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Ein schwarzes Brett. Ein Tagebuch. Lothar Bodingbauer.

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Journalismus wahrhaft

Der amerikanische Journalist Walter Lippmann riet Journalisten stets dazu, Distanz zu den Mächtigen zu wahren. Es gebe kein höheres Gesetz im Journalismus, als die Wahrheit zu sagen und den Teufel zu beschämen. (FAZ, 2011, July 14)

Missverständnis

Eine österreichische Partei setzt ein “unmissverständliches und klares Zeichen”, in dem sie einen Mitarbeiter aus Partei und Parlamentsclub ausschließt. Liebe Freunde der subtilen Kommunikation: Ihr könnt ein Zeichen setzen. Ob es missverständlich oder unklar ist, klar oder unmissverständlich, das beurteilen ich oder mein Kater, der schläft aber gerade.

Fotos aus Batam, Indonesien

Ich bin gerade in Batam. Batam ist dort, wo vor kurzem mal eine Qantas Düsenteil runtergefallen ist. Das hat sich sehr schnell herumgesprochen. Was, Koffer? Ein Flugzeug ist abgestürzt? Es war dann doch nur ein Bus, der Koffer ausgeladen hat. So ähnlich wie dieser hübsche Bus hier.

Auf der Insel Belakang Padang. Es hatte vor einer Woche den ersten Tag geöffnet: “My Café”. Das Café liegt auf einem doch recht entlegenen Teil einer Nebeninsel von Batam, die man durch ein schmales Boot erreichen kann, und dann nach rechts hinten eine halbe Stunde spazieren, bis übers Meer.  Zur Sicherheit die Koordinate dieser netten Menschen:  Google Maps.

Das Motorrad hier wiederum hat schon länger keinen Gast mehr gesehen. Es steht ein wenig vergilbt da, und wartet auf eine mitleidige Hand, einen Schwamm, Seife, Wasser und viel Schaum.

Die Hälfte Zeit des Tages ist Nacht. Das ist für mich etwas ungewöhnlich, weil wir im Sommer ja gewöhnt sind, nach Einbruch der Dunkelheit um 10 oder 11 dann irgendwann auch einmal schlafen zu gehen – zumindest unter der Woche. Aber hier fällt die Sonne um 19 Uhr ins Meer, dann ist es finster. Hier gehen wir nicht ins Bett, sondern steigen auf die Motorräder und fahren wo hin.

Ach ja, um 4 beginnt der Muezzin zu singen und der Müll zu brennen. Das ist etwas ungewöhnlich. Die Kinder hier aber unterscheiden sich durch nichts von den anderen Kindern dieser Welt. Sie stecken sich, wenn sie klein sind, die ganze Hand in den Mund, um sie von Schokolade sauber zu kriegen, und gehen, wenn sie größer sind, zur Schule.

Die meisten Rätsel lösen sich meist gut auf, wenn man sich dann irgendwann ein bisschen besser auskennt. In welche Richtung das Bemo fährt und was es kostet. Warum es so angenehm warm ist und immer wieder so gut riecht, warum man einfach über die Straße gehen kann ohne zu Tode gefahren wird. Top 1 der bleibenden Rätsel allerdings sind die Fragen, warum die Menschen so freundlich sind, warum die Zeit so schnell vergeht, und was die Steine bedeuten, die nebenan auf den Telegrafendrähten hängen. Irgendwelche Ideen?

Am Tag danach: Ich bin weg!

 

Die Antwort von Nikon – auf Anfrage, was denn da passiert ist, ist geradeaus heraus:

 

Lieber Lothar,

bei diesem Wettbewerb geht es darum, eine Anzeige für Nikon zu gestalten, die realistisch ist.

Hier sollte man sich die Frage stellen, ob Nikon wirklich mit dieser Anzeige werben könnte.

Wir entfernen jegliche Art von Abbildung der Konkurrenz, egal ob die Abbildung zu unserem Gunsten ist oder nicht, da eine solche Anzeige nicht dem Sinn des Wettbewerbs entspricht.

Mit freundlichen Grüßen

Dein Nikon Team

Tag der menschenlosen Namen

Wie immer etwa um diese Zeit bedanke ich mich bei all jenen, die mir ein Mail geschickt haben, um mir etwas zu verkaufen, oder mich um Hilfe zu bitten. Lange konnte ich schon bei keiner Geldtransaktion mehr unter die Arme greifen, Penisverlängerungen scheinen auch nicht mehr zu gehen; trendig sind derzeit Anti Spam Software (!) und so kleinere Betrügereien durch Password Fishing.

Ich bedanke mich in jedem Falle ganz herzlich exemplarisch bei den wenigen von vielen, bei denen mit den schönsten Namen:

Arthur Tobias (ID 8013) marked as spam.
Marcy Rey (ID 8010) marked as spam.
Willis Shockley (ID 8003) marked as spam.
Deon Correa (ID 8001) marked as spam.
Und Salvatore Wilder, der mit der Uhr.

Gesang: Abendessen im Beograd

… ein ganz normaler Donnerstag Abend. Wie immer. Aber irgendwann muss man es empfehlen. Beograd. Der Krautsalat. Die Plescavica. Die Musik. Und das bei uns im 4.

Schauabriss am Wochenende

Oh und da saßen wir alle am Sonntag Nachmittag in der Sonne und schauten zu, wie der große Bagger das Haus auffraß. Der Frühling kann beginnen. Beachtenswert ist das Plakat links – vermutlich von einer Schutthalde in Haiti. Who cares?

Bewerbung nach DIN

Stress! Oh Mann. Da hab ich keine Chancen. Das krieg‘ ich nicht hin.

Quelle: http://www.berufszentrum.de/din_5008_bewerbung.html

Argumente zum Thema „Ökodiktatur“

These: Demokratie scheitert an der Umweltkrise

Quelle: Bernhard Pötter im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur, Sendedatum: 05.11.2010, Sendung: Thema, Länge: 10:46 Minuten, nicht mehr als Download verfügbar. Aber hier sind die Argumente:

  1. Das Wort „Ökodiktator“ ist Schlagwort der Gegner
  2. Wir wollen, dass die Leute das tun, was vernünftig ist, und wir wollen nicht darauf warten
  3. Linke, grüne Ökotradition in Marburg stark – Pflicht zu Solaranlagen
  4. Energie: Wir müssen an die Gebäude ran
  5. Menschenbild: Glauben an das vernünftige Handeln, oder braucht es Gesetzes
  6. Wie viel Ökologie dürfen Kommunen ihren Bürgern aufzwingen?
  7. Wie viel muss der Staat tun, um uns vor manchen Sachen zu bewahren?
  8. Thema Klima, Treibhausgase, Artenvielfalt, Lebensmittel, Böden: Entwicklung nicht nachhaltig
  9. Wir kommen mit den großen Klimaproblemen nicht zurande, nicht mit den demokratischen Mitteln
  10. Parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts scheitert an der Umweltkrise wegen kurzer Legislaturperioden vs. Langfristiger Konzepte
  11. Demokratie ist bei uns mit ressourcenintensivem Wirtschaftssystem kombiniert
  12. Ökokratie statt Demokratie: Demokratie erweitert um ökologischen Faktor
  13. Vergleich altgriechische ursprüngliche Demokratie, die um Rechtsstaat erweitert wurde
  14. Antwort zur Frage „Ausweg Ökodiktatur?“ muss klar „nein“ sein.
  15. Bei Stellplätzen für Autos spricht niemand von der Stellplatzdiktatur
  16. Ökonomiediktatur könnte man auch sagen – weil alles unter ökonomischen Aspekten gesehen wird
  17. Finanzen, Finanzkrise: Zukunftsbank Europa in Anlehnung EZB konnte Eurokrise mildern, in die nationalen Haushalte kann hineinregiert werden, niemand sagt, wir haben Finanzdiktatur in Europa; bei CO2 Obergrenzen ist das derzeit ein großes Problem.

Buchtipp: Bernhard Pötter, Ausweg Ökodiktatur? Wie unsere Demokratie an der Umweltkrise scheitert. oekom 2010.

Assange: 7 Demontage Strategien

Was auch immer Julian Assange (Wikileaks) getan oder nicht getan hat, bemerkenswert sind die (medialen) Ansätze, ihn zu demontieren. Man kann sich das merken, sollte man es einmal selbst brauchen, oder wenn es einen mal selbt trifft:

1) Isolieren: “Er ist ein unsozialer Einzelkämpfer, hat sich mit seinen Mitarbeitern zerstritten, kann nicht kooperieren.” Bonustrack: finde einen ehemaligen Mitarbeiter, der das sagt.

2) Kriminalisieren: “Er hat jemanden vergewaltigt.” Besser noch: Wenn das mehre Personen aussagen, wird aus dem einfachen Kriminellen ein notorischer. Vergewaltigung ist wirklich übel. Kinderpornografie geht auch gut. Bei Frauen wäre möglich, dass sie ihre Kinder getötet haben, bei Biefträgern, dass sie in ihrer Garage säckeweise nicht ausgetragene Post horten, bei Bauern, dass sie ihre Kühe verhungern lassen.

3) Fälschen. Keine schechte Idee ein paar gefälschte Cables in Umlauf zu bringen. Je kruder, desto besser.

4) Die Vergangenheit adressieren: “… er war schon immer …”

5) Als rücksichtslos darstellen: Durch die Enthüllungen werden Informanten gefährdet.

6) Als ruhmsüchig darstellen: Er tut das nur, weil er eitel ist

7) Als Kontrollfreak darstellen.

Alles sehr interessant.

Tipp: Ausführliches Interview mit Julian Assage im Time Magazine.

PS: Fehlt was in der Liste?

Krieg, Angst und risikohafte Lernwege

Wir leben in einer westlichen Schuldgesellschaft. Auch bei Bildungsproblemen wird nach dem Schuldigen gesucht. In einer asiatischen Schamgesellschaft würde man zuerst die Betroffenen bedauen: Es tut mir leid. Doch daran scheint im Moment niemand zu denken. Schuld hat mit Schule nichts zu tun. Es braucht sich auch niemand zu entschuldigen. Sehen wir uns lieber den Hintergrund hier in Österreich an. Bildung geschieht in Österreich vorwiegend über risikolose Lernwege, und das vor dem Hintergrund der psychologischen Folgen des 2. Weltkriegs. Folgen für “uns”, für die Angehörigen der “Verfolger”. Weit hergeholt? Keineswegs. Im folgenden drei ungewöhnliche Beobachtungen und Kombinationen.

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Hörtipp: Paarbeziehungen

Über die Psychologie der Paarbeziehung gibt es einen hübschen Podcast auf SWR2. Interessant für alle von uns, die heiraten wollen, geheiratet haben, mit jemandem leben und so weiter und so fort. Es scheint auch weiterhin zu gelten: wer heiratet, braucht einen Grund (Grundstück).

Link: SWR2 Aula