Die Stimme ist ein Instrument. Bei täglichem Üben sind erste Erfolge nach 6 Wochen unüberhörbar. Stimmbildung hat große Auswirkungen auf die Kommunikation zu Menschengruppen. Was aus Entfernung einfach als „Stimme“ ankommt, besteht in Wirklichkeit aus einigen wichtigen Aspekten. Jeder Aspekt ist separat trainierbar. Jede Übung zahlt sich aus.

  1. Zeitraum beanspruchen. Inhalt braucht Zeit. Pausen. Stille. Ausatmen. Einatmen. Pausen zwischen Sätzen, zwischen Aufzählungen: Langsamkeit und Ruhe. Zeitraum hat mit Selbstbewusstsein zu tun. Mit dem Ertragen einer Wirkung.
  2. Die „gemäßigte Hochlautung“ ist die Aussprache geschulter Sprecher /innen– zum Beispiel von Österreich 1 Radio. Es ist weniger das perfekt „r“ oder „s“ sondern die Richtige Länge und Geschlossenheit/Offenheit der Selbstlaute a-e-i-o-u. Das Training sollte hier nur mit Lehrer/in erfolgen. Übungen dazu täglich.
  3. Agogische Aufbereitung der Sätze. Das kommt zusätzlich und schafft besser erkennbare Sinnzusammenhänge. “Sprich einmal laut und einmal leise, einmal langsam, einmal schnell, einmal hoch und einmal tief” – das ist ein Aspekt davon, Kommas und Pausen innerhalb von Sätzen, und der Fluss der Sprache darin, ein anderer.
  4. „Die Sonne „tööööönnnnn“. Das hat etwas mit Frequenz und Zeitraum zu tun, mit Energie.
  5. Zu Beginn: Ausatmen, dann Einatmen. Stimmstütze, Atemstütze Zwerchfell. Nur mit Lehrer/in zu trainieren. Übungen dazu.
  6. Das Gegenüber. Kann im Theater in der hintersten Ecke sitzen – dort will man seine Stimme hinschicken. Kann man lernen. Zahlt sich aus.
  7. Der Stimmsitz. Mit welcher Frequenz spreche ich meine Gegenüber an. Eher tiefer wäre besser für die Glaubwürdigkeit. Das muss man aber herausfinden.
  8. Der Inhalt. Wie bei Büchern oder Zeitungen, wo man diskursive gute Inhalte nicht mit schlechten Schriftsätzen schreiben sollte, gehen auch bei der Stimme die Inhalte in Form und Durchführung ein.
  9. Die Grenze. Profi-Sprecher/innen haben ihre Stimme zum Beruf gemacht. Professionelle Aufträge sollten auch von ihnen gemacht werden. Das zu erkennen, ist auch ein wichtiger Aspekt für Nicht-Profis.
  10. Die Authentizität. Man ist, wie man spricht. Und in jedem Moment spricht man so, wie man ist. Die gebildete Stimme kann wie eine Fremdsprache eingesetzt werden. Im normalen Gespräch ist das meist nicht notwendig. Das zu erkennen ist ein Teil der Stimmbildung.