Das Cumming House ist nur der Verwaltungsapparat der juedischen Gemeinde Montreals und auch der ganz Kanadas. Dahinter ist durch Verbindungsgaenge das Tageszentrum fuer Senioren erreichbar und das YHA, die Young Hebrew Association, mit Sportmoeglichkeiten und Volkshochschulartigen Kursen.
Um $ 30 Millionen wurde das Cummings House renoviert und es ist nun definitiv nobel eingerichtet. Viel Stein und Marmor, Teppichboeden in den oberen Stockwerken. Die Raeume haben Namen nach Familien erhalten, die sie gesponsert haben. 400 Menschen arbeiten hier, was man kaum glauben moechte. In der Eingangslobby wacht ein Security-Mann ueber jeden Ein- und Austretenden, links davon ist nun das Montreal Holocaust Museum im Erdgeschoss zu finden: Dessen Buero und die Ausstellung „Kinder im Holcoaust“.
Das Buero des Museums bekommt noch keine Frischluft, und ist quasi auf der Strasse, nur durch grosse Fensterscheiben von ihr getrennt. Das bedeutet, zu jeder Zeit die Wetterlage zu kennen, zu mancher Zeit den Mond, und gegebenenfalls die Sonne. Die Angestellten moegen das Buero nicht, und obendrein soll es in ein paar Monaten in den Keller, was gar nicht schoen ist. Alles oben wird dann zum Hauptmuseum. Und dabei meinen sie, wuerde der Holocaust durchaus besser zum Keller passen. „Ausstellungsstuecke zaehlen mehr als die Menschen“.
„Ruhe“ schreit Bill, der Chef, dazwischen im Buero, „wir sind hier ein Museum!“. Jeder kann am Bueroleben teilnehmen und ist dorch durch Trennwaende von den anderen getrennt. Die beiden Gedenkdiener haben einen Schreibtisch mit Besucherstuhl in den Gaengen dazwischen erhalten, und koennen so, Laufburschen aehnlich, jederzeit einspringen, wo sie gebraucht werden.