20.06.2020 / ORF Radio Ö1 / Diagonal

Studiogespräch

Diagonal macht Schluss

„Alles hat ein Ende, nur …“ – „Diagonal“ macht Schluss

Über 150 Mal wurde er in den vergangenen zwei Millennien einmal mehr, einmal weniger öffentlichkeitswirksam angekündigt und kam dann doch nicht: Der Weltuntergang. „Hungern nach der Apokalypse heißt eigentlich Verlangen nach der Zeit nach der Apokalypse“ gibt der Publizist Maarten Keulemans in seinem Buch „Exit Mundi. Die besten Weltuntergänge“ zu bedenken.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, sagt man dazu wohl im Fußball. Dazwischen liegt immer der Abpfiff. Aber wie und wann der kommt beziehungsweise gekonnt zu setzen ist, das ist stets die Frage. Der Mensch ringt mit seiner Endlichkeit, die Künste mit dem grandiosen Finale, letzten Worten und Schlussstrichen; Webseiten geben Tipps für krönende Schlusssätze in Bewerbungsschreiben und der post-industrielle Dienstleistungskapitalismus hat sich das Beziehungsende als Markt erschlossen. Auch in Österreich gibt es heute eigene Agenturen, die sich auf das professionelle Schlussmachen spezialisiert haben – sei es mit dem ehemaligen Herzblatt oder der Chefin. „Diagonal“ zur Kunst des Aufhörens und zu Konjunkturen des Endes.

Mit Beiträgen von Alexandra Augustin und Lisa Rümmele, Lothar Bodingbauer, Dominique Gromes, Erich Klein, Christian Scheib und Horst Widmer.

Präsentation: Peter Waldenberger und Roman Tschiedl