Radio, Science, Education

Wien

Österreich 1

  • 238. Ansichtskarte aus China

    Auf einer Teeplantage in China zu arbeiten, ist eine schöne Art, die Ferien zu verbringen. Möglich ist das über das WWOOF-Netzwerk. Für Kost und Quartier kann man auf Biobauernhöfen und bei Nahrungsmittelerzeugern mitarbeiten. Ein paar Eindrücke habe ich im Juli 2016 als akustische Postkarte via ftp nach Hause geschickt. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 237. Krabbeln in Reih und Glied

    237. Krabbeln in Reih und Glied

    Der Ökologe Patrick Krapf spricht über Ameisen, die ihr Leben in Nestern, Kolonien und Superkolonien organisieren. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

    Programmtext

    Ameisen leben in unseren Breiten im Boden. Unter umgedrehten Steinen sind sie zu finden. Eine Ameisenkolonie besteht aus Arbeiterinnen, Männchen und Königin. Die Kolonie lebt nicht nur unter einem Stein, sondern in einem Netzwerk über mehrere Quadratmeter hinweg. Brut und Nahrung wird in Gängen transportiert, von und zu den Brutkammern, in denen die Königinnen leben. Die Brut wird von dort zu den warmen Steinen nach oben getragen, und wenn es zu kalt wird, nach unten.

    Die Verwandtschaftsverhältnisse bestimmen feindliches oder freundliches Verhalten bei Begegnungen. Das ist mit Vaterschafts- oder Verhaltenstest im Labor bestimmbar. Superkolonien mit verwandten Ameisen können sich über viele, viele Quadratkilometer hinziehen.

    Ameisen sind “eusozial”, so genannte “wirkliche” soziale Lebewesen, so wie auch Bienen und Wespen. In einer Kolonie herrscht Arbeitsteilung und es gibt überlappende Generationen. Die eierlegende Königin hat viele Töchter, die über mehrere Jahre hinweg geboren werden. Eine Königin kann bei manchen Arten – im Labor – bis 30 Jahre alt werden.

    Ameisen sind ökologisch extrem bedeutend. Sie wälzen den Boden durch, tragen Nahrung ein, sind als Totengräber aktiv, sie transportieren Pollen und Samen und sind daher auch wichtig für die Bestäubung von Pflanzen.

    Die Kommunikation in und zwischen den Kolonien passiert durch Duftstoffe, die über “Antennen” am Kopf der Ameisen wahrgenommen werden. Weltweit gibt es 23.000 Arten, in Europa 170 und in Österreich rund 130 Arten. Ihre Lebensweisen sind vielfältig und oft sehr verschieden.

    INTERVIEWPARTNER:

    Patrick Krapf, MSc.
    Universität Innsbruck, Institut für Ökologie


    Teil 1: Filename: radio237_ameisen_1 Netzwerke im Boden


    Teil 2: Filename: radio237_ameisen_2 Leben in der Gemeinschaft


    Teil 3: Filename: radio237_ameisen_3 Antennen zum Riechen


    Teil 4: Filename: radio237_ameisen_4 Variationen der Artenvielfalt


    Teil 5: Filename: radio237_ameisen_5 Schwärmen und befruchten


  • 217. Ferien

    Wort der Woche: Man merkt es an der Stimmung in den Straßen. Die Ferien kommen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)



    MODERATION: Man merkt es an der Stimmung in den Straßen. Die Ferien kommen. „Ferien“. Österreich liegt mit 9 Wochen Sommerferien eher im unteren Mittelfeld, da gibt es Länder wie Finnland, Litauen, Spanien und Ungarn mit elf Wochen, sowie Estland, Malta, Portugal und Rumänien mit zwölf Wochen. Ja und in Irland, Island, Italien, Lettland und der Türkei dürfen sich Schüler gleich über 13 Wochen freuen. Ferien.

    SIGNATION: DAS WORT DER WOCHE

    Ferien. Das Wort klingt schon so, wie Ferien eben sind. Lange. Warm. Bedeutend. Mit einem langen Einzug, einer aufregenden Mitte, und einem spannenden Finale, das am Schluss, am N – mit etwas Neuem endet. „Ferien“. Das spürt der ganze Körper.

    OT 01: Erlösung. Erleichterung. Prägende Erlebnisse aus der Schulzeit, wo man entgegengelechzt hat der Ungebundenheit und dem Abfall der Pflichtungen.

    Hans Christian Luschützki ist Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Auch er kennt die Herkunft des guten Gefühls, das so ein Wort wie Ferien hervorruft.

    OT 02: Es hat nicht nur einen angenehmen Klang durch das R und das N, lauter sonore, klangvolle Laute, sondern das Schöne an dem Wort Ferien ist, dass es ein sogenanntes Plurale Tantum ist. – Es tritt nur in der Mehrzahl auf, und wenn man das vereinzeln möchte, dann muss man sagen, ein Ferienatag, oder ein Ferienwochenende. Aber Ferien ist immer Plural.

    Die Ferie alleine gibt es also nicht. Ferien, das ist das schöne, die kommen immer gleich im Pack.

    OT 03: Ferien kommt aus dem Lateinischen und im Lateinischen war es so, dass zwischen zwei Selbstlauten ein S einmal zu einem R geworden ist. Und daher kann man im Altlateinischen noch die Form FESIE lesen, in den Quellen, die da zu FERIE geworden ist.

    Wir fahren in die Fesien… Klingt nicht so gut. Aber ob Fesie oder Ferie: Wenn man die Worte am Schopf packt und an der Wurzel schaut, dann steht dort die Bedeutung „heilig“.

    OT 04 Die Feriae waren alos die Heiligen Tage, wo die Arbeit ruht, wo sakrale Handlungen ausgeführt werden und der gleichen.

    Das werden auch alle Schüler unterschreiben, wobei unter sakrale Handlungen für sie auch Fußballspielen, schwimmen, oder miteinander Zeit verbringen fällt. Das Wort „Fest“ liegt dabei gar nicht weit weg.

    OT 05 Im Wort Festus oder Festi ist ja im Lateinischen das S nicht zwischen zwei Vokalen gewesen und deshalb nicht zu R verschoben. Und so gibt es diese Alternation Ferie einerseits wegen der Lautstruktur und Festus, und Festum, andererseits, für eine bestimmte Festivität. Festivitas. Auch wieder ein lateinisches Wort.

    Ferien, die Zeit für’s Heilige. Später waren es dann im Gericht auch die verhandlungsfreien Tage. Dass wir heute auch die schulfreie Zeit damit bezeichnen, da hat sich in vielen Jahrhunderten doch einiges an Bedeutung gewandelt .

    OT 06 Ja, das ist eine allgemeine Tendenz der Profanierung von ursprünglich sakralen Einrichtungen. Denken Sie an die Entwicklung, die das Wochenende genommen hat, ausgehend vom Sonntag, der der Tag der heiligen Messe war, und des Hochamts. Jetzt beginnt schon Freitag Mittag das Wochenende, und man wünscht sich schönes Wochenende und nicht nur schönen Sonntag. Und so haben auch die Ferien ihre ursprünglich religiöse Bedeutung eingebüßt und sind profaniert werden, wie so vieles ander auch.

    — SCHNEIDEN MÖGLICH

    Profan, das bedeutet „vor dem Heiligen“.

    OT 07 Ja. Genau, das Fanum ist nämlich mit diesem Festum und Ferien Wurzel verwandt und das ist auch ein Lateinisches Nomen, das von dieser gleichen Wurzel abgeleitet ist.

    Schnell hört man auch die Unterschiede, je nachdem, wie sehr sich das Heilige von Früher noch gehalten hat.

    OT 08 Im Englischen Holidays, das sind die heiligen Tage. Das ist eigentlich genau der Sinn, den das Wort auch im LAteinischem gehabt hat.

    In anderen Ländern haben die Ferien natürlich andere Bezeichnungen. Zum Beispiel in Italien: Ferragosto – von Feriae Augusti, dem Festtag des Augustus.

    OT 09 Das ist im August dann der Beginn der Marienfeiertage, die Hitzeferien. Aber ansonsten heißen die Ferie italienisch ja Vacanze, auch französisch Vacane, Vacationes im Spanischen. Das kommt vom lateinischen Wort CAVUS, cavare, das hohl, leer bedeutet. Also, die Leeren Tagen. Das sind die, die frei von Verpflichtungen im Sinne ist das zu verstehehen. Man hat auch früher im Deutschen von Ostervakanz und der gleichen gesprochen und das ist aber veraltet.

    Auch in Russland haben die Ferien eine Beziehung zum Lateinischen, erzählt der Sprachwisseschahftler Hans Christian Luschützki.

    OT 10Im Russischen heißen die Sommerferien Kanikuli, und das geht auf das Lateinische Kanikulis zurück, die Dies Kanikulares, das waren die Hundstage, wo der Sirus, der Hundstern in der Sonne mit der Sonne zusammenkommt und besonders hell leuchtet, das hat sich im Russischen interessanterweise etabliert, als der Begriff für diese Hitzeferien, die Sommerferien.

    Im Griechischen wiederum ist mit den Ferien nicht die Hitze des Sommers oder die Heiligkeit der Tage gemeint, sondern die Zäsur.

    OT 10 Im Neugriechischen gibt es einen Ausdruck: Diakopes. Das ist auch Plural, die Ferien. Das heißt nur Unterbrechung.Von Diakopto: Durchschneiden, Unterbrechen. Das ist die Unterbrechung der Arbeits- bzw. Unterrichtszeit.

    Die Ferien selbst, das ganze Konzept der langen Sommerferien kommt aus dem Schulwesen. Kinder brauchen Pause. – Wer arbeitet hat Urlaub.

    — SCHNEIDEN MÖGLICH

    OT 11 Die Ferien hatten wohl auch sachliche Veranlassung, etwa nur etwa dass die Bauernkinder zuhause bei der Ernte helfen konnten. Es gibt ja auch Ernteferien heute noch in der Schweiz etwa gibt es im Herbst die Herbstferien, in Bayern. Die Osterferien waren eher sakral bedingt damit man dieses Ruhefest und die Weihnachtsferien die hohen Feste in der Familie gemeinsam feiern kann, weil früher viele Schüler Internatsschüler waren und dann nach Hause fahren konnten, das scheint wohl irgendwo im Schulsystem durch verschiedene Ursachen so etabliert zu haben.


    ABMOD
    
Ferien, das Wort der Woche, gestaltet von Lothar Bodingbauer.


     

    Filename: radio217_wow_ferien Beitrag


  • 199. Das kleine Haus auf dem Land

    199. Das kleine Haus auf dem Land

    Zwischen Wohnburgen und Mehrfachanbau-Kunstwerken steht in österreichischen Gegenden ab und zu ein Winzighaus: zwei Räume oben, zwei unten; oder das Häuschen ist überhaupt nur ebenerdig und nicht viel größer als 30 Quadratmeter. Solche Häuser wären heute auf dem Land gefragt, sagen Immobilienmakler, immer noch werde eher groß gebaut. Wer wohnt in den wenigen, meist alten Winzighäusern. Eine Suche im Innviertel. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

    Filename: radio199_kleinhaus Link zur Sendung

  • 197. Podcasts

    Radio im Internet. – Seit der weiten Verbreitung von Smartphones und mp3-Playern ist Radiohören einfacher geworden. Sendungen kann man nun auch über Internet empfangen und hören, wenn man Zeit hat. Nicht nur etablierte Rundfunkanstalten machen im Rahmen dieser “Podcasts” Programm, sondern auch Menschen außerhalb der Radiostationen, die sich auf einem bestimmten Gebiet gut auskennen. Eine bunte Szene an unabhängigen Podcastern ist entstanden. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

    Interviewpartnerinnen: Daniel Meßner, Florian Freistetter, Nele Heise. Die Gespräche mit ihnen sind in voller Länge in Lobster und Tentakel LUT022 zu hören.

    Filename: radio197_podcast Link zum Beitrag

  • 163. Wie schwer. Wie groß. Wie lang.

    Über Wiegen und Messen: Will man etwas ganz genau wiegen, bringt man es zum Schwingen. So funktioniert die genaueste Waage der Welt: Die Quarzkristall-Mikrowaage der TU Wien. Will man wissen, wie lang ein Meter ist, braucht man dazu eine Atomuhr, einen Laser und diverse Linsen. Eine solche Ausrüstung findet sich beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen. Will man wissen, wie viel man selbst wiegt, stehen noch immer öffentliche Personenwaagen zur Verfügung. Vollmechanische Messgeräte mit Münzeinwurf, seit Jahrzehnten unverändert. Und wenn das Gewicht eines beladenen Lastschiffs bestimmt werden soll, gibt es auch dafür die passende Methode. Alles kann gewogen, alles kann vermessen werden. Zumindest solange von der sichtbaren Welt die Rede ist. (Lothar Bodingbauer, Matthias Däuble) (Moment / ORF Radio Österreich 1)


  • 161. Brandrede

    Wort der Woche: Von der Mitteilung seiner Gedanken bis zu einem flammenden Appell. Neben den Inhalten einer Rede geht es immer auch um die Form. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 105. Schämen

    Von der Angst, nicht zu gefallen: Der Puls wird schneller, die Hitzewelle erreicht vom Bauch her kommend das Gesicht. Man wird rot und schämt sich gleich noch einmal, weil das jeder in der Umgebung sieht. Der körperliche Ablauf beim Schämen ist klar, man kennt auch die Auslöser, doch wozu ist Schämen eigentlich gut? Wer braucht dieses unangenehme Gefühl, wovor soll es wen schützen? Wie soll es helfen, was zu entwickeln? Wir machen uns auf die Suche nach der Bedeutung des Schämens für uns und unsere Gesellschaft.

    Filename: radio105_schaemen