscher in regelmäßiger Abfolge an. Es entsteht ein Klimaarchiv. Durch Lufteinschlüsse lassen sich auch vergangene Atmosphärenzustände analysieren. Schadstoffe, Saharastaub, organische Materialien werden ebenso im Eis gespeichert.

Über die Zusammensetzung der Isotope des Wassers kann auf die Herkunft des Gletscherwassers geschlossen werden. So können Klimamodelle vergangener Zeiten erstellt werden, die Ausblicke auf die Zukunft ermöglichen.

Das Bild vom Gletscher selbst hat sich immer schon gewandelt. Die letzte große Eiszeit liegt etwa 10.000 Jahre zurück. In diesem Zeitraum haben die Menschen die Alpen besiedelt, das Eis ist zurückgegangen, mit Tieren und Jagd wurde der "Lebensraum Alpen" erobert.

INTERVIEWPARTNERIN:

Dr. Andrea Fischer

Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Leiterin des

Gletschermessdienstes des Österreichischen Alpenvereins

Link zu ORF ON: Gletscher

Österreichs Bild vom Gletscher

Sahnehäufchen auf den Bergen

Seit Menschen begannen, die Alpen zu besiedeln, prägt das Bild vom „ewigen Eis“ ihre Einschätzung von Klima und Lebensraum der Berge. Erinnerungen werden mit Fotos, Geschichten, Sagen, Märchen und Beschreibungen von Generation zu Generation weitergegeben. Da aber die österreichischen Gletscher seit 1850 fast jedes Jahr zurückgehen, sind diese Geschichten immer auch mit Wehmut verbunden.

Das Bild der Berge begann sich seit genau dieser Zeit auch wissenschaftlich zu entwickeln. Mit tragbaren Instrumenten.

OT 1: Andrea Fischer, interdisziplinäre Gletscherforscherin: Der Alpenraum ist ein schrecklicher Ort

URL:

Die österreichischen Gletscher sind seit der sogenannten “kleinen Eiszeit” um rund die Hälfte zurückgegangen. Diese „kleine Eiszeit“ war eine Periode zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, in der es relativ kühl war und sich große Gletscherflächen bilden konnten. Ab 1850 wurde es auf der ganzen Welt wärmer – und somit war bald auch ein Rückgang der Gletscher zu beobachten.

Die Größe der Gletscher lässt Rückschlüsse auf das Klima zu.

30 Jahre muss ein Gletscher mindestens beobachtet werden, um kurzfristige Schwankungen von langfristigen Klimatrends zu unterscheiden. Der Verein „Gletscher und Klima“ sammelt die Daten für Österreich.

In Österreich gibt es die “Interdisziplinäre Gebirgsforschung“, fächerübergreifende Hochgebirgsforschung, die mit vielen auch international tätigen Wissenschaftler/innen unter dem Schirm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betrieben wird. Es geht dabei nicht nur um Fragen der Dokumentation der Klimaveränderung, sondern auch um deren Auswirkung auf die Besiedlung des Alpenraums durch Pflanzen, Tiere und Menschen.

Wanderungsbewegungen sind die Folge.

Gletscher kennt unterschiedliche Zyklen: Ein großer Zyklus ist die Phase zwischen Eiszeit und Zwischeneiszeit, die durch die Einstrahlungsbedingungen der Sonnenstrahlen auf die Erde bestimmt wird. Winter und Sommer bilden darüber hinaus den saisonalen Zyklus. Zwischen September bis Mai bildet sich die winterliche Schneedecke, die über dem Sommer mehr oder weniger abschmelzen kann. Wenn die Nettobilanz positiv ist, wächst der Gletscher, wenn sie negativ ist, zieht er sich zurück. Ein Gletscher ist selten im Gleichgewicht.

Laut Gletscherbericht 2016 des Österreichischen Alpenvereins waren in Österreich von 90 beobachteten Gletschern 87 im Rückgang, 2 sind gleichgeblieben, und einer ist vorgestoßen. Ein Bild, das sich auch durch die letzten 20 Jahre zieht. Einzig 1980 wiesen 75% der Gletscher einen Vorstoß auf, nicht aufgrund einer Unterbrechung der globalen Erwärmung, sondern durch eine kleinräumige Abweichung vom Klimatrend. Da in kühleren Jahren auch die Lawinengefahr steigt, werden solche kleinräumigen Schwankungen durchaus heftig bemerkt und sind in der Erinnerung der Menschen gut verankert.

Link: Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins

Das älteste in den österreichischen Alpen gefundene Eis stammt aus dem Holozän, es ist ca. 7000 Jahre alt. Üblicherweise ist das Eis der Gletscher in Österreich nur wenige 100 Jahre alt. Denn so lange dauert es, bis aus Schnee und Eis von der Oberfläche Gletschereis gebildet wird, das bis zur Gletscherzunge fließt, wo es abschmilzt.

OT 2: Andrea Fischer: Schmutzige Gletscher sind nicht unbedingt Zeichen einer katastrophalen Umweltsituation

URL:

Gletscher sind wahre Klimabibliotheken.

Gletscher nehmen durch ihre Speicherfunktion von Eis eine besondere Rolle in der Dokumentation von ein. Schichtweise wird jeden Winter Firn an der Oberfläche der Gletscher abgelagert, zusammengepresst, aus ihm wird nach ca. 30 Jahren plastisches Eis, das zu fließen beginnt.

Die Einschlüsse in den jahreszeitlichen Schichten lassen Rückschlüsse auf den Zustand der Atmosphäre zu: ihren Gehalt an Staub, Pollen, und selbst ihre chemische Zusammensetzung wird durch Luftbläschen im Eis gespeichert. Die Wissenschaftler/innen können durch die Isotopenzusammensetzung des Wassers auch Rückschlüsse auf seine genaue geographische Herkunft ziehen.

Alle Informationen münden in Klimamodellen die von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft reichen.

Der Rückzug der österreichischen Gletscher hat für die Menschen, Tiere und Pflanzen in diesem Lebensraum durchaus große Bedeutung.

Die wirklich dramatischen Probleme sind aber anderswo zu finden – dort wo der Anstieg der Meeresspiegel oder steigende Temperaturen wichtigen Lebensraum reduzieren, dort wo Permafrost schmilzt, wobei gespeicherte Treibhausgase freigesetzt werden, was zu einer positiven Rückkopplung der Erderwärmung führen kann, und dort, wo die höhere Energie der Atmosphäre zu mehr Stürmen und Extremwetterereignissen führt.

OT 3: Andrea Fischer: Spuren im Eis

URL:

Heute sind die Gletscherregionen touristisch stark inszeniert. Die Schigebiete prägen somit das Bild über die Gletscher, Urlauber/innen nehmen das Bild von der schneebedeckten Gebirgshaube mit nach Hause. Sie sind betroffen, wenn sie zum Beispiel den Schutt auf der Pasterze, dem Gletscher am Großglockner sehen. Diese Gesteinsspuren sind aber durchaus normal. Der wahre Klimawandel findet stiller statt.

Link: Andrea Fischer, Glaziologin:

Interdisziplinäre Gebirgsforschung:

In der Nähe von Innsbruck befindet sich der Stubaier Gletscher auf über 3000m. Der Gletscher am Bild heißt Schaufelferner. Nur in zwei Jahren, 1920 und 1980, ist dieser Gletscher in den letzten 150 Jahren größer geworden. Seit den frühen 70-er Jahren befindet sich hier ein Schigebiet. Der Stubaier Gletscher gehört zu den 30 größten Gletschern Österreichs mit einer Fläche von über 5 km2. Sie haben eine gut ausgeprägte Zunge an ihrer Talseite, an der das Wasser abschmilzt. Über 200m können österreichische Gletscher tief sein.

Gletscher bilden im Hochgebiorge die Grenzfläche zwischen Atmosphäre und Untergrund. Schmutz an der Gletscheroberfläche ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen für den Zustand des Gletschers. Durch das regelmäßige Abschmelzen der oberen Schichten werden Gesteinsspuren der Seitenmoränen und dunkler angewehter Sand wirksam. Diese dunklen Stellen – Kryokonitlöcher – sammeln das Sonnenlicht stärker und führen zu einer unregelmäßig geformten Oberfläche und stärkerem Abschmelzen des Eises.

Wir können alleine durch die Form der Felsen der Gebirgslandschaft weit in die Vergangenheit zurückblicken. Dazu braucht es aber einen geübten Blick. Historische Spuren können an den runden Gesteinsformen zum Tal hin an den Hängen abgelesen werden. Darüber sind eckige Felsen sichtbar. Die sogenannte Schliffgrenze zeigt somit die Grenze der eiszeitlichen Gletscher, die früher weit in das Alpenvorland hinausreichten und das Tal verfüllt haben.

Im Schigebiet des Stubaier Gletschers befindet sich auch eine Eishöhle, in der die Besucher/innen an den Grund des Gletschers gehen können. Dort hat es immer genau 0 Grad, obwohl das Eis darüber eigentlich kälter ist. Das Eis ist hier 400 Jahre alt. Sichtbar werden die schichtweisen Ablagerungen. Im Bild zu sehen auch am unteren Bildrand eine Schicht Saharastaubs, der einige Male pro Jahr über Wind und Wetter den Weg auch nach Österreich findet. Das violette Licht stammt von einer Lampe, die das durchsichtige Eis sichtbar macht.

Gletscher sind ist durch ihre Schichten hochaufgelöste Archive vergangener Klima- und Wetterzustände. In den eingeschlossenen Luftblasen wird auch die Zusammensetzung der Atmosphäre mit abgespeichert, was Rückschlüsse zum Beispiel auf ihren klimaformenden CO2-Gehalt zulässt.
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ID 255
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Was macht eigentlich? | 10.05.2017
Europäisches Institut für Progressive Kulturpolitik
Portrait einer Einrichtung. Das Europäische Institut für Progressive Kulturpolitik ist ein transnationales Netzwerk von Kulturschaffenden und Wissenschaftler:innen. Es analysiert politische Rahmenbedingungen kultureller Praxis mit Fokus auf Europa. Link:
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Österreich 1 · 10.05.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Portrait einer Einrichtung. Das Europäische Institut für Progressive Kulturpolitik ist ein transnationales Netzwerk von Kulturschaffenden und Wissenschaftler:innen. Es analysiert politische Rahmenbedingungen kultureller Praxis mit Fokus auf Europa. Link:

Update:

URL:

Manuskript

Was macht eigentlich …?

Das Europäische Institut für progressive Kulturpolitik (EIPK)

(Lothar Bodingbauer, 11. Mai 2017)

ATMO Schritte

Wien, Innere Stadt, Bäckerstraße/Postgasse. Im ausgedehnten Häuserblock der Akademie der Wissenschaften verbinden unzählige Gänge, Ecken und Treppen, viele Menschen, die an irgendetwas forschen oder arbeiten. Das Europäische Institut für progressive Kulturpolitik ist dann überraschenderweise kein Institut mit Klingelschild und Überschrift, sondern eine gemeinsame Idee der Beteiligten – die über viele verschiedene Einrichtungen verstreut sind. Ihre Vorsitzende finden wir hier.

OT 01 / 00:30

Ich heiße Monika Mokre, ich bin Politikwissenschaftlerin, und habe meinen Hauptjob an der Akademie der Wissenschaften am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte. Insgesamt sind wir vielleicht so 12 Leute. Wir treffen und regelmäßig aber nicht sehr häufig auch aufgrund von örtlicher Verstreuung über Europa. Es gibt ein Grundkonzept dessen, was wir tun wollen. Wie sich das konkret entwickelt hat sehr viel zu tun mit den Interessen des Kollektivs und auch der Individuen im Kollektiv.

Eine ungewohnte Wortwahl. Das Kollektiv – wir werden gleich darauf zurückkommen. Es geht aber um die Analyse des Zusammenlebens von Menschen. Wie wird es geregelt. Sichtbar besonders in der Kultur, dort wo es mehr Freiheit gibt, sich auszudrücken, mehr Möglichkeiten aber auch zur Beschränkung. Wer bestimmt die – sogenannten – Policies.

OT 02 / 00:21

Ich würde mal sagen, wir analysieren Policies. In dem Sinne wie es die Politikwissenschaftlerinnen gerne verwenden, das was der politische Output ist. Nicht der Prozess, das wäre Politics, nicht das System, das wäre Polity. Der Output, Kulturpolitik als Feld ist dann eine Policy. Gerade auch wie eine europäische Kulturpolitik funktioniert.

Progressiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Grenzen überschritten werden sollen, dass das Bestehend hinterfragt wird, die Idee einer sogenannten europäischen Leitkultur zum Beispiel, oder ob es ratsam ist, das „wir“ von den „anderen“ zu trennen. Die Sprachwahl von Monika Mokre ist bewusst und sorgfältig. Sprache steht im Mittelpunkt der Arbeit. Nicht in einer Sprache erscheinen die Inhalte der Homepage des Instituts, sondern sie wechseln ständig. Die Sterne im Wappen der Europäischen Union zischen herum, fliegen nach außen, fliegen nach Innen. Auf Bilder wird verzichtet, zu sehr würden sie bestehende Eindrücke festschreiben, und fortschreiben. Und – zurück zum Kollektiv, politisch befinden wir uns links der Mitte.

OT 03

Ja, das würde ich schon so sehen. Es geht um eine politische Haltung. Linkspolitisch, postkolonial, postmarxistisch. Und wir alle haben unsere politische und aktivistische Geschichte und das aber nicht festzuschreiben, sondern eher zu sehen als ein Fortschreiten. Das Fortschrittlich ist auch nicht so linear zu verstehen wie dieser Fortschrittgedanke lange verstanden wurde, dass es so eine Gerade nach oben ist, sondern das ständige Überschreiten auch von dem was wir selbst schon gedacht haben und weiterdenken und weiterhandeln.

Progressive Kulturpolitik. Was wäre eigentlich das Gegenteil?

OT 04 / 00:35

Das Gegenteil wäre eine Kulturpolitik, die das erhalten will, was wir haben, zugleich, und zugleich werden Konflikte kulturalisiert, wenn es einen politischen Konflikt gibt, wir das oft auf Ethnizität hinuntergebrochen, oder andere Werte. Die politische Situation, die ökonomische Situation, die enorme Ungleichheit in Einkommen und Vermögen, der Ausschluss von zahlreichen Bevölkerungsschichten, das erscheint uns und mir nicht als attraktives Gesellschaftsmodell.

Nicht die großen kulturellen Flaggschiffe sollen vorgezeigt werden, sondern Räume geschaffen werden, in denen Diskurs möglich ist. Die Abkehr von der großen kulturellen Repräsentation, die, wie Monika Mokre sagt, unreflektiert eine Identität zementieren.

OT 05 / 00:12

Wir Österreicher/innen, wir Europäer/innen, definiert als etwas, das sich abgrenzt, von denen, die nicht dazugehören. – Wer ist befugt, wie zu sprechen, und warum.

Rubia Salgado ist eine der Autorinnen, die ihre Texte über das Institut für Progressive Kulturpolitik veröffentlicht. Sie ist in Brasilien geboren und hat den Hintergrund politisch erfahrender Frauen Lateinamerikas und ist eine der Gründerinnen des Vereins MAIZ, einem Beratungszentrum für Migrantinnen in Linz. In den Sprachkursen von MAIZ wird Sprache nicht einfach nur gelernt und übernommen. Das würde die Machtverhältnisse weiterführen und Selbstbestimmung unmöglich machen, sagt Rubia Salgado.

OT 06 / 00:42

Das heißt es geht nicht um die Reproduktion. Um den Erhalt dieser Sprache in ihrer Form. Es geht darum, diese Sprache zu sprechen, als unsere eigene Perspektive. Und hier geht es darum, sich diese Sprachen kritisch anzueignen, bestimmte Register auch zu erwerben, aber zu wissen, dass Norm zu hinterfragen ist. Und was hier machen, wir thematisieren diese Prozesse mit den Frauen, wir geben Beispiele. Wir zeigen, früher hat man so gesprochen, heute spricht man da. In dieser Region spricht man so, Arbeiterinnen vielleicht so, und Akademikerinnen sprechen so. Die sprach eist hier und wir versuchen uns diese Sprache in ihren Varietäten anzueignen. Das hat alles mit Macht mit gesellschaftlichen Positionen von Sprecherinnen zu tun.

Die Beiträge des „Kollektivs“ finden sich auf der Homepage des Instituts – zu finden sind sie durch Klick auf die Überschriften.

Zitat: „Monster Munizipalismen“

OT 07 / 09:00

Da geht es um die Städte und was in Städten entstehen kann, aufgrund von Immigration, aufgrund von sozialen Konflikten, die dort kulminieren.

Zitat: „Aufstand der Verlegten“

OT 08 / 00:11

Das kommt aus der Erfahrung, und das sind viele von uns, die wissenschaftlich arbeiten, und ständig beschränkt werden, was sie tun wollen, durch das Verlagswesen.

Zitat: „Das große Gefängnis“

OT 09 / 00:26

Das große Gefängnis ging hervor aus dem Engagement von einigen von uns in den Refugee Bewegung, die 2012, 2013 da rund um die Votivkirche entwickelt hat, Besetzung des Votivparks, Besetzung der Kirche. Was wir versucht haben in dem Buch war, Beiträge zu kombinieren, wie lebt man als Migrant- Migrantin in Europa, und wie geht es dir im Gefängnis und dann die Frage, warum überhaupt Gefängnisse.

Faraz Gondal: Ein Tag ist so lange wie ein Jahr; geschrieben von einem zwanzigjährigen Geflüchteten.

ZITAT Sprecher

Ich war acht Monate lang in Österreich in Untersuchungshaft. Die Zelle war wie ein Grab, wie wenn man tot ist. Dort, wo wir sitzen und essen, dort scheißen wir auch. In den großen Zellen sind vier Leute, ich war aber immer in einer Zelle für zwei Leute. Das war auch schlecht, 24 Stunden kannst du nicht immer mit einem reden, kannst du nicht immer das gleiche Gesicht sehen.

ATMO 10 (Monika Mokre liest auf Gehsteig)

Dort, wo wir sitzen und essen, dort scheißen wir auch. In den großen Zellen sind vier Leute, ich war aber immer in einer Zelle für zwei Leute. Das war auch schlecht, 24 Stunden kannst du nicht immer mit einem reden, kannst du nicht immer das gleiche Gesicht sehen.

Den Text von Faraz Gondal hat Monika Mokre im Rahmen der Wiener Festwochen vorgelesen. Auf einem Gehsteig.

OT 11 / 00:17

Es ist schon schön, dass es auch virtuelle Möglichkeiten der Veröffentlichung gibt. Aber ich glaube auch, dass die Besetzung des öffentlichen Raums eine wichtige Sache ist. Ich bin da gerne dabei, halte das für sinnvoll, und nebenbei finde ich es ziemlich lustvoll, mit anderen Gleichgesinnten den öffentlichen Raum zu besetzen.
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ID 254
Schwertransporte auf zwei Rädern
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute | 07.05.2017
Schwertransporte auf zwei Rädern
Das Lastenrad boomt: Besonders in Städten mit viel Verkehr schlängeln sich neuerdings mehr oder weniger elegant „Heavy Pedals“ - Lastenräder in unterschiedlichen Formen durch den Alltag. Die Wege sind kurz, Beschränkungen für den Autoverkehr nehmen zu. Das fördert den Wunsch, auch schwerere Lasten wie Gasthermen oder Getränkekisten mit Muskelkraft zu befördern. Akkus unterstützen das Ganze, ganze Gewerbebetriebe sind aufgesprungen. Seit kurzem fördert die Stadt Wien den Ankauf von Lastenrädern a …
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Österreich 1 · 07.05.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Das Lastenrad boomt: Besonders in Städten mit viel Verkehr schlängeln sich neuerdings mehr oder weniger elegant „Heavy Pedals“ - Lastenräder in unterschiedlichen Formen durch den Alltag. Die Wege sind kurz, Beschränkungen für den Autoverkehr nehmen zu. Das fördert den Wunsch, auch schwerere Lasten wie Gasthermen oder Getränkekisten mit Muskelkraft zu befördern. Akkus unterstützen das Ganze, ganze Gewerbebetriebe sind aufgesprungen. Seit kurzem fördert die Stadt Wien den Ankauf von Lastenrädern auch finanziell. In Fahrradkollektiven werden die Räder kostenlos verliehen. Ein Selbstversuch, wie die Beförderung alltäglicher Gegenstände mit dem Fahrrad statt mit dem Auto in der Stadt funktionieren kann.

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Transkript (auomatisiert, Whisper, kann Fehler enthalten):

Speaker 1

Moment, Leben heute.

Speaker 2

Sie haben alle einen ziemlichen Respekt vor diesem Rad. Also die Außenwirkung, für die Autofahrer ist, jeder lässt ein bisschen mehr Abstand, man wankelt manchmal auch ein bisschen, man ist ein bisschen breiter beladen vielleicht und das funktioniert eigentlich ganz gut.

Speaker 3

In Städten mit viel Verkehr schlängeln sich neuerdings mehr oder weniger elegant "heavy pedals" – Lastenräder – in unterschiedlichen Formen durch den Alltag. Die Wege sind kurz, Beschränkungen für den Autoverkehr nehmen in der Stadt tendenziell zu, das fördert den Wunsch, auch schwere Lasten mit Muskelkraft zu befördern. Ganze Gewerbebetriebe sind bereits aufgesprungen. Seit kurzem fördert die Stadt Wien den Ankauf von Lastenrädern. Oder man borgt sich eines aus.

Speaker 4

Wir haben einer freien Umziehung geholfen von jeder See, also eben da im 21. bis in den tiefen 8. Bezirk. Und das ist auch gegangen, weil du brauchst halt Kraft, okay, aber sonst ist es wirklich sehr schön. Es ist eine ganz andere Art umzuziehen."

Speaker 3

Über die Beförderung alltäglicher Gegenstände mit dem Fahrrad statt mit dem Auto berichtet Lothar Bodingbau.

Speaker 4

"Also es ist sehr groß, drei Meter lang. Es hat vorne eine große Lade drauf. Ich glaube, wir haben 100, 120 Liter Erde reingegeben. Es ist blau, es ist schön. Man sitzt drauf wie ein Herr.

Speaker 5

Katharina Niedermeier ist Lehrerin und 28 Jahre alt. Sie beschreibt ihr Lastenrad. Es stammt aus Wohngemeinschaftsstudienzeiten. Vor einigen Jahren hat sie es ihrem damaligen Mitbewohner abgekauft.

Speaker 4

Man hat eine sehr aufrechte Position zum Sitzen. Und man sitzt dort, wie wenn man der Herr der Straße ist. Also sehr elegant sitzt man drauf. Und wenn jemand damit fortschaut, ist es wirklich schön aus.

Speaker 5

Das will man doch dann auch selbst einmal ausprobieren. Und man erinnert sich, dass da unten im Keller noch sechs Kisten Limoflaschen stehen, die man zurückbringen will. Wer kein Lastenrad besitzt, borgt sich eines aus.

Speaker 6

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass 25 Prozent aller Güterfahrten in der Stadt auch mit dem Lastenfahrrad durchgeführt werden könnten.

Speaker 5

Sagt Martin Blum. Er ist Fahrradbeauftragter der Stadt Wien, kümmert sich also um die Interessen der Fahrradfahrerinnen und Fahrer. Und er spricht aus eigener Erfahrung.

Speaker 6

Ich bin ja selber ein Lastenradfahrer seit vielen Jahren und habe gesehen, wie viele positive Reaktionen man erntet. Die Leute kommen auf einen zu, fragen, wo das her ist, was man damit transportieren kann, ob es schwer zu fahren ist oder einfach. Und so wird das Fahrrad wirklich zu einem Verkehrsmittel für viele Lebensbereiche.

Speaker 5

Kostenlose oder günstige Ausleihestationen gibt es auch schon in anderen Städten. Zum Beispiel in Innsbruck oder in Graz. In Wien zum Beispiel beim Lastenrad-Kollektiv. Die Anmeldung erfolgt per Mail. Es gibt verschiedene Räder, vorne drauf die Last, oder hinten oder zur Seite hängend. Konditionen für die Ausleihe, 80 Euro Kaution und Ausweis. Am nächsten Tag um 10 Uhr kommt die Antwort. Das Fahrrad steht bereit.

Speaker 7

Du kriegst einen Schlüssel. Wir haben hier zwei Lastenräder zur Verfügung. Beide Probefahren. Dich entscheiden, mit welcher Lenkgeometrie du mehr zurecht kommst. Sollte es ein indirekt gelenktes sein oder lieber ein ganz simples, das sich anfühlt wie ein normales Fahrrad, nur mit einem riesen Gepäckträger."

Speaker 5

Heinrich Flickschuh betreibt mit seinen Freundinnen und Freunden vom Fahrradkollektiv den Lastenradverleih ehrenamtlich und in der Freizeit. Als Fahrradmechaniker kennt er sich in allen Details der Räder aus, er repariert sie und alle zusammen veranstalten sogenannte Solidaritätsfeste, auf denen sie Spendengeld für ein, zwei neue Lastenräder pro Jahr sammeln. Wer sie benutzt, zahlt so viel er möchte.

Speaker 7

Wir machen das in Wien. Ich schau, dass ich niemanden mit Abgasen und Lärm beheilige.

Speaker 5

Ich möchte das teilen, ich möchte das propagieren. Nach einer Probefahrt ist Zeit für die erste richtige Transportfahrt. Sechs Kisten leere Limo-Flaschen werden auf einer niedrigen Ladefläche festgezurrt. Der Weg führt von Floridsdorf über die Donau zurück ins Stadtgebiet zum Getränkehändler. Für andere Verkehrsteilnehmer sieht die hohe Beladung nicht allzu vertrauenserweckend aus. Entgegenkommende Radfahrer weichen respektvoll aus, überholende Autos von hinten ebenso. Das Gefährt fühlt sich aber sehr kontrolliert an. Man fährt ruhig und großräumig wie ein Autobus. Und schnell merkt man, wie leicht es geht, wenn es eben ist. Und wie viel Energie notwendig ist, wenn es einen Berg hinauf geht. Paris Maderna konstruiert Lastenräder in Wien und er weiß, worauf es technisch dabei ankommt.

Speaker 8

Das Wesentliche ist die Verwindung einerseits zwischen Pedalen und Lenker. Und dieser Bereich muss einmal sehr stabil sein, um die Umsetzung der Kraft einmal zu gewährleisten. Dass nix verloren geht. - Genau. Und das Geigeln ist der zweite Punkt. Das ist die Verwindung zwischen Vorderrad und Hinterrad. Der Rahmen darf sich nicht verwinden. eben nicht sich aufschaukeln, weil das kann dann ziemlich gefährlich werden. Also wenn sich ein Rad aufschaukelt, heißt das, dass es unkontrolliert langen Linien fährt, die sich dann immer größer werden und die definitiv zum Schlutz führen. Eine andere Geschichte wird dann wahrscheinlich sein, der Schwerpunkt. Natürlich, der Schwerpunkt ist wichtig. Unglaublich, wie viel das ausmacht, ob jetzt die Ladefläche ein paar Zentimeter weiter unten oder weiter oben liegt.

Speaker 5

Das erste Lastenrad gab es übrigens schon 1696. Eine pferdelose Kutsche, ein muskelbetriebenes Personentransportmittel. Um 1900 waren es vor allem die Holländer und Dänen, die Lastenräder entwarfen und verwendeten. Heute gibt es 638 verschiedene Modelle von Lastenrädern, von 198 Herstellern weltweit. Das Angebot hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert, die Räder sind moderner geworden. Alle Beteiligten raten zum Ausprobieren, bevor man eines davon kauft. Rund 2500 bis 3000 Euro kostet ein professionelles Lastenrad. Teilweise gibt es Förderungen von Städten und Gemeinden.

Speaker 9

Also ich muss sagen, mittlerweile ist es fast Mainstream. Es sind auch nicht mehr die hartgesottenen Alltagsradlerinnen, sondern es sind wirklich teilweise nicht geübte, nicht täglich fahrende Radfahrerinnen, die jetzt merken, das Rad ist einfach ideal und wollen da jetzt auch umsteigen.

Speaker 5

Florian Weber betreibt einen Fahrradbotendienst in Wien. Er verkauft auch Lastenräder. Sein Geschäft hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Es ist wichtig, sagt er, zu wissen, was man transportieren möchte, bevor man ein Rad kauft.

Speaker 9

Der Unterschied ist zum Beispiel, will ich ein einspuriges oder mehrspuriges Fahrrad haben? Das kann man oft am Anfang nicht sagen, beziehungsweise haben wir viele Kundinnen, die sagen, sie wollen ein mehrspuriges Fahrrad, weil sie sich da sicherer fühlen, sind aber noch nie drauf gesessen. Und dann bei der Probefahrt stellt sich dann oft heraus, das Dreirad ist vielleicht doch nicht so wie gedacht, das Einspurige ist vielleicht doch angenehmer zu fahren, weil es einfach näher am Fahrradfahren ist. Mehrspurig kommt halt dann teilweise in Betracht, also es gibt natürlich Menschen, die fühlen sich am Einspurigen nicht so wohl oder ich brauche einfach mehr Platz. Also wenn ich zum Beispiel sage, ab vier Kinder, das geht im Einspurigen eigentlich nicht mehr, da nehme ich dann das Dreirad. Sechs Kinder sind auch kein Problem. Es gibt sogar große Räder aus Holland für Tagesmütter, Kindergruppen, da gehen bis zu acht Kinder rein.

Speaker 5

Ja darf man denn das? Eine Frage an den Rechtsanwalt Johannes Pepelnik. Er ist Spezialist in Fahrradrechtsfragen.

Speaker 10

Am normalen Fahrrad kann ich natürlich nur eine Person mitnehmen. Beim Lastenrad kann ich so viele Personen mitnehmen, wie Sitze in dem jeweiligen Lastenfahrrad sind. Und das kommt auf die Bauart an. Da müsste es halt einen geeigneten Sitz geben und einen Gurt für die jeweilige Person, die ich mitnehme, für das jeweilige Kind.

Speaker 5

Lastenräder, führt das zu einer besonderen Kategorie von Konflikten oder sind es letztlich Konflikte, die halt einfach Radfahrer haben, wenn es um rechtliche Probleme geht?

Speaker 10

Also ich habe in meiner Praxis noch keine speziellen Lastenfahrradunfälle und ich glaube, das liegt daran, dass Menschen, die Kinder transportieren oder Lasten transportieren, denen liegen die Kinder, respektive Lasten, besonders am Herzen. Und es kommt dazu, dass die natürlich von den autofahrenden Verkehrsteilnehmern viel besser gesehen und wahrgenommen werden. Und der dritte Punkt, der eine große Rolle spielt, ist, glaube ich, dass die natürlich langsamer unterwegs sind. Und natürlich ist Geschwindigkeit immer ein Thema. Wenn Annäherungsgeschwindigkeiten langsamer sind, dann sieht man sich und andere besser. Dadurch kommt es zu keinen Konflikten. In der Seestadt Aspern fährt Ferro für DPD,

Speaker 5

den deutschen Paketdienst, die Packerl mit dem Lastenrad aus. Er ist 58 Jahre alt, lebte lange Zeit in Brasilien und hat in den letzten Monaten 6 Kilo abgenommen durch seine Arbeit. Eine Wohltat, wie er sagt. wird erkannt, er winkt, die Leute freuen sich, wenn er jeden Vormittag mit seinem Gefährt vorbeikommt.

Speaker 11

So, ich bin um die 15, schauen wir mal, ob er zuhause ist. Ja bitte. Ja, grüß mich, ich habe ein Paket, welches Stockwerk bitte?

Speaker 12

Dritter Stockwerk.

Speaker 11

Danke. Wind kombiniert mit so Regen, der so peitscht, das ist das einzige, was ich nicht so mag. Aber wenn es so kalt ist, das macht mir nix. Oder wenn es schneit und kalt, macht mir auch nix. Und man gewöhnt sich wirklich an alles. Und das ist Abhärtung pur für den Körper. Ich mag's gern.

Speaker 13

Wir haben ja Mitarbeiter, die sagen, ich möchte das gerne tun, man muss es wollen, man kann niemanden dazu zwingen. Das würde, glaube ich, nicht so gut funktionieren. Also es muss jemand wollen.

Speaker 5

Rainer Schwarz, er ist Geschäftsführer der DPT Austria. Und wie viele andere Logistikunternehmen auch, experimentiert er in seinem Unternehmen an verschiedenen Standorten an der Optimierung der sogenannten letzten Meile. Das letzte Stück zu den Paketempfängern.

Speaker 13

Also ich denke, der Stellenwert von den Lastenfahrrädern wird in Zukunft steigen. Im Moment, wir haben hier das Lastenfahrrad im Einsatz, haben gute Erfahrungen gemacht und ich denke, das wird einmal viel mehr zum Einsatz kommen, als es heute ist. Nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten, auch aus ökonomischen, weil wir haben hier eine Situation, wo wir uns auch mit einem größeren Fahrzeug viel schwerer tun, die Pakete zuzustellen. Wir testen auch immer andere Konstellationen, also das heißt, das Modell des Lastenfahrers ist unterschiedlich. Wir versuchen auch sozusagen die Routenlogik jedes Mal auszutesten, das heißt, wie groß darf eine Route sein, wie viel Pakete verträgt eine Route, wie gestalte ich die Route, dass ich natürlich am effizientesten unterwegs bin. Also all diese Dinge werden bei diesen Projekten getestet.

Speaker 5

Auch soziale Kosten wie Lärm oder Gestank, Umweltverschmutzung oder Verspätungen werden von den Logistikern zunehmend mit einberechnet. Die Lastenradler in der Seestadt werden mit Elektroantrieb unterstützt. Das ist zwar für die Radlerinnen und Radler angenehm, belastet aber durch die Herstellung von Akkus die Umwelt. Einer der es ohne macht,

Speaker 2

ist Clemens Torkler. Ich fahr schon schnell. Clemens Torkler ist Unternehmer,

Speaker 5

Er fährt von seinem Lager in Wien-Otterkring Kaffee aus. Mit dem Lastenrad, seit zehn Jahren fast. Lastenrad-Natur sozusagen, mit reiner Muskelkraft. Konflikte mit Autos, besonders in den Wiener Außenbezirken, im Kampf um die beste Position im Fluss der Grünen Welle, sind mühsam, sagt Clemens Törkler. Sonst aber spricht er vorwiegend von guten Erfahrungen.

Speaker 2

Lieferwagen kann ich nicht überall abstellen. Mit dem Lastenrad fahre ich eigentlich von Tür zu Tür. Also ich fahre von meinem Lager direkt ins Stiegenhaus von den Kunden rein. Das sind alles so Kosteneinsparungsfaktoren. Ich habe eigentlich nur ein Lager und ein Fahrrad. Und das Fahrrad kostet mich 100 Euro im Jahr vielleicht. Vielleicht, wenn mal Schlimmes passiert. Also ich zahle quasi nur meine Sozialversicherung und mein Lager und den Rest sind schon meine Einnahmen.

Speaker 5

Clemens Torkler gehört mit seinen zehn Jahren Lastenrad-Erfahrung zu den Pionieren. In Österreich hat sich eine Lastenradszene erst in den letzten Jahren entwickelt und da vor allem in den Städten. Das reibungslose Zusammenleben mit den anderen Verkehrsteilnehmern muss sich erst entwickeln. Gesetze über Benützungspflichten von Radstreifen werden derzeit angepasst, ebenso die Möglichkeit in Fußgängerzonen mit Lastenrädern auch außerhalb der Zustellzeiten zu liefern. Die Radler berichten von schönen und von haarsträubenden Erlebnissen, von knapp verfehlten Autotüren, die sich plötzlich geöffnet haben. Und die Autofahrer klagen ohnehin schon länger über die Verhaltensweisen mancher Radfahrer. Einer, der über seine Erfahrungen als Familienlogistiker mit Lastenrad schreibt und berichtet, ist Stefan Renner.

Speaker 14

Für mich ist es ja nicht nur ein Rad, für mich ist es eine Scheibtruhe. Eine Scheibtruhe, die man, wenn man's braucht, aber auch länger weitertransportieren kann. Und es gibt in Wien eh sehr viele kleine Straßen, die man super fahren kann. von anderen Fußgängern und Fußgängerinnen, da bin ich immer recht freundlich angelacht. Was aber leider auch ein Zeichen ist, dass immer noch eher so ein Kuriosum, "haha, da sitzt ein Kind und schaut süß aus". Aber die Normalität, die es in anderen Städten ja hat, wo das einfach ganz normaler Einsatz, also mit Verkehrsmitteln von Familien ist, wo man dann auch ignoriert wird, das ist einfach irgendwas. Mir wurscht, ich mach's ja nicht, dass ich angelacht werde, sondern einfach, dass es mein Leben verbessert.

Speaker 5

Stefan Renner hat lange mit seiner Familie in Brüssel gelebt und gearbeitet. Und er teilt auf seinem Blog "Familienrat.at" seine Erfahrungen. Jetzt teilt er mit uns seinen heutigen Logistikplan mit Lastenrad. Vier Kinder gilt es in den nächsten Stunden im Stadtgebiet zu verteilen.

Speaker 14

"So, es ist kurz vor zwei, wir fahren jetzt rauf und holen den Toni von der Tagesmutter. Mit dem fahren wir dann über den Spielplatz zum Jossi, den holen wir ab vom Kindergarten und fahren dann weiter zur Volksschule. Dort ist der Konrad und mit dem, dem bringen wir dann sein Instrument und mit dem fährt Erdaner Musikschule und wir fahren mit dem Gassi auch hin. Ah, Sturzhörnchen brauch ich noch.

Speaker 3

Schwertransporte auf zwei Rädern. Das Lastenrad im Stadtverkehr. Von Lothar Bodingbauer.
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ID 253
Wetterfrosch und Satellitenbild
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 23.04.2017
Wetterfrosch und Satellitenbild
Der Meteorologe Alexander Ohms über Grenzen und Möglichkeiten der Wettervorhersage für die kommenden Tage.
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Österreich 1 · 23.04.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Meteorologe Alexander Ohms über Grenzen und Möglichkeiten der Wettervorhersage für die kommenden Tage.

Teil 1: Natürliche Sensoren

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Teil 2: Der Blick in die Zukunft

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Teil 3: Stichtage und Wetterregeln

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Teil 4: Wetterfühligkeit und Fehlprognosen

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Teil 5: Wetterkerzen und Hagelflieger

Ist es der Frosch, der das Wetter des nächsten Tages bekannt gibt, indem er auf die oberste Sprosse einer Leiter im Gurkenglas steigt? Man muss genau hinschauen, und Ursache von Wirkung trennen, wissen Meteorologinnen und Meteorologen. Es sind die Insekten, die durch die Thermik - heiße Luft - nach oben getragen werden. Der Frosch folgt den Insekten, und das nur in freier Natur. Das Gurkenglas ist Unsinn.

Frösche zeigen also nur indirekt das Wetter an. Aber immerhin. Wetterbedingungen der Gegenwart weisen in die Zukunft. Die Höhe des Flugs der Schwalben zeigt dasselbe an. Wenn die Luft feuchter wird, selbst wenn die Sonne scheint, verschwindet die Thermik. Insekten werden nicht hochgetrieben, die insektenfressenden Schwalben bleiben mit ihrem Flug in Bodennähe. Bald wird es regnen. Als Menschen nehmen wir die steigende Luftfeuchtigkeit allerdings nicht wahr, wir müssen uns auf die Beobachtung der natürlichen "Wetterpropheten" verlassen.

Für die großräumige Wetterlage nützen Meteorologinnen und Meteorologen Vorhersagemodelle, die ständig angepasst und entwickelt werden. Bis zum 8. Tag ist die professionelle Wettervorhersage derzeit noch besser als ein zufällig geworfener Würfel. Kleine Anfangsunsicherheiten können beim Wetter wie beim Würfel große Wirkungen und damit Überraschungen ergeben.

Für das lokale Wetter und die Vorhersage der Bedingungen - das sogenannte "Nowcasting" - werden nach wie vor die Pflanzen, der Himmel und das Verhalten der Tiere miteinbezogen. Dem Blick auf den Bildschirm folgt auch bei professionellen Wettervorhersagen nach wie vor ein Blick in die Natur.

Ob "Eisheilige" oder die "Schafskälte", Wetterregeln und Stichtage fassen das Erfahrungswissen der Bevölkerung in Reimen und Kalenderdaten zusammen. In früherer Zeit war gerade für Bauern auch die Sicherung der Existenz mit ihrer Richtigkeit verbunden. So schlecht sind die Vorhersagen nicht, wissen Meteorologinnen und Meteorologen heute. Sie haben mit wissenschaftlichen Methoden jede einzelne Regel geprüft: Etwa ein Drittel der Erfahrungswerte stimmt ganz gut - zum Beispiel in zwei Drittel aller Fälle.

Service

INTERVIEWPARTNER:

Mag. Alexander Ohms

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik

Kundenservice Salzburg und Oberösterreich

Freisaalweg 16

A-5020 Salzburg

BUCHTIPP:

Alexander Ohms: Wetterprophet Natur.

So nützt man Tiere und Pflanzen zur Wettervorhersage.

Verlag Ennsthaler
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ID 252
Radioproduktion | 15.04.2017
Tischgespräche
Von Lammhaxen, Zitronentarte und der Unterbrechung des Alltags. Mit Alois Schörghuber. Aufgenommen im Podcast Setup (5 Headsets).
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15.04.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Von Lammhaxen, Zitronentarte und der Unterbrechung des Alltags. Mit Alois Schörghuber. Aufgenommen im Podcast Setup (5 Headsets).
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Ö1: Entscheidungen bei Tisch und anderswo
https://oe1.orf.at/programm/20171008/492240/Entscheidungen-bei-Tisch-und-anderswo
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Ö1: Essen und reden uebers Schenken
https://oe1.orf.at/programm/20171217/497574/Essen-und-reden-uebers-Schenken
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OE1-Link:
Ö1: Moment Tischgespraeche
https://oe1.orf.at/programm/20191229/582967/Moment-Tischgespraeche
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Ö1: Moment Tischgespraeche
https://oe1.orf.at/programm/20190602/555747/Moment-Tischgespraeche
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Ö1: Moment Tischgespraeche
https://oe1.orf.at/programm/20200412/595021/Moment-Tischgespraeche
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ID 251
Radioproduktion | 05.03.2017
Pollenvorhersage
(Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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05.03.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
(Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 250
Radioproduktion | 30.01.2017
Schillern, strahlen, leuchten
Farben entstehen erst in unserem Kopf. Wir sehen mit Rezeptoren die Wellenlängen des Lichtes. Erst die Interpretation der Eindrücke im Gehirn "macht" die Farbe. Farben zu vergleichen ist schwierig, weil auch höhere Zentren im Gehirn zusammenspielen, um unsere Wahrnehmungen bunt zu machen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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30.01.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Farben entstehen erst in unserem Kopf. Wir sehen mit Rezeptoren die Wellenlängen des Lichtes. Erst die Interpretation der Eindrücke im Gehirn "macht" die Farbe. Farben zu vergleichen ist schwierig, weil auch höhere Zentren im Gehirn zusammenspielen, um unsere Wahrnehmungen bunt zu machen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 249
Radioproduktion | 07.01.2017
Achtsamkeit
Randnotizen: Doppelte Worte und eine U-Bahn Durchsage, die mit Achtsamkeit zur Vertreibung von Bettlern mahnt. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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07.01.2017 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Randnotizen: Doppelte Worte und eine U-Bahn Durchsage, die mit Achtsamkeit zur Vertreibung von Bettlern mahnt. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

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ID 248
Radioproduktion | 31.12.2016
Aufgeräumt
Aufgenommen mit Martin Pühringer in Haslach (Mühlviertel, OÖ). (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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31.12.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Aufgenommen mit Martin Pühringer in Haslach (Mühlviertel, OÖ). (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 247
Radioproduktion | 24.12.2016
Tischgespräche
Alois Schörghuber lud sich im Dezember fünf Gäste ein und bat sie zu einem improvisierten Gespräch, während vier Gänge serviert wurden. Zu Gast waren Ingrid Rachbauer, Fundraiserin bei der Caritas, der Weinfachverkäufer Thomas Schneeweiß, der Essigbrauer Erwin Gegenbauer, der praktische Philosoph Manfred Rühl und Paul Furtenbach, Physiotherapeut und Psychotherapeut in Ausbildung. Lothar Bodingbauer zeichnete das Gespräch auf. (MomMoment / ORF Radio Österreich 1)
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24.12.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Alois Schörghuber lud sich im Dezember fünf Gäste ein und bat sie zu einem improvisierten Gespräch, während vier Gänge serviert wurden. Zu Gast waren Ingrid Rachbauer, Fundraiserin bei der Caritas, der Weinfachverkäufer Thomas Schneeweiß, der Essigbrauer Erwin Gegenbauer, der praktische Philosoph Manfred Rühl und Paul Furtenbach, Physiotherapeut und Psychotherapeut in Ausbildung. Lothar Bodingbauer zeichnete das Gespräch auf. (MomMoment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 246
Der Staub der Kometen
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 18.12.2016
Der Staub der Kometen
Die Astrophysiker Wolfgang Baumjohann, Günter Kargl und Mark Bentley vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften berichten über die Rosetta-Mission.
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Österreich 1 · 18.12.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Astrophysiker Wolfgang Baumjohann, Günter Kargl und Mark Bentley vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften berichten über die Rosetta-Mission.

Aufnahmen: 1. Dezember 2016

Teil 1: Botschafter vom Rande des Sonnensystems. Link:

Teil 2:

Rendezvous im All

. Link:

Teil 3:

Die Landung auf der Kometenoberfläche

. Link:

Teil 4:

Mikroskopisch kleine Teilchen

. Link:

Teil 5:

Eine aufschlussreiche Mission

. Link:

Kometen sind kleine Himmelskörper, die in unserem Sonnensystem als "schmutzige Schneebälle" auf Bahnen kreisen, die sie immer wieder auch in die Nähe der inneren Planeten führen. Ursprünglich stammen sie aus Gesteinswolken, die sich außerhalb der Neptunbahn am Rande des Sonnensystems befinden. Durch gravitative Wechselwirkungen mit den Planeten können sie aus diesen Gesteinswolken in Richtung Sonne gelenkt werden.

Für Weltraumphysiker sind Kometen wertvolle Botschafter einer längst vergangenen Zeit. Wenn es ihnen gelingt, ihren Aufbau zu verstehen, können sie die Zusammenhänge verstehen, die zur Entstehung des Sonnensystems geführt haben. Die Analyse des Kometenschweifes führte im vorigen Jahrhundert zur Entdeckung des Sonnenwindes, einem Strom geladener Teilchen, die von der Sonne in den Weltraum ausgestrahlt werden. Nicht zuletzt gibt die Untersuchung chemischer Verbindungen auf Kometen wertvolle Rückschlüsse auch auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.

2004 startete die europäische Weltraumorganisation ESA eine Mission, die den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko am 6. August 2014 erreichte, seine Bahn begleitete und ein Landemodul an der Oberfläche absetzte. Die Wissenschaftler vom Grazer Institut für Weltraumforschung waren für einzelne Instrumente der Raumsonde verantwortlich. Sie werten heute die Daten der Mission aus, die am 30. September 2016 endete.

Service

INTERVIEWPARTNER:

Prof. Wolfgang Baumjohann

Dr. Günter Kargl

Dr. Mark Bentley

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Institut für Weltraumforschung

Schmiedlstraße 6

A-8042 Graz

IWF Graz

Foto: Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko by Rosetta's OSIRIS narrow-angle camera on 3 August 2014 from a distance of 285 km. The image resolution is 5.3 metres/pixel. Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA. More images of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko can be found in the '67P - by Rosetta' collection.
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Ö1: Vom Leben der Natur
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OE1-Link:
Ö1: Vom Leben der Natur
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Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20161222#454219/Vom-Leben-der-Natur
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Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20161223/454275/Vom-Leben-der-Natur
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ID 245
Auf den Spuren des Kaisers
Premium|Radioproduktion > Deutschlandfunk > Sonntagsspaziergang | 19.11.2016
Auf den Spuren des Kaisers
Zum 100. Todestag von Kaiser Franz Joseph I: Wenn sich heuer am 21. November der Todestag von Kaiser Franz Joseph I zum 100. Mal jährt, hatten die wenigsten heute noch lebenden Menschen die Chance, ihn je mit eigenen Augen zu sehen. Zu seiner Zeit war das genau anders. Aufgrund der langen Regierungszeit von 68 Jahren kannten die meisten Menschen keinen anderen Regenten. Wir begeben uns auf eine Spurensuche: wo ist der Kaiser heute noch in Österreich zu finden. Entlang der Bad Ischler Bahn zum Be …
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Deutschlandfunk · 19.11.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Zum 100. Todestag von Kaiser Franz Joseph I: Wenn sich heuer am 21. November der Todestag von Kaiser Franz Joseph I zum 100. Mal jährt, hatten die wenigsten heute noch lebenden Menschen die Chance, ihn je mit eigenen Augen zu sehen. Zu seiner Zeit war das genau anders. Aufgrund der langen Regierungszeit von 68 Jahren kannten die meisten Menschen keinen anderen Regenten. Wir begeben uns auf eine Spurensuche: wo ist der Kaiser heute noch in Österreich zu finden. Entlang der Bad Ischler Bahn zum Beispiel, die mit kaiserlichem Business-Abteil auf schmaler Spur von Salzburg zum Sommersitz des Kaisers in Bad Ischl führte. In den Innsbrucker Promenadenkonzerten, wo die Lieder der Monarchie einen wertvollen Fundus an heute noch gespielten Melodien darstellen. In der Netzwerkanalyse von Wiener Mittelalterforschern, die das Machtgefüge und heutige Bedeutung des Kaisers mit modernen Methoden präzise beleuchten und beschreiben können. In Schönbrunn und Belvedere, die großen Wiener Schlösser, wo viele Mitarbeiter die "K & K Erinnerungsmaschinerie" mit Grandesse und Eleganz betreiben und betreuen. In den Geschichten zweier junger Podcaster, die sich in akustischen Zeitsprüngen auf die Spuren von Franz Joseph machen. Und auf Reisen mit dem "Majestic Imperator Train de Luxe" auf der Franz-Josefs-Bahn mit Galadinner und kaiserlicher Unterhaltung. Zum Abschluss bringt uns diese Reise vielleicht auch nach Budapest, wo die Erinnerungen um die heutige "Freiheitsbrücke" als eine dem Kaiser Franz Joseph gewidmete Brücke die Herausforderungen der Monarchie zeigt, an denen sie letztendlich auch zerbrochen ist.

Interessante Gesprächspartner, feine Töne, gelungene Mischung, sprachlich feinsinnig, ernst und heiter, leicht ironisch und doch fair. Einfach schön! (Sonntagsspaziergang / Deutschlandfunk)

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ID 244
Radioproduktion | 19.11.2016
Zwischen Salzburg und Bad Ischl
Die Bad Ischler Bahn verband Salzburg mit Bad Ischl im Salzkammergut von 1893 bis 1957. Die Schienen der Bahnstrecke sind heute längst entfernt, doch viele Menschen entlang der immer noch sichtbaren Trasse erinnern sich nach wie vor an die rauchenden Dampflokomotiven und alten Waggons der romantischen Schmalspurbahn, die den Tourismus ins Salzkammergut gebracht haben. Da Bad Ischl der Sommersitz von Kaiser Franz Joseph war, gab es für ihn auch einen eigenen Salonwagen. Mit allen Höhen und Tiefen …
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19.11.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Die Bad Ischler Bahn verband Salzburg mit Bad Ischl im Salzkammergut von 1893 bis 1957. Die Schienen der Bahnstrecke sind heute längst entfernt, doch viele Menschen entlang der immer noch sichtbaren Trasse erinnern sich nach wie vor an die rauchenden Dampflokomotiven und alten Waggons der romantischen Schmalspurbahn, die den Tourismus ins Salzkammergut gebracht haben. Da Bad Ischl der Sommersitz von Kaiser Franz Joseph war, gab es für ihn auch einen eigenen Salonwagen. Mit allen Höhen und Tiefen zeichnet die Bahn die Spuren der begleitenden und formenden politischen Systeme auch heute noch nach. Ihren Beginn in der österreichisch-ungarischen Monarchie, die Jahre der Nationalsozialisten, die Nachkriegszeit und die Zeit des Wiederaufbaus, in denen der boomende Autoverkehr und die Zunahme von Auslandsreisen der Österreicher das „aus“ dieser alten Bahnstrecke bedeuteten. Eine akustische Wanderung auf den Erinnerungsspuren der „Schmalspurbahn des Kaisers“ von Lothar Bodingbauer

[quote]Ein wirklich schöner Beitrag, er hat mir viel Freude bereitet.[/quote] (Ambiente / ORF Radio Österreich 1)
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ID 243
Podcasting|Radioproduktion | 17.10.2016
"Podcast küsst Radio"
#Subscribe9-Vortrag beim Bayerischen Rundfunk in München: Podcaster und Radiojournalisten leben in unterschiedlichen Welten, obwohl es in beiden um das Sammeln und Bereitstellen von Tönen geht. Erfahrungen aus drei Verbindung, die für beide Seiten gut funktioniert haben.
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17.10.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
#Subscribe9-Vortrag beim Bayerischen Rundfunk in München: Podcaster und Radiojournalisten leben in unterschiedlichen Welten, obwohl es in beiden um das Sammeln und Bereitstellen von Tönen geht. Erfahrungen aus drei Verbindung, die für beide Seiten gut funktioniert haben.

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ID 242
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Randnotizen | 02.10.2016
Beobachtungen
Moment Randnotizen
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Österreich 1 · 02.10.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Moment Randnotizen

26. Juni, Lothar Bodingbauer

Worüber lohnt es sich zu reden?

Manuskript

Wer am Abend nach Hause kommt, ist erst mal müde. Der redet gar nichts. Die Kinder erzählen. Vom Mathelehrer, der doch nur einen Vierer ins Zeugnis schreiben will, erzählt das eine Kind. Von der Idee, eine Wasserbombenmaschine zu entwerfen, das andere. Vom Klassenvorstand, der so viel redet und keine Einser sondern nur Zweier ins Zeugnis schreiben will, in allen Fächern, die er das Kind unterrichtet. Die Frau erzählt von der Schwierigkeit, die Mutter über die heißen Tage in eine gute Umgebung zu bringen, wo sie es aushalten kann. Von einem wackelnden Zahn, der 1er unten, und was man da tun könnte. Klebebrücke. Implantat? Sie erzählt vom Gespräch mit einer Caritas-Pflegerin, die wiederum erzählte, dass die alten Leute abends ihr Gebiss aus dem Mund nehmen und es putzen, im höheren Alter kann das die Pflegekraft machen. Und dass sich das jetzt ändern wird, weil die Kinder der jetzt alten Leuten ihren Zahnersatz immer mehr fest montiert haben werden. Brücken, Kronen, Implantate. All das ist auf eine gute Pflege angewiesen. Wie wird das sein, überlegt sich die Pflegerin, wenn diese Menschen älter werden? Wer wird ihnen die Zähne im Mund putzen, und wie peinlich wird ihnen das dann sein? Dem Kind fällt dazu gerade ein, dass es eine neue Zahnspange bekommt oder vielleicht gar keine mehr braucht. Die Frau erzählt von einem alten Mann, der jetzt beim Essen nicht mehr spricht, weil er sich konzentrieren muss, dass nichts hinunter fällt. Vorher oder nachher kann man gerne mit ihm reden, doch während des Essens nicht. Das andere Kind bestellt grad für die Oma im Onlineshop Lebensmittel, und fragt, ob Obers Schlagobers ist.

Jingle

Über Erfolge reden die meisten gerne. Über Misserfolg nur wenige. Vielen bricht Vieles heraus. Manche leiden stumm, es bricht in sie hinein. Ich glaube, das Reden ist so ein Gegendruck, damit das Außen mit dem Innen gleichkommt, damit man nicht zerdrückt wird in diesen Ausdrücken der Ängste, und Freuden, und Sorgen und Mitgefühle. Dass man mit seinen Ideen zurecht kommt. Den Gedanken an die Vergangenheit. Den Gedanken an die Zukunft. Oder über das Meer - und darüber könnte man sogar singen.

Musik

Gestern habe ich den Kindern erzählt, dass ich als Kind die Goldmünzen meiner Familie verkauft habe, weil ich Geld brauchte. Beschaffungskriminalität. Meine Eltern waren in den 70-er Jahren Ökofreaks auf Biowelle. Biologisch essen. karge Körnchen. Ich aber brauchte Kalorien, Fleisch. Vom Metzger, von der Würstelbude. Offenbar habe ich darüber geredet, aber zugehört hat keiner. Bei der Bank, da hat man meinen Wunsch gehört, und ich habe bares Geld für die Dukaten bekommen, von denen die meisten eh mir gehört haben, und die Bank war nicht die Hausbank, die hätten mit den Eltern geredet, bei der Hausbank hat es mein Bruder probiert, so ist die Sache aufgeflogen. Dem Pfarrer habe ich die Geschichte erzählt, da habe ich geredet, bei der Beichte, und als später mal die Frage diskutiert wurde, ob ich für die Kirchenzeitung, die ich ausgetragen habe, auch die Abonnementgebühren kassieren sollte, da meinte er: lieber nicht. Das habe ich mir gemerkt. Aber die Oma hat mich verstanden. Sie hat mich nie verpfiffen. Sie liebte die Wiener Küche, und nicht so sehr die Biowelle meiner Eltern - und so haben wir gemeinsam von Scheiterhaufen geträumt, von Tafelspitz, auch wenn wir nicht allzu viel davon geredet haben. Ich glaube, die Kriegskinder und Nachkriegskinder haben überhaupt nicht so viel geredet. Und als Kind dieser Kinder entdecke ich erst mit der Zeit, dass man mehr reden kann, als man glaubt. – Als die Oma der Oma gestorben ist, hat mein Vater erzählt, da ist er mit uns in den Wald gegangen. Was mich erst jetzt wundert. Warum geht man in den Wald, während jemand stirbt. Sonderbare Sachen reden die Eltern manchmal. Vielleicht haben sie einfach nicht alles erzählt. Oder die Ohren der Kinder haben nicht alles gehört.

Über Pornographie redet nie jemand. Ich habe gerade von einer Pornofilmproduzentin gelesen, die nachhaltigen Porno dreht. „Kommen mit Stil“, heißt die Reihe, Filme, in denen Frauen nicht mit Gewalt unterdrückt werden, während sie gevögelt werden, als gäb’s kein Morgen. Ob ich das den Kindern einmal sagen soll? Das es faire Pornofilme gibt? In denen Frauen alle Rechte haben? Bei denen sie nicht auf die Idee kommen, das sei normal, was sie da sehen, wenn sie unerlaubt was weiß ich aus was weiß ich für Quellen Filme konsumieren? Schwieriges Terrain. Das Interview mit der Filmproduzentin für „nachhaltigen Porno“ über den Hintergrund ihrer Arbeit findet man auf einem Blog den man sich auch anschauen kann, ohne seinen guten Ruf zu verlieren: www.lustprinzip.de - das u in Lust dabei als v geschrieben. Ein nach eigenen Angaben „Freiraum für sexuelle Gedanken“, geschrieben von einer Frau.

Jingle

Soll ich den Nasenspray benützen, ruft das Kind aus dem Kinderzimmer. Unbedingt. Ruft die Mutter. Soll ich öfters reinsprayen. Schnüffelt. Ja, ruft die Mutter aus dem andern Zimmer. Danke, ruft das Kind zurück. Bedankt sich für den Rat. – (Seufzt) Ich mag das.
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ID 241
ORF > Österreich 1 > Moment – Leben heute > Wort der Woche | 20.09.2016
Erdrutsch
„Die Grünen haben mit einem Erdrutschsieg die Wiener Leopoldsstadt erobert“. „Putin gestärkt, Kreml-Partei erzielt Erdrutschsieg“. „Erdrutschsieg für amtierenden Rathauschef in Schwetzingen“. – Für Schlagzeilen eignet sich der Begriff „Erdrutschsieg“ offenbar ganz gut. Man muss nicht lange danach suchen. Das Wort ist kurz, knackig, und wild. Es zeugt von Überraschung, manchmal von Furcht und Schrecken - zumindest für die politischen Gegner.
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Österreich 1 · 20.09.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
„Die Grünen haben mit einem Erdrutschsieg die Wiener Leopoldsstadt erobert“. „Putin gestärkt, Kreml-Partei erzielt Erdrutschsieg“. „Erdrutschsieg für amtierenden Rathauschef in Schwetzingen“. – Für Schlagzeilen eignet sich der Begriff „Erdrutschsieg“ offenbar ganz gut. Man muss nicht lange danach suchen. Das Wort ist kurz, knackig, und wild. Es zeugt von Überraschung, manchmal von Furcht und Schrecken - zumindest für die politischen Gegner.

URL: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio240_mom_wow_erdrutsch.mp3

SIGNATION Wort der Woche

Ein Erdrutsch vereinigt viele unangenehme Eigenschaften, die eine sonst zuverlässig vorhersagbare Natur für uns Menschen haben kann. (SCHNEIDEN MÖGLICH START) Während das Rutschen selbst noch durchaus mit Spiel, Spaß und guter Laune verbunden sein kann, bezeichnet jede Silbe davor ein Problem. Ausrutschen. Abrutschen. Verrutschen. Oder auch eine Katastrophe: (SCHNEIDEN MÖGLICH ENDE) Der Erdrutsch. Zu viel Energie am falschen Ort zu unpassender Zeit, gefährlich vor allem dort, wo Menschen leben. Es gehört zu den rätselhaften Eigenschaften genau dieser Menschen, so etwas mit einem Sieg zu verbinden, dem Erdrutschsieg. Beim Erdrutsch ist die Gravitation der Motor der Bewegung. Beim Erdrutschsieg der Wählerwille. Hier wie dort lösen sich stabile Verhältnisse, hier wie dort durch einen Auslöser, der im Lösen des Zusammenhalts besteht, der beteiligten Menschen - oder eben der Teilchen, zum Beispiel durch Regen.

OT 1 - 00:10 - Wasser

*Wasser ist ein Schmiermittel und setzt die Festigkeit dieser Materialien entscheidend hinunter, sodass es gerade bei Starkniederschlägen zu einem Überdruck kommt, der entladen werden möchte*

Michael Lotter ist Geoingenieur an der Bundesanstalt für Geologie in Wien. Er beschäftigt sich mit allem, was die Gravitation in Österreich nach unten zieht. Muren, Felsstürze, Steinschläge, Bergrutsche, Niederbrüche von Wasser, Steinen, Sand, Schluff, Kies und Erde. Michael Lotter beobachtet und archiviert mit seinem Team die Pressemeldungen und muss dabei erst aussortieren.

OT 2 - 00:21 - Pressemeldungen

*Hier auf dem Tisch sind zum Beispiel die ganzen Pressemeldungen der letzten Wochen. Wir verwenden so verschiedene Alerts, was so am PC reinkommt, es kommt natürlich auch immer wieder in politische Artikel, der mit den geologischen Prozessen nichts zu tun hat, das kommt natürlich rein, das filtern wir aber raus. Wir archivieren natürlich nur das, was für uns fachlich relevant ist.*

(SCHNEIDEN MÖGLICH START) Eigentlich hat ein Erdrutschsieg sogar noch etwas Konstruktives. Sonst würde man ja Murensieg - wenn alles den Bach runtergeht - oder Felsturzsieg sagen, wenn man von den Auswirkungen erschlagen wird. (SCHNEIDEN MÖGLICH ENDE) Geoingenieure versuchen, Erdrutsche vorherzusagen und zu verhindern. Sie arbeiten mit Hangmodellen und Zonenplänen.

OT 3 - 00:23 - Verhindern

*In modernen Ausführungen dieser Pläne versucht man auch diesen spontanen Naturgefahren gerecht zu werden, über Modelle, wo Parameter wie die Hangneigung, bodenmechanische Eigenschaften des Materials, die Vegetation, die kann einen stabilisierenden Faktor darstellen, mit eingehen, und man kann damit Bereiche höherer oder geringerer Gefährdung oder frei von Gefährdung ausweisen.

Ganz sicher ist das aber nicht.

OT 4 - 00:37 - Regelmäßigkeit

*Letztendlich ist es eine Frage der Wahrscheinlichkeiten. Hier tut man sich bei Hochwässern etwas leichter, weil bei Hochwässern eine Periodizität berechnet werden kann, wir denken alle in 100-, 50-, 25-jährigen Ereignissen bei Hochwässern, bei Massenbewegungen, wo auch der Erdrutsch dazugehört ist es schwierig, weil dort, wo etwas aufgetreten ist, ist der Hang nachhaltig verändert in seinem Spannungszustand, sagt der Fachmann, an gleicher Stelle wird ein Erdrutsch nicht auftreten, aber vielleicht daneben, aber da habe ich wieder das Problem von „wo und wann“.

Die Daten sind wichtig, sagt Michael Lotter, für sichere Vorhersagen, Daten die im Feld gewonnen werden, Informationen über den Zustand der Landschaft. Und davon wissen Politiker und Medien ein Lied zu singen. Wer nicht an den Menschen dran ist, an ihren Informationen, an dem was sie wissen, weiß nicht, was ihnen als nächstes einfällt. Übrigens, ein Erdrutsch kann auch der Auslöser für eine größere Bewegung sein, für eine Wasserwelle, einen Tsunami, mit Auswirkungen, die weit entfernte Gebiete in kurzer Zeit erreichen können.
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ID 240
Bachvaritionen
Premium | 11.09.2016
Bachvaritionen
Mit dem
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11.09.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Mit dem

Botaniker Michael Hohla

geht's zu fünf Bächen in Oberösterreich: in Schärding, Lohnsburg, Pischlsdorf, Mining und Obernberg. Die daraus entstandenen Radiobeiträge werden von 12. bis 16. September 2016 unter dem Titel "Bachvariationen" im ORF Radioprogramm Österreich 1 ausgestrahlt. (

Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1

ab 12.09.2016 08:55 Uhr)

Teil 1: Filename: radio239_bach_1 Der naturbelassene Bach am Rande der Stadt

Teil 2: Filename: radio239_bach_2 Der schattige Quellbach inmitten des Waldes

Teil 3: Filename: radio239_bach_3 Der mäandrierende Wiesenbach in bäuerlicher Kulturlandschaft

Teil 4: Filename: radio239_bach_4 Zerstörung durch intensiv genutzte Felder

Teil 5: Filename: radio239_bach_5 Eine gelungene Synthese

Pressetext

Bäche sind Fließgewässer, die uns Menschen besonders gut zugänglich sind. Während man als Kind meist am Bach bald alleine oder mit anderen spielen durfte, musste man sich vor Flüssen fern halten. Zugänglich wurden Steine, Wasserpflanzen, Tiere, die Strömung, Tiefen und Lacken. Der "Lebensraum Bach" bezieht immer auch Menschen mit ein.

Heute müssen viele Bäche die Zuflüsse aus Siedlungen und landschaftlich genutzten Räumen verkraften. Hat sich einerseits die Wasserqualität in den letzten Jahrzehnten durch den Bau von Kläranlagen in den Gemeinden und durch strenge Auflagen für die Industrie entlang der Gewässer stark gebessert, ist die Zufuhr von Nährstoffen und belastenden Chemikalien aus landwirtschaftlich genutzten Flächen durchaus ein Problem. Umgekehrt können bei Hochwasser Bäche auch zum Problem für die Nutzer der umliegenden Landschaft werden.

Viele Pflanzen sind an magere - nährstoffarme - Umstände angepasst. Stehen durch Kunstdünger und Gülle Nährstoffe im Überfluss zur Verfügung, können sich einige Arten ausbreiten, viele weitere verschwinden.

Für Wissenschaftler sind Bäche ein weites Untersuchungsgebiet. Botaniker etwa beschäftigen sich dabei einerseits mit Wasserpflanzen, andererseits mit den Pflanzen entlang der Gewässer und der Dynamik, die zum Beispiel Hochwasser in das System einbringen.

Der Botaniker Michael Hohla hat den Zustand der Bäche im Innviertel untersucht. Er führt uns zu Bächen im Innviertel, die fünf verschiedene Typen von Bächen als Zubringer zum unteren Inn darstellen.

INTERVIEWPARTNER:

Prof. Michael Hohla

A- 4982 Obernberg
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OE1-Link:
Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20160912#442701/Vom-Leben-der-Natur
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ID 239
Radioproduktion | 24.07.2016
Ansichtskarte aus China
Auf einer Teeplantage in China zu arbeiten, ist eine schöne Art, die Ferien zu verbringen. Möglich ist das über das
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24.07.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Auf einer Teeplantage in China zu arbeiten, ist eine schöne Art, die Ferien zu verbringen. Möglich ist das über das

WWOOF-Netzwerk

. Für Kost und Quartier kann man auf Biobauernhöfen und bei Nahrungsmittelerzeugern mitarbeiten. Ein paar Eindrücke habe ich im Juli 2016 als akustische Postkarte via ftp nach Hause geschickt. (

Moment / ORF Radio Österreich 1

)
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OE1-Link:
Ö1: Moment Leben heute
https://oe1.orf.at/programm/20160725/436915/Moment-Leben-heute
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ID 238
Krabbeln in Reih und Glied
Radioproduktion | 17.07.2016
Krabbeln in Reih und Glied
Der Ökologe Patrick Krapf spricht über Ameisen, die ihr Leben in Nestern, Kolonien und Superkolonien organisieren. (
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17.07.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Ökologe Patrick Krapf spricht über Ameisen, die ihr Leben in Nestern, Kolonien und Superkolonien organisieren. (

Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1

)

Programmtext

Ameisen leben in unseren Breiten im Boden. Unter umgedrehten Steinen sind sie zu finden. Eine Ameisenkolonie besteht aus Arbeiterinnen, Männchen und Königin. Die Kolonie lebt nicht nur unter einem Stein, sondern in einem Netzwerk über mehrere Quadratmeter hinweg. Brut und Nahrung wird in Gängen transportiert, von und zu den Brutkammern, in denen die Königinnen leben. Die Brut wird von dort zu den warmen Steinen nach oben getragen, und wenn es zu kalt wird, nach unten.

Die Verwandtschaftsverhältnisse bestimmen feindliches oder freundliches Verhalten bei Begegnungen. Das ist mit Vaterschafts- oder Verhaltenstest im Labor bestimmbar. Superkolonien mit verwandten Ameisen können sich über viele, viele Quadratkilometer hinziehen.

Ameisen sind "eusozial", so genannte "wirkliche" soziale Lebewesen, so wie auch Bienen und Wespen. In einer Kolonie herrscht Arbeitsteilung und es gibt überlappende Generationen. Die eierlegende Königin hat viele Töchter, die über mehrere Jahre hinweg geboren werden. Eine Königin kann bei manchen Arten - im Labor - bis 30 Jahre alt werden.

Ameisen sind ökologisch extrem bedeutend. Sie wälzen den Boden durch, tragen Nahrung ein, sind als Totengräber aktiv, sie transportieren Pollen und Samen und sind daher auch wichtig für die Bestäubung von Pflanzen.

Die Kommunikation in und zwischen den Kolonien passiert durch Duftstoffe, die über "Antennen" am Kopf der Ameisen wahrgenommen werden. Weltweit gibt es 23.000 Arten, in Europa 170 und in Österreich rund 130 Arten. Ihre Lebensweisen sind vielfältig und oft sehr verschieden.

INTERVIEWPARTNER:

Patrick Krapf, MSc.

Universität Innsbruck, Institut für Ökologie

Teil 1: Filename: radio237_ameisen_1 Netzwerke im Boden

Teil 2: Filename: radio237_ameisen_2 Leben in der Gemeinschaft

Teil 3: Filename: radio237_ameisen_3 Antennen zum Riechen

Teil 4: Filename: radio237_ameisen_4 Variationen der Artenvielfalt

Teil 5: Filename: radio237_ameisen_5 Schwärmen und befruchten
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Ö1: Vom Leben der Natur
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ID 237
Premium | 19.06.2016
Flatternde Jäger der Nacht
Der Biologe Ulrich Hüttmeir spricht diese Woche über die Beobachtung von Fledermäusen in Dämmerung und Dunkelheit. (
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19.06.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Biologe Ulrich Hüttmeir spricht diese Woche über die Beobachtung von Fledermäusen in Dämmerung und Dunkelheit. (

Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1

)

28 Fledermausarten gibt es in Österreich. Sie ernähren sich von Insekten - nicht von Blut, wie einige Arten, die es jedoch nur in Südamerika gibt. Fledermäuse sind Säugetiere, ihre "Hände" sind zu Flügeln umgebaut, mit verlängerten "Fingern" und einer Flughaut dazwischen.

Die Tiere fliegen lautlos durch die Dämmerung und Nacht und orientieren sich dabei mit Ultraschall. Der Schall trifft auf das Objekt - Baum oder Insekt - anhand der Reflexionen können sich die Fledermäuse dann ein Bild machen.

Warum sie in der Nacht fliegen? Einerseits ist die Beute attraktiv, es gibt hier wenig Konkurrenz, andererseits bietet die Dunkelheit besseren Schutz vor Raubvögeln.

Die Fledermaus-Rufe kann man mit einem Detektor vom Ultraschall in den hörbaren Bereich transformieren. Dann kann man die stillen Jäger des Himmels auch durch charakteristische Plip-Plops nicht nur als dunkle, flinke Silhouetten sehen, sondern ganz ausgezeichnet hören.

Interviewpartner:

Ulrich Hüttmeir, BSc

Koordinationsstelle für Fledermausschutz

und -forschung in Österreich (KFFÖ)

Länderkoordinator Wien

Fledermausschutz

KFFÖ auf Facebook

Teil 1: Filename: radio236_fledermaus_1 Meister des Blindflugs

Filename: radio236_fledermaus_1

Teil 2: Filename: radio236_fledermaus_2 Rufe auf hohen Frequenzen

Filename: radio236_fledermaus_2

Teil 3: Filename: radio236_fledermaus_3 Leben in sozialer Gesellschaft

Filename: radio236_fledermaus_3

Teil 4: Filename: radio236_fledermaus_4 Gemeinsame Aufzucht der Jungen

Filename: radio236_fledermaus_4

Teil 5: Filename: radio236_fledermaus_5 Zählungen zum Schutz der Tiere

Filename: radio236_fledermaus_5
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Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20160620#435002/Vom-Leben-der-Natur
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ID 236
Schnelle Tiere auf sechs Beinen
Radioproduktion | 17.04.2016
Schnelle Tiere auf sechs Beinen
Der Zoologe Wolfgang Paill spricht über den Laufkäfer. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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17.04.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Zoologe Wolfgang Paill spricht über den Laufkäfer. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

Käfer zeichnen sich durch harte Flügeldecken aus. Wenn man am Boden einen Käfer sich rasch bewegen sieht, ist die Chance groß, dass es sich um einen Laufkäfer handelt, den Angerhörigen einer Insektenart, die kaum fliegend anzutreffen ist. Laufkäfer haben acht Streifen auf ihren Flügeldecken.

40.000 beschriebene Laufkäferarten gibt es weltweit, immer wieder werden neue entdeckt. Sie haben, wie alle Insekten, sechs Beine, die - je nach Art - länger oder kürzer sind, um mit unterschiedlichen Schlamm-, Sand-, oder Geröllumgebungen zurechtzukommen.

Laufkäfer leben in konkurrenzarmen Lebensräumen, besiedeln etwa Schotterbänke, die überschwemmt wurden, oder Waldflächen, die niedergebrannt sind, noch bevor andere Tiere diese Gebiete für sich beanspruchen. Es sind dynamische Lebensräume.

Laufkäfer haben einen hohen Stellenwert im ökologischen Netzwerk, viele sind Räuber, fressen zum Beispiel auch Schnecken. Manche Arten ernähren sich von kleinen Samen.

Die vielen Laufkäferarten sind ideal an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst. Die Arten sind kleinräumig verbreitet. Manche leben in Höhlen, andere können sich mit explosiven Chemikalienmischungen selbst verteidigen.
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ID 235
Radioproduktion | 12.04.2016
Worüber wir nicht geredet haben
Klaus Pumberger ist Personalmanager. Mit besonderen Biographien und außergewöhnlichen Geschichten ist er täglich konfrontiert. Als er sich selbst auf die Suche nach der Geschichte seines Elternhauses machte, entdeckte er die Verbindung zweier Familien, die nichts miteinander zu tun hatten, deren Mitglieder aber heute noch leben. Das Haus war arisiert. Und darüber wurde in seiner eigenen Familie nicht geredet. Als er begann, die Schicksale der beiden Familien durch Gespräche zu verbinden, stieß d …
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12.04.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Klaus Pumberger ist Personalmanager. Mit besonderen Biographien und außergewöhnlichen Geschichten ist er täglich konfrontiert. Als er sich selbst auf die Suche nach der Geschichte seines Elternhauses machte, entdeckte er die Verbindung zweier Familien, die nichts miteinander zu tun hatten, deren Mitglieder aber heute noch leben. Das Haus war arisiert. Und darüber wurde in seiner eigenen Familie nicht geredet. Als er begann, die Schicksale der beiden Familien durch Gespräche zu verbinden, stieß das nicht überall auf Begeisterung. (Moment / ORF Radio Österreich 1)
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ID 234
Premium|Radioproduktion > ORF > Österreich 1 > Radiokolleg | 13.03.2016
Was das Blutbild verrät
Fragen an den Zustand unserer Gesundheit werden immer auch von den Bestandteilen unseres Blutes beantwortet. In einem Tropfen Blut stecken viele wertvolle Informationen. Ein rasch erstelltes Blutbild lässt genaue Aussagen auf Krankheiten und Risikofaktoren zu. Die Analysen werden immer genauer, die Methoden vielfältiger und ökonomisch gesehen ist das Gebiet der Blutdiagnostik heute ein riesiger Markt. So einfach anzuwenden hochentwickelte Bluttests auch sind, so schwierig sind oft die Antworten …
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Österreich 1 · 13.03.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Fragen an den Zustand unserer Gesundheit werden immer auch von den Bestandteilen unseres Blutes beantwortet. In einem Tropfen Blut stecken viele wertvolle Informationen. Ein rasch erstelltes Blutbild lässt genaue Aussagen auf Krankheiten und Risikofaktoren zu. Die Analysen werden immer genauer, die Methoden vielfältiger und ökonomisch gesehen ist das Gebiet der Blutdiagnostik heute ein riesiger Markt. So einfach anzuwenden hochentwickelte Bluttests auch sind, so schwierig sind oft die Antworten auf die Fragen, was wir mit den Wahrscheinlichkeiten und Bandbreiten der Ergebnissen dann machen. Die Entwicklung ethischer und psychologischer Kompetenzen der Untersuchenden und Untersuchten hinken der Entwicklung der Analysemethoden oft hinterher.

Filename: radio233_rk_blutbild

Manuskript (ohne letzte Änderungen)

Radiokolleg „Was das Blutbild verrät. Spurensuche im Kreislauf unseres Lebens.“

14. - 17. März 2016

Lothar Bodingbauer

Pressetext (lang)

Im Tropfen Blut stecken viele wertvolle Informationen. Eine halbe Stunde nach der Entnahme einer Blutprobe kann der Arzt schon einen ersten Überblick über den gesundheitlichen Zustand des Untersuchten geben. Es werden beim „großen“ und beim „kleinen Bluttest“ die zellulären Bestandteile des Blutes untersucht. Das Ergebnis besteht aus einer Liste von Messgrößen, die sich beim gesunden Menschen nur in definierten Grenzen bewegen dürfen. Abweichungen geben Auskunft über mögliche bestehende Erkrankungen, aber auch über mögliche Risikofaktoren für Krankheiten, die sich erst in Zukunft entwickeln werden.

Das Blut wird auch als „flüssiges Organ“ bezeichnet, 5-7 Liter besitzt ein erwachsener Mensch. Gemeinsam mit den Blutgefäßen verfügt der Körper über ein großartiges Transport- und Logistiksystem, das alle Körperteile verbindet. Es ist für Hämatologen - Blutspezialisten - ein offenes Buch, ein Fenster in unseren Körper, das Einblicke in alle Organe und Gewebe gibt.

Entzündungen werden im Blutbild sichtbar, der Zustand und mögliche Einschränkungen in der Immunabwehr, Probleme in der Sauerstoffaufnahme. Signalstoffe und sogenannte „Marker“ für Krankheiten und Risiken spielen im Gesundheitsbetrieb eine immer größer werdende Rolle. Herzinfarkt-Marker, Krebs-Marker, viele Warnsignale des Körpers sind durch Bluttests erkennbar.

Auch im Spitzensport sind wichtige Leistungsparameter auch durch das Blutbild bestimmbar. Nicht zuletzt sind Dopingtest immer auch mit Blutabnahmen verbunden, die Ergebnisse haben Beweiskraft.

Sensiblere Bluttests sind nicht immer nur ein Glück für die Untersuchten. Mit der zunehmenden Genauigkeit von Analysenmethoden wird es für den Arzt zwar leichter, auch Spuren von schädlichen Stoffen im Blut zu bestimmen, andererseits wird es immer schwieriger, die erhaltenen Ergebnisse auch sinnvoll zu bewerten. Lebensgewohnheiten sind ablesbar. Rauchen, Alkoholmissbrauch, Mangelernährung. Im Blutbild ist immer eine individuelle Verteilung der Bestandteile sichtbar, die erst im Kontext des Untersuchten richtig gedeutet werden können. Methoden der Risikoanalyse und Wahrscheinlichkeitsbewertungen müssen von Ärzten erlernt werden, die Entwicklung der Kommunikation zum Patienten muss mit der Genauigkeit der Ergebnisse Schritt halten.

Bluttests haben auch eine hohe ökonomische Bedeutung. Für die Industrie sind Bluttests eine bedeutende Einnahmequelle. Ihre Entwicklung kostet Geld. Neue und sensiblere Methoden werden entwickelt. Am Ende soll es aber den Menschen besser gehen, und so erfordert der Einsatz von Bluttests auch immer wieder neue und angepasste ethische Bewertungen.

Eine Spurensuche im Blut ist auch ein Blick in die Vergangenheit, in die Kulturgeschichte der Medizin, denn das Bild über den Menschen wurde immer schon durch das Bild von seinem Blut geprägt.

Manuskript zur Sendung

Teil 1: Wir starten die Spur mit einer Fragestellung

MODERATIONSVORSCHLAG

Was wissen Sie von Ihrem Blut? Im Laufe des Erwachsenwerdens lernen wir es kennen, oft durch Verletzungen, dann kommt ein Pflaster drauf, Verband, um es nur ja wieder im Inneren des Körpers zu halten. Das Bild der roten Farbe bleibt in den Gedanken. Irgendwann waren wir dann alle bei einer Blutuntersuchung, und hier wird ein Blutbild erstellt, das vor allem aus Zahlen und Grenzwerten besteht. Die Kulturgeschichte des Blutbildes ist eine Reise immer auch in die Medizingeschichte, in die Vergangenheit. Unternehmen Sie mit meinem Kollegen Lothar Bodingbauer eine Spurensuche in dem, was das Blutbild uns verrät.

ATMO SVA Blutabnahme Terminvereinbarung (Telefon)

Wer eine Vorsorgeuntersuchung plant, wird sich mit Sicherheit an die Ergebnisse der letzten Blutuntersuchung erinnern, und an den Auftrag des Arztes, bei den Fetten in der Nahrungsaufnahme zurückhaltender zu sein. Weil nämlich die Triglyceride im Blut zu hoch waren, die Blutfette, und überhaupt das Gesamtcholesterol. Man wird sich auch daran erinnern, dann trotzdem oft genug das gegessen zu haben, vor dem gewarnt wurde, das, was einem schmeckt: Butterbrote, Schweinsschnitzerl und Leberkässemmeln. Zu viele, zu oft. Ja und da greift man dann zum Telefonhörer und fragt einen Ernährungswissenschaftler, ob es sich noch auszahlt, sich wenigstens eine Woche bis zur nächsten Blutabnahme besonders gut und richtig zu ernähren.

ATMO Frage an Prof. Wagner (Telefon)

Universität Wien, guten Tag

Anruf bei Karl-Heiz Wagner, am Department für Ernährungswissenschaften.

OT Wagner Teil 2 (Telefon)

… machen wir uns was aus, Sie kommen vorbei, da können wir das im Detail besprechen.

So schnell lässt sich die Verbindung von Ernährung zum Blutbild nicht knüpfen. Es ist nicht einmal ganz klar, welche Werte einer Blutuntersuchung überhaupt außerhalb der Norm sind. DAS IST VOLLKOMMEN KLAR Was ist eigentlich die Norm?

OT Haidinger Unklarheit

… dass das nicht eindeutig definiert ist.

Beginnen wir die Spurensuche im Blut bei Gerald Haidinger. Er untersucht die Inhaltsstoffe im Blut nicht bei einzelnen Menschen, sondern für eine ganze Gesellschaft.

OT Haidinger Norm

Wir haben für viele Werte … und welche Konsequenz hat das.

Ab wann ist man krank? Gerald Haidinger ist mit diesen Fragestellungen als Epidemiologe an der medizinischen Universität Wien täglich beschäftigt. Die Messwerte im Blut erscheinen eindeutig - aber der Umgang mit diesen Zahlen ist schwierig.

OT Haidinger Risiko

Das war viel einfacher mit den Infektionskrankheiten. … steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen an.

Schon früh suchten die Menschen nach Ursachen für ihre Erkrankungen. Es sind >Miasmen, meinten sie, das war die Idee. Krankmachende Stoffe, erzählt Gerhard Haidinger.

OT Haidinger Miasmen

Im Prinzip, die ganze Miasmenlehre kommt von Hippokrates. … aus dem Boden aufsteigende Dämpfe.

Also etwas Gefährliches, das sich dann auch im Blut niederschlägt.

OT Haidinger Aderlass

Ein krankheitsmachender Stoff … um das Miasma aus dem Körper zu entfernen.

Der Körper kommt damit ein wenig aus dem Gleichgewicht, und das war auch aus heutiger Sicht gar keine so schlechte Idee.

OT Haidinger Schröpfen

Also ganz blöd war das bestimmt nicht … entfernt man schädliche Stoffe aus dem Körper.

1855 entdeckte der englisch Arzt John Snow den Choleraerreger. Das war die Geburtsstunde der Epidemiologie: dass nicht irgendwelche >Miasmen aus dem Boden steigen, sondern ein Bakterium, das Vibrio cholerae für diese Krankheit verantwortlich ist. Die Idee des durch Miasmen verunreinigten Blutes hat sich in der Bevölkerung aber lang gehalten.

OT Haidinger Schlacken

… und auch heute, wenn die Leute fragen … oder was auch immer.

ATMO Cafehaus

Auf dem Weg zu den Inhaltsstoffen des Blutes, zum nächsten Interviewtermin, noch ein kleiner Stopp im Café Griensteidl in Wien. /

ATMO / Bestellt∞ wird ein Schinkelsemmerl - dem Blutbild zuliebe. [Ironisch]

Dieser Stopp ist eine gute Möglichkeit, einen Blick in die Geschichte zu machen. In einem Schrank an der Wand steht das Mayers Konversationslexikon von 1890. Was wusste man damals schon vom Blut? 4 Seiten. Der Keller bringt Band B. Von Blattkäfer bis Chimbote. /

ATMO Vorlesen

ZITAT: Blut, sanguis, eine Flüssigkeit, welche in einem geschlossenen Röhrensystem in beständigem Kreislauf den tierischen Körper durchströmt, hierbei den einzelnen Körperteilen ihr Nährmaterial liefert, aber auch die durch den Stoffwechsel unbrauchbar gewordenen Gewebsbestandteile aufnimmt und sie zum Zweck der Ausscheidung in besondere Organe leitet.

ATMO Vorlesen

Man unterscheidet zwei Arten von Blutkörperchen, nämlich die roten und die Farblosen.

ZITAT: Die roten Blutkörperchen sind der Träger von Hämoglobin, ein Farbstoff welcher für die Atmung von außerordentlicher Bedeutung ist. Sie enthalten auch Eiweißkörper, geringe Mengen von Lezithin und Cholesterin und mineralische Bestandteilt und Wasser. Der chemische Bau und die Lebenstätigkeit der farblosen Blutkörperchen, der weißen Blutkörperchen, sind uns nur sehr mangelhaft bekannt. Besonders in die Augen springend ist die Fähigkeit der Körperchen, ihre Gestalt zu verändern und Bewegungen auszuführen.

ATMO Gehen

Im Allgemeinen Krankenhaus in Wien sind in sogenannten Klinischen Abteilungen Forschung und Patientenbetreuung aufs Engste verknüpft. Hier finden wir bei Ulrich Jäger das neueste Wissen - von heute - über das Blut.

OT Prof. Jäger Blutbild

Ich habe ein normales Blutbild … kann man die Zellbestandteile nicht mehr nachweisen.

Wenn es piepst, bei einem Arzt, dann wird er gebraucht und er muss kurz weg.

OT Jäger Hämatologe

Ein Hämatologe ist dann gefragt … dann sind wir zuständig.

ABSAGEVORSCHLAG MODERATOR

So ist eine Spurensuche im Blut auch eine Spurensuche im ganzen Körper. Im zweiten Teil dieser Serie morgen geht es um die Vorstellungen, die sich jene Menschen über das Blut machen, die täglich damit arbeiten.

Teil 2: Wir verfolgen die ersten Seitenlinien

MODERATIONSVORSCHLAG

Die Spurensuche nach den Inhaltsstoffen im Blut ist immer auch eine Reise zu den verschiedenen Vorstellungen, die Menschen und Zeiten von den Vorgängen im Körper hatten. Das Blut ist ein Vermittler. Es erzählt - oft in Form eines Blutbildes - von Gesundheit und Krankheit. Und eine Spurensuche nach der Bedeutung des Blutbildes, so findet Lothar Bodingbauer im zweiten Teil seiner Reihe „was uns das Blutbild verrät“ heraus, das Blutbild ist vor allem auch in den Vorstellungen über das Blut zu finden, die jene Menschen haben, die damit täglich arbeiten.

OT Jäger Zugänglichkeit

Für uns ist der wichtigste Punkt, dass das Blut der Analyse immer zugänglich ist.

Ulrich Jäger ist Hämatologe am Allgemeinen Krankenhaus in Wien.

OT Jäger

Wir können Blut abnehmen … weil wir die molekularbiologischen Analysen machen können.

Drei Fragen sind für Ulrich Jäger besonders interessant. Was ist im Blut? Was macht Probleme? Und wie kann ich das Blut als Transportmittel benützen, um Medikamente im Körper zu transportieren?

OT Jäger Augen leuchten

Und fast alle Hämatologen … Zugang zu Blutzellen haben.

… und es ist noch gar nicht so lange her, seit es dieses detailreiche Wissen gibt.

ATMO Wählen

Alles begann mit der Suche nach dem „reinen Blut“.

OT /

ATMO Spörri Verbindungsaufbau

Myriam Spörri ist Historikerin, in der Schweiz, sie hat ein Buch geschrieben über die Kulturgeschichte der Blutgruppenforschung der 1920-er Jahre.

OT Spörri Blutgruppen

Also für diese Blutgruppen muss man vielleicht vorausschicken, sie wurden 1900, 1901 entdeckt, in Wien, von Karl Landsteiner, der später 1930 dafür auch den Nobelpreis erhalten hat.

Zu Beginn der Entdeckung war noch gar nicht klar, warum es diese Blutgruppen gibt, und wie sie auftreten. Ob Blutgruppe A, B, AB oder 0: weder fand man innerhalb einer Familie Übereinstimmungen, noch Häufungen.

OT Spörri Blutgruppen

Es gab keine spezifische Verbindung zu Geschlecht oder Rasse oder Schicht, sondern das dann hat sich erst gezeigt, dass sich diese Blutgruppen doch vererben.

Nach dem ersten Weltkrieg haben sich drei Anwendungszweige herausgebildet: Das war zum einen das Transfusionswesen – wie kann Blut gefahrlos gespendet und übertragen werden; zum anderen gab es in Deutschland Versuche, durch großangelegte Tests eine Verbindung von Blutgruppen und sogenannten Menschenrassen herzustellen.

OT Spörri

Und drittens hat man versucht, weil man von der Vererbung wusste, weil klar war, die Blutgruppen vererben sich nach Mendelschen Regeln, dann hat man auch begonnen, Vaterschaftsnachweise durchzuführen mittels de Blutgruppen.

Blutgruppen wurden damit auch in der Forensik benutzt. Der Vaterschaftsnachweis war der damals medial wirksamste Bereich der Blutgruppenforschung, denn man konnte erstmals über das Blut nachweisen, dass man nicht der Vater eines Kindes war. Ebenso medial spektakulär ausgeschlachtet wurde die Lösung von Mordfällen, die durch Blutuntersuchungen am Tatort in der Verbindung mit dem Wissen um Blutgruppen möglich wurde.

OT Spörri

Da konnte man schon den Eindruck erlangen, dass das Blut die Wahrheit spricht über Leben und Tod gewissermaßen.

Im Blut steckt die Wahrheit. Dieser Anspruch hat sich bis heute gehalten und gefestigt. Einerseits werden Blutuntersuchungen gemacht, um Hinweise auf Krankheitsrisiken zu erhalten. Hier geht es um Normalwerte, um Grenzen und um Überschreitungen. Andererseits werden durch die Inhaltsstoffe im Blut bestehende Krankheiten diagnostiziert und Menschen im Rahmen der Gerichtsmedizin identifiziert. – Schon in der Antike wurde in der „Temperamentenlehre“ dem Blut Bedeutung beigemessen, erzählt Myriam Spörri. Phlegmatiker wären mit Schleim in Verbindung zu bringen, Melancholiker mit schwarzer Gallenflüssigkeit, Choleriker mit gelber Galle, aber Sanguiniker, die Heiteren, mit Blut. Diese Vorstellung findet sich im Bereich der Blutgruppen heute auch in Japan.

OT Spörri Wahrheit, Temperamente, Japan

Die Japanerinnen und Japaner, kennen meistens, also 90% kennen ihre Blutgruppe. Und man versucht relativ schnell, wenn man jemanden kennenlernt, herauszufinden, welche Blutgruppe der andere hat. So wie man sich vielleicht in der westlichen Welt über die Sternzeichen austauscht, sagt man in Japan, du hast Blutgruppe A, und dann werden bestimmte Eigenschaften damit assoziiert, da kann man sich überlegen, möchte man sich mit dem befreunden oder passt der quasi ins Team.

Die sogenannte Seroanthropologie, erzählt Myriam Spörri, hat sich im 3. Reich nicht weiter durchgesetzt, weil man durch Blutgruppenbestimmungen ganzer Bevölkerungsteile eben nicht etwas Gemeinsames herausfand, sondern nur, wie sehr sich die Menschen unterscheiden.

ATMO/DIARY Innsbruck Ankunft

OT Parson Vorstellen, DNA

Mein Name ist Walther Parson … sind unsere Hauptforschungsobjekte.

Es geht dabei letztlich um die Unterscheidung der Basenpaare A, C, T und G. Die Entschlüsselung des genetischen Codes. Dargestellt als eine Abfolge von Buchstaben.

OT Parson Biologisches Material

Und je nach dem wie die Fragestellung gelagert ist … kann man mit DNA klar lösen.

… und Walter Parson nimmt uns mit auf einen Rundgang in die Laboratorien der Gerichtsmedizin. Keine Leichtenteile oder Tote, sondern Röhrchen und Pipetten sind zu sehen.

ATMO und

OT Parson Analytisches Labor

Wir betrachten das analytische Labor … schauen ins wissenschaftliche Labor.

Die Räume hier sind streng getrennt. In den einen werden Spuren verglichen, in den anderen Personenprofile erstellt. Die Übereinstimmung zweier Menschen kann man nämlich nur bis zu einem bestimmten Wahrscheinlichkeitsgrad feststellen, und so muss das Risiko der Verunreinigung von Spuren vermindert werden.

Der Trend in der Forschung geht in eine ganz neue Richtung.

OT Parson Next Generation

Hier haben wir ganz neue Technologie … im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Fakten.

Die Erstellung eines genetischen Phantombilds ist eindeutig. Wenn der mit diesen so genannten prädiktiven Verfahren beschriebene Täter blonde Haare und helle Haut hat, können alle Verdächtigen mit dunklen Haaren beruhigt nach Hause geschickt werden.

Zurück in Wien geht der Leukämieforscher Johannes Zuber noch einen Schritt weiter. Er wurde vor kurzem mit dem Deutschen Krebspreis 2016 in der Kategorie experimentelle Krebsforschung ausgezeichnet. Die Strategie seiner Forschung und die seines Teams am Institut für Molekulare Pathologie ist, individuelle Mutationen defekter Zellen im Blut zu erkennen und vor allem, sie zu reparieren.

OT Zuber Blutbild

Wir sind sehr fokussiert auf das kranke Blutbild. Wir versuchen, die schwerste Blutkrankheit, die man kriegen kann, das ist der Blutkrebs, oder Leukämie zu verstehen, nicht nur hinsichtlich seiner Entstehung, sondern auch, zu erstehen, wie wir eingreifen können, um sie zu heilen. Und dazu benutzen wir das Blut als Abbild einer ganzen Reihe von Krebsarten, die wir am Blut eigentlich immer begonnen haben zu verstehen.

Blut spielt als Modellorganismus eine Vorreiterrolle im molekularen mechanistischen Verständnis von Krebs, erzählt Johannes Zuber. Die ersten krebsauslösenden Gene wurden in Blutkrebszellen entdeckt.

Man hat später mit Blutkrebsuntersuchungen das erste mal Krebs induzieren können, in einer gesunden Blutzelle, in dem man ein Gen verändert hat, auch das hat das erste mal in der Leukämie stattgefunden. Und die Leukämie ist auch die Krebsart gewesen, bei das erste Mal diese zielgerichteten Therapieverfahren, wirklich einen riesigen Unterschied für die Patienten gemacht haben. Das berühmteste Beispiel ist die Chronisch Myelogische Leukämie, wo es eine spezifische Genmutation gibt, gegen die man irgendwann ein Medikament bauen konnte, und dieses Medikament hat wirklich diese eine Blutkrebsart von einer sehr ungünstigen Erkrankung von einer ungünstigen Erkrankung mittlerweile zu einer weltweit sehr gut beherrschbaren Erkrankung gemacht.

Der Traum von der Verbesserung von Krebstherapien beginnt also im Blut. Durch gezielte auf die Genetik der Krebserkrankung gemachte Verfahren soll Krebs heilbar – oder zumindest kontrollierbarer gemacht werden.

OT Zuber Glück

Und im weiten Feld der Leukämien gibt es ein paar Krebsdiagnosen die sind das Glück im Unglück, weil man mittlerweile so gute Therapien sagen kann, mit über 90% Wahrscheinlichkeit werden sie entweder die Krankheit ganz lang kontrollieren können, oder sogar heilen können.

ABMODERATIONSVORSCHLAG

Morgen begleiten wir Lothar Bodingbauer auf seiner Spurensuche im Blut in das Gebiet der ethischen Fragen. Was wollen wir eigentlich über unseren Körper wissen, und was davon verrät das Blut?

Teil 3: Was wollen wir eigentlich wissen

MODERATIONSVORSCHLAG

Was wollen wir von unserem Köper wissen? Seine Geschichte ist uns gut bekannt. Wir kennen Verletzungen und Heilungen. Wir kennen die Gegenwart, so weit wir sie auch spüren. Was wir nicht kennen, ist die Zukunft, die im Blut vielleicht schon messbar wäre. Aber wenn wir auch Krebszellen im Blut heute schon gut nachweisen könnten, heißt das nicht, dass wir daran je erkranken werden. Das hat Lothar Bodingbauer auf seiner Spurensuche nach dem, was uns das Blutbild verrät, herausgefunden. Begleiten Sie ihn auf seiner Reise, heute im dritten Teil, in dem es um unterschiedliche Sichtweisen geht - von dem was wir wissen, was wir wissen wollen, und was wir uns vorstellen, vom Blut.

OT Zuber Krebs

Der typische Krebs … Evolution wenig um den alternden Menschen gekümmert hat.

Johannes Zuber ist Spezialist für Blutkrankheiten. Genau genommen für die Erkrankung weißer Blutzellen, für Leukämie. Blutkrebs. Er forscht mit seinem Team am Wiener Institut für Molekulare Pathologie an der zielgerichteten Erkennung und Eliminierung fehlerhafter Gensequenzen. Was einen Forscher wie Johannes Zuber wie einen Spürhund auf der Blutspur hält, ist die Suche nach dem Wissen über jedes noch so geringe Detail einer Gensequenz in Blutbestandteilen und im Knochenmark, aber ist es sinnvoll, alle Details über das eigene Blutbild zu wissen?

OT Zuber Wissen

Ich für meinen Teil, Ärzte tendieren auch dazu, es eher nicht wissen zu wollen. Ich denke, ich setze das auch in meinem Leben sehr wohldosiert ein und will auch nicht alle Details der in meinem Körper schlummernden Risiken wissen, sondern, dort auch eine Balance halten. Solche Tests machen nur dann Sinn, wenn es wirklich eine konkrete Konsequenz gibt, wie Sie ihr Leben basierend auf einem solchen Testergebnis ändern können.

Johannes Zuber erzählt von kürzlich erfolgten Studien, die eine Vorhersage von Leukämie über Blutuntersuchungen möglich machen sollen.

OT Zuber gezeigt

Und das Ergebnis dieser Tests war relativ schockierend, nämlich, dass man in der Bevölkerung diese Leukämiegene gesehen hat, unter anderem bei Patienten, die dann keine Leukämie bekommen haben, das heißt, der Vorhersagewert ist relativ gering, das ist eine Aussage dieser Untersuchung, wie viele Krebsgene als normaler alternder Mensch in seinen Hautzellen aber auch in seinen Blutstammzellen mit sich trägt, und wir müssen aufpassen, dass wir solche Untersuchungen nicht dazu verwenden, Leuten einfach Angst zu machen. Warum Leuten in ihr Leben und letztendlich in ihrer freien Lebensgestaltung mit solchen Drohszenarien einzuschränken, wenn ich noch nicht de Konsequenz weiß.

… und wir sind damit im Kapitel Ethische Fragen. Wie viel möchte ich über meinen Körper wissen. Fragen für Ulrike Swoboda. Vom Institut für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien.

ATMO Glocke

OT Swoboda Start

Ulrike Swoboda beschäftigt sich in ihrer Forschung mit ethischen Fragen der Reproduktionsmedizin. Die Diagnose möglicher Krankheiten oder Behinderungen, wird durch einfache und damit risikolose Bluttests ermöglicht, bevor das Baby noch geboren ist.

OT Swoboda Tests

Das Problem, wo es dann ethisch problematisch wird … nötig ist, weiter zu denken.

Die Namen von Bluttests für die pränatale Diagnose von Embryonen sind klingend, schön und freundlich. „Harmony“, und „Panorama“. Auf der anderen Seite werden im Alltagsgebrauch Worte wie „böse“ oder „feindlich“ bei Erkrankungen verwendet, besonders auch bei Erkrankungen wie Krebs. Eine Analyse der verwendeten Begriffe steht im Mittelpunkt der Arbeit von Ulrike Swoboda.

OT Swoboda Begriff

Insgesamt hat die Ethik auch die Aufgabe, Sprache zu untersuchen … aus dem Körper herauszunehmen.

ATMO Ebene 5 AKH

OT Worel Vorstellen

Mein Name ist Nina Worel … Maschinen behandelt werden können.

Die Bezeichnung „böse“ im Zusammenhang mit Krankheit kann am Beispiel von Blutkrebs gut beschrieben werden. Nina Worel ist Transfusionsmedizinerin und Spezialistin für die Blutübertragung und für Knochenmarkspenden zur Heilung von Leukämie. Sie sieht die Herkunft des Wortes „böse“ im Zusammenhang mit dem Verlust von Kontrolle im Körper.

OT Worel Krieg der Sterne

Bösartig ist gemeint, dass die Zellen, die krank sind, funktionieren ganz anders, die entkommen dem Mechanismus des natürlichen Todes, das macht sie dann quasi bösartig. So wie im Krieg der Sterne im Endeffekt. Es sind Zellen die man nicht mehr abdrehen kann. Und die können aber auch ungebremst sich vermehren und wuchern und dadurch den Körper zerstören.

Es gibt aber auch Zellen, die eine ähnliche Auswirkung haben und nicht als bösartig bezeichnet werden.

OT Worel

Wo man vielleicht auch, um bei meinem Gebiet zu bleiben, eine Transplantation benötigt, aber es ist zum Beispiel ein Stoffwechseldefekt in den Zellen, den man ersetzen kann und diese Krankheit kommt dann nicht wieder. Das heißt die Zellen sind weg und neue sind da. Bei diesen Blutkrebszellen ist es leider so, dass man sie nicht immer 100% ausrotten kann und dann sprechen wir von der Bösartigkeit, weil sie immer wieder kommen und man sie nicht 100% kontrollieren kann.

ATMO/DIARY Weg zum Sport

OT Smekal Beschreibung

Was Sie vor sich sehen … kommt der Weg des Leidens.

Einen anderen Blick ins Blut machen Sportmediziner. Sie sind auf der Suche nach der Laktatmenge im Blut: Milchsäure als Produkt einer Stoffwechselreaktion zur Energieerzeugung. Schnell wird man auf einer Spurensuche nach den Inhalten im Blut von ihnen mit einer Atemmaske auf einen Ergometer gesetzt mit dem Auftrag, so lange zu radeln, bis man vor Erschöpfung herunterfällt.

ATMO Ergometer

Die minütlich aus dem Ohr entnommenen Blutstropfen werden automatisch analysiert.

ATMO Analyse

Der Sportmediziner Gerhard Smekal erklärt danach den Zusammenhang.

OT Smekal Umschlagpunkte

Wir haben geschaut … zeige Ihnen das da.

Aus den Messungen können die Belastungsgrenzen ermittelt werden, unter denen der Stoffwechsel des Körpers vom Fettverbrennen auf die Umwandlung von Kohlenhydraten umstellt - und wenn man ins Keuchen kommt, signalisiert das, was die Laktatwerte im Blut zeigen, auch der Atem: zu viel geradelt.

OT Smekal Empfehlung

90% unter der zweiten Schwelle … Intensität zu nieder.

ATMO/DIARY zur TCM

OT Laciny Vorstellen

Mein Name ist Sonja Laciny … über Schmerztherapie zur TCM gestoßen.

Sonja Laciny kennt beide Welten und sie erklärt den wesentlichen Unterschied.

OT Laciny TCM 1

Blut hat in der TCM die Aufgabe, Energie zu transportieren, westlich Sauerstofftransport, Nährstofftransport, Blutenergie Chi hat die Aufgabe, Aufgabe und Gewebe zu versorgen, wichtig ist auch der Jin Aspekt, die Körpersäfte.

Auch das Befeuchten der Haut gehört dazu, zu diesem Jin, zu diesem anderen „Bild vom Blut“: das Befeuchten der Schleimhäute, das Nähren von Sehnen und Muskeln sowie das Versorgen der Augen. Alles Aspekte, die traditionelle chinesische Medizinerinnen und Mediziner in der Aufgabe von Blut sehen.

OT Laciny TCM 2

Ein wichtiger Aspekt ist auch ein geistiger Aspekt des Blutes, man sagt, wenn man genug Blut hat, werden die Organe nicht nur gut versorgt, es dient zu einem beruhigenden Schlaf, herunterkommen, zum beruhigen. Der Chen, der Geist der TCM, darunter darf man sich kein Gespenst vorstellen, sondern das ist einfach unser parasympathisches Nervensystem. In der Schulmedizin würden wir da nicht so einen Zusammenhang sehen. Und das ist eben sehr spannend, dass sich da ein rundes Bild ergibt.

Die unterschiedlichen Sichtweisen auf unser Blut. Auf der Spurensuche in der Blutbahn können Sie morgen Lothar Bodingbauer in seine Blutbahn folgen - und herausfinden, ob sich der Hund, den er seit 2 Jahren hat, auf seine Bluttfettwerte ausgewirkt hat. Wir begleiten ihn zur Gesundenuntersuchung und finden es heraus.

Teil 4: Wir gehen zur Blutabnahme im Rahmen der Gesundenuntersuchung

MODERATIONSVORSCHLAG

Blutfette sind wohl die bestbekannten Problemstellen in unserem Bewusstsein über das Blutbild. Häufig wird eine Erhöhung festgestellt. Bei Gesundenuntersuchungen, die dazu da sind, einerseits Krankheiten zu entdecken, andererseits eine Änderung des Lebenswandels einzuleiten, der gesünder ist, und niedrigere Blutfettwerte ergeben wird, was - wenn alles stimmt, zu einem längeren und besseren Leben führt. Im letzten Teil seiner Radiokolleg-Reihe „Was das Blutbild verrät“ begleiten wir Lothar Bodingbauer zur Spurensuche auf die Inhaltsstoffe im eigenen Blut.

ATMO Blutabnehmen

Wer eine Vorsorgeuntersuchung macht, ist vor allem auch an seinem Blutbild interessiert. Was auch immer es erzählt, zu Beginn steht seine Erstellung. Im Gesundheitszentrum der SVA in Wien ist es Annemarie Kern, die das Blut dafür abnimmt.

ATMO/

OT Blutabnehmen

Im angrenzenden Labor wird das Blut dann untersucht. Das meiste passiert vollautomatisch.

ATMO/

OT Labor

… ist dort offensichtlich „nicht hingreifen“ rosa.

Blutzucker und Cholesterin, Harnsäure und Triglyceride. Bilirubin und Hämoglobin. Lymphozyten und Blutgerinnung. Die Messwerte geben Auskunft, ob im Körper alles nach Plan läuft.

Das Blutbild…

OT Edl Laboranalyse

Das Blutbild spielt … eine Rolle spielen kann.

Richard Edl ist Arzt für Allgemeinmedizin und Innere Medizin.

OT Edl Beispiel Müdigkeit

Ich kann Ihnen ein ganz konkretes Beispiel nennen … Laboruntersuchung zu machen, dann ist nichts.

Oft sind es die Blutfettwerte, die bei allgemeinen Blutuntersuchungen ohne konkrete Beschwerden zu hoch sind, Werte die meist im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden. Immer verbunden mit dem mahnenden Hinweis des untersuchenden Arztes, auf Inhalte und Art der Ernährung in Zukunft besser aufzupassen. Karl-Heinz Wagner von der Universität Wien hat angeboten, den Zusammenhang Ernährung und Blutbild genauer zu erklären.

ATMO/

OT Zur Ernährung

Mein Name ist Karl-Heinz Wagner … unbeeinflusst zu lassen.

HDL und LDL: das gute, und das unter Anführungszeichen „böse Cholesterin“ – beeinflussbar auch durch Bewegung – das Verhältnis der beiden ist wichtig als Maß für Krankheitsrisiko und Gesundheit.

OT Wagner Veränderung

Das Blutbild spiegelt natürlich wider … was verändert wird.

Für das Konzept der Gesundenuntersuchung sind viele Parameter in der standardmäßig vorgenommenen Blutanalyse eine Möglichkeit, Risikoverhalten zu erkennen und zu beeinflussen, erzählt der Leiter des Gesundheitszentrums der SVA in Wien, Paul Wexberg .

OT Wexberg Parameter

Die Parameter, die bei der Vorsorgeuntersuchung … für das Gesundheitssystem eine Belastung ist.

Und dann ist er da, der Moment der Erkenntnis: Befundbesprechung bei Michael Grandegger, einem der Ärzte der SVA.

OT Grandegger Befundbesprechung

Man kann sagen, er ist leicht sichtbar, der Hund … das dürfte für Sie optimal gewesen sein.

ABMODERATIONSVORSCHLAG

Eine Spurensuche im Blut war das, gestaltet von Lothar Bodingbauer. Die Gespräche dieser Reihe sind in voller Reihe im Österreich 1 Campus Radio zu hören, auf www.physikalischesoiree.at - als Podcast stehen sie dort zum Download bereit. Noch einmal die Adresse: www.physikalischesoiree.at
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ID 233
Turmfalken
Radioproduktion | 06.03.2016
Turmfalken
Gefiederte Jäger in Menschennähe.
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06.03.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Gefiederte Jäger in Menschennähe.

Die Ornithologin Petra Sumasgutner über die Turmfalken.

Vom Leben der Natur | 5 Teile á 4 Minuten, ORF Radio Ö1, ab 7.3.2016 (Lothar Bodingbauer)

Turmfalken sind weit verbreitet, sie kommen auf der ganzen Welt vor. Die Vögel gelten als Teilzieher, haben nicht so lange Zugstrecken wie Störche, sind aber je nach Nahrungsangebot durchaus von unseren Breiten bis in den Mittelmeerraum unterwegs. Sie gehören zu den kleinsten Greifvögeln in unserer Gegend.

Ihre Nistplätze befinden sich hoch oben, zum Beispiel auf Kirchtürmen. Sie jagen gerne Mäuse, und auch die finden sie in Menschennähe, denn das Auftreten von Feldmäusen ist eng mit der Landwirtschaft verbunden.

Die Flugtechnik eines Turmfalken ist der Rüttelflug. Das Tier bleibt wie ein Hubschrauber in der Luft stehen, indem es schnell mit den Flügeln schlägt, aber gleichzeitig mit den Schwanzfächern bremst. So schwebt der Turmfalke über Mäuselöchern und wartet, bis er die Beute sieht, um sich dann auf sie zu stürzen. Er greift sie mit den Beinen und beißt mit dem “Falkenzahn” in die Halswirbel der Maus, um sie rasch zu töten.

Teil 1 |

Teil 3 |

Teil 5 |

Vincent van Zalinge

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ID 232
Radioproduktion | 31.01.2016
Gärung
Der Mikrobiologe Clemens Peterbauer spricht über die positive Veränderung von Lebensmitteln durch Mikroorganismen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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31.01.2016 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Der Mikrobiologe Clemens Peterbauer spricht über die positive Veränderung von Lebensmitteln durch Mikroorganismen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)
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ID 231
Radioproduktion | 06.12.2015
Sprachenrechte
Neben der Staatssprache Deutsch gibt es in Österreich sechs anerkannte Minderheitensprachen. Viele weitere Sprachen werden gesprochen, auch ohne in gesetzlichen Regelungen einen Sonderstatus zu besitzen. Sie werden aber durch die UNO Menschenrechtscharta garantiert. „Menschen dürfen aufgrund ihrer Sprache nicht diskriminiert werden“. Ob geschrieben oder ungeschrieben: Wer Sprachenrechte gewährt, übt Macht aus. Mit der zugebilligten Sprache werden Kultur und Identität der betroffenen Personen und …
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06.12.2015 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Neben der Staatssprache Deutsch gibt es in Österreich sechs anerkannte Minderheitensprachen. Viele weitere Sprachen werden gesprochen, auch ohne in gesetzlichen Regelungen einen Sonderstatus zu besitzen. Sie werden aber durch die UNO Menschenrechtscharta garantiert. „Menschen dürfen aufgrund ihrer Sprache nicht diskriminiert werden“. Ob geschrieben oder ungeschrieben: Wer Sprachenrechte gewährt, übt Macht aus. Mit der zugebilligten Sprache werden Kultur und Identität der betroffenen Personen und Gruppierungen maßgeblich bestimmt. Migration verändert die Sprachlandschaft nun und die Machtverhältnisse müssen neu verhandelt werden. Laufende Auseinandersetzungen um „erlaubte Sprachen“ am Pausenhof einer Schule zeigen, wie der Umgang mit Sprache als wesentliches Mittel der Kommunikation die Gesellschaft im Innersten beschäftigt. „Recht auf Sprachen statt Deutsch als Pflicht. (Radiokolleg 2 / ORF Radio Österreich 1)
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ID 230
Botanische Illustrationen
ORF > Österreich 1 > Vom Leben der Natur | 06.12.2015
Botanische Illustrationen
Pflanzen zeichnen für die Wissenschaft. Alois Wilfling über die Kunst der botanischen Illustration.
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Österreich 1 · 06.12.2015 · Gestaltung: Lothar Bodingbauer · Importiert
Pflanzen zeichnen für die Wissenschaft. Alois Wilfling über die Kunst der botanischen Illustration.

Es ist verwunderlich, dass sich im Zeitalter von Fotografie und Computer noch jemand findet, der sich in aller Ruhe und in vielen Stunden dem Zeichnen von Pflanzen widmet. Einerseits geht es dabei um einen künstlerischen Zugang, der besonders in Großbritannien auch von vielen Menschen als Hobby betrieben wird, andererseits stehen profunde wissenschaftliche Interessen dahinter, genaue Zeichnungen von Pflanzen für Bestimmungsbücher und botanische Fachartikel zur Verfügung zu haben.

Der Kopf des Illustrators macht dabei den Unterschied. Können Details weggelassen werden, oder sind sie wichtig? Wie können man verschiedene Stadien einer Pflanze an einem gezeichneten, real aber nicht existierenden Exemplar kombiniert werden?

Die Kunst der botanischen Illustration wurde auf englischen Forschungsreisen im viktorianischen Zeitalter entwickelt. Auch heute noch arbeiten in Kew Gardens – dem königlichen Botanischen Garten in London – die besten wissenschaftlichen Zeichner.

Form, Struktur, Farbe und Licht. Das sind die wesentlichen Aspekte einer botanischen Illustration.

Auch Österreicher gehörten immer schon zu den guten Pflanzenzeichnern, wenn auch ihr Aufgabengebiet mit dem Ende der Porzellanmanufakturen zurückgegangen ist und heute vor allem das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund steht.

INTERVIEWPARTNER:

Mag. Alois Wilfling

OIKOS - Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung

und Gerichtssachverständiger

A-8200 Gleisdorf

Ö1-Programm

Teil 1: Die Qualität der Beobachtung (Filename: radio230_nat_botanischeIllustrationen_1 mp3

)

Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio230_nat_botanischeIllustrationen_1

Teil 2: Feine Striche (Filename: radio230_nat_botanischeIllustrationen_2 mp3

)

Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio230_nat_botanischeIllustrationen_2

Teil 3: Gesamtansicht und Details (Filename: radio230_nat_botanischeIllustrationen_3 mp3

)

Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio230_nat_botanischeIllustrationen_3

Teil 4: Entdecker mit Bleistift und Pinsel (Filename: radio230_nat_botanischeIllustrationen_4 mp3

)

Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio230_nat_botanischeIllustrationen_4

Hörtipps

Link zum Gespräch

mit Alois Wilfling über Äpfel

Link zum Gespräch

mit Margareta Perl über Botanische Illustrationen

Link zum Radiobeitrag

über Botanische Illustrationen im Jahr 2022

Zwei sehr nette Rückmeldung kam nach der Sendung über das Ö1-Hörerprotokoll:

[quote]Ich habe ihren Beitrag über die botanischen Zeichner und Miniaturmaler auf Ö1 in „vom Leben in der Natur“ gehört, bzw. von einigen lieben Freunden ans Herz gelegt bekommen. Ich bin Bildhauerin, Goldschmiedin und Zeichnerin und beschäftige mich mit Formen aus der Natur und insbesondere botanischen Details. Es ist unglaublich wie sehr dieser Beitrag mich berührt und mein Interesse geweckt hat. All diese Beobachtungen, und Erkenntnisse über das zeichnen von Pflanzen… Vielen Dank, dass Sie sich so ausführlich mit diesem, für mich, sehr besonderem Thema auseinander gesetzt haben. (A.S.)[/quote]

[quote]Sehr geehrter Herr Bodingbauer, bevor ich vergesse, sie zu loben und ihnen zu danken, lobe ich sie schnell und danke ihnen. Wieder so eine feine Folge. Ich habe Lust bekommen, den vertrockneten Blumenstrauß auf dem Schreibtisch zu zeichnen. Wie auch immer, seien sie bedankt für die Achtsamkeit, die sie vermitteln. Das ist wertvoll.[/quote]
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Alois Wilfling|Botanik|Illustration|Wissenschaft
OE1-Link:
Ö1: Vom Leben der Natur
https://oe1.orf.at/programm/20151207#412252/Vom-Leben-der-Natur
Link zur Sendungsseite