Stadtgespräch? Läuft

Stadtgespräch? Läuft

Die Stadtgespräche entstehen parallel zur Ausstellung “Zukunft der Stadt”, die 2017 im Technischen Museum gezeigt wird. Inhaltlich gehen wir an Themen der Urbanität, Mobilität ran. An überlegtes, reflektiertes Leben in der Stadt.

Hier im Web: https://www.sprechkontakt.at/stadtgespraech/ oder als Bewegt-Eipsodenbild auf Youtube. Einbetten auch über fyyd.

252. Schwertransporte auf zwei Rädern

Das Lastenrad boomt: Besonders in Städten mit viel Verkehr schlängeln sich neuerdings mehr oder weniger elegant „Heavy Pedals“ – Lastenräder in unterschiedlichen Formen durch den Alltag. Die Wege sind kurz, Beschränkungen für den Autoverkehr nehmen zu. Das fördert den Wunsch, auch schwerere Lasten wie Gasthermen oder Getränkekisten mit Muskelkraft zu befördern. Akkus unterstützen das Ganze, ganze Gewerbebetriebe sind aufgesprungen. Seit kurzem fördert die Stadt Wien den Ankauf von Lastenrädern auch finanziell. In Fahrradkollektiven werden die Räder kostenlos verliehen. Ein Selbstversuch, wie die Beförderung alltäglicher Gegenstände mit dem Fahrrad statt mit dem Auto in der Stadt funktionieren kann.

251. Wetterfrosch und Satellitenbild

Der Meteorologe Alexander Ohms über Grenzen und Möglichkeiten der Wettervorhersage für die kommenden Tage. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

250. Tischgespräche

Von Lammhaxen, Zitronentarte und der Unterbrechung des Alltags. Mit Alois Schörhuber. Aufgenommen im Podcast Setup (5 Headsets). (MomMoment / ORF Radio Österreich 1)

Vor der ersten Frage: Wie man sich technisch auf ein Radiointerview vorbereitet

NPR-Training hat einen kleinen, feinen Artikel geschrieben, was alles zu beachten ist, bevor man ein Radiointerview beginnt. Hier ist meine österreichische Version davon, basierend auf der Struktur des englischsprachigen Artikels von Rob Rosenthal.

Du kennst die/den Interviewpartner/in, hast einen Termin vereinbart, weißt, worüber du mit ihr/ihm sprechen möchtest.

Du schätzt die Heißheit ein. Geht es um ein “Sachkundethema” (1), eine Expertiste (2), eine Einschätzung (3), eine Stellungnahme (4), eine kritische Position (5), eine umstrittene Person mit umstrittener Meinung (6).

Du schätzt die Verwertbarkeit der Antworten ein. Handwerker/in, Wissenschaftler/in, Mensch mit speziellen Kenntnissen (+++/easy), Menschen, die viele Konzepte schreiben (++/schwierig), Pressesprecher/innen (+/Risiko).

Du hast zumindest den Wikipedia-Artikel über das Thema gelesen. Du weißt, an welchen Aspekten des Themas dein/e Interviewpartner/in arbeitet.

Du schreibst dir einige Punkte auf, die du im Interview besprechen möchtest.

Du hast dein Mikrofon und Aufnahmegerät bereit, Fell-Windschutz für Außenaufnahmen dabei. Ersatzbatterien. Kopfhörer. Kleines Ersatzaufnahmegerät. Du probierst alles zuhause aus und packst es dann erst ein.

Bei der Hinfahrt überlegst du dir die erste Frage. Und die zweite Frage.

Ja, es ist manchmal gut, das Mikrofon schon vor der Ankunft einzuschalten. Man sollte das auch vorher ankündigen. Aber man kann schon mal das Läuten an der Tür und das anschließende Bellen des Hundes aufnehmen, das Surren des Türverschlusses, ohne vorher groß gefragt zu haben. Geräusche gehören zum Leben.

Nach dem Interview überlegst du, was davon einzigartig war. Das möchtest du in deiner Geschichte weitergeben. Das kann ein Aspekt des Inhalts sein, aber auch eine Erzählweise.

Bei Vielkonzeptschreiber/innen und PR-Profis rechne damit, oft “was heißt das konkret” zu fragen. Oder die “habe ich Sie richtig verstanden – und dann das falsche Sagen”-Methode anzuwenden. Was dann als Antwort kommt, kannst du meist verwenden.

Nach Ankunft am Aufnahmeort ist es üblich und ratsam, ein wenig zu plaudern. Man kann dabei die Kabel einstecken. Je nach Zeit, Lust und Professionalität des Gegenübers wird man mehr oder weniger Smalltalk führen.

Jetzt musst du die Akustik beurteilen. It’s the law.

1. Du klatscht in die Hände. Wenn es knallt und hallt: schlecht. Raum wechseln.
2. Du schnalzt mit der Zunge. Wenn es knallt und hallt, schlecht. Position im Raum wechseln.
3. Rauscht etwas? Ausschalten. Darum bitten.
4. Andere – unvorhersehbaren – Geräusche sind genauso oft gut, so oft sie schlecht sein können. Eher im Moment entscheiden.

Ach ja, die Kopfhörer. Ja, es stimmt, wie NPR es formuliert. It’s the law. Du musst hören, was auf das Band kommt. Das Rumnörgeln am Mikrofon, das Knarren des Kabels, das Ploppen der P´s in den Antworten. Und genauso steht es im Gesetz, nie, absolut nie, die Pausetaste zu drücken. Aufnahme oder Stopp.

Sessel zur/zum Gesprächspartner/in rücken. Kein Tisch dazwischen.

Erste Frage: Sprechprobe. Bitte die/den Interviewpartner sich kurz vorzustellen. “Wenn Sie sich vielleicht kurz vorstellen könnten, wie Sie heißen, und was Sie machen”.

Du kannst dabei dein Aufnahmegerät einstellen, hast die Aussprache des Namens, weißt die Tätigkeit, und wenn es schön ist, kannst du es in deiner Radiogeschichte verwenden.

Jetzt hörst du dir das kurz an, was du aufgenommen hast. Um sicher zu sein, dass alles funktioniert.

Noch einmal: Aufnahme drücken. Jetzt kannst du selbst erzählen, was du bisher schon zum Thema gelernt hast. Wenn du das möchtest.

Und sonst findet jetzt das Interview statt. Was ins Mikrofon gesprochen wird, kann gesendet werden, außer es wurde vorher etwas anderes vereinbart, was üblicherweise nicht der Fall ist (erst ab Heißheit Stufe 5-6). Lehne es ab, den Beitrag vor Ausstrahlung zur Überprüfung anhören zu lassen. Das ist ablauftechnisch fast unmöglich. Wer zu einem Interview bereit ist, muss mit den Folgen leben. Außer es ist Bedingung für das Interview, und du möchtest nicht verzichten – ich würde dann aber eher auf das Interview verzichten, als diesen Einfluss zu gewähren.

Unterbrechungen im Interview durch andere kann man in die Geschichte einbauen, daher er nicht auf Stopp drücken, sondern weiterlaufen lassen.

Natürlich arbeitest du sauber, respektierst den Kontext, schneidest keinen Mist. Aber du bist den Hörer/innen verpflichtet, nicht den Interviewpartner/innen.

Im Idealfall machst du eine Geschichte, die die/der Interviewpartner/in auch im Kreise ihrer/seiner Familie hören kann, ohne das Gesicht zu verlieren – im Gegenteil.

Fast fertig. Zum Schluss nimmst du noch 1 Minute Pflichtatmo auf. Stille/Geräusche am Ort, mit den selben Einstellungen, mit der selben Mikrofonhaltung.

Schriften

Als Radiomacher bin ich immer interessiert an Geschichten. Erzählt werden sie meist von Menschen, oft aber auch von Gebäuden, von der Natur. Aber auch von der Schrift. Da kommt man nicht schnell drauf, aber mit ein bisschen Hilfe freundlicher Typographen eröffnet sich rasch eine Welt, die man längst geahnt hat. Wie viel Hintergrund in einer Schrift steckt. Vom Landstrich. Vom Denken. Von den Inhalten. Ich liebe es. Und in meinem Leben habe ich mir bisher vier Schriften gekauft: Carrosserie, FF Real, ocr-t und jüngst Marselis Serif. Weil ich mich gerne mit ihnen selbst die Geschichten erzähle, die ich schreibe. Auch wenn ich sie dann nur im Radio vorlese, und sie gar nicht zu sehen sind, wird man sie spüren.

Lothar Bodingbauer, 45, Radiojournalist, https://www.sprechkontakt.at

248. Schillern, strahlen, leuchten

Farben entstehen erst in unserem Kopf. Wir sehen mit Rezeptoren die Wellenlängen des Lichtes. Erst die Interpretation der Eindrücke im Gehirn “macht” die Farbe. Farben zu vergleichen ist schwierig, weil auch höhere Zentren im Gehirn zusammenspielen, um unsere Wahrnehmungen bunt zu machen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

Vorbereitung zu H05 Schmerzgrenzen

Hörlink (01:20 min)

YouTube: Galina Ustvolskaya – Composition №2 (21:37 min); Link zum Wikipedia-Eintrag der Komponistin

Ihr Werkkatalog ist überaus konzentriert, ihre musikalische Botschaft lapidar und kompromisslos. – sikorski.de

YouTube: Galina Ustvolskaya: Scream into Space / Уствольская: Возглас во вселенную (33:32 min)

Interview mit Periklis Liakakis

Herzlich willkommen

Media | Science | Education

Lothar Bodingbauer, Wien. Media, Science, Education. Texte für Museen und Ausstellungen, Radiobeiträge, Workshops zu Bildung, Journalismus und Wissenschaft. Podcasts und Podcastberatung. -> Referenzen. Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer

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