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Wien

Ökologie

  • 394. Archäen – Extremökologie

    Mikroorganismen sind Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dazu zählen Einzeller, Bakterien und Archaeen, die zu den einfachsten Lebensformen gehören und früh in der Evolution entstanden sind. Diese Organismen sind weniger als ein Millionstel Meter groß und besitzen keinen Zellkern. Ihre Struktur besteht aus einer einfachen Zellhülle, die alle lebensnotwendigen Komponenten enthält.

    Nach heutigem Verständnis entstanden Archaeen gleichzeitig mit Bakterien, vermutlich früh nach der Entstehung der Erde. Sie kommen in extremen Lebensräumen vor, wie etwa in heißen Quellen, stark salzhaltigen Umgebungen oder an Orten mit hohem Druck. Ihre Überlebensstrategien und Anpassungsmechanismen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ziel ist, ihre Funktionsweise zu verstehen und mögliche Anwendungen, etwa in der Biotechnologie, zu identifizieren.

    Thermophile Mikroorganismen leben in Umgebungen mit sehr hohen Temperaturen, wie etwa in heißen Quellen oder hydrothermalen Tiefseequellen. Diese Organismen haben hitzebeständige Enzyme entwickelt, die auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius funktionsfähig bleiben. Halophile Mikroorganismen wiederum hingegen kommen in stark salzhaltigen Umgebungen vor. Auch sie haben evolutionäre Mechanismen zur Anpassung entwickelt.

    Die extremophilen Lebensformen erlauben, Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für praktische Anwendungen zu gewinnen, sie ermöglichen Aufschlüsse auf die ersten Lebensformen, die vor mehr als zwei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 27.01.2025 – 31.01.2025 Österreich 1 Radio / 08:55 Uhr – 09:00 Uhr

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schleper
    Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
    Leiterin der Arbeitsgruppe Archaea-Ökologie und Evolution
    Universität Wien
    1030 Wien, Djerassiplatz 1
    https://archaea.univie.ac.at/team/schleper/


     

    Teil 1: Die Grenze des Möglichen. Filename: radio_394_archaeen_1

    Teil 2: Kochende Tümpel. Filename: radio_394_archaeen_2

    Teil 3: Salziges Wasser. Filename: radio_394_archaeen_3

    Teil 4: Die Gründe zum Überleben. Filename: radio_394_archaeen_4

    Teil 5: Kontrollierte Bedingungen – Besuch im Labor. Filename: radio_394_archaeen_5

    Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20250127/782770/Archaeen-1

  • BG032 Molekulare Ökologie und Bienen

    BG032 Molekulare Ökologie und Bienen

    Der Krüppelflügelvirus wird durch die Varroa Milbe übertragen. Wie Forschung auf molekularer Ebene mit Bienen funktioniert, besprechen wir in dieser Ausgabe mit Robert Paxton und Silvio Erler vom Institut für Molekulare Ökologie der Universität Halle.

    Link: Institut für Molekulare Ökologie der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg

    Die Wissenschaftler des Instituts für Molekulare Ökologie arbeiten mit Robert Albrecht zusammen, er hat uns auch alle zusammengebracht. Robert ist Stadtimker von Leipzig und erzählt uns im Gespräch auch über seine Erfahrungen mit “Refubees”. Link: Stadtimkerei auf Facebook

    Korrespondent: Ingolf Hofmann, er hat die Monatsanweisungen 2017 im Österreichischen “Bienen Aktuell” geschrieben und ist Imker im Südost-Burgenland. Link: Garten Hofmann

  • Argumente zum Thema „Ökodiktatur“

    These: Demokratie scheitert an der Umweltkrise

    Quelle: Bernhard Pötter im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur, Sendedatum: 05.11.2010, Sendung: Thema, Länge: 10:46 Minuten, nicht mehr als Download verfügbar. Aber hier sind die Argumente:

    1. Das Wort „Ökodiktator“ ist Schlagwort der Gegner
    2. Wir wollen, dass die Leute das tun, was vernünftig ist, und wir wollen nicht darauf warten
    3. Linke, grüne Ökotradition in Marburg stark – Pflicht zu Solaranlagen
    4. Energie: Wir müssen an die Gebäude ran
    5. Menschenbild: Glauben an das vernünftige Handeln, oder braucht es Gesetzes
    6. Wie viel Ökologie dürfen Kommunen ihren Bürgern aufzwingen?
    7. Wie viel muss der Staat tun, um uns vor manchen Sachen zu bewahren?
    8. Thema Klima, Treibhausgase, Artenvielfalt, Lebensmittel, Böden: Entwicklung nicht nachhaltig
    9. Wir kommen mit den großen Klimaproblemen nicht zurande, nicht mit den demokratischen Mitteln
    10. Parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts scheitert an der Umweltkrise wegen kurzer Legislaturperioden vs. Langfristiger Konzepte
    11. Demokratie ist bei uns mit ressourcenintensivem Wirtschaftssystem kombiniert
    12. Ökokratie statt Demokratie: Demokratie erweitert um ökologischen Faktor
    13. Vergleich altgriechische ursprüngliche Demokratie, die um Rechtsstaat erweitert wurde
    14. Antwort zur Frage „Ausweg Ökodiktatur?“ muss klar „nein“ sein.
    15. Bei Stellplätzen für Autos spricht niemand von der Stellplatzdiktatur
    16. Ökonomiediktatur könnte man auch sagen – weil alles unter ökonomischen Aspekten gesehen wird
    17. Finanzen, Finanzkrise: Zukunftsbank Europa in Anlehnung EZB konnte Eurokrise mildern, in die nationalen Haushalte kann hineinregiert werden, niemand sagt, wir haben Finanzdiktatur in Europa; bei CO2 Obergrenzen ist das derzeit ein großes Problem.

    Buchtipp: Bernhard Pötter, Ausweg Ökodiktatur? Wie unsere Demokratie an der Umweltkrise scheitert. oekom 2010.