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Wien

Botanik

  • PHS 250 Flüssige Landschaft

    PHS 250 Flüssige Landschaft

    Stefan Graf ist Experte für Aquariengestaltung und Gründer von Liquid Nature (Wien. Er beschreibt im Gespräch mit Lothar Bodingbauer die vielseitigen Aspekte gestalteter Wasserlandschaften: Aquarien, Paludarien und Terrarien.

    Link: https://www.liquidnature.at

    Die technische Ausstattung spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung dieser Lebensräume. Beleuchtungssysteme beeinflussen das Wachstum von Pflanzen und Algen, während CO2-Versorgung und Filtertechnik essenziell für das ökologische Gleichgewicht sind. Stefan erklärt, wie wichtig eine durchdachte Planung und die Wahl geeigneter Materialien sind, um langfristig stabile Bedingungen zu schaffen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Bedeutung des Bodengrunds, da dieser Nährstoffe speichert und zur Vermeidung von Algenbildung beiträgt.

    Die biologische Dynamik solcher Systeme basiert auf dem Zusammenspiel von Pflanzen, Algen und Mikroorganismen. Stefan hebt hervor, dass Geduld ein entscheidender Faktor ist. Ein biologisches Gleichgewicht kann nur durch schrittweise Anpassungen und kontinuierliche Beobachtung erreicht werden. Fehler in der Anfangsphase, etwa durch zu frühe Besetzung mit Fischen oder eine Überdüngung, können das gesamte System destabilisieren. Daher ist es ratsam, den Einlaufprozess abzuwarten, bis sich ein stabiles Milieu etabliert hat.

    Lothar Bodingbauer berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Einrichtung eines Aquariums und den Herausforderungen, die mit der Haltung von Schnecken und Pflanzen verbunden sind. Anfänger bringen manchmal zu wenig Geduld auf, um die komplexen Wechselwirkungen in Aquarien zu verstehen. Regelmäßig auftretende Probleme, wie unerwartetes Algenwachstum oder unklare Wasserverhältnisse, lassen sich meist durch Anpassungen der Pflege und Nährstoffzufuhr lösen.

    Ein zentraler Punkt ist die artgerechte Haltung von Tieren in Aquarien. Überbesetzung oder falsche Vergesellschaftung führt zu Stress und beeinträchtigt das Wohlbefinden der Tiere. Eine naturnahe Gestaltung berücksichtigt die den Bedürfnissen der jeweiligen Fischarten entspricht. Dazu gehören Rückzugsorte, ausreichend Strömung und die richtige Wasserzusammensetzung. Gerade bei heimischen Arten ist es wichtig, saisonale Schwankungen zu berücksichtigen, da sie sich an bestimmte Temperatur- und Lichtbedingungen angepasst haben.

    Dann geht es auch um die Gestaltung, das “Aquascaping”, die Verbindung von Ästhetik und Funktionalität. Stefan erläutert verschiedene Stilrichtungen, die von japanischen Nature-Aquarien bis zu naturnahen Biotopen reichen. Die Wahl von Steinen, Holz und Pflanzen beeinflusst dann auch nicht nur das visuelle Erscheinungsbild, sondern auch das Verhalten der Tiere.

    Die Verantwortung gegenüber den Tieren erfordert eine bewusste Auseinandersetzung mit ihren Bedürfnissen und Lebensbedingungen. Stefan warnt davor, Tiere aus der Natur zu entnehmen oder sie bei Überpopulation einfach auszusetzen. Alternativ können regulierte Futterzugaben oder der Einsatz natürlicher Fressfeinde zur Kontrolle der Population beitragen.

    Viele Pflanzen, die im Handel erhältlich sind, sind eigentlich Sumpfpflanzen. Sie können sowohl unter als auch über Wasser wachsen. Die richtige Kombination von Licht, Nährstoffen und CO2 ist entscheidend für ein gesundes Pflanzenwachstum. Algenprobleme entstehen oft durch Ungleichgewichte, die durch gezielte Pflege und Kontrolle behoben werden können.

    Die Langzeitpflege von Aquarien und Paludarien erfordert regelmäßige Wartung und Anpassungen. Stefan weist darauf hin, dass der Lebenszyklus eines Aquariums begrenzt ist. Mit der Zeit sammeln sich Nährstoffdepots und organische Ablagerungen im Bodengrund, die regelmäßig entfernt oder durch neue Substrate ersetzt werden müssen. Besonders bei größeren Becken ist es sinnvoll, modulare Strukturen zu verwenden, um schnell einmal bestimmte Teile auszutauschen.

  • Fauna und Flora der Barrancos

    Fauna und Flora der Barrancos

    Das Stadtgebiet von Guatemala City ist von Schluchten durchzogen, um die sich Straßen und (neu) erschlossene Siedlungsräume erstrecken. Diese Schluchten werden Barrancos oder Ramblas genannt. An ihren sandigen Abbruchkanten befindet sich ein spannender Lebensraum für Tiere und Pflanzen, mit vermutlich hoher Diversität. Einerseits ist es feucht an den Schattenseiten – andererseits trocken, aufgetrocknet an Stellen, wo die Sonne hinscheint. Über das Jahr hinweg werden sich sicher die Bedingungen ändern, besonders dann, wenn die Regenzeit kommt. Ein spannendes Thema für eigene Forschung. Hier sind Fotos von Anfang Februar 2023.

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  • BG031 Kakteen

    BG031 Kakteen

    Bienengespräche #31 am Sweet Spot aller Podcastlängen: 5 Stunden Kakteen, Besuch bei Kakteen-Haage, Gespräch über die älteste Kakteengärtnerei der Welt, Unterschiede zwischen Hobby und Beruf, Prozessdenken, Bienen im Glashaus und wie man mit einem Familienbetrieb auch durch die Zeit der DDR kommt. In 50 Kapiteln. Es gibt Kapitelmarken im Player.

    Ulrich Haage ist Kakteengärtner in Erfurt. Er erzählt über seinen Familienbetrieb und die historische Entwicklung der Gärtnerei seit 1685 und 325 Jahre Gärtnergeschichte der Familie Haage in Erfurt.

    Ulrichs Vorfahren – vor 10 Generationen – waren schon in Orangerien der Fürsten Kakteengärtner. Er erzählt auch über seine Annäherung an die eigene Übernahme des Familienbetriebes, der durch politische Umstände (DDR) auch immer wieder vor großen unternehmerischen Herausforderungen stand.

    Wir sprechen auch über das wissenschaftliche Arbeiten mit Kakteen, und wo Verbindungen zu Bienen sein könnten. Über die Faszination der mit Kakteen verbundenen Prozesse. Auch die Abgrenzung von Hobby zur Profi-Arbeit wird besprochen, und die besonderen Herausforderungen einer modernen Gärtnerei.

    Unten sind auch viele Bilder der besprochenen Themen.

    Link: http://www.kakteen-haage.de,

    Korrespondent: André Riehle, Riehle Honig (Neuhausen auf den Fildern, bei Stuttgart). Er erzählt über seine Standorte, die von der Pfalz bis hin zu den Edelkastanien im Elsass reichen. Link: http://www.riehlebiene.de

    Hörerreaktion: “Zu meiner eigenen Überraschung – dachte niemals, dass ich das zeitlich durchhalte – hab ich nun tatsächlich den ganzen Podcast über Kakteen abgehört. Dabei hab ich mit Kakteen gar nix am Hut”

  • iPad Pro

    Funktioniert. Das Kleine. Mit dem Stift. Sehr zu empfehlen. Hier der erste Versuch mit dem Zeichenprogramm Sketches.

  • Aussaat

    Mit den Volksschulkindern Kakteen und Sukkulenten gesetzt. Es hat funktioniert! In ein paar Tagen dürfen sie ihren Topf nach Hause nehmen. Mehr Experimente drüben bei Phyx.

  • PHS173 Flechten im Stadtgebiet

    PHS173 Flechten im Stadtgebiet

    Sensible Überlebenskünstler

    Flechten sind Verbindungen von Pilzen und Algen. Der Pilz sorgt im gemeinsamen Organismus der Flechte für Form und Halt, während sich die Alge um die Energieerzeugung durch Photosynthese kümmert. Flechten werden gemeinhin mit “gesunder Luft” in Verbindung gebracht, und das ist durchaus richtig. Allerdings gibt es eine wahre Bandbreite an Flechten, die zum Teil recht unterschiedliche Bedürfnisse an die Luftqualität haben. Besonders Stickoxide aus Verkehrsabgasen können sich in Verbindung mit Wasser zu düngenden Ammoniaksalzen umformen, was bestimmten Flechtenarten als Dünger dient. Es spricht die Biologin Barbara Wunder.

    Episodenbild: Barbara Wunder

    Link zur Sprechkontakt-Radioproduktion 143

    Link zu Babrara Wunder / Zobodat